Kapitel 1
1 Dies sind die Worte, die Mose zu ganz Israel redete jenseits des Jordan in der Wüste, im Jordantal gegenüber Suf, zwischen Paran und Tofel und Laban und Hazerot und Di-Sahab.
2 Elf Tagereisen sind es vom Horeb auf dem Weg zum Gebirge Seir bis Kadesch-Barnea.
3 Und es geschah im vierzigsten Jahr, im elften Monat, am ersten Tag des Monats, da redete Mose zu den Kindern Israel alles, was ihm der HERR für sie geboten hatte.
4 Nachdem er Sihon, den König der Amoriter, der in Heschbon wohnte, und Og, den König von Baschan, der in Aschtarot und in Edrei wohnte, geschlagen hatte,
5 jenseits des Jordan, im Land Moab, begann Mose dieses Gesetz auszulegen und sprach:
6 Der HERR, unser Gott, redete zu uns am Horeb und sprach: Ihr habt lange genug an diesem Berg gewohnt.
7 Wendet euch und brecht auf und geht zum Gebirge der Amoriter und zu allen ihren Nachbarn in der Arava, zum Gebirge und zur Niederung und zum Südland und zur Meeresküste, zum Land der Kanaaniter und zum Antilibanon bis an den großen Strom, den Euphrat.
8 Siehe, ich habe euch das Land hingegeben. Geht hinein und nehmt das Land in Besitz, das der HERR euren Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, ihnen und ihren Nachkommen nach ihnen zu geben.
9 Und ich sprach zu euch zu jener Zeit: Ich kann euch nicht allein tragen.
10 Der HERR, euer Gott, hat euch zahlreich gemacht, und siehe, ihr seid heute wie die Sterne des Himmels an Menge.
11 Der HERR, der Gott eurer Väter, füge zu euch tausendmal mehr, als ihr seid, und segne euch, wie er euch zugesagt hat.
12 Wie kann ich allein eure Mühsal und eure Last und eure Streitsachen tragen?
13 Wählt euch weise, verständige und einsichtige Männer aus euren Stämmen, und ich will sie als Oberhäupter über euch einsetzen.
14 Und ihr antwortetet mir und spracht: Was du gesagt hast, ist gut, es zu tun.
15 Da nahm ich die Häupter eurer Stämme, weise und verständige Männer, und setzte sie als Oberhäupter über euch ein, als Oberste über tausend, über hundert, über fünfzig und über zehn und als Amtleute für eure Stämme.
16 Und ich gebot euren Richtern zu jener Zeit und sprach: Hört die Streitsachen zwischen euren Brüdern und richtet gerecht zwischen einem Mann und seinem Bruder und dem Fremdling bei ihm.
17 Ihr sollt das Angesicht im Gericht nicht ansehen; den Kleinen wie den Großen sollt ihr hören. Ihr sollt euch vor niemandem fürchten, denn das Gericht ist Gottes. Die Sache aber, die euch zu schwer ist, die bringt vor mich, dass ich sie höre.
18 Und ich gebot euch zu jener Zeit alles, was ihr tun solltet.
19 Da brachen wir vom Horeb auf und zogen durch die ganze große und furchtbare Wüste, die ihr gesehen habt, auf dem Weg zum Gebirge der Amoriter, wie uns der HERR, unser Gott, geboten hatte, und kamen bis Kadesch-Barnea.
20 Und ich sprach zu euch: Ihr seid bis zum Gebirge der Amoriter gekommen, das der HERR, unser Gott, uns geben wird.
21 Siehe, der HERR, dein Gott, hat dir das Land hingegeben. Zieh hinauf, nimm es in Besitz, wie der HERR, der Gott deiner Väter, dir gesagt hat. Fürchte dich nicht und lass dich nicht erschrecken!
22 Da kamt ihr alle zu mir und spracht: Lasst uns Männer vor uns her senden, die uns das Land erkunden und uns Bericht bringen über den Weg, auf dem wir hinaufziehen sollen, und über die Städte, in die wir kommen werden.
23 Das gefiel mir, und ich nahm zwölf Männer von euch, einen Mann für jeden Stamm.
24 Und sie wandten sich und zogen hinauf ins Gebirge und kamen bis zum Tal Eschkol und erkundeten es.
25 Und sie nahmen von der Frucht des Landes in ihre Hände und brachten sie zu uns herab und berichteten uns und sprachen: Das Land ist gut, das der HERR, unser Gott, uns geben wird.
26 Aber ihr wolltet nicht hinaufziehen und widerspracht dem Befehl des HERRN, eures Gottes,
27 und murrtet in euren Zelten und spracht: Weil der HERR uns hasst, hat er uns aus dem Land Ägypten geführt, um uns in die Hand der Amoriter zu geben, uns zu vertilgen.
28 Wohin sollen wir hinaufziehen? Unsere Brüder haben unser Herz verzagt gemacht, indem sie sagten: Ein großes und mächtiges Volk, stärker als wir, und große Städte, bis zum Himmel befestigt; dazu haben wir dort Söhne der Enakiter gesehen.
29 Da sprach ich zu euch: Erschreckt nicht und fürchtet euch nicht vor ihnen!
30 Der HERR, euer Gott, der vor euch herzieht, wird selbst für euch kämpfen, ganz so, wie er es für euch in Ägypten getan hat vor euren Augen,
31 und in der Wüste, wo du gesehen hast, wie der HERR, dein Gott, dich getragen hat, wie ein Mann seinen Sohn trägt, auf dem ganzen Weg, den ihr gezogen seid, bis ihr an diesen Ort kamt.
32 Aber trotzdem glaubtet ihr dem HERRN, eurem Gott, nicht,
33 der auf dem Weg vor euch herzog, um euch einen Ort zum Lagern zu suchen, bei Nacht im Feuer, um euch den Weg zu zeigen, den ihr gehen solltet, und bei Tag in der Wolke.
34 Und der HERR hörte die Stimme eurer Worte und ergrimmte und schwor und sprach:
35 Keiner von diesen Männern, diesem bösen Geschlecht, soll das gute Land sehen, das ich ihren Vätern zu geben geschworen habe,
36 außer Kaleb, dem Sohn Jefunnes. Der soll es sehen, und ihm will ich das Land geben, das er betreten hat, und seinen Kindern, weil er dem HERRN treu gefolgt ist.
37 Auch mir wurde der HERR um euretwillen zornig und sprach: Auch du sollst nicht hineinkommen.
38 Josua, der Sohn Nuns, der vor dir steht, der soll hineinkommen. Den stärke, denn er soll Israel das Land als Erbe austeilen.
39 Und eure Kinder, von denen ihr sagt, sie würden zur Beute werden, und eure Söhne, die heute weder Gutes noch Böses unterscheiden können, die sollen hineinkommen, und ihnen will ich es geben, und sie sollen es in Besitz nehmen.
40 Ihr aber wendet euch und zieht in die Wüste auf dem Weg zum Schilfmeer.
41 Da antwortetet ihr mir und spracht: Wir haben gesündigt gegen den HERRN. Wir wollen hinaufziehen und kämpfen, ganz wie der HERR, unser Gott, uns geboten hat. Und ihr gürtetet euch, ein jeder mit seinen Waffen, und zogt leichtfertig hinauf ins Gebirge.
42 Aber der HERR sprach zu mir: Sage ihnen: Zieht nicht hinauf und kämpft nicht, denn ich bin nicht in eurer Mitte, damit ihr nicht vor euren Feinden geschlagen werdet.
43 Und ich redete zu euch, aber ihr hörtet nicht, sondern widerspracht dem Befehl des HERRN und zogt vermessen hinauf ins Gebirge.
44 Da zogen die Amoriter, die auf jenem Gebirge wohnten, aus, euch entgegen, und jagten euch, wie die Bienen tun, und schlugen euch von Seir bis Horma.
45 Und ihr kehrtet um und weintet vor dem HERRN, aber der HERR hörte nicht auf eure Stimme und neigte sein Ohr nicht zu euch. 46Und ihr bliebt in Kadesch viele Tage, so viele Tage, wie ihr dort geblieben seid.
Kapitel 2
1 Und wir wandten uns und brachen auf in die Wüste auf dem Wege zum Schilfmeer, wie der HERR zu mir geredet hatte, und wir umzogen das Gebirge Seir lange Zeit.
2 Und der HERR sprach zu mir:
3I hr habt lange genug dieses Gebirge umzogen; wendet euch nun nach Norden.
4 Und gebiete dem Volk und sprich: Ihr werdet durch das Gebiet eurer Brüder, der Kinder Esau, ziehen, die in Seir wohnen; und sie werden sich vor euch fürchten und sich sehr vor euch scheuen.
5 Greift sie nicht mit Krieg an; denn ich werde euch von ihrem Land nicht einen Fußbreit geben, denn das Gebirge Seir habe ich den Kindern Esau zum Erbbesitz gegeben.
6 Speise sollt ihr um Silber von ihnen kaufen und essen, und Wasser sollt ihr um Silber von ihnen nehmen und trinken.
7 Denn der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allem Werk deiner Hände; er hat deine Wanderung durch diese große und furchtbare Wüste erkannt; siehe, vierzig Jahre ist der HERR, dein Gott, mit dir gewesen, und es hat dir an nichts gefehlt.
8 Und wir zogen vorbei an unseren Brüdern, den Kindern Esau, die in Seir wohnen, auf dem Wege durch die Araba von Elath und von Ezjon-Geber, und wir wandten uns und zogen vorbei auf dem Wege durch die Wüste von Moab.
9 Und der HERR sprach zu mir: Bekämpft die Moabiter nicht und greift sie nicht mit Krieg an; denn ich werde euch von ihrem Land nichts zum Erbbesitz geben, denn den Kindern Lot habe ich Ar zur Wohnung gegeben.
13 So macht euch nun auf und brecht auf und zieht durch den Bach Sared! Und wir zogen durch den Bach Sared.
14 Die Zeit aber, die wir von Kadesch-Barnea wanderten, bis wir durch den Bach Sared zogen, betrug achtunddreißig Jahre, bis das ganze Geschlecht der Kriegsleute aus dem Lager weggestorben war, wie der HERR ihnen geschworen hatte.
15 Auch die Hand des HERRN war gegen sie, um sie aus dem Lager zu vertilgen, bis sie weggestorben waren.
16 Und es geschah, als alle Kriegsleute aus dem Volk weggestorben waren,
17 da redete der HERR zu mir und sprach:
18 Du wirst heute durch das Gebiet von Moab ziehen, durch Ar,
19 und wirst nahe an die Kinder Ammon kommen; bekämpfe sie nicht und greife sie nicht an; denn ich werde dir vom Land der Kinder Ammon nichts zum Erbbesitz geben, denn den Kindern Lot habe ich es zum Erbbesitz gegeben.
24 Macht euch nun auf und brecht auf und zieht durch den Bach Arnon! Siehe, ich habe Sihon, den König von Heschbon, den Amoriter, und sein Land in deine Hand gegeben; fang an, es in Besitz zu nehmen, und greife ihn mit Krieg an!
25 An diesem Tag will ich anfangen, deinen Schrecken und deine Furcht über die Völker unter dem ganzen Himmel zu bringen, dass sie, wenn sie deinen Namen hören, sich vor dir entsetzen und zittern.
26 Und ich sandte Boten aus der Wüste Kedemot zu Sihon, dem König von Heschbon, mit friedlichen Worten und sprach:
27 Ich will durch dein Land ziehen; ich will nur auf der Straße gehen und weder zur Rechten noch zur Linken abweichen.
28 Speise sollst du mir um Silber verkaufen, dass ich esse, und Wasser sollst du mir um Silber geben, dass ich trinke; ich will nur zu Fuß hindurchziehen,
29 wie mir die Kinder Esau getan haben, die in Seir wohnen, und die Moabiter, die in Ar wohnen, bis ich über den Jordan ziehe in das Land, das der HERR, unser Gott, uns gibt.
30 Aber Sihon, der König von Heschbon, wollte uns nicht durch sein Land ziehen lassen; denn der HERR, dein Gott, verhärtete seinen Geist und verstockte sein Herz, damit er in deine Hand gegeben würde, wie es heute geschehen ist.
31 Und der HERR sprach zu mir: Siehe, ich habe angefangen, Sihon und sein Land vor dir dahinzugeben; fang an, sein Land in Besitz zu nehmen!
32 Und Sihon zog aus, uns entgegen, er und all sein Volk, zum Kampf nach Jahaz.
33 Und der HERR, unser Gott, gab ihn vor uns dahin, und wir schlugen ihn und seine Söhne und all sein Volk.
34 Und wir eroberten alle seine Städte zu jener Zeit und vollstreckten den Bann an jeder Stadt, an Männern, Frauen und Kindern; wir ließen keinen übrig.
35 Nur das Vieh nahmen wir als Beute und die Ausbeute der Städte, die wir eroberten.
36 Von Aroer an, das am Ufer des Baches Arnon liegt, und von der Stadt, die im Tal liegt, bis nach Gilead hin gab es keine Stadt, die uns zu hoch gewesen wäre; alles gab der HERR, unser Gott, in unsere Hand.
37 Aber dem Land der Kinder Ammon nahten wir uns nicht, dem ganzen Gebiet am Bach Jabbok und den Städten im Gebirge, ganz so, wie der HERR, unser Gott, uns geboten hatte.
Kapitel 3
1 Und wir wandten uns und zogen hinauf den Weg nach Basan; und Og, der König von Basan, zog aus, uns entgegen, er und all sein Volk, zum Kampf nach Edrei.
2 Und der Herr sprach zu mir: Fürchte ihn nicht, denn in deine Hände habe ich ihn gegeben und all sein Volk und all sein Land; und du sollst mit ihm tun, wie du mit Sihon, dem König der Amoriter, getan hast, der in Hesbon wohnte.
3 Und der Herr, unser Gott, gab ihn in unsere Hände, auch den Og, den König von Basan, und all sein Volk; und wir schlugen ihn, bis ihm kein Überrest blieb.
4 Und wir eroberten all seine Städte zu jener Zeit; es war keine Stadt, die wir ihnen nicht nahmen: sechzig Städte, die ganze Landschaft Argob, das Königreich Ogs in Basan.
5 Alle diese Städte waren befestigt mit hohen Mauern, Toren und Riegeln, abgesehen von den sehr vielen Städten der Pheresiter.
6 Und wir vollstreckten den Bann an ihnen, wie wir an Sihon, dem König von Hesbon, getan hatten, und vollstreckten den Bann an jeder Stadt, an den Frauen und den Kindern.
7 Aber alles Vieh und die Beute der Städte raubten wir für uns.
8 Und wir nahmen zu jener Zeit das Land aus der Hand der zwei Könige der Amoriter, die jenseits des Jordan waren, vom Bach Arnon bis zum Berg Hermon –
9 die Sidonier nennen den Hermon Sirjon, und die Amoriter nennen ihn Senir ,
10 alle Städte der Ebene und ganz Gilead und ganz Basan bis nach Salcha und Edrei, die Städte des Königreichs Ogs in Basan.
11 Denn nur Og, der König von Basan, war von den Riesen übrig geblieben. Siehe, sein Bett war ein eisernes Bett; ist es nicht in Rabba der Ammoniter? Neun Ellen seine Länge und vier Ellen seine Breite, nach der Elle eines Mannes.
12 Und dieses Land nahmen wir zu jener Zeit in Besitz von Aroer an, das am Ufer des Baches Arnon liegt, und die Hälfte des Berglandes Gilead samt seinen Städten gab ich den Rubenitern und den Gaditern.
13 Und den Rest von Gilead und ganz Basan, das Königreich Ogs, gab ich dem halben Stamm Manasse, die ganze Landschaft Argob, ganz Basan; das wird das Land der Riesen genannt.
14 Jair, der Sohn Manasses, nahm die ganze Landschaft Argob bis zur Grenze von Gargaschi und Maachathi; und er benannte sie nach seinem Namen: Basan-Hawot-Jair bis auf diesen Tag.
15 Und dem Machir gab ich Gilead.
16 Und den Rubenitern und den Gaditern gab ich von Gilead bis zum Bach Arnon, die Mitte des Baches als Grenze, und bis zum Jabbok, dem Bach, der die Grenze der Ammoniter bildet;
17 und die Araba und den Jordan als Grenze von Kinneret bis zum Meer der Araba, dem Salzmeer, unterhalb der Abhänge des Pisga nach Osten.
18 Und ich gebot euch zu jener Zeit und sprach: Der Herr, euer Gott, hat euch dieses Land zum Besitz gegeben; zieht gerüstet vor euren Brüdern, den Söhnen Israels, her, alle wehrhaften Männer!
19 Nur eure Frauen und eure Kinder und euer Vieh – ich weiß, dass ihr viel Vieh habt – sollen in euren Städten bleiben, die ich euch gegeben habe,
20 bis der Herr, euer Gott, euren Brüdern Ruhe verschafft hat wie euch, und auch sie das Land in Besitz genommen haben, das der Herr, euer Gott, ihnen jenseits des Jordan gibt; dann sollt ihr umkehren, jeder zu seinem Erbteil, das ich euch gegeben habe.
21 Und dem Josua gebot ich zu jener Zeit und sprach: Deine Augen haben alles gesehen, was der Herr, euer Gott, diesen beiden Königen getan hat; so wird der Herr, euer Gott, allen Königreichen tun, in die du hinüberziehst.
22 Fürchtet euch nicht vor ihnen, denn der Herr, euer Gott, selbst kämpft für euch.
23 Und ich flehte zum Herrn zu jener Zeit und sprach:
24 Herr, Herr, du hast begonnen, deinem Knecht deine Größe und deine starke Hand und deinen erhobenen Arm zu zeigen; denn welcher Gott ist im Himmel oder auf Erden, der tun könnte, wie du tust, und nach deiner Macht?
25 Lass mich doch hinübergehen und das gute Land sehen, das jenseits des Jordan liegt, dieses gute Gebirge und den Antilibanon.
26 Aber der Herr war erzürnt über mich um euretwillen und erhörte mich nicht; und der Herr sprach zu mir: Lass es dir genug sein; rede nicht mehr zu mir von dieser Sache!
27 Steige auf den Gipfel des Pisga und hebe deine Augen auf nach Westen und Norden und Süden und Osten und sieh mit deinen Augen; denn du wirst nicht über diesen Jordan gehen.
28 Und gebiete dem Josua und stärke ihn und ermutige ihn; denn er wird vor diesem Volk hinüberziehen, und er wird ihnen das Land als Erbe austeilen, das du sehen wirst.
29 Und wir blieben im Tal gegenüber dem Haus des Peor.
Kapitel 4
1 Und nun, Israel, höre auf die Satzungen und die Rechtsbestimmungen, die ich euch heute zu tun lehre, damit ihr lebt und euch vermehrt und hineinkommt und das Land in Besitz nehmt, das der HERR, der Gott eurer Väter, euch gibt.
2 Ihr sollt nichts hinzufügen zu dem Wort, das ich euch gebiete, und sollt nichts davon wegnehmen; bewahrt die Gebote des HERRN, eures Gottes, die ich euch heute gebiete.
3 Eure Augen haben alles gesehen, was der HERR, unser Gott, dem Baal-Peor getan hat; denn jeden Menschen, der dem Baal-Peor nachfolgte, hat der HERR, euer Gott, aus eurer Mitte vertilgt.
4 Ihr aber, die ihr dem HERRN, eurem Gott, anhangt, lebt alle heute noch.
5 Siehe, ich habe euch Satzungen und Rechtsbestimmungen gelehrt, wie mir der HERR geboten hat, damit ihr so tut in dem Land, in das ihr hineinkommt, um es in Besitz zu nehmen.
6 Und ihr sollt sie bewahren und tun; denn das ist eure Weisheit und eure Einsicht vor den Augen aller Völker, die alle diese Satzungen hören und sagen werden: Siehe, ein weises und verständiges Volk ist diese große Nation.
7 Denn welche große Nation hat einen Gott, der ihr so nahe ist, wie der HERR, unser Gott, uns nahe ist in allem, worum wir ihn anrufen?
8 Und welche große Nation hat Satzungen und Rechtsbestimmungen, die so gerecht sind wie dieses ganze Gesetz, das ich euch heute vorlege?
9 Hüte dich nur und bewahre deine Seele sehr, damit du nicht die Worte vergisst, die deine Augen gesehen haben, und dass sie nicht aus deinem Herzen weichen alle Tage deines Lebens; und du sollst sie deine Söhne und deine Enkel lehren.
10 An dem Tag, als ihr vor dem HERRN, eurem Gott, am Horeb standet, am Tag der Versammlung, als der HERR zu mir sprach: Versammle mir das Volk, und sie sollen meine Worte hören, damit sie mich fürchten lernen alle Tage, die sie auf Erden leben, und sie ihre Söhne lehren.
11 Und ihr tratet herzu und standet unter dem Berg, und der Berg brannte im Feuer bis zum Himmel, Finsternis, Gewölk, Dunkel, Sturm, eine große Stimme.
12 Und der HERR redete zu euch mitten aus dem Feuer; den Schall von Worten hörtet ihr, aber eine Gestalt saht ihr nicht, nur eine Stimme.
13 Und er verkündigte euch seinen Bund, den er euch zu tun gebot, die zehn Worte, und schrieb sie auf zwei steinerne Tafeln.
14 Und mir gebot der HERR zu jener Zeit, euch Satzungen und Rechtsbestimmungen zu lehren, damit ihr sie tut in dem Land, in das ihr hineinkommt, um es in Besitz zu nehmen.
15 Und bewahrt eure Seelen sehr, denn ihr habt keine Gestalt gesehen an dem Tag, als der HERR am Horeb mitten aus dem Feuer zu euch redete.
16 Damit ihr nicht frevelt und euch ein geschnitztes Bildnis macht, irgendein Abbild, das Bild eines Männlichen oder Weiblichen,
17 das Bild irgendeines Tieres, das auf Erden ist, das Bild irgendeines geflügelten Vogels, der unter dem Himmel fliegt,
18 das Bild irgendeines Kriechtieres, das auf Erden kriecht, das Bild irgendeines Fisches, der im Wasser unter der Erde ist.
