Hosea

Kapitel 1

 

2 Anfang des Wortes des Herrn an Hosea. Und der Herr sprach zu Hosea: Geh hin, nimm dir ein Weib der Hurerei und Kinder der Hurerei, denn das Land treibt fort und fort Hurerei, hinweg vom Herrn.

 

3 Und er ging hin und nahm Gomer, die Tochter Debelaims, und sie empfing und gebar ihm einen Sohn.

 

4 Und der Herr sprach zu ihm: Nenne seinen Namen Jesreel, denn noch eine kleine Weile, und ich werde das Blut Jesreels am Hause Juda rächen und dem Königtum des Hauses Israel ein Ende machen.

 

5 Und es wird geschehen an jenem Tage, da werde ich den Bogen Israels zerbrechen im Tale Jesreel.

 

6 Und sie empfing abermals und gebar eine Tochter, und er sprach zu ihm: Nenne ihren Namen Nicht-Begnadigte, denn ich werde mich des Hauses Israel nicht mehr erbarmen, sondern mich ihnen entschieden widersetzen.

 

7 Der Söhne Judas aber werde ich mich erbarmen und sie retten durch den Herrn, ihren Gott, und ich werde sie nicht retten durch Bogen noch durch Schwert noch durch Krieg noch durch Rosse noch durch Reiter.

 

8 Und sie entwöhnte die Nicht-Begnadigte, und sie empfing abermals und gebar einen Sohn.

 

9 Und er sprach: Nenne seinen Namen Nicht-mein-Volk, denn ihr seid nicht mein Volk, und ich bin nicht der Eure.

 

Kapitel 2

 

1 Und die Zahl der Söhne Israels war wie der Sand des Meeres, der nicht gemessen und nicht gezählt werden kann. Und es wird geschehen an dem Ort, wo zu ihnen gesagt wurde: „Ihr seid nicht mein Volk", da werden auch sie Söhne des lebendigen Gottes genannt werden.

 

2 Und die Söhne Judas und die Söhne Israels werden sich miteinander versammeln und sich ein einziges Oberhaupt setzen und aus dem Lande heraufziehen; denn groß ist der Tag von Jesreel.

 

3 Sagt zu eurem Bruder: „Mein Volk", und zu eurer Schwester: „Begnadigte".

 

4 Rechtet mit eurer Mutter, rechtet! Denn sie ist nicht meine Frau, und ich bin nicht ihr Mann. Und ich werde ihre Hurerei von meinem Angesicht entfernen und ihren Ehebruch aus der Mitte ihrer Brüste,

 

5 damit ich sie nackt ausziehe und sie wiederherstelle wie am Tage ihrer Geburt. Und ich werde sie zur Wüste machen und sie wie ein wasserloses Land hinstellen und sie durch Durst töten;

 

6 und ihrer Kinder werde ich mich nicht erbarmen, denn es sind Kinder der Hurerei.

 

7 Denn ihre Mutter hat gehurt; die sie gebar, hat Schande gebracht; denn sie sprach: „Ich will meinen Liebhabern nachgehen, die mir mein Brot und mein Wasser geben und meine Kleider und meine Leinentücher, mein Öl und alles, was mir zukommt."

 

8 Darum, siehe, ich versperre ihren Weg mit Dornen und werde die Wege vermauern, und ihren Pfad wird sie nicht finden;

 

9 und sie wird ihren Liebhabern nachjagen und sie nicht erreichen, und sie wird sie suchen und nicht finden. Und sie wird sagen: „Ich will hingehen und zu meinem ersten Mann zurückkehren, denn damals ging es mir besser als jetzt."

 

10 Und sie erkannte nicht, dass ich es war, der ihr das Korn und den Wein und das Öl gab, und dass ich ihr Silber mehrte; sie aber machte silberne und goldene Bilder für den Baal.

 

11 Darum werde ich mich wenden und mein Korn zurückholen zu seiner Stunde und meinen Wein zu seiner Zeit, und ich werde meine Kleider und meine Leinentücher wegnehmen, damit sie ihre Blöße nicht bedecken.

 

12 Und nun werde ich ihre Unreinheit vor den Augen ihrer Liebhaber aufdecken, und keiner wird sie aus meiner Hand erretten.

 

13 Und ich werde alle ihre Freuden abwenden, ihre Feste und ihre Neumonde und ihre Sabbate und alle ihre Festversammlungen.

 

14 Und ich werde ihren Weinstock und ihre Feigenbäume vernichten, von denen sie sagte: „Das ist mein Hurenlohn, den mir meine Liebhaber gegeben haben"; und ich werde sie zum Zeugnis machen, und die Tiere des Feldes werden sie fressen und die Vögel des Himmels und das Gewürm der Erde.

