Genesis
Kapitel 1
1 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
2 Die Erde war wüst und leer, Finsternis lag über der Urflut, und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser.
3 Da sprach Gott: „Es werde Licht!“, und es wurde Licht.
4 Gott sah, dass das Licht gut war, und er trennte das Licht von der Finsternis.
5 Gott nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Es wurde Abend, und es wurde Morgen. Das war der erste Tag.
6 Da sprach Gott: „Es soll eine Feste geben, die das Wasser unter dem Himmel von dem Wasser über der Feste trennt!“, und so geschah es.
7 Gott machte die Feste und trennte das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste.
8 Gott nannte die Feste Himmel. Es wurde Abend, und es wurde Morgen. Das war der zweite Tag.
9 Da sprach Gott: „Das Wasser unter dem Himmel soll sich an einem Ort sammeln, damit das Trockene sichtbar wird!“, und so geschah es.
10 Gott nannte das Trockene Land und die Ansammlung des Wassers Meere. Gott sah, dass es gut war.
11 Da sprach Gott: „Die Erde lasse Gras und Kräuter wachsen, die Samen tragen, und Fruchtbäume, die auf der Erde Früchte tragen, jeder nach seiner Art!“, und so geschah es.
12 Die Erde brachte Gras und Kräuter hervor, die Samen trugen, jeder nach seiner Art, und Bäume, die Früchte trugen, die Samen enthielten, jeder nach seiner Art. Gott sah, dass es gut war.
13 Es wurde Abend, und es wurde Morgen. Das war der dritte Tag.
14 Da sprach Gott: „Es sollen Lichter an der Feste des Himmels werden, um das Land zu erhellen und Tag und Nacht zu trennen. Sie sollen Zeichen für Zeiten, Tage und Jahre sein
15 und an der Feste des Himmels leuchten, um die Erde zu erhellen!“, und so geschah es.
16 Gott machte die beiden großen Lichter: das größere Licht zur Herrschaft über den Tag und das kleinere Licht zur Herrschaft über die Nacht; auch die Sterne.
17 Gott setzte sie an die Feste des Himmels, um die Erde zu erhellen,
18 um über Tag und Nacht zu herrschen und Licht und Finsternis zu trennen. Gott sah, dass es gut war.
19 Es wurde Abend, und es wurde Morgen. Das war der vierte Tag.
20 Da sprach Gott: „Die Wasser sollen wimmeln von lebenden Wesen, und Vögel sollen über der Erde fliegen, unter dem Himmelsgewölbe!“, und so geschah es.
21 Gott schuf die großen Meerestiere und alle Lebewesen, die sich im Wasser tummeln, ein jedes nach seiner Art, und alle gefiederten Vögel, ein jedes nach seiner Art. Gott sah, dass es gut war.
22 Gott segnete sie mit den Worten: „Seid fruchtbar und mehret euch, füllt die Gewässer der Meere, und die Vögel mehren sich auf der Erde!“.
23 Es wurde Abend, und es wurde Morgen. Das war der fünfte Tag.
24 Da sprach Gott: „Die Erde lasse lebende Wesen hervorbringen, ein jedes nach seiner Art: Nutztiere, Kriechtiere und wildlebende Tiere, ein jedes nach seiner Art!“, und so geschah es.
25 Gott machte die wildlebenden Tiere der Erde, ein jedes nach seiner Art, und die Nutztiere, ein jedes nach seiner Art, und alle Kriechtiere der Erde, ein jedes nach seiner Art. Gott sah, dass es gut war.
26 Da sprach Gott: „Lasst uns Menschen machen, ein Bild von uns, uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische im Meer, über die Vögel am Himmel, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere, die auf der Erde kriechen!“.
27 Da schuf Gott den Menschen als sein Abbild, als Abbild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.
28 Gott segnete sie und sprach zu ihnen: „Seid fruchtbar und mehret euch, füllt die Erde und unterwerft sie euch! Herrscht über die Fische im Meer, über die Vögel am Himmel und über alle Tiere, die sich auf der Erde bewegen!“.
29 Gott sprach: „Siehe, ich gebe euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume, die Früchte mit Samen tragen – euch soll es zur Nahrung dienen!
30 Und allen Tieren der Erde, allen Vögeln am Himmel und allem, was auf der Erde kriecht und Leben hat, gebe ich alle grünen Pflanzen zur Nahrung!“, und so geschah es.
31 Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Es wurde Abend, und es wurde Morgen. Das war der sechste Tag.
Kapitel 2
1 So wurden Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer vollendet.
2 Und Gott beendete am siebten Tag sein Werk, das er geschaffen hatte, und ruhte am siebten Tag von all seinem Werk, das er geschaffen hatte.
3 Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn, weil er an diesem Tag von all seinem Werk ruhte, das Gott geschaffen und gemacht hatte.
4 Dies ist die Geschichte von Himmel und Erde, als sie geschaffen wurden, an dem Tag, als Gott, der Herr, Himmel und Erde machte.
5 Noch bevor es auf der Erde Pflanzen gab und Gras auf dem Feld wuchs – denn Gott, der Herr, hatte es noch nicht auf die Erde regnen lassen, und es gab keinen Menschen, der das Land bearbeitete,
6 doch eine Quelle stieg aus der Erde empor und bewässerte das ganze Land.
7 Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Staub vom Erdboden und blies ihm den Lebensatem in die Nase. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen.
8 Und Gott, der Herr, pflanzte einen Garten in Eden, im Osten, und setzte den Menschen, den er geformt hatte, dorthin.
9 Gott, der Herr, ließ aus der Erde allerlei Bäume wachsen, lieblich anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens in der Mitte des Gartens und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.
10 Ein Strom ging von Eden aus, um den Garten zu bewässern, und teilte sich von dort in vier Hauptarme.
11 Der Name des ersten ist Pischon; er ist es, der das ganze Land Hawila umfließt, wo es Gold gibt.
12 Das Gold dieses Landes ist gut; dort gibt es auch Bdellium und Edelstein.
13 Der Name des zweiten Stroms ist Gihon; er ist es, der das ganze Land Kusch umfließt.
14 Der Name des dritten Stroms ist Tigris; er fließt östlich von Assyrien. Der vierte Strom aber ist der Euphrat.
15 Gott, der Herr, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, um ihn zu bebauen und zu bewahren.
16 Und Gott, der Herr, gebot dem Adam und sprach: „Von allen Bäumen im Garten darfst du essen;
17 aber vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse sollst du nicht essen. Denn an dem Tag, an dem du davon isst, wirst du sterben.“
18 Und Gott, der Herr, sprach: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist. Ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht.“
19 Nachdem Gott, der Herr, aus der Erde alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels gebildet hatte, brachte er sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen würde. Und wie der Mensch jedes lebende Wesen nannte, so war sein Name.
20 Und Adam gab allen Viechern und allen Vögeln des Himmels und allen Tieren des Feldes Namen. Aber für Adam wurde kein Helfer gefunden, der ihm gleich war.
21 Und Gott legte einen tiefen Schlaf über Adam, und er schlief ein. Und er nahm eine seiner Rippen und füllte Fleisch an ihrer Stelle auf.
22 Und der Herr, Gott, baute die Rippe, die er von Adam genommen hatte, zu einer Frau auf und brachte sie zu Adam.
23 Und Adam sprach: „Dies nun ist Knochen von meinen Knochen und Fleisch von meinem Fleisch. Sie soll Frau genannt werden, weil sie aus ihrem Mann genommen wurde.
24 Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die beiden werden ein Fleisch sein.
25
Und die beiden waren nackt, Adam und seine Frau, und sie schämten sich nicht.
Kapitel 3
1 Aber die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die der Herr, Gott, gemacht hatte. Und die Schlange sprach zur Frau: „Warum hat Gott gesagt: ‚Ihr sollt von keinem Baum im Paradies essen‘?
2 Und die Frau sprach zur Schlange: „Wir dürfen von der Frucht jedes Baumes im Paradies essen.
3 Aber von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Paradieses steht, hat Gott gesagt: ‚Ihr sollt nicht davon essen, auch sollt ihr ihn nicht berühren, damit ihr nicht sterbt‘.
4 Und die Schlange sprach zur Frau: „Ihr werdet nicht sterben.
5 Denn Gott weiß, dass an dem Tag, an dem ihr davon esst, eure Augen geöffnet sein werden, und ihr werdet sein wie Götter, die Gut und Böse kennen.
6 Und die Frau sah, dass der Baum gut zur Nahrung war und dass er den Augen gefiel zu sehen und schön war, um ihn zu verstehen. Und sie nahm von seiner Frucht und aß. Und sie gab auch ihrem Mann mit ihr, und sie aßen.
7 Und die Augen der beiden wurden geöffnet, und sie erkannten, dass sie nackt waren, und sie nähten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze.
8 Und sie hörten die Stimme des Herrn, Gottes, der am Abend im Paradies wandelte, und Adam und seine Frau versteckten sich vor dem Angesicht des Herrn, Gottes, in der Mitte des Baumes des Paradieses.
9 Und der Herr, Gott, rief Adam und sprach zu ihm: „Adam, wo bist du?
10 Und er sprach zu ihm: „Ich hörte deine Stimme, als du im Paradies wandeltest, und ich fürchtete mich, weil ich nackt bin, und ich versteckte mich.
11 Und er sprach zu ihm: „Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du nicht von dem Baum gegessen, von dem ich dir befohlen habe, nur davon nicht zu essen?
12 Und Adam sprach: „Die Frau, die du mir gegeben hast, sie hat mir von dem Baum gegeben, und ich aß.
13 Und der Herr, Gott, sprach zur Frau: „Was hast du getan?“ Und die Frau sprach: „Die Schlange hat mich betrogen, und ich aß.
14 Und der Herr, Gott, sprach zur Schlange: „Weil du das getan hast, bist du verflucht von allem Vieh und von allen Tieren des Feldes. Auf deinem Bauch und deinem Bauch wirst du gehen, und Erde wirst du essen alle Tage deines Lebens.
15 Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und zwischen der Frau und zwischen deinem Samen und zwischen ihrem Samen. Er wird deinen Kopf bewachen, und du wirst seine Ferse bewachen.
16 Und zur Frau sprach er: „Ich werde deine Schmerzen und dein Stöhnen vervielfachen. In Schmerzen wirst du Kinder gebären. Und zu deinem Mann wird deine Begierde sein, und er wird über dich herrschen.
17 Und zu Adam sprach er: „Weil du auf die Stimme deiner Frau gehört hast und von dem Baum gegessen hast, von dem ich dir befohlen habe, nur davon nicht zu essen, ist der Erdboden verflucht in deinen Werken. In Schmerzen wirst du ihn essen alle Tage deines Lebens.
18 Dornen und Disteln werden für dich wachsen, und du wirst das Gras des Feldes essen.
19 Im Schweiße deines Angesichts wirst du dein Brot essen, bis du wieder zu der Erde wirst, von der du genommen wurdest. Denn du bist Erde und zu Erde wirst du zurückkehren.
20 Und Adam nannte den Namen seiner Frau Eva, weil sie die Mutter aller Lebenden ist.
21 Und der Herr, Gott, machte Adam und seiner Frau Kleider aus Leder und kleidete sie ein.
22 Und Gott sprach: „Siehe, Adam ist geworden wie einer von uns, um Gut und Böse zu kennen. Und nun wird er nicht seine Hand ausstrecken und vom Baum des Lebens essen und ewig leben.
23 Und der Herr, Gott, sandte ihn aus dem Paradies der Lust, um die Erde zu bebauen, von der er genommen wurde.
24
Und er vertrieb Adam und siedelte ihn gegenüber dem Paradies der Lust an und
stellte die Cherubim und das flammende Schwert, das sich drehte, auf, um den
Weg zum Baum des Lebens zu bewachen.
Kapitel 4
1 Und Adam erkannte Eva, seine Frau, und sie empfing und gebar Kain und sprach: „Ich habe einen Menschen durch Gott erworben.
2 Und sie fügte hinzu, seinen Bruder Abel zu gebären. Und Abel wurde ein Schafhirte, und Kain war ein Arbeiter des Bodens.
3 Und es geschah nach Tagen, Kain brachte von den Früchten des Bodens ein Opfer für den Herrn dar.
4 Und Abel brachte auch von den Erstgeborenen seiner Schafe und von ihrem Fett. Und Gott schaute auf Abel und auf seine Gaben.
5 Aber auf Kain und seine Opfer achtete er nicht. Und es betrübte Kain sehr, und sein Gesicht sank.
6 Und der Herr, Gott, sprach zu Kain: „Warum bist du betrübt, und warum ist dein Gesicht gesunken?
7 Nicht, wenn du recht darbringst, und recht nicht teilst, hast du gesündigt? Sei ruhig. Zu dir ist seine Begierde, und du wirst über ihn herrschen.
8 Und Kain sprach zu Abel, seinem Bruder: „Lass uns auf das Feld gehen. Und es geschah, als sie auf dem Feld waren, da erhob sich Kain gegen Abel, seinen Bruder, und tötete ihn.
9 Und Gott sprach zu Kain: „Wo ist Abel, dein Bruder?“ Und er sprach: „Ich weiß es nicht. Bin ich der Hüter meines Bruders?
10 Und Gott sprach: „Was hast du getan? Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir aus der Erde.
11 Und nun bist du verflucht von der Erde, die ihren Mund geöffnet hat, um das Blut deines Bruders aus deiner Hand zu empfangen.
12 Denn du wirst die Erde bebauen, und sie wird dir ihre Kraft nicht mehr geben. Seufzend und zitternd wirst du auf der Erde sein.
13 Und Kain sprach zum Herrn: „Meine Schuld ist zu groß, um vergeben zu werden.
14 Wenn du mich heute aus dem Angesicht der Erde und aus deinem Angesicht vertreibst, werde ich mich verstecken und seufzend und zitternd auf der Erde sein, und jeder, der mich findet, wird mich töten.
15 Und der Herr, Gott, sprach zu ihm: „Nicht so. Jeder, der Kain tötet, wird siebenfache Rache erleiden. Und der Herr, Gott, setzte Kain ein Zeichen, dass ihn niemand, der ihn findet, töten würde.
16 Und Kain ging weg vom Angesicht Gottes und wohnte im Land Nod, gegenüber Eden.
17 Und Kain erkannte seine Frau, und sie empfing und gebar Henoch. Und er baute eine Stadt und benannte die Stadt nach dem Namen seines Sohnes Henoch.
18 Und Henoch gebar Irad, und Irad gebar Mehujael, und Mehujael gebar Methusalah, und Methusalah gebar Lamech.
19 Und Lamech nahm sich zwei Frauen, die eine hieß Ada, und die andere hieß Zilla.
20 Und Ada gebar Jabal. Er ist der Vater derer, die in Zelten als Viehzüchter leben.
21 Und der Name seines Bruders war Jubal. Er ist derjenige, der die Harfe und die Zither erfand.
22 Zilla gebar auch Tubal-Kain, und er war ein Schmied, ein Bearbeiter von Bronze und Eisen. Und die Schwester von Tubal-Kain war Naamah.
23 Und Lamech sprach zu seinen beiden Frauen Ada und Zilla: Hört meine Stimme, Frauen Lamechs, und lauscht meinen Worten! Denn einen Mann erschlug ich zum Schaden für mich und einen Jüngling zum Mal für mich.
24 Denn siebenmal wird Kain gerächt werden, doch Lamech wird siebzigmal siebenmal rächen.
25 Adam erkannte Eva, seine Frau, und sie ward schwanger und gebar einen Sohn und nannte seinen Namen Set, denn sie sprach: Gott hat mir einen anderen Samen gesetzt an Stelle Abels, den Kain erschlug.
26
Und Seth wurde ein Sohn geboren, und er nannte seinen Namen Enos; dieser
hoffte, den Namen des Herrn, des Gottes, anzurufen.
Kapitel 5
1 Dies ist das Buch der Generationen Adams; an dem Tag, als Gott Adam schuf, nach dem Bilde Gottes schuf er ihn.
2 Mann und Frau schuf er sie und segnete sie, und er nannte ihren Namen Adam an dem Tag, als er sie schuf.
3 Und Adam lebte zweihundertdreißig Jahre und gebar nach seinem Bild und nach seinem Gleichnis und nannte seinen Namen Seth.
4 Und die Tage Adams, nachdem er Seth geboren hatte, waren siebenhundert Jahre, und er gebar Söhne und Töchter.
5 Und alle Tage Adams, die er lebte, waren neunhundertdreißig Jahre, und er starb.
6 Und Set lebte zweihundertfünf Jahre und gebar Enos.
7 Und Set lebte, nachdem er Enos geboren hatte, siebenhundertsieben Jahre und gebar Söhne und Töchter.
8 Und alle Tage Sets waren neunhundertzwölf Jahre, und er starb.
9 Und Enos lebte hundertneunzig Jahre und gebar Kenan.
10 Und Enos lebte, nachdem er Kenan geboren hatte, siebenhundertfünfzehn Jahre und gebar Söhne und Töchter.
11 Und alle Tage Enos waren neunhundertfünf Jahre, und er starb.
12 Und Kenan lebte hundertundsiebzig Jahre und gebar Mahalalel.
13 Und Kenan lebte, nachdem er Mahalalel geboren hatte, siebenhundertvierzig Jahre und gebar Söhne und Töchter.
14 Und alle Tage Kenans waren neunhundertzehn Jahre, und er starb.
15 Und Mahalalel lebte hundertundsechsundsechzig Jahre und gebar Jared.
16 Und Mahalalel lebte, nachdem er Jared geboren hatte, siebenhundertdreißig Jahre und gebar Söhne und Töchter.
17 Und alle Tage Mahalalels waren achthundertfünfundneunzig Jahre, und er starb.
18 Und Jared lebte hundertundzweiundsechzig Jahre und gebar Henoch.
19 Und Jared lebte, nachdem er Henoch geboren hatte, achthundert Jahre und gebar Söhne und Töchter.
20 Und alle Tage Jareds waren neunhundertzweiundsechzig Jahre, und er starb.
21 Und Henoch lebte hundertundsechsundsechzig Jahre und gebar Methusalah.
22 Und Henoch gefiel Gott, nachdem er Methusalah geboren hatte, zweihundert Jahre und gebar Söhne und Töchter.
23 Und alle Tage Henochs waren dreihundertfünfundsechzig Jahre.
24 Und Henoch gefiel Gott, und er war nicht zu finden, denn Gott hatte ihn entrückt.
25 Und Methusalah lebte hundertundsiebenundsechzig Jahre und gebar Lamech.
26 Und Methusalah lebte, nachdem er Lamech geboren hatte, achthundertzwei Jahre und gebar Söhne und Töchter.
27 Und alle Tage Methusalahs, die er lebte, waren neunhundertneunundsechzig Jahre, und er starb.
28 Und Lamech lebte hundertundachtundachtzig Jahre und gebar einen Sohn
29 und nannte seinen Namen Noah und sprach: Dieser wird uns Ruhe schaffen von unseren Werken und von den Mühen unserer Hände und von dem Land, das der Herr, Gott, verflucht hat.
30 Und Lamech lebte, nachdem er Noah geboren hatte, fünfhundertfünfundsechzig Jahre und gebar Söhne und Töchter.
31 Und alle Tage Lamechs waren siebenhundertdreiundfünfzig Jahre, und er starb.
32
Und Noah war fünfhundert Jahre alt, und Noah gebar drei Söhne: Sem, Ham und
Jafet.