19 Und wenn du zum Himmel aufblickst und die Sonne und den Mond und die Sterne siehst, das ganze Heer des Himmels, lass dich nicht verführen, sie anzubeten und ihnen zu dienen, die der HERR, dein Gott, allen Völkern unter dem ganzen Himmel zugeteilt hat.
20 Euch aber hat der HERR genommen und aus dem eisernen Schmelzofen, aus Ägypten, herausgeführt, damit ihr sein Erbvolk seid, wie es heute ist.
21 Und der HERR wurde mir zornig um eurer Worte willen und schwor, dass ich den Jordan nicht überschreiten und nicht in das gute Land kommen solle, das der HERR, dein Gott, dir als Erbe gibt.
22 Denn ich werde in diesem Land sterben und werde diesen Jordan nicht überschreiten; ihr aber werdet hinübergehen und dieses gute Land in Besitz nehmen.
23 Habt acht auf euch, dass ihr den Bund des HERRN, eures Gottes, nicht vergesst, den er mit euch geschlossen hat, und euch ein geschnitztes Bildnis macht von allem, was der HERR, dein Gott, dir verboten hat.
24 Denn der HERR, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer, ein eifernder Gott.
25 Wenn du aber Söhne und Enkel zeugst und ihr lange im Land lebt und frevelt und euch ein geschnitztes Bildnis von irgendetwas macht und tut, was böse ist in den Augen des HERRN, eures Gottes, um ihn zu erzürnen,
26 so rufe ich heute Himmel und Erde als Zeugen gegen euch an, dass ihr gewisslich umkommen werdet von dem Land, in das ihr über den Jordan geht, um es in Besitz zu nehmen; ihr werdet nicht lange darin leben, sondern gänzlich vertilgt werden.
27 Und der HERR wird euch unter alle Völker zerstreuen, und ihr werdet gering an Zahl übrig bleiben unter den Völkern, wohin der HERR euch führen wird.
28 Und dort werdet ihr anderen Göttern dienen, dem Werk von Menschenhänden, Holz und Stein, die weder sehen noch hören noch essen noch riechen.
29 Und von dort werdet ihr den HERRN, euren Gott, suchen und finden, wenn ihr ihn von ganzem Herzen und von ganzer Seele sucht in eurer Bedrängnis.
30 Und alle diese Worte werden dich treffen am Ende der Tage, und du wirst umkehren zu dem HERRN, deinem Gott, und seiner Stimme gehorchen.
31 Denn der HERR, dein Gott, ist ein barmherziger Gott; er wird dich nicht verlassen noch verderben, noch den Bund deiner Väter vergessen, den er ihnen geschworen hat.
32 Frage doch nach den früheren Tagen, die vor dir gewesen sind, von dem Tag an, als Gott den Menschen auf Erden schuf, und von einem Ende des Himmels bis zum anderen, ob je so ein großes Wort geschehen oder ob man je so etwas gehört hat.
33 Hat je ein Volk die Stimme Gottes aus dem Feuer reden hören, wie du sie gehört hast, und ist am Leben geblieben?
34 Oder hat je ein Gott versucht, hinzugehen und sich ein Volk mitten aus einem anderen Volk zu nehmen durch Prüfungen, durch Zeichen und Wunder, durch Krieg und mit starker Hand und ausgestrecktem Arm und durch große Schrecken, wie alles, was der HERR, euer Gott, in Ägypten vor deinen Augen an dir getan hat?
35 Dir ist es gezeigt worden, damit du erkennst, dass der HERR, dein Gott, Gott ist und keiner außer ihm.
36 Vom Himmel her ließ er dich seine Stimme hören, um dich zu erziehen, und auf Erden zeigte er dir sein großes Feuer, und seine Worte hörtest du mitten aus dem Feuer.
37 Weil er deine Väter liebte, hat er ihre Nachkommen nach ihnen erwählt, euch, und hat dich selbst mit seiner großen Macht aus Ägypten herausgeführt,
38 um große und stärkere Völker als du vor dir her zu vertreiben, um dich hineinzubringen und dir ihr Land zum Erbe zu geben, wie es heute ist.
39 So erkenne heute und nimm zu Herzen, dass der HERR, dein Gott, Gott ist im Himmel oben und auf Erden unten, und keiner außer ihm.
40 Und bewahre seine Satzungen und seine Gebote, die ich dir heute gebiete, damit es dir und deinen Kindern nach dir wohlgeht und du lange lebst in dem Land, das der HERR, dein Gott, dir gibt für alle Zeit.
41 Damals sonderte Mose drei Städte aus jenseits des Jordan, gegen Sonnenaufgang,
42 damit dorthin ein Totschläger fliehe, der seinen Nächsten unwissentlich erschlägt und ihn nicht vorher hasste, und er in eine dieser Städte fliehe und lebe:
43 Bezer in der Wüste, im Flachland, für die Rubeniter, und Ramot in Gilead für die Gaditer, und Golan in Baschan für die Manassiter.
44 Dies ist das Gesetz, das Mose den Kindern Israel vorlegte;
45 dies sind die Zeugnisse, die Satzungen und die Rechtsbestimmungen, die Mose zu den Kindern Israel redete, als sie aus Ägypten zogen,
46 jenseits des Jordan, im Tal gegenüber Beth-Peor, im Land Sihons, des Königs der Amoriter, der in Heschbon wohnte, den Mose und die Kinder Israel schlugen, als sie aus Ägypten zogen.
47 Und sie nahmen sein Land in Besitz und das Land Ogs, des Königs von Baschan, der zwei Könige der Amoriter, die jenseits des Jordan gegen Sonnenaufgang waren,
48 von Aroer an, das am Ufer des Arnonflusses liegt, bis zum Berg Sion, das ist der Hermon,
49 und die ganze Araba jenseits des Jordan gegen Sonnenaufgang bis zum Meer der Ebene, unter den Abhängen des Pisga.
Kapitel 5
1 Und Mose rief ganz Israel und sprach zu ihnen: Höre, Israel, die Satzungen und Rechte, die ich heute vor euren Ohren rede, und lernt sie und bewahrt sie, dass ihr sie tut.
2 Der HERR, unser Gott, hat am Horeb einen Bund mit uns geschlossen.
3 Nicht mit unseren Vätern hat der HERR diesen Bund geschlossen, sondern mit uns, die wir heute alle hier leben.
4 Von Angesicht zu Angesicht redete der HERR mit euch auf dem Berge mitten aus dem Feuer
5 und ich stand zwischen dem HERRN und euch zu jener Zeit, um euch die Worte des HERRN zu verkünden; denn ihr fürchtetet euch vor dem Feuer und stieget nicht auf den Berg —, und er sprach:
6 Ich bin der HERR, dein Gott, der dich aus dem Lande Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft, geführt hat.
7 Du sollst keine anderen Götter haben vor mir.
8 Du sollst dir kein Bildnis machen noch irgendein Gleichnis, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist.
9 Bete sie nicht an und diene ihnen nicht; denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht an den Kindern bis in die dritte und vierte Generation derer, die mich hassen,
10 und der Barmherzigkeit erweist an Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.
11 Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.
12 Halte den Sabbattag, dass du ihn heiligst, wie dir der HERR, dein Gott, geboten hat.
13 Sechs Tage sollst du arbeiten und all dein Werk tun;
14 aber am siebten Tag ist Sabbat des HERRN, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun, du noch dein Sohn noch deine Tochter, noch dein Knecht noch deine Magd, noch dein Rind noch dein Esel noch all dein Vieh, noch der Fremdling, der in deinen Toren ist, auf dass dein Knecht und deine Magd ruhen wie du.
15 Und gedenke, dass du Knecht warst im Lande Ägypten und dass dich der HERR, dein Gott, von dort herausgeführt hat mit starker Hand und ausgestrecktem Arm; darum hat dir der HERR, dein Gott, geboten, den Sabbattag zu halten und ihn zu heiligen.
16 Ehre deinen Vater und deine Mutter, wie dir der HERR, dein Gott, geboten hat, auf dass du lange lebest und dass es dir wohlgehe in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, gibt.
17 Du sollst nicht ehebrechen.
18 Du sollst nicht töten.
19 Du sollst nicht stehlen.
20 Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
21 Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus noch seinen Acker noch seinen Knecht noch seine Magd noch sein Rind noch seinen Esel noch alles, was dein Nächster hat.
22 Diese Worte redete der HERR zu eurer ganzen Gemeinde auf dem Berge mitten aus dem Feuer, dem Dunkel, dem Gewölk, dem Sturm, mit großer Stimme, und tat nichts hinzu; und er schrieb sie auf zwei steinerne Tafeln und gab sie mir.
23 Und es geschah, als ihr die Stimme mitten aus dem Feuer hörtet und der Berg mit Feuer brannte, da kamt ihr zu mir, alle Obersten eurer Stämme und eure Ältesten,
24 und spracht: Siehe, der HERR, unser Gott, hat uns seine Herrlichkeit und seine Größe sehen lassen, und seine Stimme haben wir mitten aus dem Feuer gehört; an diesem Tage haben wir gesehen, dass Gott mit dem Menschen redet und er am Leben bleibt.
25 Und nun, warum sollen wir sterben? Denn dieses große Feuer wird uns verzehren; wenn wir fortfahren, die Stimme des HERRN, unseres Gottes, weiter zu hören, so werden wir sterben.
26 Denn wer ist von allem Fleisch, der die Stimme des lebendigen Gottes mitten aus dem Feuer reden hörte wie wir und am Leben blieb?
27 Tritt du hinzu und höre alles, was der HERR, unser Gott, sagt; und du sollst zu uns reden alles, was der HERR, unser Gott, zu dir redet, und wir wollen es hören und tun.
28 Und der HERR hörte die Stimme eurer Worte, als ihr mit mir redetet, und der HERR sprach zu mir: Ich habe die Stimme der Worte dieses Volkes gehört, die sie zu dir geredet haben; alles, was sie geredet haben, ist recht.
29 Ach, dass sie ein solches Herz hätten, mich zu fürchten und alle meine Gebote allezeit zu halten, auf dass es ihnen und ihren Kindern wohlginge ewiglich!
30 Geh hin und sage ihnen: Kehrt um in eure Zelte!
31 Du aber stehe hier bei mir, und ich will dir alle Gebote und Satzungen und Rechte sagen, die du sie lehren sollst, dass sie danach tun in dem Lande, das ich ihnen zum Besitz gebe.
32 So haltet nun, dass ihr tut, wie der HERR, euer Gott, euch geboten hat; weicht nicht ab, weder zur Rechten noch zur Linken,
33 sondern wandelt auf dem ganzen Wege, den euch der HERR, euer Gott, geboten hat, auf dass ihr leben und es euch wohlgehe und ihr lange lebet in dem Lande, das ihr einnehmen werdet.
Kapitel 6
1 Und dies sind die Gebote und die Satzungen und die Rechte, die der HERR, unser Gott, geboten hat, euch zu lehren, dass ihr sie tut in dem Lande, in das ihr hinüberzieht, es zu besitzen,
2 damit du den HERRN, deinen Gott, fürchtest, indem du alle seine Satzungen und seine Gebote hältst, die ich dir heute gebiete, du und deine Söhne und deiner Söhne Söhne alle Tage deines Lebens, damit du lange lebest.
3 Und höre, Israel, und hüte dich, sie zu tun, damit es dir wohlgehe und ihr sehr gemehrt werdet, wie der HERR, der Gott deiner Väter, dir geredet hat, dir ein Land zu geben, das von Milch und Honig fließt.
4 Und dies sind die Satzungen und die Rechte, die der HERR den Kindern Israel in der Wüste geboten hat, als sie aus dem Lande Ägypten zogen: Höre, Israel: Der HERR, unser Gott, ist ein HERR.
5 Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen und von ganzer Seele und von aller deiner Kraft.
6 Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen in deinem Herzen und in deiner Seele sein;
7 und du sollst sie deinen Söhnen einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzest und auf dem Wege gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst.
8 Und du sollst sie zum Zeichen auf deine Hand binden, und sie sollen ein Denkmal vor deinen Augen sein;
9 und du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben.
10 Und es wird geschehen, wenn dich der HERR, dein Gott, in das Land bringt, das er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, dir zu geben, große und schöne Städte, die du nicht gebaut hast,
11 und Häuser voll aller Güter, die du nicht gefüllt hast, und ausgehauene Zisternen, die du nicht ausgehauen hast, Weinberge und Ölbäume, die du nicht gepflanzt hast, und du isst und satt wirst,
12 so hüte dich, dass du nicht den HERRN vergisst, der dich aus dem Lande Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft, geführt hat.
13 Den HERRN, deinen Gott, sollst du fürchten und ihm dienen und ihm anhangen und bei seinem Namen schwören.
14 Ihr sollt nicht anderen Göttern nachgehen, von den Göttern der Völker, die um euch her sind;
15 denn ein eifernder Gott ist der HERR, dein Gott, in deiner Mitte, dass nicht der Zorn des HERRN, deines Gottes, über dich entbrenne und er dich vertilge vom Erdboden.
16 Ihr sollt den HERRN, euren Gott, nicht versuchen, wie ihr ihn versucht habt in Massa.
17 Ihr sollt die Gebote des HERRN, eures Gottes, und seine Zeugnisse und seine Satzungen, die er dir geboten hat, fleißig halten;
18 und du sollst tun, was recht und gut ist in den Augen des HERRN, deines Gottes, damit es dir wohlgehe und du hineinkommst und das gute Land in Besitz nimmst, das der HERR euren Vätern geschworen hat,
19 alle deine Feinde vor dir her zu vertreiben, wie der HERR geredet hat.
20 Und es wird geschehen, wenn dich dein Sohn morgen fragt und spricht: Was sind das für Zeugnisse und Satzungen und Rechte, die der HERR, unser Gott, uns geboten hat?
21 so sollst du deinem Sohn sagen: Wir waren Knechte des Pharao in Ägypten, und der HERR führte uns von dort heraus mit starker Hand und ausgestrecktem Arm.
22 Und der HERR tat große und schlimme Zeichen und Wunder in Ägypten an dem Pharao und an seinem ganzen Hause vor unseren Augen;
23 und uns führte er von dort heraus, um uns hineinzubringen und uns das Land zu geben, das er unseren Vätern geschworen hatte.
24 Und der HERR gebot uns, alle diese Satzungen zu tun, den HERRN, unseren Gott, zu fürchten, damit es uns alle Tage wohlgehe, damit wir leben, wie es heute ist.
25 Und es wird uns zur Gerechtigkeit gereichen, wenn wir darauf achten, alle diese Gebote vor dem HERRN, unserem Gott, zu tun, wie er uns geboten hat.
Kapitel 7
1 Wenn aber der Herr, dein Gott, dich in das Land führt, in das du hineinziehst, um es dort in Besitz zu nehmen, und große Völker vor deinem Angesicht vertreibt, den Hetiter und Girgaschiter und Amoriter und Kanaaniter und Perisiter und Hiwiter und Jebusiter, sieben Völker, zahlreicher und stärker als ihr,
2 und der Herr, dein Gott, sie in deine Hände gibt und du sie schlägst, dann sollst du sie gänzlich vernichten; du sollst mit ihnen keinen Bund schließen und sollt euch ihrer nicht erbarmen.
3 Ihr sollt euch auch nicht mit ihnen verschwägern: Deine Tochter sollst du seinem Sohn nicht geben und seine Tochter nicht für deinen Sohn nehmen;
4 denn er wird deinen Sohn von mir abwendig machen, und er wird anderen Göttern dienen, und der Herr wird im Zorn über euch ergrimmen und dich schnell vertilgen.
5 Vielmehr sollt ihr so mit ihnen verfahren: Ihre Altäre sollt ihr niederreißen und ihre Steinsäulen zerschlagen und ihre heiligen Haine umhauen und die geschnitzten Bilder ihrer Götter mit Feuer verbrennen;
6 denn du bist ein heiliges Volk für den Herrn, deinen Gott, und der Herr, dein Gott, hat dich erwählt, damit du ihm ein Volk zum Eigentum seist vor allen Völkern, die auf dem Angesicht der Erde sind.
7 Nicht weil ihr zahlreicher wärt als alle Völker, hat der Herr euch vorgezogen und euch erwählt — denn ihr seid das geringste unter allen Völkern ,
8 sondern weil der Herr euch liebt und den Eid hält, den er euren Vätern geschworen hat, hat der Herr euch mit starker Hand und mit erhobenem Arm herausgeführt und dich erlöst aus dem Haus der Knechtschaft, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten.
9 Und du sollst erkennen, dass der Herr, dein Gott, dieser Gott ist, ein treuer Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit bewahrt denen, die ihn lieben und seine Gebote halten, bis ins tausendste Geschlecht,
10 und der denen, die ihn hassen, ins Angesicht vergilt, um sie zu vertilgen; und er wird nicht zögern gegenüber denen, die ihn hassen, ins Angesicht wird er ihnen vergelten.
11 So halte denn die Gebote und die Satzungen und diese Rechtsbestimmungen, die ich dir heute gebiete zu tun.
12 Und es wird geschehen: Wenn ihr alle diese Satzungen hört und sie bewahrt und tut, dann wird der Herr, dein Gott, dir den Bund und die Barmherzigkeit bewahren, die er euren Vätern geschworen hat,
13 und er wird dich lieben und dich segnen und dich mehren und die Frucht deines Leibes segnen und die Frucht deines Landes, dein Getreide und deinen Wein und dein Öl, die Herden deiner Rinder und die Herden deiner Schafe in dem Land, das der Herr deinen Vätern geschworen hat, dir zu geben.
14 Gesegnet wirst du sein vor allen Völkern; es wird unter euch keinen Unfruchtbaren und keine Unfruchtbare geben, auch nicht unter deinem Vieh.
15 Und der Herr wird von dir alle Krankheit wegnehmen; und alle bösen Seuchen Ägyptens, die du gesehen und die du erfahren hast, wird er nicht auf dich legen, sondern er wird sie auf alle legen, die dich hassen.
16 Und du wirst alle Beute der Völker verzehren, die der Herr, dein Gott, dir gibt; dein Auge soll ihrer nicht schonen, und du sollst ihren Göttern nicht dienen, denn das ist ein Fallstrick für dich.
17 Wenn du aber in deinem Herzen sprichst: Dieses Volk ist zahlreicher als ich, wie werde ich sie vertilgen können?
18 so fürchte dich nicht vor ihnen; gedenke wohl daran, was der Herr, dein Gott, dem Pharao und allen Ägyptern getan hat,
19 der großen Prüfungen, die deine Augen gesehen haben, jener Zeichen und großen Wunder, der starken Hand und des erhobenen Arms, mit denen der Herr, dein Gott, dich herausgeführt hat; so wird der Herr, unser Gott, allen Völkern tun, vor deren Angesicht du dich fürchtest.
20 Und die Hornissen wird der Herr, dein Gott, gegen sie senden, bis die Übriggebliebenen und die vor dir Verborgenen aufgerieben sind.
21 Du sollst nicht erschrecken vor ihrem Angesicht, denn der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein großer und starker Gott,
22 und der Herr, dein Gott, wird diese Völker vor deinem Angesicht nach und nach aufreiben; du wirst sie nicht schnell vernichten können, damit das Land nicht öde werde und die wilden Tiere sich nicht wider dich mehren.
23 Und der Herr, dein Gott, wird sie in deine Hände geben und sie mit großer Vernichtung verderben, bis er sie vertilgt hat,
24 und er wird ihre Könige in eure Hände geben, und ihr Name wird von jenem Ort vertilgt werden; niemand wird vor deinem Angesicht bestehen, bis du sie vertilgt hast.
25 Die geschnitzten Bilder ihrer Götter sollt ihr mit Feuer verbrennen; du sollst weder Silber noch Gold von ihnen begehren und es nicht für dich nehmen, damit du nicht dadurch zu Fall kommst, denn es ist ein Gräuel für den Herrn, deinen Gott;
26 und du sollst keinen Gräuel in dein Haus bringen, sonst wirst du dem Bann verfallen wie er; mit Abscheu sollst du es verabscheuen und mit Gräuel sollst du es als Gräuel behandeln, denn es ist dem Bann verfallen.
Kapitel 8
1 Alle Gebote, die ich euch heute gebiete, sollt ihr halten, sie zu tun, damit ihr lebt und euch vermehrt und hineinkommt und das Land in Besitz nehmt, das der HERR, euer Gott, euren Vätern geschworen hat.
2 Und du sollst des ganzen Weges gedenken, den der HERR, dein Gott, dich in der Wüste geführt hat, um dich zu demütigen und dich zu prüfen, damit offenbar werde, was in deinem Herzen ist, ob du seine Gebote halten wirst oder nicht.
3 Und er demütigte dich und ließ dich hungern und speiste dich mit dem Manna, das du nicht kanntest und deine Väter nicht kannten, um dir zu zeigen, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern von allem, was aus dem Mund des HERRN hervorgeht, lebt der Mensch.
4 Deine Kleider sind nicht an dir verschlissen, und deine Füße sind nicht geschwollen, siehe, vierzig Jahre.
5 So erkenne in deinem Herzen, dass, wie ein Mann seinen Sohn züchtigt, so der HERR, dein Gott, dich züchtigt.
6 Und halte die Gebote des HERRN, deines Gottes, dass du in seinen Wegen wandelst und ihn fürchtest.
7 Denn der HERR, dein Gott, führt dich in ein gutes und weites Land, ein Land, darin Bäche, Quellen und Tiefenwasser, die durch die Täler und Berge fließen;
8 ein Land mit Weizen und Gerste, Weinstöcken, Feigenbäumen und Granatäpfeln, ein Land mit Ölbäumen und Honig;
9 ein Land, in dem du nicht in Armut dein Brot essen wirst und an nichts Mangel haben wirst; ein Land, dessen Steine Eisen sind, und aus seinen Bergen wirst du Kupfer graben.