 

15 Und ich werde an ihr die Tage der Baale heimsuchen, an denen sie ihnen opferte und sich ihre Ohrringe und ihre Halsketten anlegte und ihren Liebhabern nachging, mich aber vergaß, spricht der Herr.

 

16 Darum, siehe, ich will sie locken und sie wie in eine Wüste führen und zu ihrem Herzen reden

 

17 und ihr von dort ihre Besitztümer geben und das Tal Achor, um ihr Verständnis zu öffnen; und dort wird sie sich demütigen wie in den Tagen ihrer Kindheit und wie in den Tagen ihres Heraufziehens aus dem Lande Ägypten.

 

18 Und es wird geschehen an jenem Tage, spricht der Herr, da wird sie mich nennen: „Mein Mann", und sie wird mich nicht mehr „Baalim" nennen.

 

19 Und ich werde die Namen der Baale aus ihrem Munde entfernen, und ihrer Namen wird nicht mehr gedacht werden.

 

20 Und ich werde für sie an jenem Tage einen Bund schließen mit den Tieren des Feldes und mit den Vögeln des Himmels und dem Gewürm der Erde; und Bogen und Schwert und Krieg werde ich aus dem Lande zerbrechen, und ich werde dich in Hoffnung wohnen lassen.

 

21 Und ich werde dich mir verloben auf ewig, und ich werde dich mir verloben in Gerechtigkeit und in Recht und in Gnade und in Erbarmen,

 

22 und ich werde dich mir verloben in Treue, und du wirst den Herrn erkennen.

 

23 Und es wird geschehen an jenem Tage, spricht der Herr, da werde ich den Himmel erhören, und er wird die Erde erhören,

 

24 und die Erde wird das Korn und den Wein und das Öl erhören, und diese werden Jesreel erhören.

 

25 Und ich werde sie mir im Lande säen und mich der „Nicht-Begnadigten" erbarmen, und ich werde zu „Nicht-mein-Volk" sagen: „Mein Volk bist du", und er wird sagen: „Der Herr, mein Gott, bist du."

 

Kapitel 3

1 Und der Herr sprach zu mir: Geh noch einmal hin und liebe eine Frau, die Böses liebt und eine Ehebrecherin ist, so wie Gott die Söhne Israels liebt, während sie sich fremden Göttern zuwenden und Kuchen mit Rosinen lieben.

 

2 Und ich erkaufte sie mir für fünfzehn Silberstücke, ein Gomer Gerste und ein Nebel Wein

 

3 und sprach zu ihr: Viele Tage sollst du bei mir bleiben und nicht huren und keinem anderen Mann angehören, und auch ich werde dir angehören.

 

4 Denn viele Tage werden die Söhne Israels dasitzen ohne König, ohne Fürsten, ohne Opfer, ohne Altar, ohne Priestertum und ohne Offenbarungen.

 

5 Und danach werden die Söhne Israels umkehren und den Herrn, ihren Gott, suchen und David, ihren König; und sie werden erschauern vor dem Herrn und vor seinen Gütern am Ende der Tage.

 

Kapitel 4

 

1 Höret das Wort des Herrn, ihr Söhne Israels, denn der Herr hat einen Rechtsstreit mit den Bewohnern des Landes; denn es gibt keine Wahrheit, keine Barmherzigkeit und keine Erkenntnis Gottes im Lande.

 

2 Fluchen und Lüge, Mord, Diebstahl und Ehebruch haben sich über das Land ergossen, und Blutschuld reiht sich an Blutschuld.

 

3 Darum wird das Land trauern und dahinschwinden mit allen seinen Bewohnern, mit den Tieren des Feldes und mit dem Gewürm der Erde und mit den Vögeln des Himmels, und die Fische des Meeres werden verschwinden,

 

4 damit niemand rechte noch jemand zurechtweise; mein Volk aber ist wie ein Priester, dem widersprochen wird.

 

5 Und du wirst bei Tage straucheln, und der Prophet wird mit dir straucheln; der Nacht habe ich deine Mutter gleichgemacht.

 

6 Mein Volk ist geworden wie eines, das keine Erkenntnis hat; weil du die Erkenntnis verworfen hast, werde auch ich dich verwerfen, dass du mir nicht mehr Priester seiest; und du hast das Gesetz deines Gottes vergessen, so werde auch ich deine Kinder vergessen.

 

7 Je zahlreicher sie wurden, desto mehr sündigten sie gegen mich; ihre Herrlichkeit werde ich in Schande verwandeln.

 

8 Von den Sünden meines Volkes werden sie essen und in dessen Ungerechtigkeiten ihre Seelen empfangen.

 

9 Und es wird sein: wie das Volk, so auch der Priester; und ich werde an ihm seine Wege heimsuchen und ihm seine Anschläge vergelten.