Kapitel 6
1 Und es geschah, als die Menschen begannen, sich auf der Erde zu vermehren, und Töchter wurden ihnen geboren.
2 Und die Söhne Gottes sahen die Töchter der Menschen, dass sie schön waren, und sie nahmen sich Frauen aus allen, die sie erwählten.
3 Und der Herr, Gott, sprach: Mein Geist soll nicht für immer in diesen Menschen bleiben, weil sie Fleisch sind;
4 ihre Tage sollen hundertzwanzig Jahre sein. Und die Riesen waren auf der Erde in jenen Tagen und danach, als die Söhne Gottes zu den Töchtern der Menschen gingen und sie ihnen gebaren; das waren die Riesen von alters her, die berühmten Menschen.
5 Und der Herr, Gott, sah, dass die Bosheit der Menschen auf der Erde zahlreich geworden war und jeder im Inneren seines Herzens eifrig nach dem Bösen trachtete alle Tage.
6 Und Gott erinnerte sich, dass er den Menschen auf der Erde gemacht hatte, und er überlegte.
7 Und Gott sprach: Ich will den Menschen, den ich gemacht habe, von der Oberfläche der Erde auslöschen, vom Menschen bis zum Vieh und von den Kriechtieren bis zu den Vögeln des Himmels, denn ich zürne, dass ich sie gemacht habe.
8 Noah aber fand Gnade vor dem Herrn, Gott.
9 Dies sind die Generationen Noahs: Noah war ein gerechter Mann, vollkommen in seiner Generation; Gott gefiel Noah.
10 Und Noah gebar drei Söhne: Sem, Ham und Jafet.
11 Und die Erde war verderbt vor Gott, und die Erde war voll von Ungerechtigkeit.
12 Und der Herr, Gott, sah die Erde, und sie war verderbt, denn alles Fleisch verderbte seinen Weg auf der Erde.
13 Und Gott sprach zu Noah: Die Zeit aller Menschen ist vor mir gekommen, denn die Erde ist voller Ungerechtigkeit durch sie, und siehe, ich werde sie und die Erde verderben.
14 Mache dir also eine Arche aus Zypressenholz; Räume sollst du der Arche geben und sie innen und außen mit Pech abdichten.
15 Und so sollst du die Arche machen: Dreihundert Ellen lang soll die Arche sein, fünfzig Ellen breit und dreißig Ellen hoch.
16 Du sollst die Arche von oben zusammenfügen und bis zu einer Elle vollenden. Und die Tür der Arche sollst du seitlich anbringen; unterirdisch, zweistöckig und dreistöckig sollst du sie machen.
17 Und siehe, ich werde die Sintflut über die Erde bringen, um alles Fleisch zu verderben, in dem der Lebensatem ist, unter dem Himmel; und alles, was auf der Erde ist, wird sterben.
18 Und ich werde meinen Bund mit dir aufrichten; und du sollst in die Arche gehen, du und deine Söhne und deine Frau und die Frauen deiner Söhne mit dir.
19 Und von allen Tieren und von allen Kriechtieren und von allen wilden Tieren und von allem Fleisch, zwei von jedem, sollst du in die Arche bringen, um sie mit dir zu nähren; männlich und weiblich sollen sie sein.
20 Von allen Vögeln nach ihrer Art und von allen Tieren nach ihrer Art und von allen Kriechtieren, die auf der Erde kriechen, nach ihrer Art, zwei von jedem werden zu dir kommen, um mit dir genährt zu werden, männlich und weiblich.
21 Und du sollst von all der Nahrung, die ihr esst, nehmen und sie bei dir sammeln, und sie wird dir und ihnen zu essen sein.
22
Und Noah tat alles, was der Herr, Gott, ihm geboten hatte, so tat er.
Kapitel 7
1 Und der HERR sprach zu Noah: Gehe du mit deinem ganzen Hause in die Arche; denn dich allein habe ich in dieser Zeit vor mir gerecht gefunden.
2 Von allem reinen Vieh aber nimm zu dir je sieben Paare, ein Männchen und sein Weibchen, und von dem unreinen Vieh je ein Paar, ein Männchen und sein Weibchen.
3 Auch von den Vögeln des Himmels je sieben Paare, ein Männchen und sein Weibchen, und von allem Getier der Erde je ein Paar, ein Männchen und sein Weibchen, damit ihre Art auf der ganzen Erde erhalten bleibe.
4 Denn noch sieben Tage will ich Regen auf die Erde kommen lassen vierzig Tage und vierzig Nächte, und ich will alles Leben, das ich gemacht habe, ausrotten von dem Erdboden.
5 Da tat Noah alles, was ihm der HERR gebot.
Noah aber war sechshundert Jahre alt, als die Sintflut über die Erde kam.
6 Und Noah ging mit seinen Söhnen, seiner Frau und den Frauen seiner Söhne in die Arche, um sich vor dem Wasser der Sintflut zu retten.
7 Von den reinen und unreinen Tieren und von allem, was auf dem Erdboden kriecht, und von den Vögeln des Himmels,
8 gingen je zwei zu Noah in die Arche, ein Männchen und sein Weibchen, wie Gott es Noah geboten hatte.
10 Und es geschah nach sieben Tagen, da kam das Wasser der Sintflut über die Erde.
11 Im sechshundertsten Jahr seines Lebens, am siebzehnten Tag des zweiten Monats, brachen in diesem Jahr alle Brunnen der tiefen See auf, und die Schleusen des Himmels öffneten sich.
12 Und es regnete vierzig Tage und vierzig Nächte auf die Erde.
13 An diesem Tag gingen Noah, Sem, Ham und Jafet, Noahs Söhne, und Noahs Frau und die drei Frauen seiner Söhne mit ihnen in die Arche.
14 Und alles wilde Getier nach seiner Art, und alles Vieh nach seiner Art, und alles, was auf dem Erdboden kriecht, nach seiner Art, und alle Vögel nach ihrer Art, je zwei von allem, was atmet, gingen zu Noah in die Arche.
15 Sie gingen zu Noah in die Arche, zwei und zwei von allem Fleisch, in dem ein Geist des Lebens ist.
16 Und was kam, männlich und weiblich von allem, was atmet, ging hinein, wie Gott es Noah geboten hatte. Und der HERR schloss die Arche von außen zu.
17 Und die Sintflut war vierzig Tage und vierzig Nächte auf der Erde, und das Wasser wurde mehr und hob die Arche empor, und sie wurde von der Erde erhöht.
18 Und das Wasser nahm zu und wurde sehr stark auf der Erde, und die Arche trieb auf dem Wasser.
19 Und das Wasser wurde sehr stark auf der Erde, und alle hohen Berge, die unter dem Himmel waren, wurden bedeckt;
20 fünfzehn Ellen überstieg das Wasser und bedeckte alle hohen Berge.
21 Und alles Leben, das auf der Erde wimmelte, Vögel, Vieh, wilde Tiere und alles, was auf der Erde kriecht, und alle Menschen starben.
22 Und alles, was die Luft der Lebenskraft hatte und alles, was auf dem trockenen Land war, starb.
23 Und alles Leben, das auf der Oberfläche der ganzen Erde war, wurde ausgelöscht, vom Menschen bis zum Vieh und bis zu den Kriechtieren und bis zu den Vögeln des Himmels, und sie wurden von der Erde ausgelöscht; und nur Noah und die, die mit ihm in der Arche waren, blieben übrig.
24
Und das Wasser stieg auf der Erde hundertfünfzig Tage.
Kapitel 8
1 Und Gott gedachte Noahs und aller Tiere und allen Viehs und aller Vögel und allen Kriechtier, die mit ihm in der Arche waren, und Gott ließ einen Wind über die Erde fahren, und das Wasser begann nachzulassen,
2 und die Quellen der tiefen See und die Schleusen des Himmels wurden geschlossen, und der Regen vom Himmel hörte auf.
3 Und das Wasser, das von der Erde abnahm, nahm ab und wurde weniger nach hundertfünfzig Tagen.
4 Und die Arche setzte sich im siebten Monat, am siebzehnten Tag des Monats, auf die Berge von Ararat.
5 Und das Wasser nahm ab, bis zum zehnten Monat; und im elften Monat, am ersten Tag des Monats, wurden die Gipfel der Berge sichtbar.
6 Und nach vierzig Tagen öffnete Noah das Fenster der Arche, das er gemacht hatte,
7 und er sandte einen Raben aus, um zu sehen, ob das Wasser von der Erde abgenommen hatte; und als er ausging, kehrte er nicht zurück, bis das Wasser von der Erde ausgetrocknet war.
8 Und er sandte die Taube hinter sich aus, um zu sehen, ob das Wasser von der Oberfläche der Erde abgenommen hatte;
9 und als die Taube keinen Platz für ihre Füße fand, kehrte sie zu ihm in die Arche zurück, denn es war Wasser auf dem ganzen Antlitz der ganzen Erde, und er streckte seine Hand aus, nahm sie und brachte sie zu sich in die Arche. 10 Und er wartete noch sieben Tage, und dann sandte er die Taube wieder aus der Arche aus;
11 und die Taube kam am Abend zu ihm zurück und hatte einen Olivenzweig in ihrem Schnabel, und Noah wusste, dass das Wasser von der Erde abgenommen hatte.
12 Und er wartete noch sieben Tage, und dann sandte er die Taube wieder aus, und sie kehrte nicht mehr zu ihm zurück.
13 Und im sechshundertundertsten Jahr des Lebens Noahs, am ersten Tag des ersten Monats, war das Wasser von der Erde verschwunden; und Noah deckte das Dach der Arche ab, die er gemacht hatte, und er sah, dass das Wasser von der Oberfläche der Erde verschwunden war.
14 Und im zweiten Monat, am siebzehnten Tag des Monats, war die Erde ausgetrocknet.
15 Und Gott sprach zu Noah und sagte:
16 Gehe aus der Arche hinaus, du und deine Frau und deine Söhne und die Frauen deiner Söhne mit dir,
17 und alle Tiere, die bei dir sind, und alles Fleisch von Vögeln bis zu Vieh, und alle Kriechtier, die auf der Erde kriechen, führe mit dir hinaus; und vermehrt euch und mehrt euch auf der Erde.
18 Und Noah ging hinaus, und seine Frau und seine Söhne und die Frauen seiner Söhne mit ihm,
19 und alle Tiere und alles Vieh und alle Vögel und alle Kriechtier, die auf der Erde kriechen, nach ihren Arten gingen aus der Arche hinaus.
20 Und Noah baute dem Gott einen Altar und nahm von allem reinen Vieh und von allen reinen Vögeln und brachte Brandopfer auf dem Altar dar.
21 Und der HERR roch den Wohlgeruch und sprach in seinem Herzen: Ich will die Erde nicht mehr verfluchen wegen der Taten der Menschen, denn die Gedanken der Menschen sind von Jugend an böse; ich werde also nicht mehr alles lebende Fleisch schlagen, wie ich es getan habe.
22
Alle Tage der Erde werden Aussaat und Ernte, Kälte und Hitze, Sommer und
Frühling, Tag und Nacht nicht aufhören.
Kapitel 9
1 Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet die Erde und machet sie euch untertan.
2 Und Furcht und Schrecken vor euch sei über allen Tieren der Erde und über allen Vögeln des Himmels und über allem, was sich auf der Erde regt, und über allen Fischen des Meeres; in eure Hände sind sie gegeben.
3 Alles, was sich regt und lebt, soll euch zur Speise sein; wie das grüne Kraut habe ich euch alles gegeben.
4 Allein Fleisch, das noch sein Leben, nämlich sein Blut, in sich hat, sollt ihr nicht essen.
5 Auch will ich euer eigenes Blut, das Leben in euch, fordern; von jedem Tier will ich es fordern, und von jedem Menschen will ich das Leben des Menschen fordern.
6 Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden; denn Gott hat den Menschen nach seinem Bilde gemacht.
7 Seid nun fruchtbar und mehret euch und erfüllet die Erde und mehret euch auf ihr.
8 Und Gott sprach zu Noah und zu seinen Söhnen mit ihm:
9 Siehe, ich richte meinen Bund auf mit euch und mit euren Nachkommen nach euch
10 und mit allen lebendigen Wesen, die bei euch sind, von den Vögeln, vom Vieh und von allen Tieren der Erde, die bei euch sind, von allen, die aus der Arche gegangen sind.
11 Und ich richte meinen Bund mit euch auf, dass hinfort nicht mehr alles Fleisch durch die Wasser der Sintflut ausgerottet werden soll, und dass hinfort keine Sintflut mehr kommen soll, die die Erde verderbe.
12 Und Gott sprach zu Noah: Dies ist das Zeichen des Bundes, den ich stifte zwischen mir und euch und allen lebendigen Wesen, die bei euch sind, auf ewige Geschlechter hin:
13 Meinen Bogen setze ich in die Wolken; der soll das Zeichen des Bundes sein zwischen mir und der Erde.
14 Und wenn ich Wolken über die Erde führe, soll man meinen Bogen in den Wolken sehen.
15 Dann will ich gedenken an meinen Bund, der zwischen mir und euch und allen lebendigen Wesen von allem Fleisch besteht, und es soll hinfort keine Wasserflut mehr kommen, die alles Fleisch verderbe.
16 Und mein Bogen soll in den Wolken sein, und ich will darauf sehen, dass ich des ewigen Bundes gedenke zwischen mir und allen lebendigen Wesen von allem Fleisch, das auf Erden ist.
17 Und Gott sprach zu Noah: Dies ist das Zeichen des Bundes, den ich aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch, das auf Erden ist.
18 Die Söhne Noahs, die aus der Arche gingen, waren Sem, Ham und Jafet; Ham aber ist der Vater Kanaans.
19 Das sind die drei Söhne Noahs; von ihnen aus hat sich die ganze Erde bevölkert.
20 Noah aber, ein Ackermann, begann und pflanzte einen Weinberg.
21 Und da er von dem Wein trank, ward er trunken und lag entblößt in seiner Hütte.
22 Als nun Ham, der Vater Kanaans, seines Vaters Blöße sah, sagte er es seinen beiden Brüdern draußen.
23 Da nahmen Sem und Jafet ein Kleid und legten es auf ihre beiden Schultern und gingen rückwärts und bedeckten ihres Vaters Blöße; und ihr Angesicht war abgewandt, sodass sie ihres Vaters Blöße nicht sahen.
24 Als nun Noah erwachte von seinem Rausch und erfuhr, was ihm sein jüngster Sohn angetan hatte,
25 sprach er: Verflucht sei Kanaan; ein Knecht der Knechte sei er seinen Brüdern!
26 Und sprach weiter: Gelobt sei der HERR, der Gott Sems, und Kanaan sei sein Knecht!
27 Weit mache Gott dem Japhet, und er wohne in den Zelten Sems, und Kanaan sei ihr Knecht.
28 Noah aber lebte nach der Sintflut dreihundertfünfzig Jahre.
29 Und sein ganzes Alter ward neunhundertfünfzig Jahre, und er starb.
Kapitel 10
1 Dies sind die Geschlechter der Söhne Noahs: Sem, Ham und Jafet; und ihnen wurden Söhne geboren nach der Sintflut.
2 Die Söhne Jafets: Gomer, Magog, Madai, Jawan, Tubal, Mesech und Tiras.
3 Und die Söhne Gomers: Aschkenas, Rifat und Togarma.
4 Und die Söhne Jawans: Elischa, Tarsis, die Kittäer und die Rodaniter.
5 Von diesen trennten sich die Inseln der Völker in ihren Ländern, jeder nach seiner Sprache, in ihren Stämmen und in ihren Völkern.
6 Und die Söhne Hams: Kusch, Mizraim, Put und Kanaan.
7 Und die Söhne Kusch: Seba, Hawila, Sabta, Ragma und Sabtecha. Und die Söhne Ragmas: Saba und Dedan.
8 Kusch aber zeugte Nimrod. Dieser begann, ein Gewaltiger zu sein auf der Erde;
9 er war ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn, dem Gott; darum wird man sagen: Wie Nimrod, ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn.
10 Und der Anfang seines Königreiches war Babel, Erek, Akkad und Kalne im Lande Schinar.
11 Von jenem Lande zog Assur aus und baute Ninive, Rehobot-Ir und Kalach,
12 und Resen zwischen Ninive und Kalach; das ist die große Stadt.
13 Und Mizraim zeugte die Luditer, die Anamiter, die Lehabiter, die Naftuhiter,
14 die Patrositer, die Kasluhiter, von denen die Philister ausgezogen sind, und die Kaftoriter.
15 Kanaan aber zeugte Sidon, seinen Erstgeborenen, und Het,
16 und den Jebusiter, den Amoriter, den Girgaschiter,
17 den Hiwiter, den Arkiter, den Siniter,
18 den Arwaditer, den Zemariter und den Hamatiter. Danach zerstreuten sich die Stämme der Kanaaniter.
19 Und die Grenze der Kanaaniter war von Sidon nach Gerar bis Gaza, bis nach Sodom, Gomorra, Adama und Zebojim bis Lasa.
20 Das sind die Söhne Hams nach ihren Stämmen, nach ihren Sprachen, in ihren Ländern und in ihren Völkern.
21 Und auch Sem, dem Vater aller Söhne Ebers, dem Bruder Jafets, des Älteren, wurden Söhne geboren.
22 Die Söhne Sems: Elam, Assur, Arpachschad, Lud, Aram und Kainan.
23 Und die Söhne Arams: Uz, Hul, Geter und Mesech.
24 Und Arpachschad zeugte Kainan, und Kainan zeugte Schelach, und Schelach zeugte Eber.
25 Und dem Eber wurden zwei Söhne geboren; der Name des einen war Peleg, weil in seinen Tagen die Erde geteilt wurde, und der Name seines Bruders war Joktan.
26 Und Joktan zeugte Almodad, Schelef, Hazarmawet, Jerach,
27 Hadoram, Usal, Dikla,
28 Obal, Abimael, Saba,
29 Ofir, Hawila und Jobab. Das alles sind Söhne Joktans.
30 Und ihre Wohnsitze waren von Mescha bis nach Sefar, dem Bergland im Osten.
31 Das sind die Söhne Sems nach ihren Stämmen, nach ihren Sprachen, in ihren Ländern und in ihren Völkern.
32 Das sind die Stämme der Söhne Noahs nach ihren Geschlechtern, nach ihren Völkern; von diesen trennten sich die Inseln der Völker auf der Erde nach der Sintflut.
Kapitel 11
1 Und es war die ganze Erde eine Lippe und eine Stimme für alle.
2 Und es geschah, als sie von Osten aufbrachen, fanden sie eine Ebene im Lande Schinar und wohnten dort.
3 Und einer sprach zum anderen: Wohlauf, lasst uns Ziegel streichen und sie mit Feuer brennen! Und der Ziegel diente ihnen als Stein, und Erdpech diente ihnen als Mörtel.
4 Und sie sprachen: Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis zum Himmel reiche, und uns einen Namen machen, bevor wir zerstreut werden über das Angesicht der ganzen Erde!
5 Da fuhr der Herr herab, um die Stadt und den Turm zu sehen, den die Menschenkinder bauten.
6 Und der Herr sprach: Siehe, ein Volk und eine Lippe für alle, und dies haben sie begonnen zu tun; und nun wird ihnen nichts unmöglich sein von allem, was sie zu tun sich vornehmen.