10 Und wenn du gegessen hast und satt bist, sollst du den HERRN, deinen Gott, preisen für das gute Land, das er dir gegeben hat.
11 Hüte dich, dass du den HERRN, deinen Gott, nicht vergisst, indem du seine Gebote, seine Rechte und seine Satzungen nicht hältst, die ich dir heute gebiete,
12 wenn du gegessen hast und satt bist und schöne Häuser gebaut hast und darin wohnst
13 und deine Rinder und deine Schafe sich vermehrt haben, Silber und Gold sich vermehrt haben und alles, was du hast, sich vermehrt hat,
14 dass dein Herz sich nicht erhebt und du den HERRN, deinen Gott, vergisst, der dich aus Ägyptenland, aus dem Haus der Knechtschaft, geführt hat,
15 der dich durch die große und furchtbare Wüste geführt hat, wo feurige Schlangen und Skorpione und Dürre waren, wo kein Wasser war, der dir Wasser aus dem harten Felsen hervorgebracht hat,
16 der dich in der Wüste mit Manna gespeist hat, das deine Väter nicht kannten, um dich zu demütigen und dich zu prüfen und dir am Ende deiner Tage wohlzutun.
17 Sprich nicht in deinem Herzen: Meine Stärke und die Kraft meiner Hand hat mir diesen großen Reichtum verschafft.
18 Sondern gedenke des HERRN, deines Gottes, denn er ist es, der dir Kraft gibt, Reichtum zu erwerben, um seinen Bund zu bestätigen, den er deinen Vätern geschworen hat, wie es heute ist.
19 Und es wird geschehen, wenn du den HERRN, deinen Gott, vergisst und anderen Göttern nachfolgst und ihnen dienst und sie anbetest, so bezeuge ich heute gegen euch Himmel und Erde, dass ihr gewiss umkommen werdet.
20 Wie die anderen Völker, die der HERR vor euch vertilgt, so werdet ihr umkommen, weil ihr nicht auf die Stimme des HERRN, eures Gottes, gehört habt.
Kapitel 9
1 Höre, Israel: Du gehst heute über den Jordan, um hineinzukommen und Völker in Besitz zu nehmen, die größer und stärker sind als du, große und bis zum Himmel befestigte Städte,
2 ein großes und hohes Volk, die Söhne Enaks, die du kennst und von denen du gehört hast: Wer kann vor den Söhnen Enaks bestehen?
3 Und du wirst heute erkennen, dass der HERR, dein Gott, selbst vor dir hergeht; ein verzehrendes Feuer ist er; er wird sie vertilgen, und er wird sie vor dir niederwerfen, und du wirst sie vertreiben, wie der HERR dir gesagt hat.
4 Sprich nicht in deinem Herzen, wenn der HERR, dein Gott, diese Völker vor dir vertilgt hat: Um meiner Gerechtigkeit willen hat mich der HERR hereingeführt, dieses gute Land in Besitz zu nehmen; sondern wegen der Gottlosigkeit dieser Völker vertreibt sie der HERR vor dir.
5 Nicht um deiner Gerechtigkeit und nicht um der Aufrichtigkeit deines Herzens willen kommst du hinein, ihr Land in Besitz zu nehmen, sondern wegen der Gottlosigkeit dieser Völker vertreibt sie der HERR, dein Gott, vor dir und um sein Wort zu erfüllen, das der HERR deinen Vätern, Abraham, Isaak und Jakob, geschworen hat.
6 So erkenne nun, dass der HERR, dein Gott, dir dieses gute Land nicht um deiner Gerechtigkeit willen gibt, es in Besitz zu nehmen, denn du bist ein halsstarriges Volk.
7 Gedenke und vergiss nicht, wie du den HERRN, deinen Gott, in der Wüste erzürnt hast; von dem Tage an, da du aus Ägyptenland zogst, bis ihr an diesen Ort kamt, seid ihr widerspenstig gewesen gegen den HERRN.
8 Auch am Horeb habt ihr den HERRN erzürnt, und der HERR war so zornig über euch, dass er euch vertilgen wollte.
9 Als ich auf den Berg stieg, um die steinernen Tafeln zu empfangen, die Tafeln des Bundes, den der HERR mit euch geschlossen hatte, da blieb ich vierzig Tage und vierzig Nächte auf dem Berg; Brot aß ich nicht und Wasser trank ich nicht.
10 Und der HERR gab mir die zwei steinernen Tafeln, beschrieben mit dem Finger Gottes; und auf ihnen standen alle Worte, die der HERR auf dem Berg am Tage der Versammlung zu euch geredet hatte.
11 Und nach vierzig Tagen und vierzig Nächten gab mir der HERR die zwei steinernen Tafeln, die Tafeln des Bundes.
12 Und der HERR sprach zu mir: Steh auf, geh schnell hinab von hier; denn dein Volk, das du aus Ägyptenland geführt hast, hat sich verderbt; sie sind schnell von dem Weg abgewichen, den ich ihnen geboten habe; sie haben sich ein gegossenes Bild gemacht.
13 Und der HERR sprach zu mir: Ich habe zu dir einmal und zweimal geredet und gesagt: Ich habe dieses Volk gesehen, und siehe, es ist ein halsstarriges Volk;
14 lass mich, dass ich sie vertilge und ihren Namen unter dem Himmel auslösche; und ich will dich zu einem Volk machen, das stärker und größer ist als dieses.
15 Und ich wandte mich und stieg vom Berg hinab, und der Berg brannte im Feuer; und die zwei Tafeln waren in meinen beiden Händen.
16 Und ich sah, dass ihr gegen den HERRN, euren Gott, gesündigt hattet; ihr hattet euch ein gegossenes Kalb gemacht und wart schnell von dem Weg abgewichen, den euch der HERR geboten hatte.
17 Da ergriff ich die zwei Tafeln und warf sie aus meinen beiden Händen und zerbrach sie vor euren Augen.
18 Und ich fiel nieder vor dem HERRN, wie zuvor, vierzig Tage und vierzig Nächte; Brot aß ich nicht und Wasser trank ich nicht, um all eurer Sünde willen, die ihr getan hattet, indem ihr tatet, was böse war in den Augen des HERRN, ihn zu erzürnen.
19 Denn ich fürchtete mich vor dem Zorn und Grimm, mit dem der HERR über euch erzürnt war, euch zu vertilgen; und der HERR erhörte mich auch diesmal.
20 Auch über Aaron war der HERR sehr erzürnt, sodass er ihn vertilgen wollte; und ich betete auch für Aaron zu jener Zeit.
21 Und eure Sünde, das Kalb, das ihr gemacht hattet, nahm ich und verbrannte es im Feuer und zerschlug es und zermalmte es gründlich, bis es fein wurde; und es wurde wie Staub, und den Staub warf ich in den Bach, der vom Berg herabfließt.
22 Auch in Tabera, in Massa und in Kibroth-Hattaawa habt ihr den HERRN, euren Gott, erzürnt.
23 Und als der HERR euch von Kadesch-Barnea aussandte und sprach: Zieht hinauf und nehmt das Land in Besitz, das ich euch gebe, da widerspracht ihr dem Befehl des HERRN, eures Gottes, und glaubtet ihm nicht und gehorchtet seiner Stimme nicht.
24 Ihr seid widerspenstig gewesen gegen den HERRN von dem Tage an, da ich euch kannte.
25 Und ich fiel nieder vor dem HERRN vierzig Tage und vierzig Nächte, sooft ich niederfiel; denn der HERR hatte gesagt, er wolle euch vertilgen.
26 Und ich betete zu dem HERRN und sprach: Herr, HERR, König der Götter, vertilge nicht dein Volk und dein Erbteil, das du durch deine große Kraft erlöst hast, das du aus Ägyptenland geführt hast mit mächtiger Hand und mit ausgestrecktem Arm;
27 gedenke an deine Knechte Abraham, Isaak und Jakob; sieh nicht an die Halsstarrigkeit dieses Volkes und ihre Gottlosigkeit und ihre Sünde,
28 damit nicht die Bewohner des Landes, aus dem du uns geführt hast, sagen: Weil der HERR sie nicht in das Land bringen konnte, das er ihnen verheißen hatte, und weil er sie hasste, hat er sie hinausgeführt, um sie in der Wüste umzubringen.
29Sie sind ja dein Volk und dein Erbe, das du durch deine große Kraft und mit deinem ausgestreckten Arm aus Ägypten geführt hast.
Kapitel 10
1 Zu jener Zeit sprach der Herr zu mir: Haue dir zwei steinerne Tafeln aus, wie die ersten waren, und steige zu mir auf den Berg; und mache dir eine Lade aus Holz.
2 Und ich will auf die Tafeln die Worte schreiben, die auf den ersten Tafeln waren, die du zerbrochen hast, und du sollst sie in die Lade legen.
3 Und ich machte eine Lade aus Akazienholz und hieb die zwei steinernen Tafeln aus, wie die ersten waren; und ich stieg auf den Berg, und die zwei Tafeln waren in meiner Hand.
4 Und er schrieb auf die Tafeln nach der ersten Schrift die zehn Worte, die der Herr zu euch auf dem Berge aus der Mitte des Feuers geredet hatte, und der Herr gab sie mir.
5 Und ich wandte mich und stieg vom Berge herab und legte die Tafeln in die Lade, die ich gemacht hatte; und sie waren dort, wie mir der Herr geboten hatte.
6 Und die Kinder Israel brachen auf von Beeroth-Bne-Jaakan nach Mosera; dort starb Aaron und wurde dort begraben, und sein Sohn Eleasar amtierte als Priester an seiner Statt.
7 Von dort brachen sie auf nach Gudgoda und von Gudgoda nach Jotbatha, einem Land mit Wasserbächen.
8 Zu jener Zeit sonderte der Herr den Stamm Levi aus, die Lade des Bundes des Herrn zu tragen, vor dem Herrn zu stehen, ihm zu dienen und in seinem Namen zu segnen bis auf diesen Tag.
9 Darum haben die Leviten kein Teil und Erbe unter ihren Brüdern; der Herr selbst ist ihr Erbe, wie er ihnen gesagt hat.
10 Und ich stand auf dem Berge vierzig Tage und vierzig Nächte, und der Herr erhörte mich auch diesmal, und der Herr wollte euch nicht vertilgen.
11 Und der Herr sprach zu mir: Mache dich auf, zieh vor diesem Volk her, dass sie hineinkommen und das Land in Besitz nehmen, das ich ihren Vätern geschworen habe, ihnen zu geben.
12 Und nun, Israel, was fordert der Herr, dein Gott, von dir, als dass du den Herrn, deinen Gott, fürchtest, in allen seinen Wegen wandelst und ihn liebst und dem Herrn, deinem Gott, dienst von ganzem Herzen und von ganzer Seele,
13 dass du die Gebote des Herrn, deines Gottes, und seine Satzungen hältst, die ich dir heute gebiete, damit es dir wohlgehe?
14 Siehe, des Herrn, deines Gottes, ist der Himmel und aller Himmel Himmel, die Erde und alles, was darinnen ist;
15 aber nur zu euren Vätern hat der Herr sich geneigt, sie zu lieben, und hat ihren Samen nach ihnen, euch, aus allen Völkern erwählt, wie es heute ist.
16 So beschneidet nun die Vorhaut eures Herzens und verhärtet euren Nacken nicht mehr.
17 Denn der Herr, euer Gott, er ist der Gott der Götter und der Herr der Herren, der große, starke und furchtbare Gott, der die Person nicht ansieht und kein Geschenk nimmt,
18 der Recht schafft dem Waisen und der Witwe und den Fremdling liebt, dass er ihm Brot und Kleidung gebe.
19 Und ihr sollt den Fremdling lieben; denn ihr seid Fremdlinge gewesen im Lande Ägypten.
20 Den Herrn, deinen Gott, sollst du fürchten, ihm sollst du dienen, ihm sollst du anhangen und bei seinem Namen schwören.
21 Er ist dein Ruhm und er ist dein Gott, der an dir diese großen und herrlichen Taten getan hat, die deine Augen gesehen haben.
22 Mit siebzig Seelen zogen deine Väter nach Ägypten hinab, und nun hat dich der Herr, dein Gott, gemacht wie die Sterne des Himmels an Menge.
Kapitel 11
1 Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben und seine Satzungen, seine Rechte und seine Gebote alle Tage bewahren.
2 Und ihr sollt heute erkennen, dass nicht eure Kinder, die nicht wissen und nicht gesehen haben die Zucht des Herrn, deines Gottes, und seine Größe und seine starke Hand und seinen ausgestreckten Arm,
3 und seine Zeichen und seine Wunder, die er getan hat inmitten Ägyptens an Pharao, dem König von Ägypten, und an seinem ganzen Lande,
4 und was er getan hat an der Macht der Ägypter, an ihren Wagen und an ihrer Reiterei, wie er das Wasser des Schilfmeeres über ihr Angesicht fließen ließ, als sie euch von hinten verfolgten, und der Herr sie vertilgt hat bis auf diesen Tag,
5 und was er euch getan hat in der Wüste, bis ihr an diesen Ort gekommen seid,
6 und was er getan hat an Dathan und Abiram, den Söhnen Eliabs, des Sohnes Rubens, wie die Erde ihren Mund auftat und sie verschlang samt ihren Häusern und ihren Zelten und allem, was sie hatten, inmitten von ganz Israel,
7 denn eure Augen haben alle großen Werke des Herrn gesehen, die er heute an euch getan hat.
8 Und ihr sollt alle seine Gebote halten, die ich dir heute gebiete, damit ihr lebt und euch mehrt und hineinkommt und das Land in Besitz nehmt, in das ihr über den Jordan zieht, um es in Besitz zu nehmen,
9 damit ihr lange lebt in dem Lande, das der Herr euren Vätern geschworen hat, ihnen und ihren Nachkommen zu geben, ein Land, das von Milch und Honig fließt.
10 Denn das Land, in das du hineinkommst, um es in Besitz zu nehmen, ist nicht wie das Land Ägypten, von wo ihr ausgezogen seid, wo du deinen Samen säst und mit deinem Fuß bewässerst wie einen Gemüsegarten;
11 sondern das Land, in das du hineinkommst, um es in Besitz zu nehmen, ist ein Land mit Bergen und Ebenen, das Wasser vom Regen des Himmels trinkt,
12 ein Land, auf das der Herr, dein Gott, achtet; stets sind die Augen des Herrn, deines Gottes, darauf gerichtet, vom Anfang des Jahres bis zum Ende des Jahres.
13 Und wenn ihr fleißig auf alle seine Gebote hört, die ich dir heute gebiete, den Herrn, deinen Gott, zu lieben und ihm zu dienen von ganzem Herzen und von ganzer Seele,
14 so wird er deinem Lande Regen geben zu seiner Zeit, Frühregen und Spätregen, und du wirst dein Getreide, deinen Wein und dein Öl einsammeln;
15 und er wird deinem Vieh Gras geben auf deinem Felde; und du wirst essen und satt werden.
16 Hütet euch, dass euer Herz sich nicht erhebt und ihr abweicht und anderen Göttern dient und sie anbetet,
17 und der Herr über euch erzürnt und den Himmel verschließt, dass kein Regen fällt und die Erde ihren Ertrag nicht gibt, und ihr bald umkommt in dem guten Lande, das der Herr euch gegeben hat.
18 Und ihr sollt diese meine Worte in euer Herz und in eure Seele legen; und ihr sollt sie als Zeichen auf eure Hand binden, und sie sollen ein Denkmal vor euren Augen sein;
19 und ihr sollt sie eure Kinder lehren, indem ihr davon redet, wenn ihr in eurem Hause sitzt und wenn ihr auf dem Wege geht, wenn ihr euch niederlegt und wenn ihr aufsteht;
20 und ihr sollt sie schreiben auf die Pfosten eurer Häuser und an eure Tore,
21 damit ihr und eure Kinder lange lebt in dem Lande, das der Herr euren Vätern geschworen hat, ihnen zu geben, solange die Tage des Himmels über der Erde währen.
22 Und es wird geschehen, wenn ihr fleißig auf alle diese Gebote hört, die ich euch heute gebiete, sie zu tun, den Herrn, unseren Gott, zu lieben und auf allen seinen Wegen zu wandeln und ihm anzuhangen,
23 so wird der Herr alle diese Völker vor euch vertreiben, und ihr werdet größere und stärkere Völker beerben als ihr seid.
24 Jeden Ort, den eure Fußsohle betreten wird, soll euer sein; von der Wüste und dem Antilibanon und von dem großen Strom, dem Euphratstrom, bis an das Meer gegen Westen soll eure Grenze sein.
25 Niemand wird euch widerstehen können; den Schrecken vor euch und die Furcht vor euch wird der Herr, euer Gott, auf das ganze Land legen, das ihr betretet, wie er euch zugesagt hat.
26 Siehe, ich lege euch heute vor Segen und Fluch:
27 den Segen, wenn ihr den Geboten des Herrn, eures Gottes, gehorcht, die ich euch heute gebiete,
28 und den Fluch, wenn ihr den Geboten des Herrn, eures Gottes, nicht gehorcht, die ich euch heute gebiete, und abweicht von dem Wege, den ich euch geboten habe, und hingeht, anderen Göttern zu dienen, die ihr nicht kennt.
29 Und es wird geschehen, wenn dich der Herr, dein Gott, in das Land bringt, in das du hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen, so sollst du den Segen auf den Berg Garizim legen und den Fluch auf den Berg Ebal.
31 Denn ihr zieht über den Jordan, um hineinzukommen und das Land in Besitz zu nehmen, das der Herr, euer Gott, euch als Erbbesitz gibt für alle Tage, und ihr werdet es in Besitz nehmen und darin wohnen.
32Und ihr sollt darauf achten, alle seine Satzungen und diese Rechte zu tun, die ich euch heute vorlege.
Kapitel 12
1 Und dies sind die Satzungen und die Rechte, die ihr bewahren sollt, sie zu tun in dem Lande, das der HERR, der Gott eurer Väter, euch als Erbteil gibt, alle Tage, die ihr lebt auf dem Erdboden.
2 Ihr sollt alle die Orte, wo die Völker, die ihr vertreiben werdet, ihren Göttern gedient haben, auf den hohen Bergen und auf den Hügeln und unter jedem grünen Baum, gänzlich vertilgen;
3 und ihr sollt ihre Altäre niederreißen und ihre Steinmale zerbrechen und ihre Aschera-Standbilder mit Feuer verbrennen und die Bilder ihrer Götter zerschlagen; und ihr sollt ihre Namen aus jener Stätte vertilgen.
4 Ihr sollt dem HERRN, eurem Gott, nicht also tun;
5 sondern an die Stätte, die der HERR, euer Gott, erwählen wird aus allen euren Stämmen, um seinen Namen daselbst wohnen zu lassen, sollt ihr kommen und dahin euch begeben;
6 und dorthin sollt ihr bringen eure Brandopfer und eure Schlachtopfer und eure Zehnten und das Hebopfer eurer Hand und eure Gelübde und eure freiwilligen Gaben und die Erstgeborenen eurer Rinder und eurer Schafe;
7 und daselbst sollt ihr essen vor dem HERRN, eurem Gott, und fröhlich sein über alles, was eure Hand erwirkt hat, ihr und eure Häuser, womit der HERR, dein Gott, dich gesegnet hat.
8 Ihr sollt nicht alles tun, was wir heute hier tun, ein jeder, was ihm recht dünkt;
9 denn ihr seid bis jetzt nicht zur Ruhe und zum Erbteil gekommen, das der HERR, euer Gott, euch gibt.
10 Wenn ihr aber über den Jordan geht und in dem Lande wohnt, das der HERR, euer Gott, euch als Erbe austeilt, und er wird euch Ruhe schaffen vor allen euren Feinden ringsum, und ihr werdet sicher wohnen;
11 so soll es geschehen, dass an die Stätte, die der HERR, euer Gott, erwählen wird, um seinen Namen daselbst wohnen zu lassen, dorthin sollt ihr alles bringen, was ich euch heute gebiete: eure Brandopfer und eure Schlachtopfer, eure Zehnten und das Hebopfer eurer Hand und alle auserlesenen Gelübde, die ihr dem HERRN gelobt;
12 und ihr sollt fröhlich sein vor dem HERRN, eurem Gott, ihr und eure Söhne und eure Töchter, eure Knechte und eure Mägde und der Levit, der in euren Toren ist; denn er hat kein Teil noch Erbe mit euch.
13 Hüte dich, dass du deine Brandopfer nicht an jedem Ort darbringst, den du siehst;
14 sondern an dem Ort, den der HERR erwählen wird in einem deiner Stämme, daselbst sollst du deine Brandopfer darbringen und daselbst tun alles, was ich dir gebiete.
15 Doch in aller Lust deiner Seele magst du schlachten und Fleisch essen nach dem Segen des HERRN, deines Gottes, den er dir gegeben hat, in allen deinen Toren; der Unreine und der Reine sollen es essen, wie eine Gazelle oder einen Hirsch.
16 Nur das Blut sollt ihr nicht essen; auf die Erde sollt ihr es gießen wie Wasser.
17 Du darfst nicht in deinen Toren essen den Zehnten deines Getreides, deines Mostes und deines Öls, noch die Erstgeborenen deiner Rinder und deiner Schafe, noch irgendein Gelübde, das du gelobst, noch deine freiwilligen Gaben, noch das Hebopfer deiner Hand;
18 sondern vor dem HERRN, deinem Gott, sollst du sie essen an dem Ort, den der HERR, dein Gott, erwählen wird, du und dein Sohn und deine Tochter, dein Knecht und deine Magd und der Fremdling, der in deinen Toren ist; und du sollst fröhlich sein vor dem HERRN, deinem Gott, über alles, was deine Hand erwirkt hat.