 

10 Und sie werden essen und nicht satt werden; sie haben Unzucht getrieben und werden nicht gedeihen, weil sie den Herrn verlassen haben, um ihn nicht zu bewahren.

 

11 Unzucht, Wein und Rauschtrank hat das Herz meines Volkes aufgenommen.

 

12 Mit Zeichen befragten sie, und mit seinen Stäben gab man ihm Antwort; vom Geist der Unzucht wurden sie verführt und trieben Hurerei, weg von ihrem Gott.

 

13 Auf den Gipfeln der Berge opferten sie und auf den Hügeln brachten sie Schlachtopfer dar, unter Eiche und Pappel und schattenspendendem Baum, weil der Schatten angenehm ist. Darum werden eure Töchter Unzucht treiben und eure Schwiegertöchter die Ehe brechen;

 

14 und ich werde eure Töchter nicht heimsuchen, wenn sie Unzucht treiben, noch eure Schwiegertöchter, wenn sie die Ehe brechen; denn sie selbst haben sich mit Huren eingelassen und mit den Geweihten geopfert, und das verständige Volk verstrickte sich mit einer Hure.

 

15 Du aber, Israel, sei nicht unwissend, und ihr von Juda, geht nicht nach Gilgal hinein, steigt nicht hinauf zum Hause On und schwört nicht: „So wahr der Herr lebt!“

 

16 Denn wie eine tobende junge Kuh tobte Israel; nun wird der Herr sie weiden wie ein Lamm auf weitem Raum.

 

17 Ephraim, den Götzen verbunden, hat sich selbst Anstöße gesetzt,

 

18 er hat die Kanaaniter erwählt; sie haben schamlos Unzucht getrieben, sie liebten die Schande aus ihrem Übermut.

 

19 Ein Sturm des Geistes bist du in ihren Flügeln, und sie werden zuschanden werden ob ihrer Altäre.

 

Kapitel 5

 

1 Höret dies, ihr Priester, und merket auf, Haus Israel, und du, Haus des Königs, nehmt es zu Ohren, denn euch gilt das Gericht: denn ihr seid eine Schlinge geworden für die Warte und wie ein Netz, ausgespannt über dem Itabyrion,

 

2 das die Jäger für die Jagd aufgestellt haben. Ich aber bin euer Züchtiger.

 

3 Ich habe Ephraim erkannt, und Israel ist mir nicht verborgen; denn nun hat Ephraim Hurerei getrieben, Israel hat sich verunreinigt.

 

4 Sie richteten ihre Anschläge nicht darauf, zu ihrem Gott umzukehren, denn ein Geist der Hurerei ist in ihnen, den Herrn aber haben sie nicht erkannt.

 

5 Und der Hochmut Israels wird gedemütigt werden vor seinem Angesicht, und Israel und Ephraim werden straucheln in ihren Ungerechtigkeiten, und auch Juda wird mit ihnen straucheln.

 

6 Mit Schafen und Kälbern werden sie hingehen, den Herrn zu suchen, und werden ihn nicht finden, denn er hat sich von ihnen abgewandt,

 

7 denn sie haben den Herrn verlassen, denn fremde Kinder sind ihnen geboren worden; nun wird der Brand sie fressen samt ihren Erbteilen.

 

8 Blaset die Posaune auf den Hügeln, lasst es erschallen auf den Höhen, verkündet es im Hause On: Benjamin ist außer sich geraten,

 

9 Ephraim ist zur Verwüstung geworden in den Tagen der Zurechtweisung; unter den Stämmen Israels habe ich Zuverlässiges kundgetan.

 

10 Die Fürsten Judas sind geworden wie solche, die Grenzsteine verrücken; über sie werde ich meinen Grimm ausgießen wie Wasser.

 

11 Ephraim hat seinen Widersacher unterdrückt, hat das Recht mit Füßen getreten, denn er hat begonnen, den nichtigen Dingen nachzugehen.

 

12 Und ich bin wie Verwirrung für Ephraim und wie ein Stachel für das Haus Juda.

 

13 Und Ephraim sah seine Krankheit und Juda seinen Schmerz, und Ephraim ging zu den Assyrern und sandte Gesandte zum König Jarim; doch der konnte euch nicht heilen, und der Schmerz wird nicht von euch weichen.

 

14 Denn ich bin wie ein Panther für Ephraim und wie ein Löwe für das Haus Juda; und ich werde rauben und hingehen und wegnehmen, und niemand wird da sein, der errettet.