7 Wohlauf, lasst uns herabsteigen und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner die Stimme des anderen verstehe!
8 Und der Herr zerstreute sie von dort über das Angesicht der ganzen Erde, und sie hörten auf, die Stadt und den Turm zu bauen.
9 Daher wurde ihr Name Babel genannt, weil der Herr dort die Lippen der ganzen Erde verwirrte, und von dort zerstreute sie der Herr, der Gott, über das Angesicht der ganzen Erde.
10 Dies ist das Geschlecht Sems: Sem war hundert Jahre alt, als er den Arpachschad zeugte, im zweiten Jahr nach der Sintflut.
11 Und Sem lebte nach der Zeugung Arpachschads fünfhundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter und starb.
12 Und Arpachschad lebte fünfunddreißig und dreihundert Jahre und zeugte Kenan.
13 Und Arpachschad lebte nach der Zeugung Kenans vierhundertunddreißig Jahre und zeugte Söhne und Töchter und starb. Und Kenan lebte hundertunddreißig Jahre und zeugte Sala. Und Kenan lebte nach der Zeugung Salas dreihundertunddreißig Jahre und zeugte Söhne und Töchter und starb.
14 Und Sala lebte dreihundertunddreißig Jahre und zeugte Heber.
15 Und Sala lebte nach der Zeugung Hebels dreihundertunddreißig Jahre und zeugte Söhne und Töchter und starb.
16 Und Heber lebte vierunddreißig und dreihundert Jahre und zeugte Peleg. 17 Und Heber lebte nach der Zeugung Pelegs dreihundertsiebzig Jahre und zeugte Söhne und Töchter und starb.
18 Und Peleg lebte dreihundertunddreißig Jahre und zeugte Regu. 19 Und Peleg lebte nach der Zeugung Regus zweihunderteunneunzig Jahre und zeugte Söhne und Töchter und starb.
20 Und Regu lebte zweiunddreißig und dreihundert Jahre und zeugte Serug. 21 Und Regu lebte nach der Zeugung Serugs zweihundertsieben Jahre und zeugte Söhne und Töchter und starb.
22 Und Serug lebte dreihundertunddreißig Jahre und zeugte Nahor. 23 Und Serug lebte nach der Zeugung Nahors zweihundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter und starb.
24 Und Nahor lebte neunundsiebzig Jahre und zeugte Terach. 25 Und Nahor lebte nach der Zeugung Terachs neunundzwanzig und hundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter und starb.
26 Und Terach lebte siebzig Jahre und zeugte Abram, Nahor und Haran.
27 Dies sind die Nachkommen von Terach: Terach zeugte Abram, Nahor und Haran; und Haran zeugte Lot.
28 Und Haran starb vor seinem Vater Terach in dem Land seiner Geburt, in Ur in Chaldäa.
29 Und Abram und Nahor nahmen sich Frauen; der Name von Abrams Frau war Sarai und der Name von Nahors Frau war Milka, die Tochter Harans, des Vaters von Milka und Iscah.
30 Und Sarai war unfruchtbar und brachte keine Kinder.
31 Und Terach nahm seinen Sohn Abram und Lot, den Sohn seines Sohnes Haran, und seine Schwiegertochter Sarai, die Frau seines Sohnes Abram, und zog sie aus dem Land Chaldäa, um in das Land Kanaan zu gehen, und sie kamen bis nach Haran und ließen sich dort nieder.
32 Und die Tage Terachs in Haran waren zweihundertfünf Jahre, und Terach starb in Haran.
Kapitel 12
1 Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Land und von deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde;
2 und ich werde dich zu einer großen Nation machen, und ich werde dich segnen und deinen Namen groß machen, und du sollst gesegnet sein;
3 und ich werde die segnen, die dich segnen, und die, die dich verfluchen, werde ich verfluchen; und in dir werden alle Geschlechter der Erde gesegnet werden.
4 Und Abram ging, wie der HERR zu ihm gesprochen hatte, und Lot ging mit ihm; und Abram war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran ausging.
5 Und Abram nahm seine Frau Sarai und Lot, den Sohn seines Bruders, und all ihr Hab und Gut, das sie erworben hatten, und jede Seele, die sie in Haran erworben hatten, und sie zogen aus, um in das Land Kanaan zu gehen, und sie kamen in das Land Kanaan.
6 Und Abram durchquerte das Land in seiner Länge bis zum Ort Sichem, zur hohen Eiche; die Kanaaniter wohnten damals im Land.
7 Und der HERR erschien Abram und sprach zu ihm: Diesem Samen werde ich dieses Land geben. Und dort baute Abram einen Altar dem HERRN, der ihm erschienen war.
8 Und er zog von dort weiter zum Berg östlich von Bethel und schlug dort sein Zelt auf, Bethel zur See und Ai im Osten; und er baute dort einen Altar für den HERRN und rief den Namen des HERRN an.
9 Und Abram zog weiter und lagerte in der Wüste.
10 Und es gab eine Hungersnot im Land, und Abram zog nach Ägypten, um dort als Fremder zu leben, denn die Hungersnot war stark im Land.
11 Und als Abram nach Ägypten einreisen wollte, sprach Abram zu seiner Frau Sarai: Ich weiß, dass du eine schöne Frau bist;
12 Wenn die Ägypter dich sehen, werden sie sagen: Dies ist seine Frau, und sie werden mich töten, dich aber am Leben lassen.
13 Sag also, dass ich ihre Schwester bin, damit es mir wegen dir gut geht und mein Leben wegen dir gerettet wird.
14 Und als Abram nach Ägypten kam, sahen die Ägypter die Frau, dass sie sehr schön war,
15 und die Obersten des Pharao sahen sie und lobten sie dem Pharao vor und brachten sie in das Haus des Pharao;
16 Und Abram wurde ihretwegen gut behandelt, und er erhielt Schafe und Rinder und Esel, Knechte und Mägde, Maultiere und Kamele.
17 Und Gott plagte den Pharao mit großen und bösen Plagen und sein Haus wegen Sarai, der Frau Abrams.
18 Und Pharao rief Abram und sprach: Was hast du mir angetan, dass du mir nicht gesagt hast, dass sie deine Frau ist?
19 Warum hast du gesagt: Sie ist meine Schwester? und ich nahm sie mir zur Frau. Und nun siehe, deine Frau ist vor dir; nimm sie und geh weg.
20
Und Pharao befahl Männern, Abram mit seiner Frau und allem, was er hatte, und
Lot mit ihm zu begleiten.
Kapitel 13
1 Und Abram zog aus Ägypten hinauf, er und seine Frau und alles, was er hatte, und Lot mit ihm, in die Wüste.
2 Und Abram war sehr reich an Vieh und Silber und Gold.
3 Und er zog dorthin zurück, woher er gekommen war, in die Wüste bis nach Bethel, bis zu dem Ort, wo er früher sein Zelt aufgeschlagen hatte, zwischen Bethel und Ai,
4 zu dem Ort des Altars, wo er ihn ursprünglich gebaut hatte; und dort rief Abram den Namen des HERRN an.
5 Und Lot, der mit Abram zog, hatte Schafe und Rinder und Zelte.
6 Und das Land war nicht ausreichend für sie, um zusammen zu wohnen, denn ihr Besitz war groß, und sie konnten nicht zusammen wohnen.
7 Und es gab Streit zwischen den Hirten von Abrams Vieh und den Hirten von Lots Vieh; und die Kanaaniter und die Perisiter wohnten damals im Land.
8 Und Abram sprach zu Lot: Es soll keinen Streit zwischen mir und dir und zwischen meinen Hirten und deinen Hirten geben. Denn wir sind Brüder.
9 Siehe, das ganze Land liegt vor dir! Trenne dich von mir; wenn du nach links gehst, gehe ich nach rechts; wenn du nach rechts gehst, gehe ich nach links.
10 Und Lot hob seine Augen und sah die ganze Umgebung des Jordans, dass sie alle bewässert war – bevor der HERR Sodom und Gomorra zerstörte – wie der Garten des HERRN und wie das Land Ägypten bis nach Zogor.
11 Und Lot wählte sich die ganze Umgebung des Jordans, und Lot zog von Osten weg, und sie trennten sich voneinander.
12 Abram ließ sich im Lande Kanaan nieder, Lot aber wohnte in den Städten der Jordanebene und schlug seine Zelte bis nach Sodom auf.
13 Die Menschen in Sodom aber waren böse und Sünder vor Gott gar sehr.
14 Als Lot sich von ihm getrennt hatte, sprach Gott zu Abram: „Sieh auf mit deinen Augen von dem Ort, wo du jetzt bist, nach Norden und nach Süden, nach Osten und nach Westen.
15 Denn all das Land, das du siehst, will ich dir geben und deinem Samen für immer.
16 Und ich will deinen Samen machen wie den Staub der Erde; wenn jemand den Staub der Erde zählen kann, dann wird auch dein Same gezählt werden können.
17 Steh auf, durchwandere das Land in seiner Länge und Breite; denn dir will ich es geben.“
18
Da schlug Abram seine Zelte auf und kam und wohnte bei der Eiche von Mamre, die
in Hebron liegt, und baute dort dem Herrn einen Altar.
Kapitel 14
1 In den Tagen Amrafels, des Königs von Schinar, Arioch, des Königs von Ellasar, Kedor-Laomer, des Königs von Elam, und Tidal, des Königs von Goiim,
2 machten diese Krieg gegen Bera, den König von Sodom, und gegen Birsa, den König von Gomorra, Schinab, den König von Adma, Schim-ew-el, den König von Zeboim, und den König von Bela, das ist Zoar.
3 Diese alle schlossen sich im Tal von Siddim zusammen, dem jetzigen Salzmeer.
4 Zwölf Jahre dienten sie Kedor-Laomer, doch im dreizehnten Jahre traten sie ab.
5 Im vierzehnten Jahre aber kamen Kedor-Laomer und die Könige, die mit ihm waren, und schlugen die Refaiter in Asch-tarot-Karnaim und die Zuziter in Ham und die Emiter in Schawje-Kjajataim,
6 und die Horiter in ihren Bergen Seir bis zum Terebinthen von Paran, der gegen die Wüste liegt.
7 Und sie kehrten um und kamen nach En-Mischpat, das ist Kadesch, und schlugen all die Grenzer der Amalekiter und die Amoriter, die in Hazezon-Tamar wohnten.
8 Da zogen der König von Sodom und der König von Gomorra und der König von Adma und der König von Zeboim und der König von Bela (das ist Zoar) aus und stellten sich ihnen zum Kampf im Tal von Siddim entgegen,
9 gegen Kedor-Laomer, den König von Elam, und Tidal, den König von Goiim, und Amrafel, den König von Schinar, und Arioch, den König von Ellasar; vier Könige gegen die fünf.
10 Das Tal von Siddim aber war voller Teergruben; und der König von Sodom und der König von Gomorra flohen und fielen hinein, und die Übriggebliebenen flohen in die Berge.
11 Und sie nahmen all das Hab und Gut von Sodom und Gomorra und all ihre Speise und zogen fort.
12 Sie nahmen aber auch Lot, Abrams Neffen, und sein Hab und Gut und zogen fort; er wohnte nämlich in Sodom.
13 Als aber einer der Entkommenen kam und es Abram dem Hebräer berichtete – er aber wohnte bei der Eiche von Mamre, dem Amoriter, dem Bruder Eschkols und dem Bruder Aners, die Verbündete Abrams waren,
14 hörte Abram, dass Lot, sein Bruder, gefangen genommen war. Da zählte er seine eigenen Hausgenossen, dreihundertachtzehn, und verfolgte sie bis nach Dan.
15 Und er fiel über sie bei Nacht, er und seine Knechte, und schlug sie und verfolgte sie bis nach Choba, das nördlich von Damaskus liegt.
16 Und er brachte all das Hab und Gut von Sodom zurück, auch Lot, seinen Bruder, und sein Hab und Gut und die Frauen und das Volk.
17 Als der König von Sodom ihm entgegenzog – nachdem er von der Niederlage Kedor-Laomers und der Könige, die mit ihm waren, zurückgekehrt war – in das Tal Schawje (das ist das Tal des Königs).
18 Da brachte Melchisedek, der König von Salem, Brot und Wein dar; er war ein Priester des höchsten Gottes.
19 Und er segnete Abram und sprach: „Gesegnet sei Abram vom höchsten Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat,
20 und gesegnet sei der höchste Gott, der deine Feinde in deine Gewalt gegeben hat.“ Und er gab ihm den Zehnten von allem.
21 Da sprach der König von Sodom zu Abram: „Gib mir die Männer, aber das Hab und Gut behalte für dich.“
22 Abram aber sprach zum König von Sodom: „Ich hebe meine Hand auf zu dem höchsten Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat,
23 dass ich von allem, was dein ist, nicht einen Faden noch einen Schuhriemen nehmen will, auf dass du nicht sagst: Ich habe Abram reich gemacht;
24
außer dem, was die jungen Männer gegessen haben, und dem Anteil der Männer, die
mit mir zogen, Eschkol, Aner und Mamre; diese sollen ihren Anteil bekommen.“
Kapitel 15
1 Nach diesen Begebenheiten erging das Wort des Herrn an Abram in einer Vision und sprach: „Fürchte dich nicht, Abram; ich bin dein Schild und dein Lohn wird sehr groß sein.“
2 Abram aber sprach: „Herr, mein Gott, was willst du mir geben? Ich gehe kinderlos dahin, und der Sohn meines Hauses, das ist Damaskus Eliezer.“
3 Und Abram sprach: „Da du mir keinen Samen gegeben hast, wird mein Hausgenosse mich beerben.“
4 Und sogleich erging die Stimme des Herrn an ihn und sprach: „Dieser wird dich nicht beerben, sondern der, der von dir ausgehen wird, dieser wird dich beerben.“
5 Und er führte ihn hinaus und sprach zu ihm: „Sieh doch zum Himmel und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst.“ Und er sprach: „So wird dein Same sein.“
6 Und Abram glaubte dem Herrn, und er rechnete es ihm zur Gerechtigkeit an.
7 Und er sprach zu ihm: „Ich bin der Herr, der dich aus dem Land der Chaldäer geführt hat, um dir dieses Land zum Erbe zu geben.“
8 Und er sprach: „Herr, mein Gott, woran soll ich erkennen, dass ich es erben werde?“
9 Und er sprach zu ihm: „Bringe mir eine dreijährige Kuh, eine dreijährige Ziege und einen dreijährigen Widder und eine Turteltaube und eine junge Taube.“
10 Und er brachte ihm all das und teilte es in der Mitte und legte die Teile einander gegenüber, die Vögel aber teilte er nicht.
11 Und die Vögel kamen auf die Leiber herab, die geteilten Teile, und Abram setzte sich zu ihnen.
12 Als aber die Sonne unterging, fiel Furcht und große Dunkelheit auf Abram, und er sprach:
13 „Du sollst wissen, dass deine Nachkommen Fremdlinge sein werden in einem Land, das nicht ihr eigen ist, und sie werden dort versklavt und schlecht behandelt und gedemütigt werden vierhundert Jahre.
14 Aber das Volk, dem sie dienen werden, werde ich richten; und danach werden sie mit großem Besitz ausziehen.
15 Du aber wirst in Frieden zu deinen Vätern eingehen und in gutem Alter begraben werden.
16 Erst in der vierten Generation werden sie hierher zurückkehren; denn noch ist die Sünde der Amoriter nicht vollendet bis jetzt.“
17 Und als die Sonne unterging, trat eine Glut auf, und siehe, ein rauchender Ofen und eine brennende Fackel, die zwischen diesen geteilten Teilen hindurchgingen.
18 An jenem Tag schloss der Herr einen Bund mit Abram und sprach: „Deinem Samen will ich dieses Land geben, vom Fluss Ägyptens bis zum großen Fluss, dem Fluss Euphrat,
19 die Keniter und die Kenisiter und die Kadmoniter
20 und die Hethiter und die Perisiter und die Refaiter
21
und die Amoriter und die Kanaaniter und die Hewiter und die Gergesäer und die
Jebusiter.“
Kapitel 16
1 Sara aber, Abrams Frau, gebar ihm kein Kind. Sie hatte aber eine ägyptische Sklavin, die Hagar hieß.
2 Da sprach Sara zu Abram: „Siehe, der Herr hat mich verschlossen, dass ich nicht gebären kann; geh also zu meiner Sklavin, auf dass du ein Kind von ihr bekommst.“
Aber Abram gehorchte der Stimme Sarai’s.
3 Und Sarai, Abrams Frau, nahm Hagar, die Ägypterin, ihre Magd, zehn Jahre nachdem Abram im Lande Kanaan wohnte, und gab sie Abram, ihrem Mann, zur Frau.
4 Und er ging zu Hagar, und sie empfing und sah, dass sie schwanger war, und ihre Herrin verachtete sie in ihren Augen.
5 Und Sarai sprach zu Abram: Ungerechtigkeit mir wider dich! Ich habe meine Magd in deinen Schoß gegeben; nun, da sie sieht, dass sie schwanger ist, bin ich in ihren Augen verachtet. Der Herr richte zwischen mir und dir!
6 Abram sprach zu Sarai: Siehe, deine Magd ist in deiner Hand; tu ihr, wie es dir gefällt. Und Sarai demütigte sie, und sie floh vor ihrem Angesicht.
7 Und der Engel des Herrn fand sie an der Quelle des Wassers in der Wüste, an der Quelle auf dem Wege nach Schur.
8 Und der Engel des Herrn sprach zu ihr: Hagar, Magd Sarai’s, woher kommst du und wohin gehst du? Sie sprach: Von Sarai, meiner Herrin, fliehe ich.
9 Und der Engel des Herrn sprach zu ihr: Kehre zu deiner Herrin zurück und demütige dich unter ihrer Hand.
10 Und der Engel des Herrn sprach zu ihr: Ich werde deine Nachkommenschaft gar sehr mehren, und sie wird nicht gezählt werden können wegen der Menge.
11 Und der Engel des Herrn sprach zu ihr: Siehe, du bist schwanger und wirst einen Sohn gebären, und du wirst seinen Namen Ismael nennen; denn der Herr hat auf deine Demütigung gehört.
12 Er wird ein wilder Mensch sein; seine Hand gegen alle, und die Hand aller gegen ihn, und er wird wohnen gegenüber all seinen Brüdern.
13 Und Hagar nannte den Namen des Herrn, der zu ihr sprach: Du bist der Gott, der mich gesehen hat; denn sie sprach: Wahrlich, ich habe den gesehen, der mir erschienen ist.
14 Darum nannte sie die Quelle: Die Quelle dessen, den ich gesehen habe; siehe, sie liegt zwischen Kades und Barad.
15 Und Hagar gebar Abram einen Sohn, und Abram nannte den Namen seines Sohnes, den Hagar ihm gebar, Ismael.
16
Abram war sechsundachtzig Jahre alt, als Hagar dem Abram den Ismael gebar.
Kapitel 17
1 Als Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien der Herr Abram und sprach zu ihm: Ich bin dein Gott; wandle vor mir und sei untadelig,
2 und ich werde meinen Bund zwischen mir und dir aufrichten und dich gar sehr mehren.