19 Hüte dich, dass du den Leviten nicht verlässest, solange du lebst auf deinem Erdboden.
20 Wenn der HERR, dein Gott, dein Gebiet erweitert, wie er dir geredet hat, und du sprichst: Ich will Fleisch essen! weil deine Seele gelüstet, Fleisch zu essen, so magst du nach aller Lust deiner Seele Fleisch essen.
21 Wenn aber der Ort, den der HERR, dein Gott, erwählen wird, um seinen Namen daselbst wohnen zu lassen, zu weit von dir entfernt ist, so magst du von deinen Rindern und von deinen Schafen schlachten, die dir der HERR gegeben hat, wie ich dir geboten habe, und magst essen in deinen Toren nach aller Lust deiner Seele.
22 Wie die Gazelle und der Hirsch gegessen wird, so magst du es essen; der Unreine und der Reine mögen es gleichermaßen essen.
23 Nur halte fest daran, kein Blut zu essen; denn das Blut ist die Seele; und du sollst die Seele nicht mit dem Fleisch essen.
24 Du sollst es nicht essen; auf die Erde sollst du es gießen wie Wasser.
25 Du sollst es nicht essen, auf dass es dir und deinen Kindern nach dir wohlgehe, wenn du tust, was recht ist in den Augen des HERRN.
26 Aber deine heiligen Gaben, die du hast, und deine Gelübde sollst du nehmen und an den Ort bringen, den der HERR erwählen wird;
27 und du sollst deine Brandopfer darbringen, das Fleisch und das Blut, auf dem Altar des HERRN, deines Gottes; das Blut deiner Schlachtopfer sollst du an den Altar des HERRN, deines Gottes, gießen, das Fleisch aber magst du essen.
28 Beachte und höre auf alle diese Worte, die ich dir gebiete, auf dass es dir und deinen Kindern nach dir wohlgehe ewiglich, wenn du tust, was gut und recht ist in den Augen des HERRN, deines Gottes.
29 Wenn der HERR, dein Gott, die Völker ausrottet, wohin du kommst, sie zu vertreiben, und du sie vertreibst und wohnst in ihrem Lande,
30 so hüte dich, dass du nicht in ihre Schlinge gerätst, nachdem sie vor dir vertilgt sind, und dass du nicht nach ihren Göttern fragst und sprichst: Wie haben diese Völker ihren Göttern gedient? So will ich es auch tun.
31 Du sollst dem HERRN, deinem Gott, nicht also tun; denn alles, was dem HERRN ein Gräuel ist und was er hasst, haben sie ihren Göttern getan; denn sie verbrennen ihre Söhne und ihre Töchter im Feuer ihren Göttern.
Kapitel 13
1 Alles Wort, das ich dir heute gebiete, sollst du bewahren, es zu tun; du sollst nichts hinzufügen und nichts wegnehmen.
2 Wenn aber in deiner Mitte ein Prophet aufsteht oder einer, der Träume hat, und dir ein Zeichen oder Wunder gibt,
3 und das Zeichen oder das Wunder eintrifft, von dem er zu dir redete und sprach: Lasst uns gehen und anderen Göttern dienen, die ihr nicht kennt,
4 so sollst du nicht auf die Worte jenes Propheten hören oder auf den, der jenen Traum träumt; denn der HERR, euer Gott, prüft euch, um zu erkennen, ob ihr den HERRN, euren Gott, liebt von ganzem Herzen und von ganzer Seele.
5 Dem HERRN, eurem Gott, sollt ihr nachfolgen und ihn fürchten und seine Gebote halten und auf seine Stimme hören und ihm anhangen.
6 Jener Prophet aber oder jener Träumer soll sterben; denn er hat geredet, um dich abzuwenden von dem HERRN, deinem Gott, der dich aus dem Land Ägypten geführt und dich aus der Knechtschaft erlöst hat, um dich aus dem Weg zu stoßen, den dir der HERR, dein Gott, geboten hat, darin zu wandeln; und du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen.
7 Wenn aber dein Bruder, der Sohn deines Vaters oder deiner Mutter, oder dein Sohn oder deine Tochter oder die Frau in deinem Schoß oder dein Freund, der dir wie dein eigenes Leben ist, dich heimlich überredet und spricht: Lass uns gehen und anderen Göttern dienen, die du nicht kennst, du und deine Väter,
8 von den Göttern der Völker, die rings um euch her sind, die dir nahe oder fern von dir sind, von einem Ende der Erde bis zum anderen Ende der Erde,
9 so sollst du nicht in ihn willigen und nicht auf ihn hören, und dein Auge soll ihn nicht schonen, du sollst kein Mitleid mit ihm haben und ihn nicht verbergen;
10 sondern du sollst ihn anzeigen; deine Hand soll zuerst gegen ihn sein, ihn zu töten, und danach die Hand des ganzen Volkes.
11 Und man soll ihn steinigen, und er soll sterben, weil er versucht hat, dich abzubringen von dem HERRN, deinem Gott, der dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft, geführt hat.
12 Und ganz Israel soll es hören und sich fürchten, und man soll nicht mehr fortsetzen, diese böse Tat in eurer Mitte zu tun.
13 Wenn du aber in einer deiner Städte, die der HERR, dein Gott, dir gibt, um dort zu wohnen, hörst, dass man sagt:
14 Es sind ruchlose Männer aus eurer Mitte ausgegangen und haben alle Bewohner ihrer Stadt verführt und gesagt: Lasst uns gehen und anderen Göttern dienen, die ihr nicht kennt,
15 so sollst du genau forschen und nachfragen; und siehe, wenn die Sache wahr und gewiss ist, dass dieser Gräuel in eurer Mitte geschehen ist,
16 so sollst du alle Bewohner jener Stadt mit der Schärfe des Schwertes erschlagen; du sollst sie und alles, was darin ist, dem Bann weihen.
17 Und alle ihre Beute sollst du auf ihren Gassen sammeln und die Stadt mit Feuer verbrennen samt aller ihrer Beute, als Ganzopfer für den HERRN, deinen Gott; und sie soll für immer eine Ruine bleiben, nie wieder aufgebaut werden.
18 Und nichts von dem Gebannten soll an deiner Hand haften, damit der HERR von der Glut seines Zorns ablässt und dir Barmherzigkeit erweist und sich deiner erbarmt und dich mehrt, wie er deinen Vätern geschworen hat,
19 wenn du auf die Stimme des HERRN, deines Gottes, hörst, alle seine Gebote zu halten, die ich dir heute gebiete, zu tun, was recht und gut ist vor dem HERRN, deinem Gott.
Kapitel 14
1 Ihr seid Söhne des HERRN, eures Gottes. Ihr sollt euch keine Einschnitte machen noch eine Glatze zwischen euren Augen scheren für einen Toten.
2 Denn du bist ein heiliges Volk dem HERRN, deinem Gott, und dich hat der HERR, dein Gott, erwählt, dass du ihm ein Eigentumsvolk seist aus allen Völkern, die auf Erden sind.
3 Du sollst keinen Gräuel essen.
4 Dies sind die Tiere, die ihr essen dürft: das Rind, das Schaf und die Ziege,
5 den Hirsch, die Gazelle, den Büffel, den Steinbock, den Antilopenbock, den Auerochsen und die Giraffe.
6 Alles Getier, das gespaltene Klauen hat, nämlich ganz durchgespaltene Klauen, und wiederkäut unter den Tieren, das dürft ihr essen.
7 Aber dies dürft ihr nicht essen von denen, die wiederkäuen oder die gespaltene Klauen haben: das Kamel, den Hasen und den Klippdachs; denn sie käuen wieder, aber sie haben keine gespaltenen Klauen; unrein sollen sie euch sein.
8 Und das Schwein; denn es hat wohl gespaltene Klauen, aber es käut nicht wieder; unrein soll es euch sein. Von ihrem Fleisch sollt ihr nicht essen, und ihr Aas sollt ihr nicht anrühren.
9 Dies dürft ihr essen von allem, was im Wasser ist: alles, was Flossen und Schuppen hat, dürft ihr essen.
10 Was aber keine Flossen und Schuppen hat, dürft ihr nicht essen; unrein soll es euch sein.
11 Alle reinen Vögel dürft ihr essen.
12 Dies aber dürft ihr von ihnen nicht essen: den Adler, den Gänsegeier, den Seeadler,
13 den Geier, den Milan und die Falken nach ihrer Art,
14 alle Raben nach ihrer Art,
15 den Strauß, die Eule, die Möwe,
16 den Reiher, den Schwan, den Ibis,
17 den Kormoran, den Habicht und die Falken nach ihrer Art, den Wiedehopf und die Fledermaus.
18 Auch den Storch, den Reiher nach seiner Art, den Wiedehopf und die Fledermaus.
19 Und alles kriechende Geflügel soll euch unrein sein; man soll sie nicht essen.
20 Alles reine Geflügel dürft ihr essen.
21 Ihr sollt kein Aas essen; dem Fremdling, der in deinen Toren ist, magst du es geben, dass er es esse, oder du magst es einem Ausländer verkaufen; denn du bist ein heiliges Volk dem HERRN, deinem Gott. Du sollst ein Böcklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen.
22 Du sollst den Zehnten geben von allem Ertrag deiner Saat, der jährlich auf dem Felde wächst.
23 Und du sollst essen vor dem HERRN, deinem Gott, an der Stätte, die er erwählen wird, dass sein Name daselbst wohne, den Zehnten deines Getreides, deines Mostes und deines Öls und die Erstgeburt deiner Rinder und deiner Schafe, auf dass du lernst den HERRN, deinen Gott, fürchten allezeit.
24 Wenn aber der Weg zu weit ist für dich, dass du es nicht hintragen kannst, weil der Ort, den der HERR, dein Gott, erwählen wird, seinen Namen daselbst wohnen zu lassen, zu fern von dir ist, denn der HERR, dein Gott, wird dich segnen,
25 so sollst du es um Geld geben und das Geld in deiner Hand nehmen und an den Ort gehen, den der HERR, dein Gott, erwählen wird,
26 und sollst das Geld geben für alles, was deine Seele begehrt, für Rinder, für Schafe, für Wein, für starkes Getränk und für alles, was deine Seele wünscht, und sollst daselbst essen vor dem HERRN, deinem Gott, und fröhlich sein, du und dein Haus,
27 und der Levit, der in deinen Toren ist; denn er hat kein Teil noch Erbe mit dir.
28 Nach drei Jahren sollst du aussondern allen Zehnten deines Ertrages in demselben Jahr und sollst ihn in deinen Toren niederlegen.
29 Und der Levit, der kein Teil noch Erbe mit dir hat, und der Fremdling und die Waise und die Witwe, die in deinen Toren sind, sollen kommen und essen und sich sättigen, auf dass dich der HERR, dein Gott, segne in allen Werken deiner Hände, die du tust.
Kapitel 15
1 Nach sieben Jahren sollst du einen Erlass halten.
2 Und dies ist die Ordnung des Erlasses: Jeder Gläubiger soll das Darlehen, das er seinem Nächsten geliehen hat, erlassen; er soll seinen Bruder nicht bedrängen, denn ein Erlass für den HERRN, deinen Gott, ist ausgerufen.
3 Den Fremden magst du bedrängen; was aber du bei deinem Bruder hast, das soll deine Hand erlassen.
4 Doch es soll kein Armer unter dir sein; denn der HERR, dein Gott, wird dich segnen in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, als Erbteil gibt, es in Besitz zu nehmen,
5 wenn du nur der Stimme des HERRN, deines Gottes, fleißig gehorchst, alle diese Gebote zu halten und zu tun, die ich dir heute gebiete.
6 Denn der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet, wie er dir verheißen hat; so wirst du vielen Völkern leihen, du aber wirst nicht leihen; du wirst über viele Völker herrschen, über dich aber werden sie nicht herrschen.
7 Wenn aber unter dir ein Armer ist, einer deiner Brüder, in einer deiner Städte in deinem Lande, das dir der HERR, dein Gott, gibt, so sollst du dein Herz nicht verhärten noch deine Hand vor deinem armen Bruder verschließen,
8 sondern du sollst ihm deine Hand weit auftun und ihm leihen, soviel er bedarf, nach dem, was ihm mangelt.
9 Hüte dich, dass in deinem Herzen ein heimliches Wort aufkomme, ein Frevel, dass du sprichst: Es naht das siebente Jahr, das Erlassjahr, und dein Auge böse werde gegen deinen armen Bruder, dass du ihm nichts gebest; er wird dann gegen dich zum HERRN rufen, und es wird eine Sünde an dir sein.
10 Du sollst ihm geben, und dein Herz soll sich nicht betrüben, wenn du ihm gibst; denn um dieser Sache willen wird dich der HERR, dein Gott, segnen in allen deinen Werken und in allem, was du unternimmst.
11 Denn es werden die Armen nicht aufhören im Lande; darum gebiete ich dir: Du sollst deine Hand weit auftun deinem Bruder, dem Dürftigen und Armen in deinem Lande.
12 Wenn sich dir dein Bruder, ein Hebräer oder eine Hebräerin, verkauft, so soll er dir sechs Jahre dienen; im siebenten Jahr sollst du ihn frei von dir lassen.
13 Und wenn du ihn frei von dir lässt, sollst du ihn nicht leer ausgehen lassen;
14 sondern du sollst ihm reichlich auf den Weg geben von deinem Kleinvieh und von deiner Tenne und von deiner Kelter; wie dich der HERR, dein Gott, gesegnet hat, so sollst du ihm geben.
15 Und gedenke, dass du ein Knecht warst im Lande Ägypten und der HERR, dein Gott, dich von dort erlöst hat; darum gebiete ich dir dies heute.
16 Wenn er aber zu dir spricht: Ich will nicht von dir weggehen, weil er dich und dein Haus liebt, weil es ihm wohl bei dir ist,
17 so nimm einen Pfriemen und durchbohre sein Ohr an der Tür, und er sei dir Knecht auf ewig; und mit deiner Magd sollst du ebenso tun.
18 Es soll dir nicht hart dünken, wenn du sie frei von dir lässt; denn er hat dir sechs Jahre gedient, was dem doppelten Lohn eines Tagelöhners gleichkommt; so wird dich der HERR, dein Gott, segnen in allem, was du tust.
19 Alles Erstgeborene, das unter deinen Rindern und deinen Schafen geboren wird, die Männchen, sollst du dem HERRN, deinem Gott, heiligen; du sollst nicht pflügen mit dem Erstling deines Rindes und nicht scheren den Erstling deiner Schafe.
20 Vor dem HERRN, deinem Gott, sollst du es essen Jahr für Jahr an der Stätte, die der HERR, dein Gott, erwählen wird, du und dein Haus.
21 Wenn aber ein Fehler daran ist, dass es lahm oder blind ist oder sonst ein böser Fehler, so sollst du es dem HERRN, deinem Gott, nicht opfern;
22 in deinen Städten magst du es essen, der Unreine und der Reine gleichermaßen, wie eine Gazelle oder einen Hirsch.
23 Nur das Blut sollst du nicht essen; auf die Erde sollst du es gießen wie Wasser.
Kapitel 16
1 Behüte den Monat der neuen (Früchte) und mache das Passah dem Herrn, deinem Gott; denn im Monat der neuen (Früchte) bist du bei Nacht aus Ägypten ausgezogen.
2 Und du sollst das Passah dem Herrn, deinem Gott, schlachten, Schafe und Rinder, an dem Ort, den der Herr, dein Gott, erwählen wird, um seinen Namen dort wohnen zu lassen.
3 Du sollst nichts Gesäuertes dazu essen; sieben Tage sollst du Ungesäuertes dazu essen, Brot der Trübsal; denn in Eile bist du aus Ägypten ausgezogen, damit du an den Tag deines Auszugs aus dem Land Ägypten gedenkst alle Tage deines Lebens.
4 Es soll bei dir kein Sauerteig gesehen werden in deinem ganzen Gebiet sieben Tage lang; und es soll nichts von dem Fleisch, das du am Abend des ersten Tages schlachtest, bis zum Morgen liegen bleiben.
5 Du wirst nicht imstande sein, das Passah zu schlachten in irgendeiner deiner Städte, die der Herr, dein Gott, dir gibt;
6 sondern an dem Ort, den der Herr, dein Gott, erwählen wird, um seinen Namen dort wohnen zu lassen, dort sollst du das Passah schlachten am Abend, wenn die Sonne untergeht, zur Zeit, da du aus Ägypten ausgezogen bist.
7 Und du sollst es kochen und braten und essen an dem Ort, den der Herr, dein Gott, erwählen wird; und am Morgen sollst du dich umwenden und in deine Häuser gehen.
8 Sechs Tage sollst du Ungesäuertes essen, und am siebten Tag ist ein Ausgangsfest, ein Fest für den Herrn, deinen Gott; du sollst an ihm keine Arbeit tun, außer was für das Leben getan werden muss.
9 Sieben vollständige Wochen sollst du dir abzählen; wenn du die Sichel an die Ernte legst, sollst du anfangen, sieben Wochen zu zählen.
10 Und du sollst das Fest der Wochen dem Herrn, deinem Gott, halten, nach dem Maß deiner Hand, die dir gibt, wie der Herr, dein Gott, dich gesegnet hat;
11 und du sollst fröhlich sein vor dem Herrn, deinem Gott, du und dein Sohn und deine Tochter, dein Knecht und deine Magd und der Levit, der in deinen Städten ist, und der Fremdling und die Waise und die Witwe, die in deiner Mitte sind, an dem Ort, den der Herr, dein Gott, erwählen wird, um seinen Namen dort wohnen zu lassen.
12 Und du sollst daran denken, dass du ein Knecht warst im Land Ägypten, und du sollst diese Gebote halten und tun.
13 Das Fest der Laubhütten sollst du dir sieben Tage lang halten, wenn du einsammelst von deiner Tenne und von deiner Kelter;
14 und du sollst fröhlich sein an deinem Fest, du und dein Sohn und deine Tochter, dein Knecht und deine Magd und der Levit und der Fremdling und die Waise und die Witwe, die in deinen Städten sind.
15 Sieben Tage sollst du dem Herrn, deinem Gott, das Fest feiern an dem Ort, den der Herr, dein Gott, erwählen wird; denn der Herr, dein Gott, wird dich segnen in all deinem Ertrag und in allem Werk deiner Hände, und du sollst fröhlich sein.
16 Dreimal im Jahr soll alles, was männlich ist unter dir, vor dem Herrn, deinem Gott, erscheinen an dem Ort, den der Herr erwählen wird: am Fest der Ungesäuerten Brote, am Fest der Wochen und am Fest der Laubhütten. Du sollst nicht leer vor dem Herrn, deinem Gott, erscheinen;
17 jeder nach der Gabe seiner Hand, nach dem Segen des Herrn, deines Gottes, den er dir gegeben hat.
18 Richter und Schriftgelehrte sollst du dir einsetzen in allen deinen Städten, die der Herr, dein Gott, dir gibt, nach deinen Stämmen, und sie sollen das Volk richten mit gerechtem Gericht.
19 Sie sollen das Recht nicht beugen, sie sollen die Person nicht ansehen und kein Geschenk nehmen; denn die Geschenke blenden die Augen der Weisen und verdrehen die Worte der Gerechten.
20 Der Gerechtigkeit, der Gerechtigkeit sollst du nachjagen, damit du lebst und das Land in Besitz nimmst, das der Herr, dein Gott, dir gibt.
21 Du sollst dir kein Aschera-Kultbild pflanzen, irgendeinen Baum, neben dem Altar des Herrn, deines Gottes, den du dir machen wirst.
22 Du sollst dir keine Mazzebe aufstellen, die der Herr, dein Gott, hasst.
Kapitel 17
1 Du sollst dem HERRN, deinem Gott, kein Rind oder Schaf opfern, an dem ein Fehler ist, irgend etwas Böses; denn das ist ein Gräuel für den HERRN, deinen Gott.
2 Wenn sich in deiner Mitte, in einer deiner Städte, die der HERR, dein Gott, dir gibt, ein Mann oder eine Frau findet, der tut, was böse ist in den Augen des HERRN, deines Gottes, indem er seinen Bund übertritt,
3 und hingeht und anderen Göttern dient und sie anbetet, der Sonne oder dem Mond oder dem ganzen Heer des Himmels, was ich nicht geboten habe,
4 und es wird dir berichtet, und du hörst es, so sollst du genau nachforschen. Und siehe, wenn es wahr ist, die Sache steht fest, dieser Gräuel ist in Israel geschehen,
5 so sollst du jenen Mann oder jene Frau hinausführen zu deinen Toren und sie steinigen, dass sie sterben.
6 Auf die Aussage von zwei oder drei Zeugen soll der sterben, der des Todes schuldig ist; auf die Aussage eines einzigen Zeugen soll er nicht sterben.
7 Die Hand der Zeugen soll zuerst gegen ihn sein, ihn zu töten, und danach die Hand des ganzen Volkes. So sollst du das Böse aus deiner Mitte wegschaffen.
8 Wenn dir eine Rechtssache zu schwer ist, zwischen Blut und Blut, zwischen Recht und Recht, zwischen Aussatz und Aussatz, oder Streitsachen in deinen Toren, so sollst du dich aufmachen und hinaufgehen zu der Stätte, die der HERR, dein Gott, erwählen wird, um seinen Namen dort wohnen zu lassen.
9 Und du sollst zu den levitischen Priestern kommen und zu dem Richter, der in jenen Tagen sein wird, und sie sollen die Sache untersuchen und dir das Urteil verkünden.
10 Und du sollst tun nach dem Urteil, das sie dir von jener Stätte, die der HERR erwählen wird, verkünden, und sollst genau alles halten, was sie dich lehren.
11 Nach dem Gesetz, das sie dich lehren, und nach dem Recht, das sie dir sagen, sollst du tun; du sollst nicht abweichen von dem Urteil, das sie dir verkünden, weder zur Rechten noch zur Linken.
12 Und wenn jemand vermessen handelt, dass er nicht gehorcht dem Priester, der dort steht, um dem HERRN, deinem Gott, zu dienen, oder dem Richter, der in jenen Tagen sein wird, so soll dieser Mann sterben, und du sollst das Böse aus Israel wegschaffen.