 

15 Ich werde hingehen und an meinen Ort zurückkehren, bis sie vernichtet sind; dann werden sie mein Angesicht suchen, in ihrer Bedrängnis werden sie sich frühmorgens zu mir aufmachen und sagen:

 

Kapitel 6

 

1 Lasst uns hingehen und umkehren zum Herrn, unserem Gott, denn er hat gerissen und wird uns heilen, er hat geschlagen und wird uns verbinden.

 

2 Er wird uns nach zwei Tagen gesund machen, am dritten Tage werden wir auferstehen und vor seinem Angesicht leben

 

3 und werden erkennen; lasst uns danach jagen, den Herrn zu erkennen: wie die Morgenröte bereit werden wir ihn finden, und er wird zu uns kommen wie der Frühregen und der Spätregen auf die Erde.

 

4 Was soll ich dir tun, Ephraim? Was soll ich dir tun, Juda? Eure Barmherzigkeit aber ist wie eine Morgenwolke und wie der Tau, der frühmorgens vergeht.

 

5 Darum habe ich eure Propheten abgemäht, ich habe sie getötet durch das Wort meines Mundes, und mein Gericht wird hervorgehen wie das Licht.

 

6 Denn an Barmherzigkeit habe ich Wohlgefallen und nicht am Opfer, und an der Erkenntnis Gottes mehr als an Brandopfern.

 

7 Sie aber sind wie ein Mensch, der den Bund übertritt; dort hat er mich verachtet.

 

8 Gilead ist eine Stadt, die Nichtiges wirkt, die das Wasser trübt,

 

9 und deine Stärke ist die eines Räubers; die Priester haben den Weg verborgen, sie haben Sichem gemordet, denn sie haben Frevel verübt.

 

10 Im Hause Israels habe ich Schauerliches gesehen: dort die Hurerei Ephraims; Israel und Juda haben sich befleckt.

 

11 Beginne, für dich zu ernten, wenn ich die Gefangenschaft meines Volkes wende, wenn ich Israel heile.

 

Kapitel 7

 

1 Und aufgedeckt wird die Ungerechtigkeit Ephraims und die Bosheit Samarias, denn sie haben Lügen gewirkt; und ein Dieb wird bei ihm eindringen, ein Räuber plündert auf seinem Wege,

 

2 damit sie zusammen singen wie solche, die in ihrem Herzen singen. All ihrer Bosheiten habe ich gedacht; nun haben ihre Anschläge sie umringt, vor meinem Angesicht sind sie geschehen.

 

3 Mit ihren Bosheiten erfreuten sie Könige und mit ihren Lügen Fürsten;

 

4 alle sind Ehebrecher, wie ein Ofen, der brennt zum Backen der Glut von der Flamme her, vom Kneten des Teiges an, bis er durchsäuert ist.

 

5 Die Tage eurer Könige: die Fürsten begannen vom Wein zu erhitzen, er streckte seine Hand aus mit den Frevlern;

 

6 denn ihre Herzen sind entbrannt wie ein Ofen, während sie lauern, die ganze Nacht, in der Ephraim sich sättigte; am Morgen geschah es, er entbrannte wie der Glanz des Feuers.

 

7 Alle wurden heiß wie ein Ofen und verzehrten ihre Richter; alle ihre Könige fielen, keiner unter ihnen war, der mich anrief.

 

8 Ephraim vermischte sich unter seinen Völkern; Ephraim wurde ein Aschenkuchen, der nicht gewendet wird.

 

9 Fremde verzehrten seine Kraft, er aber erkannte es nicht; und graue Haare sprossen ihm, und er erkannte es nicht.

 

10 Und der Hochmut Israels wird gedemütigt werden vor seinem Angesicht; und sie kehrten nicht um zum Herrn, ihrem Gott, und suchten ihn nicht bei alledem.

 

11 Und Ephraim war wie eine törichte Taube ohne Herz: Ägypten rief es an, und zu den Assyrern zogen sie.

 

12 Sowie sie ziehen, werfe ich mein Netz über sie; wie die Vögel des Himmels hole ich sie herab, ich will sie züchtigen bei der Kunde von ihrer Bedrängnis.

 

13 Wehe ihnen, denn sie sind von mir abgesprungen; elend sind sie, denn sie haben an mir gefrevelt; ich aber habe sie erlöst, sie jedoch redeten Lügen wider mich.

 

14 Und ihre Herzen schrien nicht zu mir, sondern sie heulten auf ihren Lagern; um Korn und Wein ritzten sie sich.

 

15 Sie wurden durch mich gezüchtigt, und ich stärkte ihre Arme, doch sie ersannen Böses wider mich.

 

16 Sie wandten sich ins Nichts, sie wurden wie ein gespannter Bogen; durch das Schwert werden ihre Fürsten fallen wegen der Zuchtlosigkeit ihrer Zunge; das ist ihre Verhöhnung im Lande Ägypten.