3 Und Abram fiel auf sein Angesicht, und Gott sprach zu ihm:
4 Siehe, mein Bund ist mit dir, und du wirst Vater vieler Völker sein.
5 Und dein Name soll nicht mehr Abram heißen, sondern dein Name soll Abraham sein, denn zum Vater vieler Völker habe ich dich gemacht.
6 Und ich werde dich gar sehr mehren und dich zu Völkern machen, und Könige werden aus dir hervorgehen.
7 Und ich werde meinen Bund zwischen mir und dir und zwischen deinem Samen nach dir für ihre Generationen aufrichten, als ewigen Bund, dein Gott und der Gott deines Samens nach dir zu sein.
8 Und ich werde dir und deinem Samen nach dir das Land, in dem du wohnst, das ganze Land Kanaan, zum ewigen Besitz geben, und ich werde ihr Gott sein.
9 Und Gott sprach zu Abraham: Du aber wirst meinen Bund halten, du und dein Same nach dir für ihre Generationen.
10 Dies ist der Bund, den du halten wirst, zwischen mir und euch und zwischen deinem Samen nach dir für ihre Generationen: Alle eure Männlichen sollen beschnitten werden,
11 und ihr sollt das Fleisch eurer Vorhaut beschneiden, und es soll ein Zeichen des Bundes zwischen mir und euch sein.
12 Und ein acht Tage altes Kind soll euch, jedes Männliche in euren Generationen, der Hausgeborene und der Gekaufte von jedem Sohn eines Fremden, der nicht von deinem Samen ist, beschnitten werden.
13 Der Hausgeborene und der Gekaufte sollen beschnitten werden, und mein Bund soll auf eurem Fleisch sein als ewiger Bund.
14 Und ein unbeschnittenes Männchen, das das Fleisch seiner Vorhaut am achten Tag nicht beschneidet, soll von seinem Geschlecht ausgerottet werden, denn es hat meinen Bund gebrochen.
15 Und Gott sprach zu Abraham: Deine Frau Sarai soll nicht mehr Sarai heißen, sondern ihr Name soll Sarah sein.
16 Und ich werde sie segnen und dir von ihr ein Kind geben; und ich werde sie segnen, und sie wird zu Völkern werden, und Könige von Völkern werden aus ihr hervorgehen.
17 Und Abraham fiel auf sein Angesicht und lachte und sprach in seinem Herzen: Sollte dem Hundertjährigen ein Kind geboren werden, und sollte Sarah, neunzig Jahre alt, gebären?
18 Und Abraham sprach zu Gott: Möge Ismael vor dir leben!
19 Und Gott sprach zu Abraham: Ja; siehe, deine Frau Sarah wird dir einen Sohn gebären, und du wirst seinen Namen Isaak nennen, und ich werde meinen Bund mit ihm als ewigen Bund und mit seinem Samen nach ihm aufrichten.
20 Und was Ismael betrifft, siehe, ich habe dich erhört; siehe, ich werde ihn segnen und ihn gar sehr mehren; zwölf Völker wird er gebären, und ich werde ihn zu einem großen Volk machen.
21 Und ich werde meinen Bund mit Isaak aufrichten, den Sarah dir zu dieser Zeit im nächsten Jahr gebären wird.
22 Als er aufhörte, mit ihm zu reden, stieg Gott von Abraham auf.
23 Und Abraham nahm Ismael, seinen Sohn, und alle seine Hausgeborenen und alle seine Gekauften und jedes Männliche unter den Männern im Hause Abrahams und beschnitt die Vorhäute ihrer an diesem Tag, wie Gott ihm gesagt hatte.
24 Und Abraham war neunundneunzig Jahre alt, als er das Fleisch seiner Vorhaut beschnitt;
25 und sein Sohn Ismael war dreizehn Jahre alt, als er das Fleisch seiner Vorhaut beschnitt.
26 An diesem Tag wurden Abraham und sein Sohn Ismael beschnitten;
27
und alle Männer seines Hauses und die Hausgeborenen und die Gekauften von
fremden Völkern wurden beschnitten.
Kapitel 18
1 Und Gott erschien ihm bei der Eiche von Mamre, als er am Mittag vor seinem Zelt saß.
2 Und als er seine Augen aufhob und sah, siehe, da standen drei Männer über ihm; und als er sie sah, eilte er ihnen von der Tür seines Zeltes entgegen und verneigte sich auf die Erde.
3 Und er sprach: Herr, wenn ich Gnade vor dir gefunden habe, gehe nicht an deinem Knecht vorbei;
4 lasst doch Wasser holen, und wascht eure Füße, und ruht euch unter dem Baum aus;
5 und ich werde Brot nehmen, und ihr werdet essen, und danach werdet ihr euren Weg fortsetzen, weshalb ihr euch zu eurem Knecht gewandt habt. Und sie sprachen: Tu so, wie du gesagt hast.
6 Und Abraham eilte zum Zelt zu Sarah und sprach zu ihr: Eile und mische drei Maß feines Mehl und mache Kuchen.
7 Und zu den Rindern eilte Abraham und nahm ein junges und schönes Kalb und gab es dem Knaben, und er beeilte sich, es zuzubereiten.
8 Und er nahm Butter und Milch und das Kalb, das er zubereitet hatte, und stellte es ihnen vor, und sie aßen; er aber stand bei ihnen unter dem Baum.
9 Und er sprach zu ihm: Wo ist Sarah, deine Frau? Er antwortete und sprach: Siehe, im Zelt.
10 Und er sprach: Ich werde zu dieser Zeit wieder zu dir kommen, und deine Frau Sarah wird einen Sohn haben. Sarah aber hörte vor der Tür des Zeltes, hinter ihm stehend.
11 Abraham und Sarah waren alt und weit fortgeschritten in den Tagen, und bei Sarah waren die weiblichen Dinge eingestellt.
12 Sara aber lachte bei sich selbst und sprach: Noch ist mir dies bis jetzt nicht geschehen, und mein Herr ist alt.
13 Da sprach der Herr zu Abraham: „Warum lachte Sara und sagte: ‚Sollte ich wirklich noch einmal gebären, da ich doch schon alt bin?‘
14 Ist dem Herrn etwas unmöglich? Auf die bestimmte Zeit im nächsten Jahr will ich wieder zu dir kommen, dann wird Sara einen Sohn haben.“
15 Sara aber leugnete und sagte: „Ich habe nicht gelacht.“ Denn sie fürchtete sich. Aber er sprach: „Du hast gelacht.“
16 Die Männer erhoben sich von dort und blickten auf Sodom und Gomorra nieder. Abraham ging mit ihnen, um sie zu begleiten.
17 Da sprach der Herr: „Soll ich vor Abraham, meinem Knecht, verbergen, was ich tun will?
18 Abraham soll ja zu einer großen und mächtigen Nation werden, und durch ihn sollen alle Völker der Erde gesegnet werden.
19 Denn ich weiß, dass er seinen Söhnen und seinem Hause nach ihm befehlen wird, dass sie die Wege des Herrn befolgen und Gerechtigkeit und Recht üben werden, damit der Herr Abraham alles erfüllt, was er ihm zugesagt hat.“
20 Und der Herr sprach: „Die Klage über Sodom und Gomorra ist groß und ihre Sünde ist sehr schwer;
21 so will ich hinabgehen und sehen, ob sie ganz nach der Klage über sie, die zu mir gekommen ist, handeln, oder ob nicht, damit ich es weiß.“
22 Und die Männer wandten sich von dort ab und gingen nach Sodom. Abraham aber stand noch vor dem Herrn.
23 Und Abraham trat näher und sprach: „Willst du den Gerechten mit dem Ungerechten vernichten? Wird der Gerechte so sein wie der Ungerechte?
24 Wenn fünfzig Gerechte in der Stadt sind, willst du sie vernichten? Wirst du nicht die ganze Stadt um der fünfzig Gerechten willen verschonen, wenn sie dort sind?
25 Niemals wirst du so etwas tun, den Gerechten mit dem Ungerechten zu töten, so dass der Gerechte wie der Ungerechte wird. Niemals! Wird der Richter der ganzen Erde nicht Recht sprechen?
26 Da sprach der Herr: „Wenn ich in Sodom fünfzig Gerechte in der Stadt finde, will ich die ganze Stadt um ihretwillen verschonen.“
27 Da antwortete Abraham und sprach: „Siehe, ich habe begonnen, mit dem Herrn zu reden, obwohl ich nur Staub und Asche bin;
28 aber wenn die fünfzig Gerechten um fünf weniger sind, wirst du um der fünf willen die ganze Stadt vernichten?“ Und er sprach: „Ich werde sie nicht vernichten, wenn ich dort fünfundvierzig finde.“
29 Und er fügte hinzu, mit ihm zu reden: „Aber wenn dort vierzig gefunden werden?“ Und er sprach: „Ich werde sie nicht vernichten um der vierzig willen.“
30 Und er sprach: „Lass es den Herrn nicht erzürnen, wenn ich weiterrede. Aber wenn dort dreißig gefunden werden?“ Und er sprach: „Ich werde sie nicht vernichten, wenn ich dort dreißig finde.“
31 Und er sprach: „Da ich nun begonnen habe, mit dem Herrn zu reden, aber wenn dort zwanzig gefunden werden?“ Und er sprach: „Ich werde sie nicht vernichten um der zwanzig willen.“
32 Und er sprach: „Lass es den Herrn nicht erzürnen, wenn ich noch einmal rede. Aber wenn dort zehn gefunden werden?“ Und er sprach: „Ich werde sie nicht vernichten um der zehn willen.“
33 Und der Herr ging weg, als er aufgehört hatte, mit Abraham zu reden, und Abraham kehrte an seinen Ort zurück.
Kapitel 19
1 Und die beiden Engel kamen am Abend nach Sodom. Lot aber saß am Tor von Sodom. Als Lot sie sah, erhob er sich, um ihnen entgegenzugehen, und verneigte sich mit dem Gesicht zur Erde.
2 Und er sprach: „Siehe, meine Herren, kehrt ein in das Haus eures Knechtes und ruht euch aus und wascht euch die Füße. Und am Morgen könnt ihr eure Wege fortsetzen.“ Sie aber sprachen: „Nein, aber wir werden auf dem Platz übernachten.“
3 Aber er drängte sie und sie kehrten zu ihm ein und gingen in sein Haus. Und er bereitete ihnen ein Festmahl und buk ihnen ungesäuerte Brote, und sie aßen.
4 Bevor sie aber ins Bett gingen, umringten die Männer der Stadt, die Sodomiten, das Haus von jung bis alt, das ganze Volk zusammen.
5 Und sie riefen nach Lot und sagten zu ihm: „Wo sind die Männer, die diese Nacht zu dir gekommen sind? Bring sie zu uns heraus, damit wir uns mit ihnen vergnügen können.“
6 Da ging Lot zu ihnen zur Tür und schloss die Tür hinter sich.
7 Und er sprach zu ihnen: „Tut nichts Böses, meine Brüder.
8 Ich habe hier zwei Töchter, die keinen Mann kennen. Ich werde sie euch herausbringen, und ihr könnt mit ihnen tun, wie es euch gefällt. Aber tut diesen Männern nichts Unrechtes, denn sie sind unter meinen Schutz gekommen.“
9 Aber sie sprachen: „Geh weg! Du bist als Fremder gekommen, und willst nun auch Richter spielen? Nun werden wir dich mehr als jene schlecht behandeln.“ Und sie drängten den Mann Lot sehr und waren nahe daran, die Tür einzubrechen.
10 Da streckten die Männer ihre Hände aus und zogen Lot zu sich ins Haus, und sie schlossen die Tür des Hauses.
11 Und die Männer, die an der Tür des Hauses waren, schlugen sie mit Blindheit von klein bis groß, und sie wurden unfähig, die Tür zu finden.
12 Und die Männer sprachen zu Lot: „Hast du hier noch jemand? Schwiegersöhne oder Söhne oder Töchter? Oder wer auch immer du sonst in der Stadt hast, bring ihn von diesem Ort weg;
13 denn wir werden diesen Ort vernichten, weil ihre Klage vor dem Herrn laut geworden ist, und der Herr hat uns gesandt, ihn zu vernichten.“
14 Da ging Lot hinaus und sprach zu seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter geheiratet hatten, und sprach: „Steht auf und geht von diesem Ort weg, denn der Herr wird die Stadt vernichten.“ Aber es schien ihnen, als ob er sie zum Narren hielte.
15 Als aber die Morgendämmerung anbrach, drängten die Engel Lot und sprachen: „Steh auf, nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die du hast, und geh weg, damit du nicht mit den Sünden der Stadt umkommst.“
16 Aber sie zögerten. Und die Engel ergriffen seine Hand und die Hand seiner Frau und die Hände seiner beiden Töchter, weil der Herr Mitleid mit ihm hatte.
17 Und als sie sie hinausgeführt hatten, sprachen sie: „Rette dich, rette deine Seele! Schaue nicht zurück und bleibe nicht im ganzen Umkreis! Fliehe auf den Berg, damit du nicht mitgenommen wirst.“
18 Aber Lot sprach zu ihnen: „Ich bitte dich, Herr;
19 denn dein Knecht hat Gnade vor dir gefunden und du hast deine Barmherzigkeit groß gemacht, die du an mir tust, indem du mir das Leben schenkst. Aber ich kann nicht auf den Berg fliehen, dass mich das Böse nicht überfällt und ich sterbe.
20 Siehe, diese Stadt ist nahe, in die ich fliehen kann, sie ist klein. Dort werde ich gerettet werden. Ist sie nicht klein? Und meine Seele wird leben.“
21 Und er sprach zu ihm: „Siehe, ich habe dein Anliegen aus Gnade angenommen und werde die Stadt nicht zerstören, von der du gesprochen hast;
22 eile also, dorthin zu fliehen. Denn ich kann nichts tun, bis du dort bist.“ Darum nannte man den Namen dieser Stadt Segor.
23 Und die Sonne ging über das Land auf, und Lot ging in Segor ein.
24 Und der Herr ließ Schwefel und Feuer auf Sodom und Gomorra regnen, vom Herrn aus dem Himmel.
25 Und er zerstörte diese Städte und die ganze Umgebung und alle Bewohner der Städte und alles, was auf der Erde wuchs.
26 Aber seine Frau schaute zurück und wurde zu einer Salzsäule.
27 Abraham aber stand am Morgen auf an dem Ort, wo er vor dem Herrn gestanden hatte.
28 Und er blickte auf das Angesicht von Sodom und Gomorra und auf das Angesicht des Landes der Umgegend und sah, und siehe, eine Flamme stieg von der Erde auf wie der Rauch eines Ofens.
29 Und es geschah, als der Herr alle Städte des Umkreises zerstörte, da gedachte Gott des Abraham und sandte Lot hinaus mitten aus der Zerstörung, als der Herr die Städte zerstörte, in denen Lot gewohnt hatte.
30 Lot aber zog hinauf von Zoar und ließ sich nieder auf dem Berg, und seine beiden Töchter mit ihm; denn er fürchtete sich, in Zoar zu wohnen. Und er wohnte in einer Höhle, er und seine beiden Töchter mit ihm.
31 Da sprach die Ältere zu der Jüngeren: Unser Vater ist alt, und es ist kein Mann auf der Erde, der zu uns eingeht, wie es aller Welt Brauch ist.
32 Komm, lass uns unserem Vater Wein zu trinken geben und bei ihm schlafen, damit wir von unserem Vater Nachkommenschaft erwecken.
33 Und sie gaben ihrem Vater Wein in jener Nacht, und die Ältere ging hinein und schlief bei ihrem Vater in jener Nacht, und er wusste nicht, als sie sich legte und als sie aufstand.
34 Und es geschah am nächsten Tag, da sprach die Ältere zu der Jüngeren: Siehe, ich habe gestern bei unserem Vater geschlafen; lass uns ihm auch in dieser Nacht Wein zu trinken geben, und geh hinein und schlafe bei ihm, damit wir von unserem Vater Nachkommenschaft erwecken.
35 Und sie gaben ihrem Vater auch in jener Nacht Wein zu trinken, und die Jüngere ging hinein und schlief bei ihrem Vater, und er wusste nicht, als sie sich legte und als sie aufstand.
36 Und so wurden die beiden Töchter Lots schwanger von ihrem Vater.
37 Und die Ältere gebar einen Sohn und nannte seinen Namen Moab, indem sie sprach: Von meinem Vater; dieser ist der Vater der Moabiter bis auf den heutigen Tag.
38 Und die Jüngere gebar auch einen Sohn und nannte seinen Namen Ammi, den Sohn meines Geschlechts; dieser ist der Vater der Ammoniter bis auf den heutigen Tag.
Kapitel 20
1 Und Abraham zog von dort weg in das Land gegen den Süden und wohnte zwischen Kadesch und zwischen Sur und hielt sich auf in Gerar.
2 Abraham aber sagte von Sara, seiner Frau: Sie ist meine Schwester. Denn er fürchtete sich zu sagen: Sie ist meine Frau, damit ihn nicht die Männer der Stadt ihretwegen töteten. Da sandte Abimelech, der König von Gerar, aus und nahm Sara.
3 Und Gott kam zu Abimelech im Traum in der Nacht und sprach: Siehe, du stirbst wegen der Frau, die du genommen hast; denn sie ist einem Mann vermählt.
4 Abimelech aber hatte sie nicht berührt und sprach: Herr, wirst du auch ein unwissendes und gerechtes Volk umbringen?
5 Hat er nicht selbst zu mir gesagt: Sie ist meine Schwester? Und auch sie selbst hat zu mir gesagt: Er ist mein Bruder. In lauterem Herzen und mit unschuldigen Händen habe ich dies getan.
6 Und Gott sprach zu ihm im Traum: Auch ich weiß, dass du dies in lauterem Herzen getan hast, und ich habe dich davor bewahrt, dass du nicht gegen mich sündigst; darum habe ich dich nicht an sie heranlassen.
7 Nun aber gib die Frau dem Mann zurück, denn er ist ein Prophet, und er wird für dich bitten, und du wirst leben. Wenn du sie aber nicht zurückgibst, so wisse, dass du sterben musst, du und alles, was dein ist.
8 Da stand Abimelech früh am Morgen auf und rief alle seine Knechte und redete alle diese Worte vor ihren Ohren; und die Männer fürchteten sich sehr.
9 Und Abimelech rief Abraham und sprach zu ihm: Was hast du uns angetan? Und was habe ich gegen dich gesündigt, dass du über mich und über mein Reich eine große Sünde gebracht hast? Werke, die man nicht tun darf, hast du mir angetan.
10 Und Abimelech sprach zu Abraham: Was hast du gesehen, dass du dies getan hast?
11Abraham aber sprach: Ich dachte: Gewiss ist keine Gottesfurcht an diesem Ort, und sie werden mich umbringen um meiner Frau willen.
12 Und auch ist sie wahrhaftig meine Schwester, des Vaters Tochter, nur nicht der Mutter Tochter; und sie wurde mir zur Frau.
13 Und es geschah, als Gott mich aus meines Vaters Haus führte, da sprach ich zu ihr: Das ist die Güte, die du mir erweisen sollst: An jedem Ort, wohin wir kommen, sage von mir: Er ist mein Bruder.