13 Und das ganze Volk soll es hören und sich fürchten und nicht mehr vermessen handeln.
14 Wenn du in das Land kommst, das der HERR, dein Gott, dir gibt, und es in Besitz nimmst und darin wohnst und sprichst: Ich will einen König über mich setzen wie alle Völker, die um mich her sind,
15 so sollst du den zum König über dich setzen, den der HERR, dein Gott, erwählen wird. Aus der Mitte deiner Brüder sollst du einen König über dich setzen; du kannst keinen Fremden über dich setzen, der nicht dein Bruder ist.
16 Nur soll er sich nicht viele Pferde halten und das Volk nicht nach Ägypten zurückführen, um viele Pferde zu bekommen; denn der HERR hat euch gesagt: Ihr sollt diesen Weg nie wieder zurückkehren.
17 Er soll sich auch nicht viele Frauen nehmen, damit sein Herz nicht abweiche; und er soll sich nicht sehr viel Silber und Gold anhäufen.
18 Und wenn er auf dem Thron seiner Herrschaft sitzt, soll er sich eine Abschrift dieses Gesetzes in ein Buch schreiben lassen von den levitischen Priestern.
19 Und es soll bei ihm sein, und er soll darin lesen sein Leben lang, damit er lernt, den HERRN, seinen Gott, zu fürchten, um alle Worte dieses Gesetzes und diese Satzungen zu halten und danach zu tun.
20 Damit sein Herz sich nicht über seine Brüder erhebe und er nicht abweiche von dem Gebot weder zur Rechten noch zur Linken, und damit er lange lebe in seinem Königreich, er und seine Söhne, in Israel.
Kapitel 18
1 Die Priester, die Leviten, der ganze Stamm Levi, sollen kein Teil noch Erbe mit Israel haben; die Feueropfer des HERRN und sein Erbteil sollen sie essen.
2 Sie sollen aber kein Erbe unter ihren Brüdern haben; der HERR selbst ist ihr Erbe, wie er ihnen geredet hat.
3 Und dies soll das Recht der Priester sein an dem Volk, an denen, die Schlachtopfer opfern, es sei ein Rind oder ein Schaf: Sie sollen dem Priester den Arm und die Kinnbacken und den Magen geben.
4 Die Erstlinge deines Getreides, deines Mostes und deines Öls und die Erstlinge der Schur deiner Schafe sollst du ihm geben.
5 Denn der HERR, dein Gott, hat ihn erwählt aus allen deinen Stämmen, dass er stehe vor dem HERRN, deinem Gott, und diene und segne in seinem Namen, er und seine Söhne für immer.
6 Und wenn ein Levit kommt aus einem deiner Tore, aus ganz Israel, wo er sich aufhält, und er kommt nach Herzenslust an den Ort, den der HERR erwählen wird,
7 und dient im Namen des HERRN, seines Gottes, wie alle seine Brüder, die Leviten, die dort vor dem HERRN stehen,
8 so soll er gleichen Teil essen, außer dem, was er von seinem väterlichen Erbe verkauft hat.
9 Wenn du in das Land kommst, das dir der HERR, dein Gott, geben wird, so sollst du nicht lernen, die Gräuel dieser Völker zu tun.
10 Es soll niemand unter dir gefunden werden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt, oder der Wahrsagerei treibt, oder Zeichendeuterei, oder der auf Vogelgeschrei achtet, oder ein Zauberer,
11 oder der Bannungen ausspricht, oder ein Geisterbeschwörer, oder ein Totenbeschwörer.
12 Denn ein Gräuel ist dem HERRN, deinem Gott, jeder, der solches tut; und um dieser Gräuel willen vertreibt der HERR, dein Gott, sie vor dir.
13 Du sollst vollkommen sein vor dem HERRN, deinem Gott.
14 Denn diese Völker, die du vertreiben wirst, hören auf Zeichendeuter und Wahrsager; dir aber hat der HERR, dein Gott, solches nicht gestattet.
15 Einen Propheten aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern, wie mich, wird dir der HERR, dein Gott, erwecken; auf ihn sollt ihr hören,
16 ganz wie du es vom HERRN, deinem Gott, am Horeb am Tage der Versammlung erbeten hast, als du sprachst: Ich will nicht weiter hören die Stimme des HERRN, meines Gottes, und dieses große Feuer nicht mehr sehen, damit ich nicht sterbe.
17 Und der HERR sprach zu mir: Sie haben recht geredet.
18 Einen Propheten will ich ihnen erwecken aus der Mitte ihrer Brüder, wie dich, und will meine Worte in seinen Mund legen; der soll zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde.
19 Und wer nicht hören wird auf meine Worte, die der Prophet in meinem Namen reden wird, von dem will ich es fordern.
20 Doch ein Prophet, der vermessen ist, in meinem Namen ein Wort zu reden, das ich ihm nicht geboten habe zu reden, oder der im Namen anderer Götter redet, ein solcher Prophet soll sterben.
21 Wenn du aber in deinem Herzen sagen wirst: Wie können wir das Wort erkennen, das der HERR nicht geredet hat?
22 Wenn der Prophet in dem Namen des HERRN redet, und es geschieht nichts und trifft nicht ein, das ist das Wort, das der HERR nicht geredet hat; in Vermessenheit hat es der Prophet geredet; du sollst dich nicht vor ihm fürchten.
Kapitel 19
1 Wenn aber der Herr, dein Gott, die Völker vertilgt, deren Land dein Gott dir gibt, und ihr sie beerbt und in ihren Städten und in ihren Häusern wohnt,
2 so sollst du dir drei Städte aussondern inmitten deines Landes, das der Herr, dein Gott, dir gibt.
3 Bemiss dir den Weg und teile das Gebiet deines Landes, das der Herr, dein Gott, dir zuteilt, in drei Teile, und es soll dort eine Zuflucht sein für jeden Totschläger.
4 Dies aber soll die Bestimmung für den Totschläger sein, der dorthin flieht und am Leben bleiben soll: wer seinen Nächsten unabsichtlich erschlägt, ohne ihn zuvor gehasst zu haben, weder gestern noch vorgestern,
5 und wer mit dem Nächsten in den Wald geht, um Holz zu sammeln, und seine Hand mit der Axt ausholt, um das Holz zu fällen, und das Eisen vom Stiel abspringt und den Nächsten trifft, sodass er stirbt – der soll in eine dieser Städte fliehen und am Leben bleiben,
6 damit nicht der Bluträcher dem Totschläger nachjagt, weil sein Herz erhitzt ist, und ihn einholt, wenn der Weg zu weit ist, und ihn erschlägt, sodass er stirbt, obwohl an ihm kein Todesurteil ist, weil er ihn weder gestern noch vorgestern gehasst hat.
7 Darum gebiete ich dir dieses Wort und sage: Drei Städte sollst du dir aussondern.
8 Wenn aber der Herr, dein Gott, dein Gebiet erweitert, wie er deinen Vätern geschworen hat, und der Herr dir das ganze Land gibt, das er deinen Vätern zu geben verheißen hat,
9 wenn du darauf hörst, alle diese Gebote zu tun, die ich dir heute gebiete, den Herrn, deinen Gott, zu lieben und auf allen seinen Wegen zu wandeln alle Tage, so sollst du dir noch drei Städte zu diesen dreien hinzufügen,
10 damit nicht unschuldiges Blut vergossen wird in deinem Land, das der Herr, dein Gott, dir zum Erbe gibt, und keine Blutschuld auf dir sei. —
11 Wenn aber ein Mensch seinen Nächsten hasst und ihm auflauert und sich gegen ihn erhebt und ihn erschlägt, sodass er stirbt, und er in eine dieser Städte flieht,
12 so sollen die Ältesten seiner Stadt hinsenden und ihn von dort holen lassen und ihn in die Hände des Bluträchers übergeben, und er soll sterben.
13 Dein Auge soll ihn nicht schonen, und du sollst das unschuldige Blut aus Israel wegschaffen, und es wird dir wohlergehen.
14 Du sollst die Grenzen deines Nächsten nicht verrücken, die deine Väter gesetzt haben in deinem Erbteil, das du geerbt hast in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir zum Erbe gibt.
15 Ein einzelner Zeuge soll nicht auftreten, um gegen einen Menschen zu zeugen wegen irgendeiner Ungerechtigkeit und wegen irgendeines Vergehens und wegen irgendeiner Sünde, die er begangen hat; auf den Mund von zwei Zeugen und auf den Mund von drei Zeugen soll jede Sache bestehen.
16 Wenn aber ein ungerechter Zeuge gegen einen Menschen auftritt und ihn der Gottlosigkeit bezichtigt,
17 so sollen die beiden Männer, zwischen denen der Streit besteht, vor den Herrn treten und vor die Priester und vor die Richter, die in jenen Tagen sein werden,
18 und die Richter sollen genau untersuchen; und siehe, hat der ungerechte Zeuge Falsches bezeugt und ist gegen seinen Bruder aufgetreten,
19 so sollt ihr ihm tun, wie er böswillig gegen seinen Bruder zu tun gedachte, und du sollst das Böse aus eurer Mitte wegschaffen.
20 Und die Übrigen sollen es hören und sich fürchten und nicht mehr fortfahren, solche böse Tat unter euch zu tun.
21 Dein Auge soll ihn nicht schonen: Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß.
Kapitel 20
1 Wenn du in den Krieg ziehst gegen deine Feinde und siehst Pferde und Wagen und ein Volk, das zahlreicher ist als du, so sollst du dich nicht vor ihnen fürchten; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir, der dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat.
2 Und es soll geschehen, wenn du dich dem Krieg näherst, so soll der Priester herzutreten und zum Volk reden
3 und zu ihnen sagen: Höre, Israel! Ihr rückt heute heran zum Kampf gegen eure Feinde; euer Herz verzage nicht, fürchtet euch nicht und erschreckt nicht und weicht nicht vor ihnen zurück;
4 denn der HERR, euer Gott, geht mit euch, um für euch gegen eure Feinde zu kämpfen und euch zu retten.
5 Und die Schreiber sollen zum Volk sagen: Wer ist der Mann, der ein neues Haus gebaut und es noch nicht eingeweiht hat? Der gehe und kehre zurück in sein Haus, damit er nicht im Krieg sterbe und ein anderer Mann es einweihe.
6 Und wer ist der Mann, der einen Weinberg gepflanzt und noch nicht von ihm genossen hat? Der gehe und kehre zurück in sein Haus, damit er nicht im Krieg sterbe und ein anderer Mann von ihm genieße.
7 Und wer ist der Mann, der sich mit einer Frau verlobt und sie noch nicht genommen hat? Der gehe und kehre zurück in sein Haus, damit er nicht im Krieg sterbe und ein anderer Mann sie nehme.
8 Und die Schreiber sollen weiter zum Volk reden und sagen: Wer ist der Mann, der furchtsam und verzagten Herzens ist? Der gehe und kehre zurück in sein Haus, damit nicht das Herz seiner Brüder verzage wie sein Herz.
9 Und es soll geschehen, wenn die Schreiber aufgehört haben, zum Volk zu reden, so sollen sie Heerführer an die Spitze des Volkes stellen.
10 Wenn du dich einer Stadt näherst, um sie zu bekämpfen, so sollst du ihr Frieden anbieten.
11 Wenn sie dir friedlich antwortet und dir die Tore öffnet, so soll alles Volk, das darin gefunden wird, dir fronpflichtig und untertan sein.
12 Wenn sie aber nicht Frieden mit dir macht, sondern Krieg gegen dich führt, so sollst du sie belagern.
13 Und der HERR, dein Gott, wird sie in deine Hand geben, und du sollst alles Männliche darin mit der Schärfe des Schwertes erschlagen.
14 Aber die Frauen und die Kinder und das Vieh und alles, was in der Stadt ist, all ihre Beute sollst du dir nehmen und die Beute deiner Feinde verzehren, die der HERR, dein Gott, dir gibt.
15 So sollst du allen Städten tun, die sehr fern von dir sind, die nicht zu den Städten dieser Völker gehören.
16 Aber von den Städten dieser Völker, die der HERR, dein Gott, dir als Erbteil gibt, sollst du nichts, was Odem hat, am Leben lassen,
17 sondern du sollst sie dem Bann weihen: die Hethiter, die Amoriter, die Kanaaniter, die Perisiter, die Hiwiter, die Jebusiter und die Girgaschiter, wie dir der HERR, dein Gott, geboten hat,
18 damit sie euch nicht lehren, all ihre Gräuel zu tun, die sie ihren Göttern getan haben, und ihr euch versündigt gegen den HERRN, euren Gott.
19 Wenn du eine Stadt viele Tage belagerst, um sie zu erobern, so sollst du ihre Bäume nicht verderben, indem du die Axt an sie legst; denn du kannst von ihnen essen, und du sollst sie nicht umhauen. Ist denn der Baum auf dem Felde ein Mensch, dass er vor dir in die Belagerung kommen sollte?
20 Aber Bäume, von denen du weißt, dass sie keine essbaren Früchte tragen, die magst du verderben und umhauen und eine Belagerungsmauer gegen die Stadt bauen, die Krieg mit dir führt, bis sie fällt.
Kapitel 21
1 Wenn ein Erschlagener im Land gefunden wird, das dir der HERR, dein Gott, zum Erbe gibt, liegend auf dem Feld, und man nicht weiß, wer ihn erschlagen hat,
2 so sollen deine Ältesten und deine Richter hinausgehen und die Entfernung zu den Städten rings um den Erschlagenen messen.
3 Und die Stadt, die dem Erschlagenen am nächsten ist, deren Älteste sollen eine junge Kuh von den Rindern nehmen, die noch nicht gearbeitet und noch nicht am Joch gezogen hat.
4 Und die Ältesten jener Stadt sollen die junge Kuh in ein wildes Tal hinabführen, das nicht bearbeitet und nicht besät wird, und sollen der jungen Kuh im Tal das Genick brechen.
5 Und die Priester, die Leviten, sollen hinzutreten – denn sie hat der HERR, dein Gott, erwählt, ihm zu dienen und in seinem Namen zu segnen, und nach ihrem Ausspruch soll jeder Rechtsstreit und jede Verletzung entschieden werden ,
6 und alle Ältesten jener Stadt, die dem Erschlagenen am nächsten sind, sollen ihre Hände über der jungen Kuh waschen, der im Tal das Genick gebrochen wurde.
7 Und sie sollen antworten und sagen: Unsere Hände haben dieses Blut nicht vergossen, und unsere Augen haben es nicht gesehen.
8 Sei gnädig deinem Volk Israel, das du, HERR, erlöst hast aus dem Land Ägypten, und lege nicht unschuldiges Blut auf dein Volk Israel. Und ihnen wird das Blut vergeben werden.
9 Du aber sollst das unschuldige Blut aus deiner Mitte wegschaffen, wenn du tust, was recht und gut ist in den Augen des HERRN, deines Gottes.
10 Wenn du in den Krieg gegen deine Feinde ziehst und der HERR, dein Gott, sie in deine Hand gibt und du ihre Beute wegnimmst,
11 und du siehst unter der Gefangenschaft eine schöne Frau und begehrst sie und nimmst sie dir zur Frau,
12 so sollst du sie in dein Haus bringen, und sie soll ihr Haupt scheren und ihre Nägel beschneiden
13 und die Kleider ihrer Gefangenschaft ablegen; und sie soll in deinem Haus bleiben und einen Monat lang um ihren Vater und ihre Mutter weinen; danach magst du zu ihr eingehen und ihr Mann werden, und sie soll deine Frau sein.
14 Und wenn du keine Freude an ihr hast, sollst du sie freilassen; du sollst sie nicht um Geld verkaufen; du sollst sie nicht misshandeln, weil du sie erniedrigt hast.
15 Wenn ein Mann zwei Frauen hat, eine geliebte und eine ungeliebte, und sie ihm Kinder gebären, die geliebte und die ungeliebte, und der ungeliebten Sohn der Erstgeborene ist,
16 so soll er an dem Tag, da er seinen Söhnen sein Erbe zuteilt, nicht den Sohn der geliebten Frau zum Erstgeborenen machen können, indem er den Sohn der ungeliebten Frau, den Erstgeborenen, übersieht,
17 sondern er soll den erstgeborenen Sohn der ungeliebten Frau anerkennen, um ihm das Doppelte von allem zu geben, was vorhanden ist; denn dieser ist der Anfang seiner Kraft, und ihm gebührt das Erstgeburtsrecht.
18 Wenn jemand einen widerspenstigen und aufsässigen Sohn hat, der nicht auf die Stimme seines Vaters und seiner Mutter hört, und sie ihn züchtigen, und er hört nicht auf sie,
19 so sollen sein Vater und seine Mutter ihn ergreifen und zu den Ältesten seiner Stadt und zum Tor seines Ortes hinausführen
20 und zu den Männern seiner Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist widerspenstig und aufsässig, er hört nicht auf unsere Stimme, er ist ein Schlemmer und ein Trunkenbold.
21 Und die Männer seiner Stadt sollen ihn steinigen, dass er stirbt; und du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen, und ganz Israel soll es hören und sich fürchten.
22 Wenn jemand eine Sünde begeht, die den Tod verdient, und er wird getötet, und du hängst ihn an einen Pfahl,
23 so soll sein Leichnam nicht über Nacht am Pfahl bleiben, sondern du sollst ihn noch am selben Tag begraben; denn ein Gehängter ist ein Fluch Gottes; und du sollst dein Land nicht verunreinigen, das dir der HERR, dein Gott, zum Erbe gibt.
Kapitel 22
1 Wenn du den Stier deines Bruders oder sein Schaf umherirrend auf dem Weg siehst, sollst du dich nicht von ihnen abwenden; du sollst sie deinem Bruder zurückbringen und sie ihm wiedergeben.
2 Wenn aber dein Bruder nicht in deiner Nähe ist oder du ihn nicht kennst, sollst du sie in dein Haus bringen, und sie sollen bei dir bleiben, bis dein Bruder sie sucht; dann sollst du sie ihm zurückgeben.
3 Ebenso sollst du mit seinem Esel verfahren, ebenso mit seinem Gewand, und ebenso sollst du mit allem verfahren, was deinem Bruder verloren geht, was ihm abhandenkommt und du findest; du darfst dich nicht davon abwenden.
4 Du sollst den Esel deines Bruders oder seinen Stier nicht auf dem Weg liegen sehen und dich von ihnen abwenden; du sollst sie mit ihm aufrichten.
5 Es sollen keine Geräte eines Mannes an einer Frau sein, und ein Mann soll kein Frauengewand anziehen; denn ein Gräuel für den Herrn, deinen Gott, ist jeder, der dies tut.
6 Wenn du auf deinem Weg ein Vogelnest vor dir findest, auf einem Baum oder auf der Erde, mit Jungen oder Eiern, und die Mutter sitzt auf den Jungen oder auf den Eiern, sollst du die Mutter nicht mit den Jungen nehmen;
7 du sollst die Mutter fliegen lassen, die Jungen aber darfst du dir nehmen, damit es dir gut geht und du lange lebst.
8 Wenn du ein neues Haus baust, sollst du eine Brüstung um dein Dach machen; und du sollst keinen Mord in deinem Haus verursachen, wenn jemand davon fällt.
9 Du sollst deinen Weinberg nicht mit zweierlei besäen, damit nicht die ganze Ernte und der Same, den du säst, samt dem Ertrag deines Weinbergs geheiligt werde.
10 Du sollst nicht mit einem Stier und einem Esel zusammen pflügen.
11 Du sollst kein Mischgewebe aus Wolle und Leinen anziehen.
12 Du sollst dir Quasten an den vier Zipfeln deines Mantels machen, mit dem du dich bedeckst.
13 Wenn jemand eine Frau nimmt und mit ihr zusammenlebt und sie hasst
14 und ihr beschuldigende Worte vorwirft und einen bösen Ruf über sie verbreitet und sagt: Diese Frau habe ich genommen, und als ich zu ihr kam, habe ich keine Jungfräulichkeitszeichen an ihr gefunden,
15 dann sollen der Vater des Mädchens und seine Mutter die Jungfräulichkeitszeichen des Mädchens zu den Ältesten am Tor bringen,
16 und der Vater des Mädchens soll zu den Ältesten sagen: Meine Tochter habe ich diesem Mann zur Frau gegeben, und er hasst sie;
17 nun legt er ihr beschuldigende Worte vor und sagt: Ich habe an deiner Tochter keine Jungfräulichkeitszeichen gefunden. Und hier sind die Jungfräulichkeitszeichen meiner Tochter. Und sie sollen das Gewand vor den Ältesten der Stadt ausbreiten.
18 Dann sollen die Ältesten jener Stadt den Mann nehmen und ihn züchtigen
19 und ihn mit hundert Silberstücken bestrafen und sie dem Vater des Mädchens geben, weil er einen bösen Ruf über eine Jungfrau in Israel verbreitet hat; und sie soll seine Frau bleiben; er darf sie sein ganzes Leben lang nicht fortschicken.
20 Wenn aber diese Sache wahr ist und sich keine Jungfräulichkeitszeichen an dem Mädchen finden,
21 dann sollen sie das Mädchen zur Tür des Hauses ihres Vaters hinausführen, und die Männer ihrer Stadt sollen sie mit Steinen zu Tode steinigen, weil sie eine Torheit in Israel begangen hat, indem sie das Haus ihres Vaters durch Hurerei entweiht hat; und du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen.
22 Wenn ein Mann dabei ertappt wird, dass er mit einer Frau schläft, die mit einem Mann verheiratet ist, so sollt ihr beide töten, den Mann, der mit der Frau geschlafen hat, und die Frau; und du sollst das Böse aus Israel wegschaffen.
23 Wenn ein Mädchen, eine Jungfrau, einem Mann verlobt ist und ein anderer Mann findet sie in der Stadt und schläft mit ihr,
24 so sollt ihr beide zum Tor jener Stadt hinausführen und sie mit Steinen zu Tode steinigen: das Mädchen, weil es in der Stadt nicht um Hilfe gerufen hat, und den Mann, weil er die Frau seines Nächsten erniedrigt hat; und du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen.