 

Kapitel 8

 

1 An ihren Busen wie Erde, wie ein Adler über das Haus des Herrn, dafür dass sie meinen Bund übertreten und gegen mein Gesetz gefrevelt haben.

 

 2 Zu mir werden sie schreien: Gott, wir haben dich erkannt.

 

3 Denn Israel hat sich vom Guten abgewandt, den Feind haben sie verfolgt.

 

4 Sie haben sich selbst Könige eingesetzt, und nicht durch mich; sie haben geherrscht und mir es nicht kundgetan; aus ihrem Silber und ihrem Gold haben sie sich Götzenbilder gemacht, damit sie ausgerottet werden.

 

5 Wirf dein Kalb weg, Samaria! Mein Zorn ist gegen sie entbrannt. Wie lange werden sie sich nicht reinigen können in Israel?

 

6 Ein Handwerker hat es gemacht, und es ist kein Gott; denn dein Kalb war ein Verführer, Samaria.

 

7 Denn Windverdorbenes haben sie gesät, und ihr Untergang wird es erwarten; eine Garbe, die keine Kraft hat, Mehl zu geben; und wenn sie es doch gibt, werden Fremde es verzehren.

 

8 Israel ist verschlungen worden; nun ist es unter den Völkern geworden wie ein unbrauchbares Gefäß,

 

9 denn sie sind hinaufgezogen zu den Assyrern; Ephraim hat für sich allein geblüht, Geschenke haben sie geliebt.

 

10 Darum werden sie den Völkern ausgeliefert werden. Nun werde ich sie aufnehmen, und sie werden ein wenig ablassen davon, König und Fürsten zu salben.

 

11 Denn Ephraim hat die Altäre vermehrt; zu Sünden sind ihm die geliebten Altäre geworden.

 

12 Ich will ihm eine Menge aufschreiben und seine Satzungen; als fremd wurden die geliebten Altäre geachtet.

 

13 Denn wenn sie ein Opfer darbringen und Fleisch essen, wird der Herr es nicht annehmen; nun wird er ihrer Ungerechtigkeiten gedenken und ihre Sünden ahnden. Sie sind nach Ägypten zurückgekehrt und werden bei den Assyrern Unreines essen.

 

14 Und Israel hat den vergessen, der es gemacht hat, und sie haben Heiligtümer gebaut, und Juda hat die befestigten Städte vermehrt; und ich werde Feuer in seine Städte senden, und es wird ihre Grundfesten verzehren.

 

Kapitel 9

1 Freue dich nicht, Israel, und frohlocke nicht wie die Völker, denn du hast von deinem Gott weg gehurt; du hast Hurenlohn geliebt auf allen Getreidetennen.

 

2 Tenne und Kelter kannten sie nicht, und der Wein hat sie betrogen.

 

3 Sie wohnten nicht im Land des Herrn; Ephraim wohnte in Ägypten, und bei den Assyrern werden sie Unreines essen.

 

4 Sie haben dem Herrn keinen Wein gespendet und ihm nicht gefallen; ihre Opfer sind ihnen wie Trauerbrot: alle, die davon essen, werden verunreinigt; denn ihre Brote sind für ihre Seelen, sie werden nicht in das Haus des Herrn kommen.

 

5 Was werdet ihr tun an den Tagen der Festversammlung und am Tag des Festes des Herrn?

 

6 Darum siehe, sie werden ziehen aus dem Elend Ägyptens, und Memphis wird sie aufnehmen, und Machmas wird sie begraben; ihr Silber wird das Verderben erben, Dornen werden in ihren Wohnungen sein.

 

7 Gekommen sind die Tage der Rache, gekommen sind die Tage deiner Vergeltung, und Israel wird geplagt werden wie der Prophet, der von Sinnen ist, der Mensch, der vom Geist getrieben wird; wegen der Menge deiner Ungerechtigkeiten hat sich dein Wahnsinn vermehrt.

 

8 Der Wächter Ephraims ist bei Gott; der Prophet ist eine krumme Falle auf allen seinen Wegen; Wahnsinn haben sie im Hause des Herrn aufgerichtet.

 

9 Sie sind verdorben wie in den Tagen des Hügels; er wird ihrer Ungerechtigkeit gedenken, er wird ihre Sünden rächen.

 

10 Wie eine Traube in der Wüste fand ich Israel, und wie eine Frühfrucht am Feigenbaum sah ich ihre Väter; sie aber gingen zu Beelphegor und entfremdeten sich zur Schande, und die Verabscheuten wurden wie die Geliebten.