14 Da nahm Abimelech Schafe und Rinder und Knechte und Mägde und gab sie Abraham und gab ihm Sara, seine Frau, zurück.
15 Und Abimelech sprach: Siehe, mein Land steht dir offen; wohne, wo es dir gefällt.
16 Und zu Sara sprach er: Siehe, ich habe deinem Bruder tausend Silberstücke gegeben; siehe, das soll dir eine Decke der Augen sein vor allen, die bei dir sind, und in allem bist du gerechtfertigt.
17 Und Abraham betete zu Gott; und Gott heilte Abimelech und seine Frau und seine Mägde, dass sie gebaren.
18 Denn der HERR hatte zuvor allen Mutterleib im Hause Abimelechs verschlossen um Saras willen, der Frau Abrahams.
Kapitel 21
1 Und der HERR suchte Sara heim, wie er geredet hatte, und der HERR tat an Sara, wie er geredet hatte.
2 Und Sara ward schwanger und gebar dem Abraham einen Sohn in seinem Alter, um die Zeit, die Gott ihm gesagt hatte.
3 Und Abraham nannte seinen Sohn, der ihm geboren war, den ihm Sara gebar, Isaak.
4 Und Abraham beschnitt Isaak am achten Tage, wie ihm Gott geboten hatte.
5 Und Abraham war hundert Jahre alt, als ihm sein Sohn Isaak geboren ward.
6 Und Sara sprach: Gott hat mir ein Lachen bereitet; denn wer es hören wird, der wird mir lachen.
7 Und sie sprach: Wer hätte das dem Abraham gesagt, dass Sara Kinder säugt? Denn ich habe ihm einen Sohn geboren in seinem Alter.
8 Und das Kind wuchs und ward entwöhnt; und Abraham machte ein großes Mahl am Tage, da Isaak entwöhnt ward.
9 Und Sara sah den Sohn Hagars, der Ägypterin, den sie dem Abraham geboren hatte, dass er scherzte mit ihrem Sohn Isaak.
10 Und sie sprach zu Abraham: Treibe diese Magd aus mit ihrem Sohn; denn der Sohn dieser Magd soll nicht erben mit meinem Sohn Isaak.
11 Das Wort gefiel Abraham sehr übel um seines Sohnes willen.
12 Aber Gott sprach zu Abraham: Lass es dir nicht übel gefallen um des Knaben und um deiner Magd willen; alles, was Sara dir sagt, dem gehorche; denn in Isaak soll dir der Same genannt werden.
13 Aber auch den Sohn der Magd will ich zu einem großen Volk machen, darum dass er dein Same ist.
14 Da stand Abraham am Morgen früh auf und nahm Brot und einen Schlauch mit Wasser und legte es Hagar auf ihre Schulter, dazu den Knaben, und ließ sie gehen. Da zog sie hin und irrte in der Wüste umher bei dem Brunnen des Schwurs.
15 Als nun das Wasser in dem Schlauch ausging, warf sie den Knaben unter einen Strauch.
16 Und sie ging hin und setzte sich gegenüber von ferne, einen Bogenschuss weit; denn sie sprach: Ich will nicht ansehen des Knaben Tod. Und sie setzte sich gegenüber und erhob ihre Stimme und weinte.
17 Da erhörte Gott die Stimme des Knaben; und der Engel Gottes rief Hagar vom Himmel und sprach zu ihr: Was ist dir, Hagar? Fürchte dich nicht; denn Gott hat die Stimme des Knaben erhört, da er liegt.
18 Steh auf, nimm den Knaben und führe ihn an deiner Hand; denn ich will ihn zu einem großen Volk machen.
19 Und Gott tat ihr die Augen auf, dass sie einen Wasserbrunnen sah. Da ging sie hin und füllte den Schlauch mit Wasser und tränkte den Knaben.
20 Und Gott war mit dem Knaben; der wuchs und wohnte in der Wüste und ward ein guter Schütze.
21 Und er wohnte in der Wüste Paran; und seine Mutter nahm ihm ein Weib aus Ägyptenland.
22 Zu derselben Zeit redete Abimelech und sein Feldhauptmann Phichol mit Abraham und sprachen: Gott ist mit dir in allem, was du tust.
23 So schwöre mir nun bei Gott, dass du mir und meinen Kindern und meinen Nachkommen keine Untreue erweisen wollest; sondern die Barmherzigkeit, die ich an dir getan habe, die tue auch an mir und an dem Lande, darin du ein Fremdling bist.
24 Da sprach Abraham: Ich will schwören.
25 Und Abraham strafte Abimelech um des Wasserbrunnens willen, den Abimelechs Knechte mit Gewalt genommen hatten.
26 Da sprach Abimelech: Ich habe nicht gewusst, wer das getan hat; auch hast du mir's nicht angesagt; dazu habe ich's nicht gehört bis heute.
27 Da nahm Abraham Schafe und Rinder und gab sie Abimelech; und sie machten beide einen Bund miteinander.
28 Und Abraham stellte sieben Lämmer besonders.
29 Da sprach Abimelech zu Abraham: Was bedeuten die sieben Lämmer, die du besonders gestellt hast?
30 Er sprach: Nimm die sieben Lämmer von mir, dass sie mir zum Zeugnis seien, dass ich diesen Brunnen gegraben habe.
31 Daher heißt die Stätte Beerseba, weil sie beide daselbst geschworen haben.
32 Und also machten sie den Bund zu Beerseba. Da machten sich auf Abimelech und sein Feldhauptmann Phichol und zogen wieder in der Philister Land.
33 Abraham aber pflanzte einen Hain zu Beerseba und predigte daselbst von dem Namen des HERRN, des ewigen Gottes.
34 Und Abraham war ein Fremdling in der Philister Land eine lange Zeit.
Kapitel 22
1 Und es geschah nach diesen Worten, da versuchte Gott den Abraham und sprach zu ihm: Abraham, Abraham! Er aber sprach: Hier bin ich.
2 Und er sprach: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, den Isaak, und geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort als Brandopfer auf einem der Berge, den ich dir sagen werde.
3 Da stand Abraham am Morgen früh auf und sattelte seinen Esel; er nahm zwei Knechte mit sich und seinen Sohn Isaak, und spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging hin an den Ort, den ihm Gott gesagt hatte.
4 Am dritten Tag, da hob Abraham seine Augen auf und sah die Stätte von ferne.
5 Und Abraham sprach zu seinen Knechten: Bleibt ihr hier mit dem Esel; ich aber und der Knabe wollen dorthin gehen und anbeten und dann wieder zu euch kommen.
6 Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak; er nahm aber das Feuer in seine Hand und das Messer, und so gingen die beiden miteinander.
7 Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Er antwortete: Hier bin ich, mein Sohn. Und er sprach: Siehe, Feuer und Holz; wo ist das Lamm zum Brandopfer?
8 Abraham sprach: Gott wird sich ersehen ein Lamm zum Brandopfer, mein Sohn. Und sie gingen beide miteinander.
9 Und sie kamen an den Ort, den ihm Gott gesagt hatte. Und Abraham baute dort einen Altar und legte das Holz darauf und band seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar oben auf das Holz.
10 Und Abraham streckte seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten.
11 Da rief ihm der Engel des HERRN vom Himmel her zu und sprach: Abraham, Abraham! Er antwortete: Hier bin ich.
12 Und er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts; denn nun weiß ich, dass du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen.
13 Da hob Abraham seine Augen auf und sah, und siehe, ein Widder hing mit seinen Hörnern im Gestrüpp. Und Abraham ging hin, nahm den Widder und opferte ihn als Brandopfer an seines Sohnes Statt.
14 Und Abraham nannte die Stätte: Der HERR sieht. Daher sagt man heute: Auf dem Berge, da der HERR sich sehen lässt.
15 Und der Engel des HERRN rief Abraham zum zweiten Mal vom Himmel her
16 und sprach: Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der HERR: Weil du dies getan hast und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont,
17 will ich dich segnen und deine Nachkommen mehren wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meeres, und deine Nachkommen werden die Tore ihrer Feinde besitzen;
18 und durch deine Nachkommen sollen alle Völker der Erde gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorcht hast.
19 Und Abraham kehrte zurück zu seinen Knechten, und sie machten sich auf und gingen miteinander nach Beerscheba. Und Abraham wohnte in Beerscheba.
20 Und es geschah nach diesen Worten, da wurde Abraham berichtet: Siehe, Milka hat auch Söhne geboren, deinem Bruder Nahor:
21 Uz, seinen Erstgeborenen, und Bus, seinen Bruder, und Kemuel, den Vater von Aram,
22 und Chesed und Haso und Pildasch und Jidlaph und Bethuel.
23 Bethuel aber zeugte Rebekka. Diese acht gebar Milka dem Nahor, dem Bruder Abrahams.
24 Und seine Nebenfrau, die hieß Reuma, die gebar auch: Tebach, Gaham, Thahas und Maacha.
Kapitel 23
1 Es wurde aber das Leben Saras 127 Jahre.
2 Und Sara starb in der Stadt Arbok, die in der Senke liegt (das ist Hebron) im Lande Kanaan. Abraham aber kam, um Sara zu beklagen und zu beweinen.
3 Und Abraham stand auf von seinem Toten und sprach zu den Söhnen Hets:
4 „Ein Fremdling und Beisasse bin ich bei euch; gebt mir also einen Grabbesitz bei euch, damit ich meinen Toten von mir wegbringe und begrabe.“
5 Da antworteten die Söhne Hets dem Abraham und sprachen:
6 „Nicht doch, Herr; höre uns an! Ein Fürst von Gott her bist du unter uns; in unseren auserlesenen Grabstätten begrabe deinen Toten; keiner von uns wird dir sein Grab verwehren, deinen Toten dort zu begraben.“
7 Da stand Abraham auf und verneigte sich vor dem Volk des Landes, den Söhnen Hets,
8 und redete zu ihnen, Abraham, und sprach: „Wenn ihr es in eurem Herzen habt, meinen Toten von meinem Angesicht weg zu begraben, so hört mich an und tretet für mich ein bei Efron, dem Sohn Zoars,
9 und er gebe mir die Doppelhöhle, die ihm gehört, die an der Seite seines Ackers liegt; um den angemessenen Silberpreis gebe er sie mir in eurer Mitte zum Grabbesitz.“
10 Efron aber saß mitten unter den Söhnen Hets; da antwortete Efron, der Hethiter, dem Abraham und sprach vor den Ohren der Söhne Hets und aller, die in die Stadt eintraten:
11 „Bei mir, Herr, und höre mich an! Den Acker und die Höhle darin gebe ich dir; vor allen meinen Bürgern habe ich sie dir gegeben; begrabe deinen Toten!“
12 Da verneigte sich Abraham vor dem Volk des Landes
13 und sprach zu Efron vor den Ohren des Volkes des Landes: „Wenn du es mit mir gut meinst, höre mich an: Das Silber für den Acker nimm von mir, und ich will meinen Toten dort begraben.“
14 Da antwortete Efron dem Abraham und sprach:
15 „Nein, Herr; ich habe gehört. Ein Land von vierhundert Silberdidrachmen, was wäre das zwischen mir und dir? Du aber begrabe deinen Toten!“
16 Und Abraham hörte auf Efron, und Abraham wog dem Efron das Silber dar, das er vor den Ohren der Söhne Hets genannt hatte, vierhundert gangbare Silberdidrachmen nach Kaufmannsgewicht.
17 So wurde der Acker Efrons, der bei der Doppelhöhle lag, die Mamre gegenüberliegt, der Acker und die Höhle darin und jeder Baum, der auf dem Acker stand, der in seinen Grenzen ringsum lag,
18 dem Abraham zum Besitz bestätigt vor den Söhnen Hets und allen, die in die Stadt eintraten.
19 Danach begrub Abraham Sara, seine Frau, in der Doppelhöhle des Ackers, die Mamre gegenüberliegt (das ist Hebron) im Lande Kanaan.
20 So wurden der Acker und die Höhle darin dem Abraham zum Grabbesitz von den Söhnen Hets bestätigt.
Kapitel 24
1 Und Abraham war alt, wohlbetagt, und der HERR hatte Abraham gesegnet in allem.
2 Und Abraham sprach zu seinem Knecht, dem Ältesten seines Hauses, der über alles, was sein war, gesetzt war: Lege deine Hand unter meine Hüfte,
3 und ich will dich schwören lassen bei dem HERRN, dem Gott des Himmels und dem Gott der Erde, dass du meinem Sohn Isaak keine Frau nimmst von den Töchtern der Kanaaniter, unter denen ich wohne,
4 sondern dass du in mein Land und zu meiner Verwandtschaft ziehst und meinem Sohn Isaak von dort eine Frau nimmst.
5 Der Knecht sprach zu ihm: Vielleicht will die Frau mir nicht in dieses Land folgen; soll ich dann deinen Sohn zurückbringen in das Land, aus dem du ausgezogen bist?
6 Abraham sprach zu ihm: Hüte dich davor, meinen Sohn dorthin zurückzubringen!
7 Der HERR, der Gott des Himmels und der Gott der Erde, der mich aus dem Haus meines Vaters und aus dem Land meiner Geburt genommen hat, der zu mir geredet und mir geschworen hat: ‚Deinem Samen will ich dieses Land geben‘, der wird seinen Engel vor dir her senden, dass du meinem Sohn Isaak von dort eine Frau nimmst.
8 Wenn dir aber die Frau nicht folgen will, so bist du dieses Eides ledig; nur bringe meinen Sohn nicht dorthin zurück!
9 Da legte der Knecht seine Hand unter die Hüfte Abrahams, seines Herrn, und schwor ihm diese Sache.
10 Und der Knecht nahm zehn Kamele von den Kamelen seines Herrn und zog hin, und allerlei Güter seines Herrn waren in seiner Hand; und er machte sich auf und zog nach Mesopotamien, in die Stadt Nahors.
11 Und er ließ die Kamele sich lagern draußen vor der Stadt bei einem Wasserbrunnen, am Abend, um die Zeit, da die Frauen herauskommen, um Wasser zu schöpfen.
12 Und er sprach: HERR, Gott meines Herrn Abraham, lass es mir heute gelingen und tue Barmherzigkeit an meinem Herrn Abraham!
13 Siehe, ich stehe hier an der Wasserquelle, und die Töchter der Leute in der Stadt werden herauskommen, um Wasser zu schöpfen.
14 Und es geschehe: Das Mädchen, zu dem ich spreche: ‚Neige deinen Krug, dass ich trinke‘, und das antwortet: ‚Trinke, und ich will auch deine Kamele tränken‘, das hast du bestimmt für deinen Knecht Isaak, und daran will ich erkennen, dass du Barmherzigkeit an meinem Herrn getan hast.
15 Und es geschah, ehe er zu Ende geredet hatte in seinem Herzen, siehe, da kam Rebekka heraus, die Tochter Bethuels, des Sohnes der Milka, der Frau Nahors, des Bruders Abrahams, und trug einen Krug auf ihrer Schulter.
16 Und das Mädchen war sehr schön von Angesicht, eine Jungfrau, und kein Mann hatte sie erkannt. Sie stieg hinab zur Quelle, füllte ihren Krug und stieg herauf.
17 Da lief der Knecht ihr entgegen und sprach: Lass mich ein wenig Wasser aus deinem Krug trinken!
18 Sie sprach: Trinke, mein Herr! Und sie eilte und ließ den Krug auf ihre Hand herab und gab ihm zu trinken.
19 Und als sie ihm zu trinken gegeben hatte, sprach sie: Auch für deine Kamele will ich schöpfen, bis sie alle getrunken haben.
20 Und sie eilte und goss den Krug aus in die Tränke und lief wieder zum Brunnen, um zu schöpfen, und schöpfte für alle seine Kamele.
21 Der Mann aber sah sie verwundert an und schwieg, um zu erkennen, ob der HERR seine Reise gelingen ließ oder nicht.
22 Und es geschah, als alle Kamele zu trinken aufgehört hatten, da nahm der Mann einen goldenen Nasenring, einen halben Schekel schwer, und zwei Armspangen für ihre Hände, zehn Goldschekel schwer.
23 Und er sprach: Wessen Tochter bist du? Sage mir doch! Ist im Haus deines Vaters Raum für uns, um zu übernachten?
24 Sie sprach zu ihm: Ich bin die Tochter Bethuels, des Sohnes der Milka, den sie dem Nahor geboren hat.
25 Und sie sprach zu ihm: Auch Stroh und Futter ist genug bei uns, auch Raum zum Übernachten.
26 Da neigte sich der Mann und betete den HERRN an
27 und sprach: Gelobt sei der HERR, der Gott meines Herrn Abraham, der seine Gnade und Treue nicht verlassen hat an meinem Herrn! Mich hat der HERR auf dem Weg zum Haus des Bruders meines Herrn geführt.
28 Und das Mädchen lief und sagte dies alles im Haus ihrer Mutter an.
29 Rebekka aber hatte einen Bruder, der hieß Laban. Und Laban lief hinaus zu dem Mann an die Quelle.
30 Und es geschah, als er den Nasenring und die Armspangen an den Händen seiner Schwester sah und die Worte seiner Schwester Rebekka hörte, die sprach: So hat der Mann zu mir geredet, da kam er zu dem Mann; und siehe, er stand bei den Kamelen an der Quelle.
31 Und er sprach: Komm herein, du Gesegneter des HERRN! Warum stehst du draußen? Ich habe das Haus bereitet und einen Platz für die Kamele.
32 Da kam der Mann ins Haus und sattelte die Kamele ab. Und man gab Stroh und Futter für die Kamele und Wasser, seine Füße zu waschen und die Füße der Männer, die bei ihm waren.
33 Und man setzte ihm Speise vor. Er aber sprach: Ich will nicht essen, bis ich meine Sache vorgetragen habe. Sie sprachen: Rede!
34 Da sprach er: Ich bin Abrahams Knecht.
35 Und der HERR hat meinen Herrn reichlich gesegnet, und er ist groß geworden; und er hat ihm Schafe und Rinder, Silber und Gold, Knechte und Mägde, Kamele und Esel gegeben.
36 Und Sara, die Frau meines Herrn, hat meinem Herrn einen Sohn geboren, nachdem er alt geworden war; und ihm hat er alles gegeben, was er hat.
37 Und mein Herr hat mich schwören lassen und gesagt: Du sollst meinem Sohn keine Frau nehmen von den Töchtern der Kanaaniter, in deren Land ich wohne,
38 sondern du sollst zu meines Vaters Haus und zu meiner Verwandtschaft ziehen und meinem Sohn von dort eine Frau nehmen.
39 Ich aber sprach zu meinem Herrn: Vielleicht wird die Frau mir nicht folgen.
40 Da sprach er zu mir: Der HERR, vor dem ich gewandelt bin, wird seinen Engel mit dir senden und deine Reise gelingen lassen, dass du meinem Sohn eine Frau nimmst von meiner Verwandtschaft und aus meines Vaters Haus.
41 Dann wirst du meines Eides ledig sein, wenn du zu meiner Verwandtschaft kommst; und wenn sie dir sie nicht geben, so bist du meines Eides ledig.
42 Und ich kam heute an die Quelle und sprach: HERR, Gott meines Herrn Abraham, wenn du doch meine Reise gelingen lässt, auf der ich jetzt gehe –
43 siehe, ich stehe an der Wasserquelle, und die Töchter der Leute in der Stadt werden herauskommen, um Wasser zu schöpfen –, und es geschehe: Das Mädchen, zu dem ich spreche: ‚Gib mir ein wenig Wasser aus deinem Krug zu trinken!‘,
44 und das zu mir spricht: ‚Trinke du, und ich will auch für deine Kamele schöpfen‘, das sei die Frau, die der HERR bestimmt hat für den Sohn meines Herrn.