25 Wenn aber ein Mann das verlobte Mädchen auf dem Feld findet und sie vergewaltigt und mit ihr schläft, so sollt ihr nur den Mann töten, der mit ihr geschlafen hat;
26 dem Mädchen aber sollt ihr nichts tun; das Mädchen hat keine todeswürdige Sünde begangen; denn wie wenn jemand gegen seinen Nächsten aufsteht und ihn ermordet, so ist diese Sache;
27 denn er fand sie auf dem Feld; das verlobte Mädchen schrie um Hilfe, aber es war niemand da, der ihr half.
28 Wenn jemand ein Mädchen, eine Jungfrau, die nicht verlobt ist, findet und sie vergewaltigt und mit ihr schläft und sie ertappt werden,
29 dann soll der Mann, der mit ihr geschlafen hat, dem Vater des Mädchens fünfzig Doppeldrachmen Silber geben, und sie soll seine Frau werden, weil er sie erniedrigt hat; er darf sie sein ganzes Leben lang nicht fortschicken.
Kapitel 23
1 Ein Mann soll nicht die Frau seines Vaters nehmen und soll die Decke seines Vaters nicht aufdecken.
2 Kein Zerquetschter oder Verschnittener soll in die Gemeinde des Herrn eingehen.
3 Wer von einer Hure stammt, soll nicht in die Gemeinde des Herrn eingehen.
4 Kein Ammoniter und kein Moabiter soll in die Gemeinde des Herrn eingehen; auch bis zur zehnten Generation soll er nicht in die Gemeinde des Herrn eingehen, ja bis in Ewigkeit,
5 weil sie euch nicht mit Brot und Wasser auf dem Weg entgegenkamen, als ihr aus Ägypten auszogt, und weil sie gegen dich Bileam, den Sohn Beors, aus Mesopotamien anheuerten, um dich zu verfluchen.
6 Aber der Herr, dein Gott, wollte nicht auf Bileam hören, und der Herr, dein Gott, verwandelte die Flüche in Segen, denn der Herr, dein Gott, liebte dich.
7 Du sollst ihnen nicht Frieden und Wohlergehen zusprechen, alle deine Tage, in Ewigkeit.
8 Du sollst den Edomiter nicht verabscheuen, denn er ist dein Bruder; du sollst den Ägypter nicht verabscheuen, denn du bist Fremdling in seinem Land gewesen.
9 Wenn ihnen Söhne geboren werden, so soll die dritte Generation in die Gemeinde des Herrn eingehen.
10 Wenn du ausziehst, um gegen deine Feinde ins Lager zu ziehen, so hüte dich vor jeder bösen Sache.
11 Wenn unter dir ein Mann ist, der wegen eines nächtlichen Ergusses nicht rein ist, so soll er aus dem Lager hinausgehen und nicht ins Lager hineinkommen.
12 Und gegen Abend soll er seinen Leib mit Wasser waschen, und wenn die Sonne untergegangen ist, soll er ins Lager hineinkommen.
13 Und du sollst einen Ort außerhalb des Lagers haben, und dorthin sollst du hinausgehen.
14 Und du sollst einen Pflock an deinem Gürtel haben, und wenn du dich draußen niederhockst, sollst du damit graben und dann deine Notdurft damit zudecken.
15 Denn der Herr, dein Gott, wandelt in deinem Lager, um dich zu erretten und deinen Feind vor dein Angesicht zu geben; darum soll dein Lager heilig sein, und es soll bei dir nichts Schändliches gesehen werden, damit er sich nicht von dir abwendet.
16 Du sollst einen Knecht nicht seinem Herrn ausliefern, der sich von seinem Herrn zu dir geflüchtet hat;
17 bei dir soll er wohnen, unter euch soll er wohnen an jedem Ort, der ihm gefällt; du sollst ihn nicht bedrücken.
18 Es soll keine Hure sein unter den Töchtern Israels, und es soll keinen Hurer geben unter den Söhnen Israels; es soll keine Geweihte sein unter den Töchtern Israels und keinen Geweihten unter den Söhnen Israels.
19 Du sollst weder Hurenlohn noch Hundegeld in das Haus des Herrn, deines Gottes, bringen für irgendein Gelübde; denn beides ist dem Herrn, deinem Gott, ein Gräuel.
20 Du sollst von deinem Bruder keinen Zins nehmen, weder Zins von Geld noch Zins von Speise noch Zins von irgendetwas, das du ausleihst;
21 vom Fremden magst du Zins nehmen, aber von deinem Bruder sollst du keinen Zins nehmen, damit der Herr, dein Gott, dich segne in allen deinen Werken in dem Land, in das du hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen.
22 Wenn du aber dem Herrn, deinem Gott, ein Gelübde gelobst, so sollst du nicht zögern, es zu erfüllen; denn der Herr, dein Gott, wird es gewiss von dir fordern, und es wäre Sünde an dir.
23 Wenn du aber nicht geloben willst, so ist keine Sünde an dir.
24 Was über deine Lippen hinausgeht, das sollst du halten und tun, so wie du es dem Herrn, deinem Gott, als Gabe gelobt hast, was du mit deinem Mund geredet hast.
25 Wenn du in das Getreidefeld deines Nächsten kommst, so darfst du mit deinen Händen Ähren pflücken, aber eine Sichel sollst du nicht an das Getreide deines Nächsten legen.
26 Wenn du in den Weinberg deines Nächsten kommst, so darfst du Trauben essen, so viel deine Seele begehrt, aber in ein Gefäß sollst du nichts legen.
Kapitel 24
1 Wenn jemand eine Frau nimmt und mit ihr zusammenwohnt, und es geschieht, dass sie keine Gnade vor ihm findet, weil er an ihr eine schändliche Sache gefunden hat, so soll er ihr einen Scheidebrief schreiben und ihn in ihre Hände geben und sie aus seinem Haus entlassen,
2 und sie geht fort und wird die Frau eines anderen Mannes,
3 und der letzte Mann hasst sie und schreibt ihr einen Scheidebrief und gibt ihn in ihre Hände und entlässt sie aus seinem Haus, oder der letzte Mann stirbt, der sie sich zur Frau genommen hat,
4 so kann der frühere Mann, der sie entlassen hat, nicht zurückkehren und sie sich zur Frau nehmen, nachdem sie verunreinigt worden ist; denn das ist ein Gräuel vor dem Herrn, deinem Gott. Und ihr sollt das Land nicht verunreinigen, das der Herr, euer Gott, euch zum Erbteil gibt.
5 Wenn jemand kürzlich eine Frau genommen hat, soll er nicht in den Krieg ausziehen, und keine Sache soll ihm auferlegt werden; er soll ein Jahr lang in seinem Haus frei sein und seine Frau erfreuen, die er genommen hat.
6 Du sollst nicht eine Mühle noch einen oberen Mühlstein zum Pfand nehmen, denn damit nimmt man das Leben zum Pfand.
7 Wenn ein Mensch ertappt wird, wie er eine Seele von seinen Brüdern, den Söhnen Israels, stiehlt, sie unterdrückt und verkauft, so soll jener Dieb sterben; und du sollst das Böse aus eurer Mitte wegschaffen.
8 Achte auf dich selbst bei der Plage des Aussatzes; achte sehr darauf, nach dem ganzen Gesetz zu handeln, das euch die Priester, die Leviten, verkünden; wie ich euch geboten habe, so achtet darauf, es zu tun.
9 Gedenke, was der Herr, dein Gott, der Mariam auf dem Weg getan hat, als ihr aus Ägypten auszogt.
10 Wenn dein Nächster dir etwas schuldet, irgendeine Schuld, sollst du nicht in sein Haus hineingehen, um sein Pfand zu pfänden;
11 du sollst draußen stehen, und der Mensch, bei dem dein Darlehen ist, soll dir das Pfand nach draußen bringen.
12 Wenn aber der Mensch arm ist, sollst du nicht mit seinem Pfand schlafen;
13 du sollst ihm sein Pfand gewiss um den Sonnenuntergang zurückgeben, und er soll in seinem Gewand schlafen und dich segnen, und es wird dir Gerechtigkeit sein vor dem Herrn, deinem Gott.
14 Du sollst den Lohn eines Armen und Bedürftigen von deinen Brüdern oder von den Fremdlingen in deinen Städten nicht vorenthalten;
15 am selben Tag sollst du ihm seinen Lohn geben, die Sonne soll darüber nicht untergehen, denn er ist arm und setzt darauf seine Hoffnung; damit er nicht gegen dich zum Herrn schreit und Sünde an dir sei.
16 Väter sollen nicht für die Kinder sterben, und Söhne sollen nicht für die Väter sterben; jeder soll für seine eigene Sünde sterben.
17 Du sollst das Recht des Fremdlings und der Waise und der Witwe nicht beugen, und du sollst das Gewand einer Witwe nicht zum Pfand nehmen;
18 und du sollst gedenken, dass du Knecht warst im Land Ägypten und dass der Herr, dein Gott, dich von dort erlöst hat; darum gebiete ich dir, dieses Wort zu tun.
19 Wenn du die Ernte auf deinem Feld einbringst und eine Garbe auf deinem Feld vergisst, sollst du nicht umkehren, um sie zu holen; dem Armen und dem Fremdling und der Waise und der Witwe soll sie gehören, damit der Herr, dein Gott, dich segne in allen Werken deiner Hände.
20 Wenn du deine Oliven abliest, sollst du nicht umkehren, um hinter dir Nachlese zu halten; dem Fremdling und der Waise und der Witwe soll es gehören; und du sollst gedenken, dass du Knecht warst im Land Ägypten; darum gebiete ich dir, dieses Wort zu tun.
21 Wenn du deinen Weinberg abliest, sollst du hinter dir keine Nachlese halten; dem Fremdling und der Waise und der Witwe soll es gehören;
22 und du sollst gedenken, dass du Knecht warst im Land Ägypten; darum gebiete ich dir, dieses Wort zu tun.
Kapitel 25
1 Wenn aber ein Streit zwischen Menschen entsteht und sie vor Gericht treten und man richtet und dem Gerechten Recht gibt und den Gottlosen verurteilt,
2 dann soll es geschehen: Wenn der Gottlose Schläge verdient, sollst du ihn vor den Richtern niederlegen lassen, und sie sollen ihn vor ihnen geißeln, entsprechend seiner Gottlosigkeit, nach der Zahl.
3 Vierzig Schläge sollen sie ihm geben, nicht mehr; wenn sie aber fortfahren, ihn über diese Schläge hinaus mit mehr zu geißeln, so wird dein Bruder vor deinen Augen entehrt.
4 Du sollst dem Ochsen, der drischt, nicht das Maul verbinden.
5 Wenn Brüder beisammen wohnen und einer von ihnen stirbt und er keinen Nachkommen hat, so soll die Frau des Verstorbenen nicht nach außen einem fremden Mann gehören; der Bruder ihres Mannes soll zu ihr eingehen und sie sich zur Frau nehmen und mit ihr zusammenwohnen.
6 Und das Kind, das sie gebiert, soll auf den Namen des Verstorbenen gestellt werden, damit sein Name nicht aus Israel ausgetilgt werde.
7 Wenn aber der Mann die Frau seines Bruders nicht nehmen will, so soll die Frau zum Tor hinaufgehen zu den Ältesten und sagen: Der Bruder meines Mannes will den Namen seines Bruders in Israel nicht aufrichten; der Bruder meines Mannes hat nicht gewollt.
8 Dann sollen die Ältesten seiner Stadt ihn rufen und mit ihm reden; und wenn er hintritt und sagt: Ich will sie nicht nehmen,
9 so soll die Frau seines Bruders vor den Ältesten herantreten und ihm den einen Schuh von seinem Fuß lösen und ihm ins Gesicht spucken und antworten und sprechen: So soll man dem Mann tun, der das Haus seines Bruders nicht bauen will.
10 Und sein Name soll in Israel heißen: Haus dessen, dem der Schuh gelöst wurde.
11 Wenn Männer miteinander streiten, ein Mann mit seinem Bruder, und die Frau des einen herantritt, um ihren Mann aus der Hand dessen zu retten, der ihn schlägt, und ihre Hand ausstreckt und ihn bei den Hoden packt,
12 so sollst du ihre Hand abhauen; dein Auge soll sie nicht schonen.
13 Du sollst nicht in deinem Beutel zweierlei Gewicht haben, groß und klein;
14 du sollst nicht in deinem Haus zweierlei Maß haben, groß und klein;
15 ein echtes und gerechtes Gewicht sollst du haben, und ein echtes und gerechtes Maß sollst du haben, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir als Erbteil gibt;
16 denn ein Gräuel für den Herrn, deinen Gott, ist jeder, der solches tut, jeder, der Unrecht tut.
17 Gedenke, was dir Amalek angetan hat auf dem Weg, als du aus Ägypten zogst,
18 wie er sich dir auf dem Weg entgegenstellte und deine Nachhut schlug, die Ermatteten hinter dir, während du hungrig und müde warst, und er Gott nicht fürchtete.
19 Und es soll geschehen: Wenn der Herr, dein Gott, dir Ruhe verschafft vor allen deinen Feinden ringsum in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir als Erbteil zum Besitz gibt, sollst du den Namen Amaleks austilgen unter dem Himmel; und du sollst es nicht vergessen.
Kapitel 26
1 Und es soll geschehen, wenn du in das Land kommst, das der Herr, dein Gott, dir als Erbteil gibt, und du es in Besitz nimmst und darin wohnst,
2 so sollst du von den Erstlingen der Früchte deines Landes nehmen, das der Herr, dein Gott, dir gibt, und sie in einen Korb legen und an den Ort gehen, den der Herr, dein Gott, erwählen wird, dass sein Name dort angerufen werde,
3 und du sollst zu dem Priester kommen, der in jenen Tagen sein wird, und zu ihm sagen: Ich bekenne heute dem Herrn, meinem Gott, dass ich in das Land gekommen bin, das der Herr unseren Vätern geschworen hat, uns zu geben.
4 Und der Priester soll den Korb aus deinen Händen nehmen und ihn vor den Altar des Herrn, deines Gottes, stellen,
5 und du sollst anheben und vor dem Herrn, deinem Gott, sprechen: Mein Vater verließ Syrien und zog hinab nach Ägypten und wohnte dort als Fremdling mit wenigen Leuten und wurde dort zu einem großen Volk und zu einer großen und zahlreichen Menge.
6 Und die Ägypter misshandelten uns und demütigten uns und legten uns harte Arbeit auf.
7 Und wir schrien zum Herrn, dem Gott unserer Väter, und der Herr erhörte unsere Stimme und sah unsere Erniedrigung und unsere Mühsal und unsere Bedrängnis.
8 Und der Herr führte uns selbst aus Ägypten heraus mit großer Kraft und mit starker Hand und mit seinem erhobenen Arm und mit großen Gesichten und mit Zeichen und mit Wundern,
9 und er brachte uns an diesen Ort und gab uns dieses Land, ein Land, das von Milch und Honig fließt.
10 Und nun, siehe, ich habe die Erstlinge der Erträge des Landes gebracht, das du mir gegeben hast, Herr, ein Land, das von Milch und Honig fließt. Und du sollst sie vor dem Herrn, deinem Gott, niederlegen und dort vor dem Herrn, deinem Gott, anbeten.
11 Und du sollst dich freuen über all das Gute, das der Herr, dein Gott, dir und deinem Hause gegeben hat, du und der Levit und der Fremdling, der bei dir ist.
12 Wenn du aber im dritten Jahr vollständig den ganzen Zehnten der Erträge deines Landes abgegeben hast, so sollst du den zweiten Zehnten dem Leviten und dem Fremdling und der Waise und der Witwe geben, und sie sollen in deinen Städten essen und satt werden.
13 Und du sollst vor dem Herrn, deinem Gott, sprechen: Ich habe das Heilige aus meinem Hause ausgesondert und es dem Leviten und dem Fremdling und der Waise und der Witwe gegeben, gemäß allen Geboten, die du mir geboten hast; ich habe dein Gebot nicht übertreten und nicht vergessen.
14 Und ich habe in meiner Trauer nichts davon gegessen, ich habe nichts davon für Unreines verwendet, ich habe nichts davon einem Toten gegeben; ich habe der Stimme des Herrn, meines Gottes, gehorcht, ich habe getan, wie du mir geboten hast.
15 Blicke herab von deiner heiligen Wohnung, vom Himmel, und segne dein Volk Israel und das Land, das du ihnen gegeben hast, wie du unseren Vätern geschworen hast, uns ein Land zu geben, das von Milch und Honig fließt.
16 An diesem Tag hat der Herr, dein Gott, dir geboten, alle diese Satzungen und Rechte zu tun, und ihr sollt sie halten und tun von eurem ganzen Herzen und von eurer ganzen Seele.
17 Du hast heute Gott erwählt, dass er dein Gott sei und dass du auf seinen Wegen wandelst und seine Satzungen und Rechte hältst und seiner Stimme gehorchst.
18 Und der Herr hat dich heute erwählt, dass du ihm ein Volk des Eigentums seiest, wie er dir gesagt hat, und dass du alle seine Gebote hältst,
19 und dass du über allen Völkern seiest, wie er dich berühmt und zum Ruhm und zur Ehre gemacht hat, dass du ein heiliges Volk seiest dem Herrn, deinem Gott, wie er gesprochen hat.
Kapitel 27
1 Und Mose und die Ältestenschaft Israels geboten und sprachen: Bewahret alle diese Gebote, die ich euch heute gebiete.
2 Und es soll geschehen an dem Tage, da ihr den Jordan überschreitet in das Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt, da sollst du dir große Steine aufrichten und sie mit Kalk übertünchen
3 und auf die Steine alle Worte dieses Gesetzes schreiben, wenn ihr den Jordan überschritten habt, sobald ihr in das Land kommt, das der Herr, der Gott deiner Väter, dir gibt, ein Land, das von Milch und Honig fließt, wie der Herr, der Gott deiner Väter, dir gesagt hat.
4 Und es soll geschehen, wenn ihr den Jordan überschritten habt, sollt ihr diese Steine, die ich dir heute gebiete, auf dem Berge Gaibal aufrichten, und du sollst sie mit Kalk übertünchen.
5 Und du sollst dort dem Herrn, deinem Gott, einen Altar bauen, einen Altar aus Steinen; du sollst kein Eisen an sie legen.
6 Aus unbehauenen Steinen sollst du dem Herrn, deinem Gott, den Altar bauen und darauf dem Herrn, deinem Gott, Brandopfer darbringen
7 und dort dem Herrn, deinem Gott, ein Heilsopfer opfern und essen und dich sättigen und fröhlich sein vor dem Herrn, deinem Gott.
8 Und du sollst auf die Steine dieses ganze Gesetz sehr deutlich schreiben.
9 Und Mose und die Priester, die Leviten, redeten zu ganz Israel und sprachen: Schweige und höre, Israel! An diesem Tage bist du dem Herrn, deinem Gott, zum Volk geworden.
10 Und du sollst auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hören und alle seine Gebote und seine Satzungen tun, die ich dir heute gebiete.
11 Und Mose gebot dem Volk an jenem Tage und sprach:
12 Diese sollen sich hinstellen, um das Volk zu segnen, auf dem Berge Garizin, wenn ihr den Jordan überschritten habt: Simeon, Levi, Juda, Issachar, Josef und Benjamin.
13 Und diese sollen zum Fluch stehen auf dem Berge Gaibal: Ruben, Gad und Aser, Sebulon, Dan und Naftali.
14 Und die Leviten sollen anheben und zu ganz Israel mit lauter Stimme sprechen:
15 Verflucht sei der Mensch, der ein geschnitztes oder gegossenes Bild macht, einen Gräuel für den Herrn, ein Werk von Künstlerhänden, und es im Verborgenen aufstellt! Und das ganze Volk soll antworten und sprechen: So sei es!
16 Verflucht sei, wer seinen Vater oder seine Mutter verachtet! Und das ganze Volk soll sprechen: So sei es!
17 Verflucht sei, wer die Grenzen seines Nächsten verrückt! Und das ganze Volk soll sprechen: So sei es!
18 Verflucht sei, wer einen Blinden auf dem Wege irreführt! Und das ganze Volk soll sprechen: So sei es!
19 Verflucht sei, wer das Recht des Fremdlings, der Waise und der Witwe beugt! Und das ganze Volk soll sprechen: So sei es!
20 Verflucht sei, wer bei der Frau seines Vaters liegt, denn er hat die Decke seines Vaters aufgedeckt! Und das ganze Volk soll sprechen: So sei es!
21 Verflucht sei, wer bei irgendeinem Vieh liegt! Und das ganze Volk soll sprechen: So sei es!
22 Verflucht sei, wer bei seiner Schwester liegt, der Tochter seines Vaters oder seiner Mutter! Und das ganze Volk soll sprechen: So sei es!
23 Verflucht sei, wer bei seiner Schwiegermutter liegt! Und das ganze Volk soll sprechen: So sei es! Verflucht sei, wer bei der Schwester seiner Frau liegt! Und das ganze Volk soll sprechen: So sei es!
24 Verflucht sei, wer seinen Nächsten heimtückisch schlägt! Und das ganze Volk soll sprechen: So sei es!
25 Verflucht sei, wer Geschenke nimmt, um eine Seele unschuldigen Blutes zu erschlagen! Und das ganze Volk soll sprechen: So sei es!
26 Verflucht sei jeder Mensch, der nicht bei allen Worten dieses Gesetzes bleibt, um sie zu tun! Und das ganze Volk soll sprechen: So sei es!
Kapitel 28
1 Und es wird geschehen, wenn ihr über den Jordan zieht in das Land, das der Herr, euer Gott, euch gibt: Wenn ihr mit Gehorsam auf die Stimme des Herrn, eures Gottes, hört, alle seine Gebote zu bewahren und zu tun, die ich dir heute gebiete, so wird dich der Herr, dein Gott, erhöhen über alle Völker der Erde,
2 und alle diese Segnungen werden über dich kommen und dich erreichen, wenn du mit Gehorsam auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hörst.