 

11 Ephraim ist wie ein Vogel davongeflogen; ihre Herrlichkeiten kommen von Geburten, Wehen und Empfängnissen.

 

12 Denn auch wenn sie ihre Kinder aufziehen, werden sie ihrer Kinder beraubt werden unter den Menschen; ja, wehe ihnen, mein Fleisch ist von ihnen gewichen.

 

13 Ephraim, wie ich es sah: sie stellten ihre Kinder zur Beute hin, und Ephraim ist bestimmt, seine Kinder zur Durchbohrung hinauszuführen.

 

14 Gib ihnen, Herr, was wirst du ihnen geben? Gib ihnen einen unfruchtbaren Schoß und vertrocknete Brüste.

 

15 Alle ihre Bosheiten sind in Galgal, denn dort habe ich sie gehasst; wegen der Bosheit ihrer Taten werde ich sie aus meinem Hause vertreiben, ich werde sie nicht mehr lieben; alle ihre Fürsten sind widerspenstig.

 

16 Ephraim ist krank geworden; an seinen Wurzeln ist es verdorrt, Frucht wird es nicht mehr bringen; denn auch wenn sie gebären, werde ich die Lieblinge ihres Leibes töten.

 

17 Gott wird sie verstoßen, weil sie nicht auf ihn gehört haben, und sie werden Umherirrende unter den Völkern sein.

 

Kapitel 10

 

Israel ist ein Weinstock mit üppigen Ranken, seine Frucht gedeiht; nach der Menge seiner Früchte hat es die Altäre vermehrt, nach den Gütern seines Landes hat es Säulen errichtet.

 

2 Sie haben ihre Herzen geteilt, nun werden sie vertilgt werden; er selbst wird ihre Altäre niederreißen, ihre Säulen werden zugrunde gehen.

 

3 Denn nun werden sie sagen: Wir haben keinen König, weil wir den Herrn nicht gefürchtet haben; was aber wird der König für uns tun?

 

4 Worte redend, falsche Vorwände, wird er einen Bund schließen; wie Unkraut wird das Gericht aufgehen auf dem Brachland des Feldes.

 

5 Bei dem Kalb des Hauses On werden die Bewohner Samarias verweilen, denn sein Volk hat um es getrauert; und wie sie es erbittert haben, so werden sie sich über seine Herrlichkeit freuen, denn sie ist von ihm weggeführt worden.

 

6 Und sie haben es gebunden nach Assyrien gebracht als Geschenke für den König Jarim; als Gabe wird Ephraim es empfangen, und Israel wird beschämt werden in seinem Ratschluss.

 

7 Samaria hat seinen König verworfen wie ein Reis auf der Oberfläche des Wassers.

 

8 Und die Höhen von On, die Sünden Israels, werden weggeschafft werden; Dornen und Disteln werden auf ihren Altären aufwachsen; und sie werden zu den Bergen sagen: Bedeckt uns! und zu den Hügeln: Fallt auf uns!

 

9 Seit die Hügel bestehen, hat Israel gesündigt, dort sind sie stehen geblieben; wird der Krieg gegen die Kinder der Ungerechtigkeit sie nicht auf dem Hügel ereilen?

 

10 Er kam, um sie zu züchtigen, und Völker werden gegen sie versammelt werden, wenn sie gezüchtigt werden wegen ihrer beiden Ungerechtigkeiten.

 

11 Ephraim ist eine Färse, gelehrt, den Streit zu lieben; ich aber werde über das Schönste ihres Nackens kommen; ich werde Ephraim aufsteigen lassen und Juda übergehen; Jakob wird ihm Kraft geben.

 

12 Säet euch zur Gerechtigkeit, erntet zur Frucht des Lebens, zündet euch das Licht der Erkenntnis an, sucht den Herrn, bis euch die Früchte der Gerechtigkeit kommen.

 

13 Warum habt ihr die Gottlosigkeit verschwiegen und ihre Ungerechtigkeiten geerntet? Ihr habt trügerische Frucht gegessen, weil du auf deine Sünden gehofft hast, auf die Menge deiner Macht.

 

14 Und Verderben wird sich erheben in deinem Volk, und alle deine ummauerten Festungen werden dahingehen; wie der Fürst Salaman aus dem Hause Jerobaal, in den Tagen des Krieges haben sie die Mutter samt den Kindern zu Boden geschmettert.

 

15 So werde ich euch tun, Haus Israel, angesichts der Ungerechtigkeit eurer Bosheiten.

 

Kapitel 11

 

1 Am frühen Morgen wurden sie verworfen, verworfen wurde der König Israels; denn Israel war ein Kind, und ich liebte es, und aus Ägypten rief ich seine Kinder.