45 Ehe ich zu Ende geredet hatte in meinem Herzen, siehe, da kam Rebekka heraus mit einem Krug auf ihrer Schulter und stieg hinab zur Quelle und schöpfte. Und ich sprach zu ihr: Gib mir zu trinken!
46 Da eilte sie und ließ ihren Krug von sich herab und sprach: Trinke, und ich will auch deine Kamele tränken. Und ich trank, und sie tränkte auch meine Kamele.
47 Und ich fragte sie und sprach: Wessen Tochter bist du? Sie sprach: Ich bin die Tochter Bethuels, des Sohnes Nahors, den ihm Milka geboren hat. Da legte ich den Nasenring an ihre Nase und die Armspangen an ihre Hände.
48 Und ich neigte mich und betete den HERRN an und lobte den HERRN, den Gott meines Herrn Abraham, der mich den rechten Weg geführt hat, dass ich die Tochter des Bruders meines Herrn für seinen Sohn nehme.
49 Wenn ihr nun Barmherzigkeit und Gerechtigkeit an meinem Herrn tut, so sagt es mir; wenn aber nicht, so sagt es mir, damit ich mich zur Rechten oder zur Linken wende.
50 Da antworteten Laban und Bethuel und sprachen: Von dem HERRN ist dieser Befehl ausgegangen; wir können dir nichts Böses oder Gutes dagegen sagen.
51 Siehe, Rebekka ist vor dir; nimm sie und geh, und sie sei die Frau des Sohnes deines Herrn, wie der HERR geredet hat.
52 Als aber der Knecht Abrahams diese Worte hörte, warf er sich zur Erde nieder vor dem HERRN.
53 Und der Knecht holte silberne und goldene Geräte und Kleider hervor und gab sie Rebekka; auch gab er ihrem Bruder und ihrer Mutter Geschenke.
54 Und sie aßen und tranken, er und die Männer, die bei ihm waren, und legten sich schlafen. Und am Morgen stand er auf und sprach: Entlasst mich, dass ich zu meinem Herrn gehe.
55 Da sprachen ihr Bruder und ihre Mutter: Lass die Jungfrau noch etwa zehn Tage bei uns bleiben, danach soll sie gehen.
56 Er aber sprach zu ihnen: Haltet mich nicht auf, denn der HERR hat meine Reise gelingen lassen; entlasst mich, dass ich zu meinem Herrn gehe.
57 Sie aber sprachen: Lasst uns die Magd rufen und ihren Mund fragen.
58 Und sie riefen Rebekka und sprachen zu ihr: Willst du mit diesem Mann gehen? Sie sprach: Ich will gehen.
59 Da entließen sie Rebekka, ihre Schwester, und ihre Habe und den Knecht Abrahams und die mit ihm waren.
60 Und sie segneten Rebekka, ihre Schwester, und sprachen zu ihr: Du bist unsere Schwester; werde zu tausendmal Zehntausenden, und dein Same besitze die Tore der Feinde.
61 Da stand Rebekka auf und ihre Mägde, setzten sich auf die Kamele und zogen dem Mann nach; und der Knecht nahm Rebekka und zog fort.
62 Isaak aber zog durch die Wüste zum Brunnen des Sehenden; er wohnte aber im Lande gegen Mittag.
63 Und Isaak ging aus, um auf dem Felde nachzudenken gegen Abend; und als er seine Augen aufhob, sah er Kamele daherkommen.
64 Und Rebekka hob ihre Augen auf und sah Isaak; da sprang sie vom Kamel herab
65 und sprach zu dem Knecht: Wer ist der Mann dort, der auf dem Felde uns entgegenkommt? Der Knecht sprach: Das ist mein Herr. Da nahm sie den Schleier und verhüllte sich.
66 Und der Knecht erzählte Isaak alles, was er getan hatte.
67 Isaak aber führte sie in das Zelt seiner Mutter Sara und nahm Rebekka, und sie wurde seine Frau, und er gewann sie lieb; und Isaak wurde getröstet über den Tod seiner Mutter Sara.
Kapitel 25
1 Abraham aber nahm noch eine Frau, mit Namen Ketura.
2 Die gebar ihm Simran und Joksan und Medan und Midian und Jisbak und Schuach.
3 Joksan aber zeugte Saba und Dedan. Und die Söhne Dedans waren: Assurim, Letusim und Leummim.
4 Die Söhne Midians aber waren: Epha, Epher, Henoch, Abida und Eldaa. Diese alle sind Söhne der Ketura.
5 Und Abraham gab alles, was er hatte, Isaak, seinem Sohn.
6 Aber den Söhnen seiner Nebenfrauen gab Abraham Geschenke und ließ sie, während er noch lebte, von seinem Sohn Isaak wegziehen nach Osten, ins Morgenland.
7 Das aber ist die Zeit, die Abraham lebte: hundertfünfundsiebzig Jahre.
8 Und Abraham verschied und starb in einem guten Alter, alt und lebenssatt, und wurde zu seinem Volk versammelt.
9 Und seine Söhne Isaak und Ismael begruben ihn in der Höhle von Machpela, auf dem Feld des Efron, des Sohnes Zohars, des Hethiters, das Mamre gegenüberliegt,
10 auf dem Feld, das Abraham von den Hethitern gekauft hatte. Dort wurden Abraham und seine Frau Sara begraben.
11 Und nach Abrahams Tod segnete Gott seinen Sohn Isaak. Und Isaak wohnte bei dem Brunnen Lachai-Roi.
12Dies ist das Geschlecht Ismaels, des Sohnes Abrahams, den Hagar, die Magd Saras, dem Abraham geboren hatte.
13 Und dies sind die Namen der Söhne Ismaels, nach ihren Geschlechtern: der Erstgeborene Ismaels: Nebajot, dann Kedar, Adbeel, Mibsam,
14 Mischma, Duma, Massa,
15Hadad, Tema, Jetur, Naphisch und Kedma.
16 Das sind die Söhne Ismaels, und das sind ihre Namen in ihren Gehöften und Zeltlagern, zwölf Fürsten nach ihren Stämmen.
17 Und das ist die Zeit, die Ismael lebte: hundertsiebenunddreißig Jahre. Und er verschied und starb und wurde zu seinem Volk versammelt.
18 Und sie wohnten von Hawila bis Schur, das vor Ägypten liegt, bis nach Assur hin. Er ließ sich nieder angesichts aller seiner Brüder.
19 Und dies ist das Geschlecht Isaaks, des Sohnes Abrahams: Abraham zeugte Isaak.
20 Und Isaak war vierzig Jahre alt, als er Rebekka zur Frau nahm, die Tochter Betuëls, des Aramäers aus Mesopotamien, die Schwester Labans, des Aramäers.
21 Und Isaak bat den HERRN für seine Frau, denn sie war unfruchtbar. Und der HERR ließ sich von ihm erbitten, und seine Frau Rebekka wurde schwanger.
22 Und die Kinder stießen sich in ihr. Da sprach sie: Wenn es so steht, warum bin ich dies? Und sie ging hin, den HERRN zu befragen.
23 Und der HERR sprach zu ihr: Zwei Völker sind in deinem Leib, und zwei Völker werden sich scheiden aus deinem Schoß; und ein Volk wird dem anderen überlegen sein, und der Ältere wird dem Jüngeren dienen.
24 Als nun die Zeit gekommen war, dass sie gebären sollte, siehe, da waren Zwillinge in ihrem Leib.
25 Und der erste kam heraus, rötlich, ganz wie ein haariger Mantel; und sie nannten ihn Esau.
26 Danach kam sein Bruder heraus, und seine Hand hielt die Ferse des Esau; und sie nannten ihn Jakob. Und Isaak war sechzig Jahre alt, als sie geboren wurden.
27 Und die Knaben wuchsen heran. Und Esau wurde ein jagdkundiger Mann, ein Mann des Feldes; Jakob aber war ein sanfter Mann, der in den Zelten blieb.
28 Und Isaak hatte Esau lieb, denn er aß gern von seinem Wildbret; Rebekka aber hatte Jakob lieb.
29 Und Jakob kochte ein Gericht. Da kam Esau vom Feld und war müde.
30 Und Esau sprach zu Jakob: Lass mich doch essen von dem roten Gericht da, denn ich bin müde. Daher heißt er Edom.
31Aber Jakob sprach: Verkaufe mir heute dein Erstgeburtsrecht.
32Esau sprach: Siehe, ich muss doch sterben; was nützt mir da das Erstgeburtsrecht?
33Und Jakob sprach: Schwöre mir heute. Und er schwor ihm. So verkaufte er sein Erstgeburtsrecht an Jakob.
34Da gab Jakob dem Esau Brot und das Linsengericht. Und er aß und trank und stand auf und ging davon. So verachtete Esau das Erstgeburtsrecht.
Genesis 26
1 Und es gab eine Hungersnot im Land, zusätzlich zur früheren Hungersnot, die zur Zeit Abrahams war; und Isaak ging zu Abimelech, dem König der Philister, nach Gerar.
2 Und der Herr erschien ihm und sprach: Gehe nicht nach Ägypten hinab; wohne in dem Land, das ich dir sagen werde.
3 Und wohne in diesem Land, und ich werde mit dir sein und dich segnen; denn dir und deinem Samen werde ich all dieses Land geben und meinen Eid erfüllen, den ich Abraham, deinem Vater, geschworen habe.
4 Und ich werde deinen Samen vermehren wie die Sterne des Himmels und deinem Samen all dieses Land geben, und durch deinen Samen werden alle Nationen der Erde gesegnet werden,
5 weil Abraham, dein Vater, meiner Stimme gehorchte und meine Gebote und meine Verordnungen und meine Satzungen und meine Gesetze hielt.
6 Und Isaak wohnte in Gerar.
7 Und die Männer des Ortes fragten nach Rebekka, seiner Frau, und er sprach: Sie ist meine Schwester; denn er fürchtete zu sagen: Sie ist meine Frau, aus Furcht, dass die Männer des Ortes ihn wegen Rebekka töten könnten, denn sie war schön anzusehen.
8 Und es geschah, als er dort lange weilte, dass Abimelech, der König von Gerar, durch das Fenster schaute und Isaak mit Rebekka, seiner Frau, spielen sah.
9 Und Abimelech rief Isaak und sprach zu ihm: Ist sie nicht deine Frau? Warum hast du gesagt: Sie ist meine Schwester? Und Isaak sprach zu ihm: Denn ich sagte: Aus Furcht, dass ich wegen ihr sterben könnte.
10 Und Abimelech sprach zu ihm: Warum hast du uns das angetan? Kaum hätte einer aus meinem Volk bei deiner Frau gelegen, und du hättest uns Unwissenheit gebracht.
11 Und Abimelech gebot all seinem Volk und sprach: Jeder, der diesen Mann oder seine Frau anrührt, wird des Todes schuldig sein.
12 Und Isaak säte in jenem Land und fand im selben Jahr hundertfache Ernte von Gerste; und der Herr segnete ihn.
13 Und der Mann wurde groß und ging voran und wurde immer größer, bis er sehr groß wurde;
14 und er hatte Herden von Schafen und Herden von Rindern und viele Güter. Und die Philister beneideten ihn,
15 und alle Brunnen, die die Söhne seines Vaters zur Zeit seines Vaters gegraben hatten, füllten die Philister mit Erde.
16 Und Abimelech sprach zu Isaak: Gehe von uns fort, denn du bist uns sehr mächtig geworden.
17 Und Isaak ging von dort weg und lagerte im Tal von Gerar und wohnte dort.
18 Und Isaak grub wieder die Wasserbrunnen, die die Söhne Abrahams, seines Vaters, gegraben hatten, und die Philister hatten sie nach dem Tod Abrahams, seines Vaters, zugeschüttet, und er nannte sie nach den Namen, nach denen Abraham, sein Vater, sie genannt hatte.
19 Und die Söhne Isaaks gruben im Tal von Gerar und fanden dort einen Brunnen mit lebendigem Wasser.
20 Und die Hirten von Gerar stritten sich mit den Hirten Isaaks und behaupteten, das Wasser gehöre ihnen; und er nannte den Namen des Brunnens Ungerechtigkeit, denn sie hatten ihm Unrecht getan.
21 Und Isaak zog von dort weg und grub einen anderen Brunnen, und auch um diesen stritten sie sich; und er nannte seinen Namen Feindschaft.
22 Und Isaak zog von dort weg und grub einen anderen Brunnen, und sie stritten sich nicht um ihn; und er nannte seinen Namen Weite und sprach: Denn jetzt hat der Herr uns Raum geschaffen und uns im Lande vergrößert.
23 Und von dort stieg er zum Brunnen des Eides hinauf.
24 Und der Herr erschien ihm in jener Nacht und sprach: Ich bin der Gott Abrahams, deines Vaters; fürchte dich nicht; denn ich bin mit dir und habe dich gesegnet und werde deinen Samen wegen Abrahams, deines Vaters, vermehren.
25 Und er baute dort einen Altar und rief den Namen des Herrn an und schlug dort sein Zelt auf; und die Söhne Isaaks gruben dort einen Brunnen.
27 Und Abimelech kam zu ihm aus Gerar, und Ochozat, sein Berater, und Phicol, der Befehlshaber seiner Armee.
27 Und Isaak sprach zu ihnen: Warum seid ihr zu mir gekommen? Ihr habt mich gehasst und mich von euch weggeschickt.
28 Und sie sprachen: Wir haben gesehen, dass der Herr mit dir ist, und wir sprachen: Es möge ein Eid zwischen uns und dir sein, und wir werden einen Bund mit dir schließen,
29 dass du uns nichts Böses tun wirst, da wir dich nicht verabscheut haben, und wie wir dir Gutes getan und dich in Frieden weggeschickt haben; und nun bist du vom Herrn gesegnet.
30 Und er machte ihnen ein Festmahl, und sie aßen und tranken;
31 und am Morgen aufstehend schworen sie einander einen Eid, und Isaak sandte sie fort, und sie zogen in Frieden von ihm weg.
32 Und es geschah an jenem Tag, als die Söhne Isaaks ankamen, dass sie ihm von dem Brunnen, den sie gegraben hatten, berichteten und sprachen: Wir haben kein Wasser gefunden.
33 Und er nannte ihn Eid;
Daher heißt die Stadt bis heute Brunnen des Eides.
34 Esau war vierzig Jahre alt, als er Jidit, die Tochter Beer's, des Hetiters, und Bassemat, die Tochter Elon's, des Hewiters, zur Frau nahm.
35
Und sie waren Esau und Rebekka zur Plage.
Kapitel 27
1 Es geschah aber, nachdem Isaak alt geworden war und seine Augen zum Sehen trübe geworden waren, dass er Esau, seinen älteren Sohn, rief und zu ihm sprach: Mein Sohn! Er aber sprach: Siehe, hier bin ich.
2 Und er sprach: Siehe, ich bin alt geworden und weiß den Tag meines Todes nicht;
3 so nimm nun dein Gerät, deinen Köcher und deinen Bogen, und geh auf das Feld und jage mir ein Wildbret,
4 und bereite mir ein Gericht, wie ich es liebe, und bringe es mir, dass ich esse, damit dich meine Seele segne, ehe ich sterbe.
5 Rebekka aber hörte, wie Isaak mit seinem Sohn Esau redete. Und Esau ging auf das Feld, um seinem Vater ein Wildbret zu jagen.
6 Rebekka aber sprach zu ihrem Sohn Jakob, dem jüngeren: Siehe, ich habe deinen Vater mit deinem Bruder Esau reden hören:
7 Bringe mir ein Wildbret und bereite mir ein Gericht, und wenn ich gegessen habe, will ich dich segnen vor dem HERRN, ehe ich sterbe.
8 So nun, mein Sohn, gehorche meiner Stimme, wie ich dir gebiete:
9 Geh hin zu der Herde und hole mir von dort zwei gute, zarte Ziegenböcklein, dass ich deinem Vater ein Gericht daraus bereite, wie er es liebt;
10 und du sollst es deinem Vater bringen, dass er esse, damit er dich segne, ehe er stirbt.
11 Jakob aber sprach zu seiner Mutter Rebekka: Siehe, mein Bruder Esau ist ein haariger Mann, ich aber bin ein glatter Mann;
12 vielleicht betastet mich mein Vater, und ich werde vor ihm dastehen, als ob ich ihn verachtete, und ich werde einen Fluch über mich bringen und nicht einen Segen.
13 Da sprach seine Mutter zu ihm: Dein Fluch komme auf mich, mein Sohn; gehorche nur meiner Stimme und geh und hole mir.
14 Da ging er hin und nahm und brachte es seiner Mutter; und seine Mutter bereitete ein Gericht, wie es sein Vater liebte.
15 Und Rebekka nahm die schönen Kleider Esaus, ihres älteren Sohnes, die sie bei sich im Hause hatte, und zog sie Jakob, ihrem jüngeren Sohn, an;
16 und die Felle der Ziegenböcklein legte sie um seine Arme und um den bloßen Hals;
17 und sie gab das Gericht und die Brote, die sie zubereitet hatte, in die Hände ihres Sohnes Jakob.
18 Und er brachte es seinem Vater und sprach: Mein Vater! Er aber sprach: Siehe, hier bin ich; wer bist du, mein Sohn?
19 Und Jakob sprach zu seinem Vater: Ich bin Esau, dein Erstgeborener; ich habe getan, wie du mir gesagt hast; steh auf, setze dich und iss von meinem Wildbret, damit mich deine Seele segne.
20 Da sprach Isaak zu seinem Sohn: Wie hast du so schnell gefunden, mein Sohn? Er aber sprach: Der HERR, dein Gott, hat es mir entgegenkommen lassen.
21 Da sprach Isaak zu Jakob: Tritt her zu mir, dass ich dich betaste, mein Sohn, ob du mein Sohn Esau bist oder nicht.
22 Da trat Jakob zu seinem Vater Isaak; und als er ihn betastet hatte, sprach er: Die Stimme ist Jakobs Stimme, aber die Hände sind Esaus Hände.
23 Und er erkannte ihn nicht; denn seine Hände waren haarig wie die Hände seines Bruders Esau; und er segnete ihn.
24 Und er sprach: Bist du mein Sohn Esau? Er antwortete: Ich bin es.
25 Da sprach er: Bringe mir her, und ich will von dem Wildbret meines Sohnes essen, mein Sohn, dass dich meine Seele segne. Und er brachte es ihm, und er aß; und er brachte ihm Wein, und er trank.
26 Und sein Vater Isaak sprach zu ihm: Tritt her zu mir und küsse mich, mein Sohn.
27 Und er trat hinzu und küsste ihn; da roch er den Geruch seiner Kleider und segnete ihn und sprach: Siehe, der Geruch meines Sohnes ist wie der Geruch eines gesegneten Feldes, das der HERR gesegnet hat.
28 Gott gebe dir vom Tau des Himmels und von der Fettigkeit der Erde und Überfluss an Korn und Wein.
29 Völker sollen dir dienen, und Fürsten sollen sich vor dir niederwerfen; sei ein Herr über deine Brüder, und die Söhne deiner Mutter sollen sich vor dir niederwerfen. Wer dir flucht, der sei verflucht, und wer dich segnet, der sei gesegnet.