3 Gesegnet bist du in der Stadt, und gesegnet bist du auf dem Feld;
4 gesegnet sind die Frucht deines Leibes und die Erträge deines Landes, die Herden deiner Rinder und die Herden deiner Schafe;
5 gesegnet sind deine Vorratshäuser und deine Überschüsse;
6 gesegnet bist du bei deinem Eingang, und gesegnet bist du bei deinem Ausgang.
7 Der Herr, dein Gott, gebe deine Feinde, die sich gegen dich erheben, zerschmettert vor dein Angesicht dahin; auf einem Weg werden sie gegen dich ausziehen und auf sieben Wegen vor deinem Angesicht fliehen.
8 Der Herr sende über dich den Segen in deine Vorratskammern und über alles, worauf du deine Hand legst, in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.
9 Der Herr, dein Gott, richte dich auf zu einem heiligen Volk für sich, wie er deinen Vätern geschworen hat, wenn du auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hörst und auf seinen Wegen wandelst;
10 und alle Völker der Erde werden sehen, dass der Name des Herrn über dir ausgerufen ist, und werden sich vor dir fürchten.
11 Und der Herr, dein Gott, wird dich zum Guten mehren an der Frucht deines Leibes und an den Erträgen deines Landes und an der Frucht deines Viehs in dem Land, das der Herr deinen Vätern geschworen hat, dir zu geben.
12 Der Herr öffne dir seinen guten Schatz, den Himmel, um deinem Land den Regen zu geben zu seiner Zeit, um alle Werke deiner Hände zu segnen; und du wirst vielen Völkern leihen, du aber wirst dir nichts leihen, und du wirst über viele Völker herrschen, über dich aber werden sie nicht herrschen.
13 Der Herr, dein Gott, setze dich zum Haupt und nicht zum Schwanz, und du wirst dann oben sein und nicht unten sein, wenn du auf die Gebote des Herrn, deines Gottes, hörst, die ich dir heute gebiete zu bewahren und zu tun;
14 du sollst von all den Worten, die ich dir heute gebiete, nicht abweichen, weder zur Rechten noch zur Linken, um anderen Göttern nachzugehen und ihnen zu dienen.
15 Und es wird geschehen, wenn du nicht auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hörst, alle seine Gebote zu bewahren und zu tun, die ich dir heute gebiete, so werden alle diese Flüche über dich kommen und dich ergreifen.
16 Verflucht bist du in der Stadt, und verflucht bist du auf dem Feld;
17 verflucht sind deine Vorratshäuser und deine Überschüsse;
18 verflucht sind die Frucht deines Leibes und die Erträge deines Landes, die Herden deiner Rinder und die Herden deiner Schafe;
19 verflucht bist du bei deinem Ausgang, und verflucht bist du bei deinem Eingang.
20 Der Herr sende dir den Mangel und den Hunger und die Vernichtung über alles, worauf du deine Hand legst, was immer du tust, bis er dich vertilgt und bis er dich schnell vernichtet wegen deiner bösen Taten, weil du mich verlassen hast.
21 Der Herr hefte an dich den Tod, bis er dich austilgt aus dem Land, in das du hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen.
22 Der Herr schlage dich mit Ratlosigkeit und Fieber und Frost und Entzündung und Mord und Kornbrand und Bleichsucht, und sie werden dich verfolgen, bis sie dich vernichten.
23 Und der Himmel über deinem Haupt wird dir ehern sein und die Erde unter dir eisern.
24 Der Herr gebe deinem Land als Regen Staub, und Erde wird vom Himmel auf dich herabkommen, bis er dich zermalmt und bis er dich vernichtet.
25 Der Herr gebe dich der Niederlage hin vor deinen Feinden; auf einem Weg wirst du gegen sie ausziehen und auf sieben Wegen vor ihrem Angesicht fliehen; und du wirst in der Zerstreuung sein unter allen Königreichen der Erde.
26 Und eure Toten werden ein Fraß sein für die Vögel des Himmels und die Tiere der Erde, und niemand wird sie verscheuchen.
27 Der Herr schlage dich mit dem ägyptischen Geschwür am Gesäß und mit wilder Krätze und mit Juckreiz, sodass du nicht geheilt werden kannst.
28 Der Herr schlage dich mit Wahnsinn und Blindheit und Verwirrung des Sinnes,
29 und du wirst am Mittag umhertasten, wie der Blinde in der Finsternis tastet, und er wird deine Wege nicht gelingen lassen; und du wirst dann alle Tage bedrückt und beraubt sein, und niemand wird dir helfen.
30 Eine Frau wirst du nehmen, und ein anderer Mann wird sie haben; ein Haus wirst du bauen und nicht darin wohnen; einen Weinberg wirst du pflanzen und ihn nicht abernten;
31 dein Kalb wird vor deinen Augen geschlachtet, und du wirst nicht davon essen; dein Esel wird dir geraubt und dir nicht zurückgegeben werden; deine Schafe sind deinen Feinden gegeben, und niemand wird dir helfen;
32 deine Söhne und deine Töchter sind einem anderen Volk gegeben, und deine Augen werden es sehen und sich danach verzehren, und deine Hand wird nichts vermögen;
33 die Erträge deines Landes und alle deine Mühen wird ein Volk verzehren, das du nicht kennst, und du wirst alle Tage bedrückt und zerschlagen sein;
34 und du wirst wahnsinnig werden wegen der Anblicke, die deine Augen sehen werden.
35 Der Herr schlage dich mit bösem Geschwür an den Knien und an den Schenkeln, sodass du nicht geheilt werden kannst, von der Sohle deiner Füße bis zu deinem Scheitel.
36 Der Herr führe dich weg samt deinen Fürsten, die du über dich einsetzt, zu einem Volk, das du nicht kennst, weder du noch deine Väter, und dort wirst du anderen Göttern dienen, Holz und Stein.
37 Und du wirst dort zum Rätsel und zum Gleichnis und zur Erzählung sein unter allen Völkern, zu denen dich der Herr wegführen wird.
38 Viel Samen wirst du aufs Feld hinausbringen und wenig einbringen, denn die Heuschrecke wird ihn fressen.
39 Einen Weinberg wirst du pflanzen und bearbeiten, aber Wein wirst du nicht trinken noch dich daran erfreuen, denn der Wurm wird es fressen.
40 Ölbäume wirst du haben in all deinen Gebieten, aber mit Öl wirst du dich nicht salben, denn deine Olive wird abfallen.
41 Söhne und Töchter wirst du zeugen, aber sie werden nicht dir gehören; denn sie werden in Gefangenschaft ziehen.
42 Alle deine Bäume und die Erträge deines Landes wird der Rost vertilgen.
43 Der Fremdling, der bei dir ist, wird über dich hinaufsteigen, höher und höher, du aber wirst hinabsteigen, tiefer und tiefer;
44 er wird dir leihen, du aber wirst ihm nicht leihen; er wird das Haupt sein, du aber wirst der Schwanz sein.
45 Und alle diese Flüche werden über dich kommen und dich verfolgen und dich ergreifen, bis er dich vertilgt und bis er dich vernichtet, weil du nicht auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, gehört hast, seine Gebote und seine Satzungen zu bewahren, die er dir geboten hat.
46 Und sie werden an dir Zeichen und Wunder sein und an deinem Samen bis in Ewigkeit,
47 dafür, dass du dem Herrn, deinem Gott, nicht mit Freude und gutem Herzen gedient hast wegen der Fülle von allem.
48 Und du wirst deinen Feinden dienen, die der Herr über dich senden wird, in Hunger und in Durst und in Blöße und in Mangel an allem; und er wird ein eisernes Joch auf deinen Hals legen, bis er dich vertilgt.
49 Der Herr wird über dich ein Volk von ferne bringen, vom Ende der Erde, wie der Sturzflug eines Adlers, ein Volk, dessen Sprache du nicht verstehen wirst,
50 ein Volk mit unverschämtem Angesicht, das das Angesicht eines Alten nicht achten und sich eines Jungen nicht erbarmen wird.
51 Und es wird die Jungen deines Viehs und die Früchte deines Landes fressen, sodass es dir weder Korn noch Wein noch Öl übriglässt, noch die Herden deiner Rinder und die Herden deiner Schafe, bis es dich vernichtet
52 und dich zermalmt hat in allen deinen Städten, bis deine hohen und festen Mauern niedergerissen sind, auf die du vertraust, in deinem ganzen Land; und es wird dich bedrängen in allen deinen Städten, die dir der Herr, dein Gott, gegeben hat.
53 Und du wirst die Frucht deines Leibes essen, das Fleisch deiner Söhne und deiner Töchter, die dir der Herr, dein Gott, gegeben hat, in deiner Not und in deiner Bedrängnis, mit der dein Feind dich bedrängen wird.
54 Der Weichliche unter dir und der überaus Verzärtelte wird mit missgünstigem Auge auf seinen Bruder blicken und auf die Frau an seinem Busen und auf die übriggebliebenen Kinder, die noch übrig sind,
55 sodass er keinem von ihnen etwas gibt vom Fleisch seiner Kinder, das er isst, weil ihm nichts übriggeblieben ist in deiner Not und in deiner Bedrängnis, mit der deine Feinde dich bedrängen werden in allen deinen Städten.
56 Und die Weichliche unter euch und die überaus Verzärtelte, deren Fuß nie versucht hat, auf die Erde zu treten vor Verzärtelung und Weichlichkeit, wird mit missgünstigem Auge auf ihren Mann an ihrem Busen blicken und auf ihren Sohn und ihre Tochter
57 und auf ihre Nachgeburt, die zwischen ihren Schenkeln hervorgeht, und auf das Kind, das sie gebiert; denn sie wird sie heimlich essen aus Mangel an allem, in deiner Not und in deiner Bedrängnis, mit der dein Feind dich bedrängen wird in allen deinen Städten.
58 Wenn ihr nicht darauf hört, alle Worte dieses Gesetzes zu tun, die in diesem Buch geschrieben sind, diesen ehrwürdigen und wunderbaren Namen zu fürchten, den Herrn, deinen Gott,
59 so wird der Herr deine Plagen und die Plagen deiner Nachkommen außergewöhnlich machen, große und wunderbare Plagen und böse und beständige Krankheiten,
60 und er wird all die böse Pein Ägyptens über dich zurückbringen, vor der du dich gefürchtet hast, und sie wird an dir haften.
61 Und jede Krankheit und jede Plage, die nicht im Buch dieses Gesetzes geschrieben ist, wird der Herr über dich bringen, bis er dich vertilgt hat.
62 Und ihr werdet in geringer Zahl übrigbleiben, dafür dass ihr an Menge wie die Sterne des Himmels wart, weil ihr nicht auf die Stimme des Herrn, eures Gottes, gehört habt.
63 Und es wird geschehen: Wie der Herr sich über euch freute, euch Gutes zu tun und euch zu mehren, so wird der Herr sich über euch freuen, euch zu vertilgen; und ihr werdet weggerissen werden aus dem Land, in das ihr hineinzieht, um es in Besitz zu nehmen.
64 Und der Herr, dein Gott, wird dich unter alle Völker zerstreuen, von einem Ende der Erde bis zum anderen Ende der Erde, und du wirst dort anderen Göttern dienen, Holz und Stein, die weder du noch deine Väter gekannt haben.
65 Aber auch unter jenen Völkern wird er dir keine Ruhe geben, und deine Fußsohle wird keinen Ruheplatz finden; und der Herr wird dir dort ein verzagtes Herz geben und erlöschende Augen und eine verschmachtende Seele.
66 Und dein Leben wird vor deinen Augen hängen, und du wirst dich Tag und Nacht fürchten und deinem Leben nicht trauen.
67 Am Morgen wirst du sagen: „Wäre es doch Abend!“ und am Abend wirst du sagen: „Wäre es doch Morgen!“ – vor der Furcht deines Herzens, mit der du dich fürchten wirst, und vor dem, was deine Augen sehen werden.
68 Und der Herr wird dich auf Schiffen nach Ägypten zurückbringen, auf dem Weg, von dem ich sagte: Ihr sollt ihn nie wieder sehen. Und ihr werdet dort euren Feinden als Knechte und Mägde verkauft werden, und es wird keinen Käufer geben.
69 Dies sind die Worte des Bundes, den der Herr Mose geboten hat, mit den Söhnen Israels im Land Moab zu schließen, außer dem Bund, den er mit ihnen am Horeb geschlossen hatte.
Kapitel 29
1 Und Mose rief alle Söhne Israels und sprach zu ihnen: Ihr habt alles gesehen, was der Herr im Land Ägypten vor euren Augen dem Pharao und seinen Dienern und seinem ganzen Land getan hat,
2 die großen Prüfungen, die deine Augen gesehen haben, jene großen Zeichen und Wunder.
3 Und der Herr, Gott, hat euch bis zum heutigen Tag kein Herz gegeben, zu erkennen, und keine Augen, zu sehen, und keine Ohren, zu hören.
4 Und er hat euch vierzig Jahre in der Wüste geführt; eure Kleider sind nicht veraltet, und eure Schuhe sind nicht abgenutzt an euren Füßen;
5 Brot habt ihr nicht gegessen, Wein und starkes Getränk habt ihr nicht getrunken, damit ihr erkennt, dass dieser der Herr, euer Gott, ist.
6 Und ihr seid bis zu diesem Ort gekommen, und Sihon, der König von Hesbon, und Og, der König von Baschan, zogen aus, uns im Krieg zu begegnen, und wir schlugen sie
7 und nahmen ihr Land, und ich gab es als Erbteil dem Ruben und dem Gad und dem halben Stamm Manasse.
8 Und ihr sollt darauf achten, alle Worte dieses Bundes zu tun, damit ihr alles versteht, was ihr tun werdet.
9 Ihr steht heute alle vor dem Herrn, eurem Gott: eure Stammeshäupter und eure Ältestenschaft und eure Richter und eure Schreiber, jeder Mann Israels,
10 eure Frauen und eure Kinder und der Fremdling, der mitten in eurem Lager ist, von eurem Holzhauer bis zu eurem Wasserträger,
11 um in den Bund des Herrn, deines Gottes, und in seine Verwünschungen einzutreten, die der Herr, dein Gott, heute mit dir schließt,
12 damit er dich sich zum Volk aufstelle und er selbst dein Gott sei, wie er dir gesagt hat und wie er deinen Vätern Abraham und Isaak und Jakob geschworen hat.
13 Und nicht mit euch allein schließe ich diesen Bund und diese Verwünschung,
14 sondern auch mit denen, die heute hier mit uns vor dem Herrn, eurem Gott, sind, und mit denen, die heute nicht hier mit uns sind.
15 Denn ihr wisst, wie wir im Land Ägypten gewohnt haben und wie wir mitten durch die Völker gezogen sind, durch die ihr gezogen seid,
16 und ihr habt ihre Gräuel gesehen und ihre Götzenbilder, Holz und Stein, Silber und Gold, die bei ihnen sind.
17 Ist etwa unter euch ein Mann oder eine Frau oder eine Sippe oder ein Stamm, dessen Sinn sich vom Herrn, eurem Gott, abgewandt hat, hinzugehen und den Göttern jener Völker zu dienen? Ist etwa unter euch eine Wurzel, die in Galle und Bitterkeit emporwächst?
18 Und es wird geschehen, wenn einer die Worte dieser Verwünschung hört und sich in seinem Herzen rühmt und spricht: „Möge es mir wohl ergehen, denn ich werde in der Verirrung meines Herzens wandeln“, damit der Sünder nicht den Sündlosen mit ins Verderben ziehe,
19 so wird Gott ihm keineswegs gnädig sein wollen, sondern dann wird der Zorn des Herrn und sein Eifer gegen jenen Menschen entbrennen, und alle Verwünschungen dieses Bundes, die in diesem Buch des Gesetzes geschrieben sind, werden an ihm haften, und der Herr wird seinen Namen austilgen unter dem Himmel.
20 Und der Herr wird ihn zum Unheil absondern aus allen Söhnen Israels gemäß allen Verwünschungen des Bundes, die in diesem Buch des Gesetzes geschrieben sind.
21 Und das andere Geschlecht wird sagen, eure Söhne, die nach euch aufstehen werden, und der Fremde, der aus einem fernen Land kommt — und sie werden die Plagen jenes Landes sehen und seine Krankheiten, die der Herr über es gesandt hat:
22 Schwefel und verbranntes Salz; sein ganzes Land wird nicht besät werden und nichts wird aufgehen, und kein Grün wird auf ihm aufsteigen, wie Sodom und Gomorra zerstört wurden, Adama und Zebojim, die der Herr in Grimm und Zorn zerstört hat,
23 und alle Völker werden sagen: Warum hat der Herr diesem Land so getan? Was ist dieser große Grimm des Zornes?
24 Und man wird sagen: Weil sie den Bund des Herrn, des Gottes ihrer Väter, verlassen haben, den er mit ihren Vätern geschlossen hat, als er sie aus dem Land Ägypten führte,
25 und sie hingingen und anderen Göttern dienten und sich vor ihnen niederwarfen, die sie nicht kannten und die er ihnen nicht zugeteilt hatte;
26 und der Herr entbrannte im Grimm über jenes Land, um über es alle Flüche zu bringen, die in diesem Buch des Gesetzes geschrieben sind,
27 und der Herr riss sie aus ihrem Land heraus in Grimm und Zorn und sehr großer Erbitterung und warf sie in ein anderes Land, wie es jetzt ist.
28 Das Verborgene gehört dem Herrn, unserem Gott, das Offenbare aber uns und unseren Kindern auf ewig, damit wir alle Worte dieses Gesetzes tun.
Kapitel 30
1 Und es wird geschehen, wenn alle diese Worte über dich kommen, der Segen und der Fluch, die ich dir vorgelegt habe, und du sie zu Herzen nimmst unter allen Völkern, wohin der Herr dich zerstreut hat,
2 und du zum Herrn, deinem Gott, umkehrst und seiner Stimme gehorchst in allem, was ich dir heute gebiete, von ganzem Herzen und von ganzer Seele,
3 so wird der Herr deine Sünden heilen und sich deiner erbarmen und dich wieder sammeln aus allen Völkern, unter die der Herr dich dorthin zerstreut hat.
4 Wenn deine Zerstreuung von einem Ende des Himmels bis zum anderen Ende des Himmels reicht, so wird dich der Herr, dein Gott, von dort sammeln, und von dort wird dich der Herr, dein Gott, holen;
5 und der Herr, dein Gott, wird dich in das Land führen, das deine Väter geerbt haben, und du wirst es erben; und er wird dir Gutes tun und dich zahlreicher machen als deine Väter.
6 Und der Herr wird dein Herz und das Herz deiner Nachkommen reinigen, damit du den Herrn, deinen Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, auf dass du lebst.
7 Und der Herr, dein Gott, wird diese Flüche auf deine Feinde legen und auf die, die dich hassen, die dich verfolgt haben.
8 Und du wirst umkehren und auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hören und seine Gebote tun, die ich dir heute gebiete,
9 und der Herr, dein Gott, wird dich reichlich segnen in jedem Werk deiner Hände, in der Frucht deines Leibes und in den Erträgen deines Landes und im Nachwuchs deines Viehs; denn der Herr, dein Gott, wird sich wieder über dich freuen zum Guten, wie er sich über deine Väter gefreut hat,
10 wenn du auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hörst, um alle seine Gebote und seine Satzungen und seine Rechtsvorschriften zu bewahren und zu tun, die in diesem Buch des Gesetzes geschrieben stehen, wenn du zum Herrn, deinem Gott, umkehrst von ganzem Herzen und von ganzer Seele.
11 Denn dieses Gebot, das ich dir heute gebiete, ist nicht zu schwer und nicht fern von dir.
12 Es ist nicht oben im Himmel, dass man sagen müsste: Wer wird für uns in den Himmel hinaufsteigen und es uns holen? Dann wollen wir es hören und tun.
13 Es ist auch nicht jenseits des Meeres, dass man sagen müsste: Wer wird für uns über das Meer hinüberfahren und es uns holen? Dann wird er es uns hörbar machen, und wir werden es tun.
14 Ganz nahe ist dir das Wort, in deinem Mund und in deinem Herzen und in deinen Händen, es zu tun.
15 Siehe, ich habe dir heute das Leben und den Tod vorgelegt, das Gute und das Böse.
16 Wenn du auf die Gebote des Herrn, deines Gottes, hörst, die ich dir heute gebiete, den Herrn, deinen Gott, zu lieben, auf allen seinen Wegen zu wandeln, seine Satzungen und seine Rechtsvorschriften zu bewahren, so werdet ihr leben und zahlreich werden, und der Herr, dein Gott, wird dich segnen in dem ganzen Land, in das du hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen.
17 Wenn aber dein Herz sich abwendet und du nicht hörst und dich verführen lässt und andere Götter anbetest und ihnen dienst,
18 so verkünde ich euch heute, dass ihr gewisslich umkommen werdet und nicht lange leben werdet in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt, in das ihr über den Jordan zieht, um es in Besitz zu nehmen.
19 Ich rufe heute Himmel und Erde als Zeugen gegen euch an: Das Leben und den Tod habe ich euch vorgelegt, den Segen und den Fluch. So erwähle das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen,
20 indem du den Herrn, deinen Gott, liebst, auf seine Stimme hörst und ihm anhängst; denn das ist dein Leben und die Länge deiner Tage, dass du wohnst in dem Land, das der Herr deinen Vätern Abraham und Isaak und Jakob geschworen hat, ihnen zu geben.
Kapitel 31
1 Und Mose vollendete es, alle diese Worte zu allen Söhnen Israels zu reden;
2 und er sprach zu ihnen: Hundertzwanzig Jahre alt bin ich heute, ich werde nicht mehr aus- und eingehen können, und der Herr hat zu mir gesagt: Du wirst diesen Jordan nicht überschreiten.