 

2 Wie ich sie rief, so gingen sie hinweg von meinem Angesicht; sie opferten den Baalen und räucherten den geschnitzten Bildern.

 

3 Und ich band Ephraim die Füße zusammen, ich nahm ihn auf meinen Arm, und sie erkannten nicht, dass ich sie geheilt habe.

 

4 Im Verderben der Menschen zog ich sie mit den Banden meiner Liebe, und ich werde ihnen sein wie ein Mensch, der einen auf die Wangen schlägt; und ich werde auf ihn blicken, ich werde ihm überlegen sein.

 

5 Ephraim wohnte in Ägypten, und Assur, der war sein König, denn er wollte nicht umkehren.

 

6 Und das Schwert wurde schwach in seinen Städten und ruhte in seinen Händen, und sie werden essen von ihren Ratschlägen.

 

7 Und sein Volk hängt an seiner Wohnstätte, und Gott wird über seine Kostbarkeiten zürnen und wird ihn keineswegs erhöhen.

 

8 Wie soll ich mit dir verfahren, Ephraim? Soll ich dich beschützen, Israel? Wie soll ich mit dir verfahren? Soll ich dich machen wie Adama und wie Zeboim? Mein Herz hat sich in mir gewandt, meine Reue ist erregt worden.

 

9 Ich werde nicht handeln nach dem Zorn meines Grimmes, ich werde es nicht zulassen, dass Ephraim ausgelöscht werde; denn Gott bin ich und nicht ein Mensch; heilig bin ich in deiner Mitte, und ich werde nicht in eine Stadt hineingehen.

 

10 Dem Herrn will ich nachfolgen; wie ein Löwe wird er brüllen; denn er wird brüllen, und die Kinder der Wasser werden erschrecken.

 

11 Sie werden aufgeschreckt herbeieilen wie ein Vogel aus Ägypten und wie eine Taube aus dem Land der Assyrer; und ich werde sie wieder in ihre Häuser einsetzen, spricht der Herr.

 

 

 

Kapitel 12

 

Ephraim hat mich mit Lüge umringt und das Haus Israel und Juda mit Gottlosigkeit. Nun hat Gott sie erkannt, und ein heiliges Volk Gottes wird es genannt werden.

 

2 Ephraim aber jagte einem bösen Geist nach, dem Glutwind den ganzen Tag; Leeres und Nichtiges häufte er, schloss einen Bund mit den Assyrern und trieb Handel mit Öl nach Ägypten.

 

3 Und der Herr hat einen Rechtsstreit mit Juda, um Jakob heimzusuchen; nach seinen Wegen und nach seinen Taten wird er ihm vergelten.

 

4 Im Mutterleib überlistete er seinen Bruder, und in seinen Mühen erstarkte er gegen Gott; 5 er rang mit einem Engel und vermochte es. Sie weinten und flehten zu mir; im Hause On fanden sie mich, und dort wurde zu ihnen geredet.

 

6 Der Herr aber, der allmächtige Gott, wird sein Gedächtnis sein.

 

7 Und du wirst dich zu deinem Gott bekehren; bewahre Barmherzigkeit und Recht und nahe dich deinem Gott allezeit.

 

8 Kanaan – in seiner Hand ist eine Waage der Ungerechtigkeit; zu unterdrücken hat er geliebt.

 

 9 Und Ephraim sprach: Doch ich bin reich geworden, ich habe mir Erquickung gefunden. Alle seine Mühen werden ihm nicht angerechnet werden wegen der Ungerechtigkeiten, mit denen er gesündigt hat.

 

10 Ich aber, der Herr, dein Gott, habe dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt; ich werde dich noch in Zelten wohnen lassen wie am Tage des Festes.

 

11 Und ich werde zu Propheten reden, und ich habe Gesichte gemehrt und durch die Hand der Propheten mich in Gleichnissen gezeigt.

 

12 Wenn Gilead nichts ist, dann waren die Fürsten, die in Gilgal opferten, Lügner, und ihre Altäre sind wie Steinhaufen auf dem Brachfeld des Ackers.

 

13 Und Jakob wich in die Ebene Syriens, und Israel diente um ein Weib und hütete um ein Weib.

 

14 Und durch einen Propheten führte der Herr Israel aus dem Land Ägypten herauf, und durch einen Propheten wurde es bewahrt.

 

15 Ephraim erzürnte und reizte zum Zorn, und sein Blut wird über ihn ausgegossen werden, und seine Schmach wird der Herr ihm vergelten.