30 Und es geschah, als Isaak aufgehört hatte, seinen Sohn Jakob zu segnen, und Jakob kaum von seinem Vater Isaak weggegangen war, da kam sein Bruder Esau von der Jagd.
31 Und auch er bereitete ein Gericht und brachte es seinem Vater und sprach zu seinem Vater: Mein Vater stehe auf und esse von dem Wildbret seines Sohnes, damit mich deine Seele segne.
32 Da sprach sein Vater Isaak zu ihm: Wer bist du? Er antwortete: Ich bin dein Sohn, dein Erstgeborener, Esau.
33 Da entsetzte sich Isaak über die Maßen und sprach: Wer ist denn der, der ein Wildbret gejagt und mir gebracht hat? Und ich habe von allem gegessen, ehe du kamst, und habe ihn gesegnet; und er wird gesegnet sein.
34 Als Esau die Worte seines Vaters Isaak hörte, schrie er laut und überaus bitterlich und sprach: Segne mich auch, mein Vater!
35 Er aber sprach: Dein Bruder ist mit List gekommen und hat deinen Segen weggenommen.
36 Da sprach er: Mit Recht heißt er Jakob; denn er hat mich nun zweimal betrogen: mein Erstgeburtsrecht hat er genommen, und siehe, nun hat er auch meinen Segen genommen. Und er sprach: Hast du mir keinen Segen vorbehalten, mein Vater?
37 Isaak antwortete und sprach zu Esau: Siehe, ich habe ihn zum Herrn über dich gesetzt und alle seine Brüder ihm zu Knechten gemacht, und mit Korn und Wein habe ich ihn versehen; was soll ich nun für dich tun, mein Sohn?
38 Esau sprach zu seinem Vater: Hast du nur einen Segen, mein Vater? Segne mich auch, mein Vater! Und Isaak wurde tief erschüttert, und Esau erhob seine Stimme und weinte.
39 Da antwortete sein Vater Isaak und sprach zu ihm: Siehe, fern von der Fettigkeit der Erde wird deine Wohnung sein und fern vom Tau des Himmels von oben her.
40 Und von deinem Schwert wirst du leben, und deinem Bruder wirst du dienen; es wird aber geschehen, dass du sein Joch von deinem Hals reißen wirst, wenn du dich losmachst.
41 Und Esau war Jakob gram um des Segens willen, mit dem ihn sein Vater gesegnet hatte; und Esau sprach in seinem Herzen: Es nahen die Tage der Trauer um meinen Vater; dann will ich meinen Bruder Jakob töten.
42 Da wurden Rebekka die Worte ihres älteren Sohnes Esau hinterbracht; und sie sandte hin und ließ ihren jüngeren Sohn Jakob rufen und sprach zu ihm: Siehe, dein Bruder Esau droht, dich zu töten.
43 So höre nun, mein Sohn, auf meine Stimme: Mach dich auf und flieh zu meinem Bruder Laban nach Haran in Mesopotamien
44 und bleibe eine Zeitlang bei ihm, bis der Zorn
45 und der Grimm deines Bruders sich von dir wendet und er vergisst, was du ihm getan hast; dann will ich hinsenden und dich von dort holen lassen, damit ich nicht euer beider an einem Tag beraubt werde.
46 Und Rebekka sprach zu Isaak: Ich bin meines Lebens überdrüssig wegen der Töchter der Hethiter; wenn Jakob eine Frau von den Töchtern dieses Landes nimmt, was soll mir das Leben?
Kapitel 28
1 Da rief Isaak Jakob, segnete ihn und gebot ihm und sprach: Nimm kein Weib von den Töchtern Kanaans!
2 Mache dich auf, zieh nach Mesopotamien zum Haus Bethuels, des Vaters deiner Mutter, und nimm dir dort ein Weib von den Töchtern Labans, des Bruders deiner Mutter.
3 Der allmächtige Gott aber segne dich und mache dich fruchtbar und mehre dich, dass du ein Haufe von Völkern werdest;
4 und gebe dir den Segen Abrahams, meines Vaters, dir und deinem Samen mit dir, dass du besitzest das Land, darin du ein Fremdling bist, das Gott Abraham gegeben hat.
5 Also ließ Isaak den Jakob ziehen; und er zog nach Mesopotamien zu Laban, dem Sohn Bethuels, des Syrers, dem Bruder Rebekkas, der Mutter Jakobs und Esaus.
6 Als nun Esau sah, dass Isaak den Jakob gesegnet und ihn nach Mesopotamien geschickt hatte, dass er sich daselbst ein Weib nähme, und dass er ihm geboten und gesagt: Nimm kein Weib von den Töchtern Kanaans!
7 und dass Jakob seinem Vater und seiner Mutter gehorcht hatte und nach Mesopotamien gezogen war,
8 sah Esau, dass die Töchter Kanaans seinem Vater Isaak missfielen.
9 Da ging Esau hin zu Ismael und nahm Mahalath, die Tochter Ismaels, des Sohnes Abrahams, die Schwester Nebajoths, zu seinen Weibern.
10 Jakob aber zog aus von Beerscheba und reiste nach Haran.
11 Und kam an einen Ort, da blieb er über Nacht, denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm einen Stein von dem Ort und legte ihn zu seinen Häupten und legte sich an dem Ort schlafen.
12 Und ihm träumte, und siehe, eine Leiter stand auf der Erde, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder.
13 Und der HERR stand oben darauf und sprach: Ich bin der HERR, der Gott Abrahams, deines Vaters, und der Gott Isaaks; das Land, darauf du liegst, will ich dir und deinem Samen geben.
14 Und dein Same soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Westen und Osten, gegen Norden und Süden, und durch dich und deinen Samen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden.
15 Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.
16 Da nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Gewiss ist der HERR an diesem Ort, und ich wusste es nicht.
17 Und er fürchtete sich und sprach: Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels.
18 Und Jakob stand des Morgens früh auf und nahm den Stein, den er zu seinen Häupten gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Steinmal und goss Öl oben darauf.
19 Und hieß die Stätte Bethel; vorher aber hieß die Stadt Lus.
20 Und Jakob tat ein Gelübde und sprach: So Gott mit mir sein wird und mich behüten auf dem Wege, den ich reise, und mir Brot zu essen geben und Kleider anzuziehen,
21 und mich mit Frieden wieder heim zu meinem Vater bringen, so soll der HERR mein Gott sein.
22 Und dieser Stein, den ich aufgerichtet habe zu einem Steinmal, soll ein Gotteshaus werden; und von allem, was du mir gibst, will ich dir den Zehnten geben.
Genesis 29
1 Und Jakob erhob seine Füße und ging in das Land des Ostens zu Laban, dem Sohn Bethuels, des Syrers, dem Bruder der Rebekka, der Mutter Jakobs und Esaus.
2 Und er sah, und siehe, ein Brunnen auf dem Feld; und siehe, drei Herden Schafe lagerten dabei; denn aus jenem Brunnen tränkte man die Herden; und ein großer Stein lag auf der Öffnung des Brunnens.
3 Und es versammelten sich dort alle Herden, und sie wälzten den Stein von der Öffnung des Brunnens und tränkten die Schafe und legten den Stein wieder auf die Öffnung des Brunnens an seinen Platz.
4 Und Jakob sprach zu ihnen: Brüder, woher seid ihr? Sie aber sprachen: Wir sind aus Haran.
5 Und er sprach zu ihnen: Kennt ihr Laban, den Sohn Nahors? Sie aber sprachen: Wir kennen ihn.
6 Und er sprach zu ihnen: Geht es ihm gut? Sie aber sprachen: Es geht ihm gut. Und siehe, Rahel, seine Tochter, kam mit den Schafen.
7 Und Jakob sprach: Es ist noch hoher Tag, es ist noch nicht Zeit, das Vieh zusammenzutreiben; tränkt die Schafe und geht hin und weidet sie.
8 Sie aber sprachen: Wir können nicht, bis alle Hirten versammelt sind und sie den Stein von der Öffnung des Brunnens wälzen, dann werden wir die Schafe tränken.
9 Während er noch mit ihnen redete, da kam Rahel, die Tochter Labans, mit den Schafen ihres Vaters; denn sie hütete die Schafe ihres Vaters.
10 Und es geschah, als Jakob Rahel sah, die Tochter Labans, des Bruders seiner Mutter, und die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter, da trat Jakob hinzu und wälzte den Stein von der Öffnung des Brunnens und tränkte die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter.
11 Und Jakob küsste Rahel und erhob seine Stimme und weinte.
12 Und Jakob sagte Rahel an, dass er der Bruder ihres Vaters sei und dass er der Sohn der Rebekka sei; und sie lief und sagte es ihrem Vater nach diesen Worten.
13 Und es geschah, als Laban den Namen Jakobs, des Sohnes seiner Schwester, hörte, da lief er ihm entgegen und umarmte ihn und küsste ihn und führte ihn in sein Haus. Und er erzählte dem Laban alle diese Worte.
14 Und Laban sprach zu ihm: Du bist von meinem Gebein und von meinem Fleisch. Und er blieb bei ihm einen Monat lang.
15 Und Laban sprach zu Jakob: Weil du mein Bruder bist, sollst du mir nicht umsonst dienen; sage mir, was ist dein Lohn?
16 Laban aber hatte zwei Töchter; der Name der Älteren war Lea, und der Name der Jüngeren war Rahel.
17 Leas Augen aber waren schwach, Rahel aber war schön von Gestalt und schön von Angesicht.
18 Und Jakob liebte Rahel und sprach: Ich will dir sieben Jahre dienen um Rahel, deine jüngere Tochter.
19 Und Laban sprach zu ihm: Es ist besser, ich gebe sie dir, als dass ich sie einem anderen Mann gebe; bleibe bei mir.
20 Und Jakob diente um Rahel sieben Jahre; und sie waren in seinen Augen wie wenige Tage, weil er sie liebte.
21 Und Jakob sprach zu Laban: Gib mir meine Frau, denn meine Tage sind erfüllt, dass ich zu ihr eingehe.
22 Und Laban versammelte alle Männer des Ortes und machte ein Hochzeitsfest.
23 Und es wurde Abend, und Laban nahm seine Tochter Lea und brachte sie zu Jakob, und Jakob ging zu ihr ein.
24 Und Laban gab seiner Tochter Lea seine Magd Silpa zur Magd.
25 Und es wurde Morgen, und siehe, es war Lea. Und Jakob sprach zu Laban: Was hast du mir getan? Habe ich nicht um Rahel bei dir gedient? Und warum hast du mich betrogen?
26 Laban aber sprach: Es ist nicht so in unserem Ort, die Jüngere vor der Älteren zu geben.
27 Vollende die Woche dieser, so will ich dir auch diese geben um den Dienst, den du bei mir noch weitere sieben Jahre dienst.
28 Und Jakob tat so und vollendete die Woche dieser; und Laban gab ihm seine Tochter Rahel zur Frau.
29 Und Laban gab seiner Tochter Rahel seine Magd Bilha zur Magd.
30 Und er ging auch zu Rahel ein; und er liebte Rahel mehr als Lea; und er diente ihm noch weitere sieben Jahre.
31 Als aber der Herr sah, dass Lea gehasst wurde, öffnete er ihren Mutterleib; Rahel aber war unfruchtbar.
32 Und Lea wurde schwanger und gebar dem Jakob einen Sohn; und sie nannte seinen Namen Ruben, indem sie sprach: Weil der Herr mein Elend angesehen hat; nun wird mich mein Mann lieben.
33 Und sie wurde wieder schwanger und gebar dem Jakob einen zweiten Sohn und sprach: Weil der Herr gehört hat, dass ich gehasst werde, hat er mir auch diesen gegeben; und sie nannte seinen Namen Simeon.
34 Und sie wurde wieder schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Nun wird sich mein Mann mir zuwenden, denn ich habe ihm drei Söhne geboren; darum nannte sie seinen Namen Levi. 35 Und sie wurde wieder schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Diesmal will ich dem Herrn danken; darum nannte sie seinen Namen Juda. Und sie hörte auf zu gebären.
Genesis 30
1 Als aber Rahel sah, dass sie dem Jakob keine Kinder gebar, da neidete Rahel ihre Schwester und sprach zu Jakob: Gib mir Kinder; wo nicht, so sterbe ich.
2 Da ward Jakob zornig auf Rahel und sprach: Bin ich doch nicht an Gottes Statt, der dir die Frucht des Leibes versagt hat!
3Sie aber sprach: Siehe, da ist meine Magd Bilha; geh zu ihr, dass sie auf meinen Knien gebäre und ich durch sie auch zu Kindern komme.
4 Und sie gab ihm ihre Magd Bilha zum Weibe; und Jakob ging zu ihr.
5 Und Bilha ward schwanger und gebar dem Jakob einen Sohn.
6 Da sprach Rahel: Gott hat mir Recht verschafft und meine Stimme erhört und mir einen Sohn gegeben; darum nannte sie ihn Dan.
7 Und Bilha, Rahels Magd, ward abermals schwanger und gebar dem Jakob einen zweiten Sohn.
8 Da sprach Rahel: Ich habe einen heftigen Kampf mit meiner Schwester gekämpft und habe obgesiegt; und sie nannte ihn Naphthali.
9 Als nun Lea sah, dass sie aufgehört hatte zu gebären, nahm sie ihre Magd Silpa und gab sie Jakob zum Weibe.
10 Und Silpa, Leas Magd, gebar dem Jakob einen Sohn.
11 Da sprach Lea: Glück zu! und nannte ihn Gad.
12 Und Silpa, Leas Magd, gebar dem Jakob einen zweiten Sohn.
13 Da sprach Lea: Wohl mir! denn die Weiber werden mich selig preisen; und sie nannte ihn Asser.
14 Ruben aber ging aus zur Zeit der Weizenernte und fand Liebesäpfel auf dem Felde und brachte sie seiner Mutter Lea. Da sprach Rahel zu Lea: Gib mir von den Liebesäpfeln deines Sohnes!
1 5Sie aber sprach zu ihr: Ist dir's nicht genug, dass du mir meinen Mann genommen hast, willst du auch die Liebesäpfel meines Sohnes nehmen? Da sprach Rahel: Wohlan, lass ihn diese Nacht bei dir schlafen um die Liebesäpfel deines Sohnes.
16 Als nun Jakob des Abends vom Felde kam, ging Lea hinaus ihm entgegen und sprach: Zu mir sollst du kommen; denn ich habe dich um die Liebesäpfel meines Sohnes gemietet. Und er schlief die Nacht bei ihr.
17 Und Gott erhörte Lea, und sie ward schwanger und gebar dem Jakob den fünften Sohn.
18 Und Lea sprach: Gott hat mir meinen Lohn gegeben, dafür dass ich meine Magd meinem Manne gegeben habe; und sie nannte ihn Issachar.
19 Und Lea ward abermals schwanger und gebar dem Jakob den sechsten Sohn.
20 Und sie sprach: Gott hat mich reichlich beschenkt; nun wird mein Mann bei mir wohnen, denn ich habe ihm sechs Söhne geboren; und sie nannte ihn Sebulon.
21 Darnach gebar sie eine Tochter, die nannte sie Dina.
22
Und Gott gedachte an Rahel und erhörte sie und machte sie fruchtbar.
23 Und sie ward schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Gott hat meine Schmach weggenommen;
24 und sie nannte ihn Joseph und sprach: Der HERR füge mir einen anderen Sohn dazu!
25 Als nun Rahel den Joseph geboren hatte, sprach Jakob zu Laban: Lass mich ziehen, dass ich an meinen Ort und in mein Land gehe.
26 Gib mir meine Weiber und meine Kinder, um die ich dir gedient habe, dass ich ziehe; denn du weißt, wie ich dir gedient habe.
27Laban aber sprach zu ihm: Lass mich Gnade vor deinen Augen finden; ich merke, dass mich der HERR um deinetwillen gesegnet hat.
28 Bestimme deinen Lohn, den ich dir geben soll.
29 Er aber sprach zu ihm: Du weißt, wie ich dir gedient habe, und was du für Vieh hattest unter mir.
30 Denn du hattest wenig, ehe ich herkam, und es ist ausgebreitet zur Menge, und der HERR hat dich gesegnet durch meinen Fuß. Und nun, wann soll ich auch für mein Haus sorgen?
31 Er aber sprach: Was soll ich dir geben? Jakob sprach: Du sollst mir gar nichts geben; sondern wenn du mir dies tun willst, so will ich wiederum deine Schafe hüten und bewahren.
32 Ich will heute durch alle deine Herden gehen und aussondern alle gefleckten und bunten Schafe und alle schwarzen Schafe unter den Lämmern und die bunten und gefleckten unter den Ziegen; was nun bunt und gefleckt ist, das soll mein Lohn sein.
33 Und so wird meine Gerechtigkeit für mich zeugen morgen, wenn ich komme und meinen Lohn vor dir empfange; denn was nicht bunt oder gefleckt ist unter den Ziegen und nicht schwarz unter den Lämmern, das sei gestohlen, wenn ich's habe.
34 Da sprach Laban: Siehe, es geschehe, wie du gesagt hast.
35 Und er sonderte des Tages die gestreiften und bunten Böcke und alle gefleckten und bunten Ziegen, wo nur etwas Weißes daran war, und alles, was schwarz war unter den Lämmern, und tat sie unter die Hand seiner Söhne.
36 Und machte Raum drei Tagereisen weit zwischen sich und Jakob. Also hütete Jakob die übrigen Herden Labans.
37 Jakob aber nahm frische Stäbe von Pappel-, Mandel- und Platanenbäumen und schälte weiße Streifen daran, dass die weiße Schale an den Stäben bloß ward.
38 Und legte die Stäbe, die er geschält hatte, in die Tränkrinnen, wo die Schafe trinken kamen, dass sie vor sich hätten, wenn sie trinken wollten.
39 Und die Schafe brünsteten über den Stäben und gebaren bunte, gefleckte und gesprenkelte.
40 Da sonderte Jakob die Lämmer und richtete die Herde nach den bunten und schwarzen Schafen Labans; und machte sich eine eigene Herde und tat sie nicht zu Labans Herde.
41 Wenn aber die Lämmer brünstig waren, legte er die Stäbe in die Rinnen vor die Augen der Herde, dass sie über den Stäben brünstig wurden.
42 Wenn aber die Herde spät brünstig ward, legte er sie nicht hinein. Also wurden die späten Labans, die frühen aber Jakobs.
43 Da ward der Mann über die Maßen reich, dass er viele Schafe, Mägde und Knechte, Kamele und Esel hatte.
Genesis 31
1 Jakob aber hörte die Worte der Söhne Labans, die sprachen: Jakob hat alles genommen, was unserem Vater gehört, und von dem, was unserem Vater gehört, hat er all diese Herrlichkeit gemacht.
2 Und Jakob sah das Angesicht Labans an, und siehe, es war nicht gegen ihn wie gestern und vorgestern.
3 Der HERR aber sprach zu Jakob: Kehre zurück in das Land deiner Väter und zu deiner Verwandtschaft, und ich will mit dir sein.
4 Da sandte Jakob hin und ließ Rahel und Lea rufen auf das Feld, wo die Herden waren,
5 und sprach zu ihnen: Ich sehe das Angesicht eures Vaters an, dass es nicht gegen mich ist wie gestern und vorgestern; aber der Gott meines Vaters ist mit mir gewesen.