3 Der Herr, dein Gott, der vor deinem Angesicht hergeht, er wird diese Völker vor deinem Angesicht vertilgen, und du wirst sie beerben; und Josua ist es, der vor deinem Angesicht hergeht, wie der Herr geredet hat.
4 Und der Herr wird ihnen tun, wie er Sihon und Og getan hat, den beiden Königen der Amoriter, die jenseits des Jordans waren, und ihrem Land, wie er sie vertilgt hat.
5 Und der Herr hat sie euch übergeben, und ihr sollt ihnen tun, wie ich euch geboten habe.
6 Sei mannhaft und stark, fürchte dich nicht und verzage nicht und erschrick nicht vor ihrem Angesicht, denn der Herr, dein Gott, der mit euch, in eurer Mitte, hergeht, wird dich nicht loslassen und dich nicht verlassen.
7 Und Mose rief Josua und sprach zu ihm vor ganz Israel: Sei mannhaft und stark; denn du wirst vor dem Angesicht dieses Volkes in das Land hineingehen, das der Herr unseren Vätern geschworen hat, ihnen zu geben, und du wirst es ihnen als Erbe austeilen;
8 und der Herr, der mit dir zieht, wird dich nicht loslassen und dich nicht verlassen; fürchte dich nicht und verzage nicht.
9 Und Mose schrieb die Worte dieses Gesetzes in ein Buch und gab es den Priestern, den Söhnen Levis, die die Lade des Bundes des Herrn tragen, und den Ältesten der Söhne Israels.
10 Und Mose gebot ihnen an jenem Tag und sprach: Nach sieben Jahren, zur Zeit des Erlassjahres, am Laubhüttenfest,
11 wenn ganz Israel zusammenkommt, um vor dem Herrn, deinem Gott, an dem Ort zu erscheinen, den der Herr erwählen wird, sollt ihr dieses Gesetz vor ganz Israel vorlesen, vor ihren Ohren;
12 indem du das Volk versammelst, die Männer und die Frauen und die Kinder und den Fremdling, der in euren Städten ist, damit sie hören und damit sie lernen, den Herrn, euren Gott, zu fürchten, und sie werden darauf hören, alle Worte dieses Gesetzes zu tun;
13 und ihre Söhne, die es nicht wissen, werden hören und lernen, den Herrn, euren Gott, zu fürchten alle Tage, die sie leben auf dem Land, in das ihr über den Jordan hinüberzieht, um es dort in Besitz zu nehmen.
14 Und der Herr sprach zu Mose: Siehe, die Tage deines Todes sind nahe gekommen; rufe Josua, und stellt euch an die Türen des Zeltes des Zeugnisses, und ich werde ihm gebieten. Und Mose und Josua gingen zum Zelt des Zeugnisses und stellten sich an die Türen des Zeltes des Zeugnisses.
15 Und der Herr kam in einer Wolke herab und trat an die Türen des Zeltes des Zeugnisses, und die Wolkensäule stand an den Türen des Zeltes.
16 Und der Herr sprach zu Mose: Siehe, du wirst dich zu deinen Vätern legen, und dieses Volk wird sich erheben und fremden Göttern des Landes nachhuren, in das es dort hineinzieht, und sie werden mich verlassen und meinen Bund brechen, den ich mit ihnen geschlossen habe.
17 Und ich werde an jenem Tag im Zorn über sie ergrimmen und sie verlassen und mein Angesicht von ihnen abwenden, und es wird zum Fraß werden, und viele Übel und Bedrängnisse werden es treffen, und es wird an jenem Tag sagen: Weil der Herr, mein Gott, nicht in meiner Mitte ist, haben mich diese Übel getroffen.
18 Ich aber werde mein Angesicht an jenem Tag gänzlich von ihnen abwenden wegen aller Bosheiten, die sie getan haben, weil sie sich fremden Göttern zugewandt haben.
19 Und nun schreibt die Worte dieses Liedes auf und lehrt es die Söhne Israels und legt es in ihren Mund, damit dieses Lied mir zum Zeugnis werde unter den Söhnen Israels.
20 Denn ich werde sie in das gute Land hineinführen, das ich ihren Vätern geschworen habe, ihnen zu geben, ein Land, das von Milch und Honig fließt, und sie werden essen und gesättigt satt werden; und sie werden sich fremden Göttern zuwenden und ihnen dienen und mich reizen und meinen Bund brechen.
21 Und dieses Lied wird ihnen als Zeuge vor Augen treten, denn es wird nicht vergessen werden aus ihrem Mund und aus dem Mund ihrer Nachkommenschaft; denn ich kenne ihre Bosheit, was sie heute hier tun, ehe ich sie in das gute Land hineinführe, das ich ihren Vätern geschworen habe.
22 Und Mose schrieb dieses Lied an jenem Tag auf und lehrte es die Söhne Israels.
23 Und Mose gebot Josua und sprach zu ihm: Sei mannhaft und stark; denn du wirst die Söhne Israels in das Land hineinführen, das der Herr ihnen geschworen hat, und er wird mit dir sein.
24 Als aber Mose es vollendet hatte, alle Worte dieses Gesetzes in ein Buch zu schreiben bis zum Ende,
25 da gebot er den Leviten, die die Lade des Bundes des Herrn tragen, und sprach:
26 Nehmt das Buch dieses Gesetzes und legt es an die Seite der Lade des Bundes des Herrn, eures Gottes, und es soll dort bei dir als Zeugnis sein.
27 Denn ich kenne deine Widerspenstigkeit und deinen harten Nacken; denn noch während ich heute bei euch lebe, seid ihr widerspenstig gewesen gegen Gott — wie viel mehr nach meinem Tod?
28 Versammelt zu mir eure Stammeshäupter und eure Ältesten und eure Richter und eure Schreiber, damit ich vor ihren Ohren alle diese Worte rede und Himmel und Erde gegen sie als Zeugen anrufe;
29 denn ich weiß, dass ihr nach meinem Ende gänzlich gesetzlos handeln und von dem Weg abweichen werdet, den ich euch geboten habe, und die Übel werden euch treffen am Ende der Tage, weil ihr das Böse vor dem Herrn tun werdet, ihn zu erzürnen durch die Werke eurer Hände.
30 Und Mose redete vor den Ohren der ganzen Versammlung Israels die Worte dieses Liedes bis zum Ende.
Kapitel 32
1 Merke auf, Himmel, und ich will reden, und die Erde höre die Worte aus meinem Munde.
2 Wie Regen werde erwartet mein Ausspruch, und wie Tau mögen herabkommen meine Worte, wie Regenguss auf das Gras und wie Schnee auf das Kraut.
3 Denn den Namen des Herrn habe ich angerufen; gebt unserem Gott die Ehre der Größe.
4 Gott – wahrhaftig sind seine Werke, und alle seine Wege sind Gerichte; ein treuer Gott, und kein Unrecht ist an ihm; gerecht und heilig ist der Herr.
5 Es haben gegen ihn gesündigt – nicht seine Kinder, sondern schandhafte, ein verkehrtes und verdrehtes Geschlecht.
6 Vergeltet ihr dem Herrn so, du törichtes und unweises Volk? Ist nicht er selbst dein Vater, der dich erworben, dich gemacht und dich geschaffen hat?
7 Gedenkt der Tage der Vorzeit, versteht die Jahre von Geschlecht zu Geschlechtern; frage deinen Vater, und er wird dir verkünden, deine Ältesten, und sie werden dir sagen.
8 Als der Höchste die Völker verteilte, als er die Söhne Adams zerstreute, setzte er die Grenzen der Völker nach der Zahl der Engel Gottes,
9 und der Anteil des Herrn wurde sein Volk Jakob, die Messschnur seines Erbes Israel.
10 Er versorgte ihn im wüsten Land, im Durst der Hitze, im wasserlosen Land; er umgab ihn, erzog ihn und behütete ihn wie den Augapfel,
11 wie ein Adler sein Nest beschirmt und sich nach seinen Jungen sehnt: seine Flügel ausbreitend nahm er sie auf und trug sie auf seinem Rücken.
12 Der Herr allein führte sie, und kein fremder Gott war mit ihnen.
13 Er ließ sie hinaufsteigen auf die Kraft des Landes, speiste sie mit den Erträgen der Felder; sie sogen Honig aus dem Felsen und Öl aus dem harten Felsen,
14 Butter von Rindern und Milch von Schafen samt dem Fett von Lämmern und Widdern, von jungen Stieren und Böcken, samt dem Nierenfett des Weizens, und Traubenblut tranken sie als Wein.
15 Und Jakob aß und wurde satt, und der Geliebte schlug aus; er wurde fett, wurde dick, wurde breit; und er verließ Gott, der ihn gemacht hatte, und fiel ab von Gott, seinem Retter.
16 Sie reizten mich mit fremden Göttern, mit ihren Gräueln erbitterten sie mich;
17 sie opferten Dämonen und nicht Gott, Göttern, die sie nicht kannten; neue, jüngst gekommene sind es, die ihre Väter nicht kannten.
18 Den Gott, der dich gezeugt hat, hast du verlassen und Gottes vergessen, der dich nährt.
19 Und der Herr sah es und eiferte und wurde erzürnt aus Zorn über seine Söhne und Töchter,
20 und er sprach: Ich will mein Angesicht von ihnen abwenden und zeigen, was ihnen am Ende geschehen wird; denn ein verkehrtes Geschlecht ist es, Söhne, in denen keine Treue ist.
21 Sie haben mich zum Eifer gereizt durch das, was nicht Gott ist, mich erzürnt durch ihre Götzenbilder; so werde auch ich sie zum Eifer reizen durch das, was nicht Volk ist, durch ein unverständiges Volk werde ich sie erzürnen.
22 Denn ein Feuer ist entbrannt aus meinem Zorn, es wird brennen bis hinab in den Hades, wird die Erde und ihre Erträge verzehren, wird die Grundfesten der Berge in Flammen setzen.
23 Ich werde Übel über sie sammeln und meine Pfeile an ihnen verbrauchen.
24 Verzehrt vom Hunger und vom Fraß der Vögel und unheilbarer Krampf; die Zähne wilder Tiere werde ich gegen sie senden samt dem Grimm derer, die auf der Erde kriechen.
25 Draußen wird das Schwert sie kinderlos machen, und aus den Kammern der Schrecken: den Jüngling samt der Jungfrau, den Säugling mit dem ergrauten Greis.
26 Ich sprach: Ich will sie zerstreuen, will ihr Andenken unter den Menschen austilgen,
27 wäre es nicht wegen des Zorns der Feinde, damit sie nicht lange bestehen und damit die Widersacher sich nicht erheben und nicht sagen: Unsere hohe Hand, und nicht der Herr, hat dies alles getan.
28 Denn ein Volk sind sie, das den Rat verloren hat, und keine Einsicht ist in ihnen.
29 Sie waren nicht klug genug, dies zu verstehen; sie mögen es sich für die kommende Zeit merken.
30 Wie könnte einer tausend verfolgen und zwei zehntausend in die Flucht schlagen, wenn nicht Gott sie verkauft und der Herr sie preisgegeben hätte?
31 Denn ihre Götter sind nicht wie unser Gott; unsere Feinde aber sind unverständig.
32 Denn vom Weinstock Sodoms stammt ihr Weinstock, und ihre Rebe von Gomorra; ihre Traube ist eine Traube der Galle, eine Traube der Bitterkeit ist ihnen;
33 Drachengrimm ist ihr Wein und unheilbares Gift von Nattern.
34 Siehe, ist dies nicht bei mir gesammelt und versiegelt in meinen Schatzkammern?
35 Am Tage der Vergeltung werde ich heimzahlen, zur Zeit, wenn ihr Fuß strauchelt; denn nahe ist der Tag ihres Verderbens, und was euch bereitet ist, steht da.
36 Denn der Herr wird sein Volk richten und über seine Knechte sich erbarmen; denn er sah, dass sie gelähmt und in der Heimsuchung dahingeschwunden und kraftlos geworden waren.
37 Und der Herr sprach: Wo sind ihre Götter, auf die sie vertrauten,
38 von deren Opfern ihr das Fett aßet und den Wein ihrer Trankopfer tranket? Sie mögen aufstehen und euch helfen und euch Beschirmer werden.
39 Seht, seht, dass ich es bin, und es gibt keinen Gott außer mir; ich töte und mache lebendig, ich schlage, und ich heile, und es gibt keinen, der aus meinen Händen errettet.
40 Denn ich erhebe meine Hand zum Himmel und schwöre bei meiner Rechten und spreche: So wahr ich lebe in Ewigkeit:
41 Ich werde mein Schwert wie den Blitz schärfen, und meine Hand wird das Gericht ergreifen, und ich werde den Feinden Vergeltung heimzahlen und denen, die mich hassen, vergelten;
42 ich werde meine Pfeile trunken machen von Blut, und mein Schwert wird Fleisch fressen, vom Blut der Erschlagenen und der Gefangenen, vom Haupt der feindlichen Fürsten.
43 Freut euch, ihr Himmel, mit ihm, und alle Söhne Gottes sollen ihn anbeten; freut euch, ihr Völker, mit seinem Volk, und alle Engel Gottes sollen ihn stärken; denn das Blut seiner Söhne wird gerächt, und er wird rächen und den Feinden Vergeltung heimzahlen und denen, die ihn hassen, vergelten, und der Herr wird das Land seines Volkes reinigen.
44 Und Mose schrieb dieses Lied an jenem Tage und lehrte es die Söhne Israels. Und Mose kam und redete alle Worte dieses Gesetzes vor den Ohren des Volkes, er und Josua, der Sohn des Nun.
45 Und Mose vollendete, zu ganz Israel zu reden,
46 und sprach zu ihnen: Achtet in eurem Herzen auf alle diese Worte, die ich euch heute bezeuge, die ihr euren Söhnen gebieten sollt, zu bewahren und zu tun: alle Worte dieses Gesetzes.
47 Denn kein leeres Wort ist dies für euch, denn es ist euer Leben, und um dieses Wortes willen werdet ihr lange leben in dem Land, in das ihr über den Jordan zieht, um es dort in Besitz zu nehmen.
48 Und der Herr redete zu Mose an diesem Tage und sprach:
49 Steige hinauf auf dieses Gebirge Abarim, den Berg Nabau, der im Lande Moab liegt, Jericho gegenüber, und sieh das Land Kanaan, das ich den Söhnen Israels zum Besitz gebe,
50 und stirb auf dem Berge, auf den du hinaufsteigst, und werde zu deinem Volk versammelt, so wie dein Bruder Aaron auf dem Berge Hor starb und zu seinem Volk versammelt wurde,
51 weil ihr meinem Wort ungehorsam wart unter den Söhnen Israels beim Wasser des Streites von Kades in der Wüste Sin, weil ihr mich nicht geheiligt habt unter den Söhnen Israels;
52 denn von gegenüber wirst du das Land sehen, aber dort nicht hineinkommen.
Kapitel 33
1 Und dies ist der Segen, mit dem Mose, der Mann Gottes, die Söhne Israels vor seinem Tode segnete.
2 Und er sprach: Der Herr ist vom Sinai gekommen und hat uns von Seir aus geleuchtet und ist herbeigeeilt vom Berge Pharan mit den Myriaden von Kades; zu seiner Rechten waren Engel mit ihm.
3 Und er verschonte sein Volk, und alle Geheiligten sind unter deinen Händen; und diese sind unter dir, und er empfing von seinen Worten
4 ein Gesetz, das uns Mose geboten hat, ein Erbe für die Versammlungen Jakobs.
5 Und er wird im Geliebten Herrscher sein, wenn die Herrscher der Völker versammelt sind zusammen mit den Stämmen Israels.
6 Ruben lebe und sterbe nicht, und er sei zahlreich an Zahl.
7 Und dies für Juda: Erhöre, Herr, die Stimme Judas, und mögen sie zu seinem Volk eingehen; seine Hände sollen für ihn entscheiden, und du wirst ihm ein Helfer gegen seine Feinde sein.
8 Und zu Levi sprach er: Gebt Levi seine Offenbarungen und seine Wahrheit dem frommen Mann, den sie in der Versuchung versucht haben; sie haben ihn geschmäht am Wasser des Streites;
9 der zu seinem Vater und seiner Mutter sprach: Ich habe dich nicht gesehen, und seine Brüder nicht erkannte und seine Söhne verleugnete; er bewahrte deine Aussprüche und hielt deinen Bund.
10 Sie werden Jakob deine Rechtssatzungen kundtun und Israel dein Gesetz; sie werden in deinem Zorn allezeit Räucherwerk auf deinen Altar legen.
11 Segne, Herr, seine Kraft und nimm die Werke seiner Hände an; zerschmettere die Lenden der Feinde, die sich gegen ihn erhoben haben, und die ihn hassen, sollen nicht aufstehen.
12 Und zu Benjamin sprach er: Der vom Herrn Geliebte wird in Zuversicht wohnen, und Gott beschattet ihn alle Tage, und zwischen seinen Schultern hat er geruht.
13 Und zu Joseph sprach er: Vom Segen des Herrn ist sein Land, von den Gaben des Himmels und des Taus und von den Tiefen der Quellen von unten
14 und zur rechten Zeit von den Erträgen der Sonnenwenden und von den Zusammenkünften der Monate
15 und vom Gipfel der uralten Berge und vom Gipfel der ewigen Hügel
16 und zur rechten Zeit von der Fülle der Erde. Und das Wohlgefällige dessen, der im Dornbusch erschien, möge auf das Haupt Josephs kommen, und auf den Scheitel dessen, der unter den Brüdern verherrlicht wurde.
17 Der Erstgeborene eines Stieres ist seine Schönheit, die Hörner eines Einhorns sind seine Hörner; mit ihnen wird er die Völker stoßen, zumal bis ans Ende der Erde. Das sind die Myriaden Ephraims, und das sind die Tausende Manasses.
18 Und zu Sebulon sprach er: Freue dich, Sebulon, bei deinem Auszug und, Issachar, in seinen Zelten.
19 Völker werden sie vertilgen, und ihr werdet dort anrufen und ein Opfer der Gerechtigkeit opfern; denn der Reichtum des Meeres wird dich säugen und die Handelsplätze derer, die an der Küste wohnen.
20 Und zu Gad sprach er: Gesegnet sei, der Gad weiten Raum gibt; wie ein Löwe hat er geruht, nachdem er Arm und Herrscher zermalmt hat.
21 Und er sah seinen Erstlingsanteil, denn dort wurde das Land der Herrscher verteilt, versammelt zusammen mit den Führern der Völker; Gerechtigkeit hat der Herr getan und sein Gericht mit Israel.
22 Und zu Dan sprach er: Dan ist ein junger Löwe und wird aus Basan hervorspringen.
23 Und zu Naphtali sprach er: Naphtali ist voll des Wohlgefälligen, und er werde erfüllt mit Segen vom Herrn; das Meer und den Süden wird er erben.
24 Und zu Asser sprach er: Gesegnet unter den Kindern ist Asser, und er wird seinen Brüdern wohlgefällig sein. Er wird seinen Fuß in Öl tauchen;
25 Eisen und Erz wird sein Schuh sein, und wie deine Tage, so wird deine Kraft sein.
26 Es ist keiner wie der Gott des Geliebten; der über den Himmel einherfährt, ist dein Helfer, und der Herrliche des Firmaments.
27 Und der Schutz des uranfänglichen Gottes und unter der Kraft der ewigen Arme; und er wird den Feind vor deinem Angesicht vertreiben und sprechen: Geh zugrunde!
28 Und Israel wird in Zuversicht allein wohnen im Lande Jakobs, bei Korn und Wein, und der Himmel wird ihm umwölkt sein von Tau.
29 Selig bist du, Israel; welches Volk ist dir gleich, das vom Herrn gerettet wird? Dein Helfer wird dich mit dem Schild decken, und das Schwert ist dein Ruhm; und deine Feinde werden dich verleugnen, und du wirst auf ihren Nacken treten.
Kapitel 34
1 Und Mose stieg von Araboth Moab hinauf auf den Berg Nebo, auf den Gipfel des Pisga, der gegenüber von Jericho liegt, und der Herr zeigte ihm das ganze Land Gilead bis nach Dan
2 und das ganze Land Naphtali und das ganze Land Ephraim und Manasse und das ganze Land Juda bis zum äußersten Meer
3 und die Wüste und die Umgebung von Jericho, der Palmenstadt, bis nach Zoar.
4 Und der Herr sprach zu Mose: Dies ist das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob geschworen habe, indem ich sprach: Eurem Samen werde ich es geben. Ich habe es dich mit deinen Augen sehen lassen, aber dort wirst du nicht hineingehen.
5 Und Mose, der Knecht des Herrn, starb im Land Moab nach dem Wort des Herrn.
6 Und man begrub ihn in Gai im Land Moab, nahe beim Haus Peor; und niemand kennt sein Grab bis auf diesen Tag.
7 Mose aber war hundertzwanzig Jahre alt, als er starb; seine Augen waren nicht schwach geworden, und seine Lippen waren nicht verfallen.
8 Und die Söhne Israels beweinten Mose in Araboth Moab am Jordan gegenüber von Jericho dreißig Tage lang; und die Tage der Trauer und des Weinens um Mose wurden vollendet.
9 Und Josua, der Sohn Nuns, wurde mit dem Geist der Einsicht erfüllt, denn Mose hatte seine Hände auf ihn gelegt; und die Söhne Israels gehorchten ihm und taten, wie der Herr dem Mose geboten hatte.
10 Und es stand nicht mehr ein Prophet in Israel auf wie Mose, den der Herr von Angesicht zu Angesicht gekannt hat,
11 in allen Zeichen und Wundern, die der Herr ihn ausgesandt hatte zu tun im Land Ägypten an Pharao und seinen Dienern und an seinem ganzen Land,
12 die großen Wundertaten und die starke Hand, die Mose vor ganz Israel vollbracht hat.