 

 

 

 

Kapitel 13

 

1 Nach dem Wort Ephraims empfing er selbst Satzungen in Israel und setzte sie für den Baal ein und starb.

 

2 Und nun fuhren sie fort, noch weiter zu sündigen, und machten sich ein Gussbild aus ihrem Silber nach dem Bilde von Götzen, Werke von Handwerkern, für sie vollendet; sie sagen: Opfert Menschen, denn die Kälber sind ausgegangen.

 

3 Darum werden sie sein wie eine Morgenwolke und wie der frühe Tau, der vergeht, wie Spreu, die von der Tenne weggeblasen wird, und wie Dunst von Tränen.

 

4 Ich aber bin der Herr, dein Gott, der den Himmel festigt und die Erde erschafft, dessen Hände das ganze Heer des Himmels geschaffen haben, und ich habe sie dir nicht gezeigt, damit du ihnen nachgehst; und ich habe dich heraufgeführt aus dem Land Ägypten, und einen Gott außer mir sollst du nicht kennen, und einen Retter gibt es nicht außer mir.

 

5 Ich habe dich geweidet in der Wüste, in unbewohntem Land

 

6 nach ihren Weiden. Und sie wurden satt bis zur Sättigung, und ihre Herzen erhoben sich; deshalb vergaßen sie mich.

 

7 Und ich werde ihnen sein wie ein Panther und wie ein Leopard auf dem Weg der Assyrer;

 

 8 ich werde ihnen begegnen wie eine beraubte Bärin und werde den Verschluss ihres Herzens zerreißen, und dort werden die Jungen des Waldes sie fressen, die Tiere des Feldes werden sie zerreißen.

 

9 Wer wird deinem Verderben, Israel, zu Hilfe kommen?

 

10 Wo ist dieser dein König? Er rette dich doch in allen deinen Städten; er richte dich, von dem du sprachst: Gib mir einen König und einen Fürsten.

 

11 Und ich gab dir einen König in meinem Zorn und behielt ihn in meinem Grimm

 

12 ein Knäuel des Unrechts. Ephraim — verborgen ist seine Sünde;

 

13 Wehen wie einer Gebärenden werden über ihn kommen. Das ist dein verständiger Sohn, denn er wird beim Zerbrechen der Kinder nicht bestehen.

 

14 Aus der Hand des Hades werde ich sie erretten und vom Tode sie erlösen. Wo ist deine Strafe, Tod? Wo ist dein Stachel, Hades? Trost ist vor meinen Augen verborgen,

 

15 denn dieser wird zwischen Brüdern trennen; der Herr wird einen glühenden Wind aus der Wüste über ihn bringen und wird seine Adern austrocknen, seine Quellen veröden; er selbst wird sein Land ausdörren und alle seine kostbaren Geräte.

 

Kapitel 14

 

1 Samaria wird vernichtet werden, weil es sich gegen seinen Gott aufgelehnt hat; durch das Schwert werden sie fallen, ihre Säuglinge werden zerschmettert und ihre Schwangeren aufgeschlitzt werden.

 

2 Kehre um, Israel, zum Herrn, deinem Gott, denn durch deine Missetaten bist du zu Fall gekommen.

 

3 Nehmt Worte mit euch und kehrt um zum Herrn, eurem Gott; sprecht zu ihm, damit ihr nicht Unrecht empfangt, sondern Gutes empfangt, und wir werden die Frucht unserer Lippen als Dank darbringen.

 

4 Assur wird uns nicht retten, auf Rosse wollen wir nicht steigen; nie mehr wollen wir zu den Werken unserer Hände sagen: Unsere Götter! Denn bei dir findet der Waise Erbarmen.

 

5 Ich werde ihre Wohnstätten heilen, ich werde sie aus freien Stücken lieben, denn ich habe meinen Zorn von ihm abgewandt.

 

6 Ich werde für Israel wie der Tau sein; es wird blühen wie die Lilie und seine Wurzeln schlagen wie der Libanon.

 

7 Seine Zweige werden sich ausbreiten, und es wird sein wie ein fruchtbeladener Ölbaum, und sein Duft wie der des Libanon.

 

8 Sie werden zurückkehren und unter seinem Schutz wohnen; sie werden leben und sich am Korn sättigen; und sein Andenken wird aufblühen wie der Weinstock, wie der Wein des Libanon.

 

9 Ephraim, was hat er noch mit den Götzen zu schaffen? Ich habe ihn gedemütigt, und ich werde ihn stärken; ich bin wie ein dicht belaubter Wacholder: von mir kommt deine Frucht.

 

10 Wer ist weise, dass er dies verstehe? Oder einsichtig, dass er es erkenne? Denn gerade sind die Wege des Herrn, und die Gerechten werden auf ihnen wandeln, die Gottlosen aber werden auf ihnen straucheln.