6 Und ihr selbst wisst, dass ich mit aller meiner Kraft eurem Vater gedient habe.
7 Und euer Vater hat mich betrogen und meinen Lohn zehnmal geändert; aber Gott ließ ihm nicht zu, mir zu schaden.
8 Wenn er sprach: Die bunten sollen dein Lohn sein, so gebaren alle Schafe bunte; wenn er aber sprach: Die weißen sollen dein Lohn sein, so gebaren alle Schafe weiße.
9 So hat Gott das Vieh eures Vaters weggenommen und mir gegeben.
10 Und es geschah zur Zeit, da die Schafe brünstig waren, da hob ich meine Augen auf und sah im Traum, und siehe, die Böcke und die Widder, die auf die Schafe und Ziegen stiegen, waren sprenkelig, bunt und gefleckt.
11 Und der Engel Gottes sprach zu mir im Traum: Jakob! Und ich sprach: Hier bin ich.
12 Er aber sprach: Hebe deine Augen auf und siehe die Böcke und die Widder, die auf die Schafe und Ziegen steigen, sind sprenkelig, bunt und gefleckt; denn ich habe alles gesehen, was dir Laban tut.
13 Ich bin der Gott von Bethel, wo du einen Stein gesalbt hast und mir ein Gelübde getan hast. Nun mach dich auf und zieh aus diesem Land und kehre zurück in das Land deiner Verwandtschaft!
14 Da antworteten Rahel und Lea und sprachen zu ihm: Haben wir noch Teil und Erbe im Hause unseres Vaters?
15 Sind wir nicht wie Ausländerinnen von ihm geachtet? Denn er hat uns verkauft und unser Geld verzehrt.
16 Denn all der Reichtum und die Herrlichkeit, die Gott unserem Vater weggenommen hat, die gehört uns und unseren Kindern. So tue nun alles, was Gott dir gesagt hat.
17 Da machte sich Jakob auf und setzte seine Kinder und seine Frauen auf Kamele
18 und führte all sein Vieh und all seine Habe, die er in Mesopotamien erworben hatte, fort, um zu seinem Vater Isaak ins Land Kanaan zu ziehen.
19 Laban aber war gegangen, seine Schafe zu scheren. Da stahl Rahel die Hausgötter ihres Vaters.
20 Und Jakob hinterging Laban, den Syrer, indem er ihm nicht anzeigte, dass er floh.
21 So floh er mit allem, was sein war, und machte sich auf und durchschritt den Strom und richtete seinen Weg zum Gebirge Gilead.
22 Am dritten Tage wurde Laban angesagt, dass Jakob geflohen sei.
23 Da nahm er seine Brüder mit sich und jagte ihm nach sieben Tagereisen und holte ihn ein auf dem Gebirge Gilead.
24 Aber Gott kam zu Laban, dem Syrer, im Traum des Nachts und sprach zu ihm: Hüte dich, dass du mit Jakob nicht anders als freundlich redest!
25 Und Laban holte Jakob ein. Jakob aber hatte sein Zelt auf dem Berge aufgeschlagen; und Laban schlug mit seinen Brüdern sein Zelt auf dem Berge Gilead auf.
26 Da sprach Laban zu Jakob: Was hast du getan? Warum hast du mich hintergangen und meine Töchter wie Kriegsgefangene mit dem Schwert weggeführt?
27 Warum bist du heimlich geflohen und hast mich betrogen und mir nichts angesagt? Ich hätte dich mit Freuden und mit Gesang, mit Pauken und Harfen geleitet.
28 Du hast mir nicht einmal erlaubt, meine Kinder und meine Töchter zu küssen. Nun hast du töricht gehandelt.
29 Es stünde in meiner Macht, dir zu schaden; aber der Gott deines Vaters hat gestern zu mir geredet und gesagt: Hüte dich, dass du mit Jakob nicht anders als freundlich redest!
30 Und nun, du bist gezogen, weil du so sehr verlangt hast nach deines Vaters Haus; warum hast du meine Götter gestohlen?
31 Jakob antwortete und sprach zu Laban: Ich fürchtete mich und dachte, du würdest mir deine Töchter entreißen.
32 Bei wem du aber deine Götter findest, der soll nicht leben. Erkenne, was bei mir ist, und nimm es. Jakob wusste aber nicht, dass Rahel sie gestohlen hatte.
33 Da ging Laban in das Zelt Leas und durchsuchte es, und fand nichts; und er ging aus dem Zelt Leas und durchsuchte das Zelt Jakobs und das Zelt der beiden Mägde, und fand nichts.
34 Rahel aber hatte die Hausgötter genommen und in den Kamelsattel gelegt und sich daraufgesetzt.
35 Und sie sprach zu ihrem Vater: Mein Herr, zürne nicht, dass ich vor dir nicht aufstehen kann; denn es geht mir nach der Frauen Weise. So durchsuchte er, fand aber die Hausgötter nicht.
36 Da ward Jakob zornig und schalt Laban und sprach zu ihm: Was habe ich für ein Unrecht oder für eine Sünde begangen, dass du mir so hitzig nachjagst?
37 Du hast all mein Gerät durchsucht; was hast du gefunden von all deinem Hausgerät? Lege es hier vor meinen und deinen Brüdern, dass sie zwischen uns beiden richten!
38 Diese zwanzig Jahre bin ich bei dir gewesen; deine Schafe und Ziegen haben nicht gefehlt; die Widder deiner Herde habe ich nicht gefressen.
39 Was von Tieren zerrissen wurde, brachte ich dir nicht; ich musste es büßen; du fordertest es von mir, es mochte bei Tage oder bei Nacht gestohlen sein.
40 Bei Tage verschmachtete ich vor Hitze und bei Nacht vor Frost, und der Schlaf floh meine Augen.
41 So habe ich zwanzig Jahre in deinem Hause gedient, vierzehn Jahre um deine zwei Töchter und sechs Jahre um deine Herde, und du hast meinen Lohn zehnmal geändert.
42 Wenn nicht der Gott meines Vaters, der Gott Abrahams und die Furcht Isaaks, auf meiner Seite gewesen wäre, so hättest du mich jetzt leer ziehen lassen. Aber Gott hat mein Elend und meine Mühsal angesehen und hat gestern das Urteil gesprochen.
43 Da antwortete Laban und sprach zu Jakob: Die Töchter sind meine Töchter, und die Söhne sind meine Söhne, und die Herden sind meine Herden, und alles, was du siehst, ist mein. Was kann ich heute meinen Töchtern oder ihren Kindern, die sie geboren haben, tun?
44 So komm denn, lass uns einen Bund schließen, ich und du, der ein Zeuge sei zwischen mir und dir.
45 Da nahm Jakob einen Stein und richtete ihn auf als einen Steinmal.
46 Und Jakob sprach zu seinen Brüdern: Sammelt Steine! Und sie sammelten Steine und machten einen Hügel und aßen daselbst auf dem Hügel.
47 Und Laban nannte ihn Jegar-Sahadutha; Jakob aber nannte ihn Gilead.
48 Da sprach Laban: Dieser Hügel sei heute Zeuge zwischen mir und dir. Darum heißt er Gilead,
49 und Mizpa, weil er sprach: Der HERR wache zwischen mir und dir, wenn wir voneinander scheiden.
50 Wenn du meine Töchter bedrückst oder andere Frauen nimmst zu meinen Töchtern, so ist zwar kein Mensch bei uns; siehe, Gott ist Zeuge zwischen mir und dir.
51 Und Laban sprach weiter zu Jakob: Siehe, dieser Hügel und dieser Steinmal, den ich zwischen mir und dir aufgerichtet habe,
52 der sei Zeuge, dass ich diesen Hügel nicht zu dir hinübergehe und dass du diesen Hügel und diesen Steinmal nicht zu mir hinübergehest, um Böses zu tun.
53 Der Gott Abrahams und der Gott Nahors richte zwischen uns, der Gott ihres Vaters. Da schwur Jakob bei der Furcht seines Vaters Isaak.
54 Und Jakob opferte ein Opfer auf dem Berge und lud seine Brüder zum Essen; und sie aßen und tranken und blieben über Nacht auf dem Berge.
Genesis 32
1 Und Laban stand des Morgens früh auf, küßte seine Söhne und seine Töchter und segnete sie. Und Laban kehrte um und ging an seinen Ort.
2 Und Jakob zog seines Weges. Und er hob seine Augen auf und sah ein Heer Gottes, das sich gelagert hatte; und es begegneten ihm die Engel Gottes.
3 Und Jakob sprach, als er sie sah: Dies ist ein Heer Gottes! Und er nannte den Namen jenes Ortes Machanaim.
4 Und Jakob sandte Boten vor sich her zu seinem Bruder Esau ins Land Seir, in das Gebiet Edom,
5 und befahl ihnen und sprach: So sollt ihr zu meinem Herrn Esau sagen: So spricht dein Knecht Jakob: Bei Laban habe ich mich aufgehalten und bin bis jetzt geblieben;
6 und ich habe Rinder und Esel und Schafe und Knechte und Mägde bekommen; und ich habe gesandt, um es meinem Herrn Esau zu melden, damit ich Gnade vor deinen Augen finde.
7 Und die Boten kehrten zu Jakob zurück und sprachen: Wir kamen zu deinem Bruder Esau; und siehe, er zieht dir entgegen und vierhundert Mann mit ihm.
8 Da fürchtete sich Jakob sehr und war bekümmert. Und er teilte das Volk, das bei ihm war, und die Rinder und die Schafe in zwei Heere,
9 und sprach: Wenn Esau auf das eine Heer stößt und es schlägt, so wird das andere Heer entrinnen.
10 Und Jakob sprach: Gott meines Vaters Abraham und Gott meines Vaters Isaak, HERR, der du zu mir gesagt hast: Kehre zurück in dein Land und zu deiner Verwandtschaft, und ich will dir wohltun!
11 Ich bin zu gering für all die Gnade und all die Treue, die du deinem Knecht erwiesen hast; denn mit meinem Stabe habe ich diesen Jordan überschritten, und nun bin ich zu zwei Heeren geworden.
12 Errette mich von der Hand meines Bruders, von der Hand Esaus; denn ich fürchte mich vor ihm, dass er komme und mich schlage, die Mutter samt den Kindern!
13 Du aber hast gesagt: Ich will dir gewiss wohltun und will deinen Samen machen wie den Sand am Meer, der nicht gezählt werden kann vor Menge.
14 Und er blieb dort jene Nacht. Und er nahm von dem, was er bei sich hatte, ein Geschenk für seinen Bruder Esau:
15 zweihundert Ziegen, zwanzig Böcke, zweihundert Schafe, zwanzig Widder, 30 säugende Kamele mit ihren Füllen, vierzig Kühe, zehn Stiere, zwanzig Eselinnen und zehn Füllen.
16 Und er gab sie in die Hand seiner Knechte, jede Herde für sich, und sprach zu seinen Knechten: Zieht vor mir her und lasst einen Zwischenraum zwischen Herde und Herde!
17 Und er befahl dem ersten und sprach: Wenn dir mein Bruder Esau begegnet und dich fragt: Wem gehörst du an, und wohin gehst du, und wem gehört dies, was vor dir herzieht?
18 so sollst du sagen: Deinem Knecht Jakob; es ist ein Geschenk, gesandt meinem Herrn Esau; und siehe, er selbst ist hinter uns.
19 Und er befahl auch dem zweiten und dem dritten und allen, die hinter den Herden hergingen, und sprach: Nach diesem Wort sollt ihr zu Esau reden, wenn ihr ihn findet;
20 und ihr sollt sagen: Siehe, dein Knecht Jakob kommt hinter uns. Denn er dachte: Ich will ihn versöhnen mit dem Geschenk, das vor mir hergeht, und danach will ich sein Angesicht sehen; vielleicht nimmt er mich an.
21 So zogen die Geschenke vor ihm her; er aber blieb jene Nacht im Lager.
22 Und er stand auf in jener Nacht, nahm seine beiden Frauen, seine beiden Mägde und seine elf Kinder und zog durch die Furt des Jabbok.
23 Er nahm sie und führte sie über den Bach und brachte hinüber, was er hatte.
24 Und Jakob blieb allein zurück. Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach.
25 Und als er sah, dass er ihn nicht überwältigen konnte, da rührte er an das Gelenk seiner Hüfte, und das Gelenk von Jakobs Hüfte wurde verrenkt, als er mit ihm rang.
26 Und er sprach: Lass mich gehen, denn die Morgenröte ist aufgegangen! Aber er sprach: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn!
27 Da sprach er zu ihm: Wie heißt du? Er sprach: Jakob.
28 Da sprach er: Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen.
29 Und Jakob fragte und sprach: Sage mir doch deinen Namen! Er aber sprach: Warum fragst du nach meinem Namen? Und er segnete ihn daselbst.
30 Und Jakob nannte den Ort Pniel; denn ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen, und meine Seele ist gerettet worden.
31 Und die Sonne ging ihm auf, als er an Pniel vorüberkam; und er hinkte an seiner Hüfte.
32 Darum essen die Kinder Israel bis auf den heutigen Tag nicht die Sehne, die am Gelenk der Hüfte liegt; denn er rührte an das Gelenk von Jakobs Hüfte, an die Sehne.
Genesis 33
1 Und Jakob blickte auf und sah, und siehe, Esau, sein Bruder, kam und vierhundert Mann mit ihm. Und Jakob teilte die Kinder zu Lea und Rahel und den beiden Mägden.
2 Und er stellte die beiden Mägde und ihre Söhne voran und Lea und ihre Kinder dahinter und Rahel und Joseph zuletzt.
3 Er selbst aber ging vor ihnen her und verneigte sich siebenmal zur Erde, bis er nahe an seinen Bruder herangekommen war.
4 Und Esau lief ihm entgegen, umarmte ihn, fiel ihm um den Hals und küsste ihn, und sie weinten beide.
5 Und er blickte auf und sah die Frauen und die Kinder und sprach: Wer sind diese bei dir? Er aber sprach: Die Kinder, die Gott deinem Knecht geschenkt hat.
6 Und die Mägde traten herzu mit ihren Kindern und verneigten sich.
7 Auch Lea trat herzu mit ihren Kindern, und sie verneigten sich. Danach traten Rahel und Joseph herzu und verneigten sich.
8 Und er sprach: Was soll all dieses Heer, dem ich begegnet bin? Er aber sprach: Dass ich Gnade finde vor dir, mein Herr.
9 Esau aber sprach: Ich habe genug, mein Bruder; behalte, was dein ist.
10 Jakob aber sprach: Wenn ich Gnade vor dir gefunden habe, so nimm das Geschenk von meiner Hand; denn ich habe dein Angesicht gesehen, wie man das Angesicht Gottes sieht, und du hast Wohlgefallen an mir.
11 Nimm doch mein Geschenk, das ich dir gebracht habe; denn Gott hat mir Gnade erwiesen, und ich habe alles. Und er nötigte ihn, und er nahm es.
12 Und er sprach: Lasst uns aufbrechen und weiterziehen; ich will mit dir gehen.
13 Er aber sprach zu ihm: Mein Herr weiß, dass die Kinder zart sind und dass ich säugende Schafe und Kühe bei mir habe; wenn man sie nur einen Tag übertriebe, würde die ganze Herde sterben.
14 Mein Herr ziehe vor seinem Knecht her; ich aber will langsam treiben, wie das Vieh vor mir und die Kinder gehen können, bis ich zu meinem Herrn nach Seir komme.
15 Esau aber sprach: Ich will von dem Volk, das bei mir ist, einige bei dir lassen. Er aber sprach: Wozu das? Lass mich nur Gnade finden vor meinem Herrn.
16 So kehrte Esau an jenem Tag um auf seinem Weg nach Seir.
17 Und Jakob brach auf nach Sukkot und baute sich dort ein Haus und machte seinen Herden Hütten; darum nannte er den Ort Sukkot.
18 Und Jakob kam wohlbehalten zur Stadt Sichem, die im Lande Kanaan liegt, als er aus Mesopotamien kam, und lagerte vor der Stadt.
19 Und er kaufte das Stück Feld, wo er sein Zelt aufgeschlagen hatte, von Hemor, dem Vater Sichems, um hundert Goldstücke.
20 Und er richtete dort einen Altar auf und nannte ihn: Gott, der Gott Israels.
Genesis 34
1 Dina aber, die Tochter Leas, die sie dem Jakob geboren hatte, ging aus, um die Töchter des Landes zu sehen.
2 Und Sichem, der Sohn Hemors, des Hewiters, des Fürsten des Landes, sah sie, und er nahm sie und schlief bei ihr und demütigte sie.
3 Und sein Herz hing an Dina, der Tochter Jakobs, und er liebte die Jungfrau und redete nach dem Sinne der Jungfrau mit ihr.
4 Und Sichem sprach zu seinem Vater Hemor: Nimm mir dieses Mädchen zum Weibe.
5 Jakob aber hörte, dass er seine Tochter Dina entehrt hatte; seine Söhne aber waren mit seinem Vieh auf dem Felde; und Jakob schwieg, bis sie kamen.
6 Da ging Hemor, der Vater Sichems, zu Jakob hinaus, um mit ihm zu reden.
7 Und die Söhne Jakobs kamen vom Felde; als sie es aber hörten, da wurden die Männer betrübt, und es war ihnen sehr verdrießlich, dass er eine Schandtat in Israel begangen hatte, bei der Tochter Jakobs zu schlafen; so etwas soll nicht geschehen.
8 Und Hemor redete mit ihnen und sprach: Mein Sohn Sichem hat sein Herz an eure Tochter gehängt; gebt sie ihm doch zum Weibe.
9 Verschwägert euch mit uns; gebt uns eure Töchter und nehmt unsere Töchter für eure Söhne.
10 Und wohnt bei uns; das Land steht euch offen; wohnt und handelt darin und macht euch darin ansässig.
11 Und Sichem sprach zu ihrem Vater und zu ihren Brüdern: Finde ich Gnade vor euch, so will ich geben, was ihr zu mir sagt.
12 Fordert nur eine sehr hohe Morgengabe von mir, und ich will sie geben, wie ihr zu mir sagt; gebt mir nur das Mädchen zum Weibe.
13 Da antworteten die Söhne Jakobs dem Sichem und seinem Vater Hemor mit List und redeten mit ihnen, weil er ihre Schwester Dina entehrt hatte,
14 und sprachen zu ihnen: Simeon und Levi, die Brüder Dinas, die Söhne Leas, sagten: Wir können das nicht tun, unsere Schwester einem Manne zu geben, der unbeschnitten ist; denn das wäre eine Schande für uns.
15 Nur darin wollen wir euch gleich werden und bei euch wohnen, wenn ihr werdet wie wir, dass alles Männliche bei euch beschnitten werde;
16 dann wollen wir euch unsere Töchter geben und eure Töchter uns zu Weibern nehmen und bei euch wohnen und ein Volk sein.
17 Wenn ihr aber nicht auf uns hört, euch zu beschneiden, so nehmen wir unsere Tochter und ziehen weg.
18 Und ihre Worte gefielen Hemor und Sichem, dem Sohne Hemors.
19 Und der Jüngling zögerte nicht, das zu tun; denn er hatte Verlangen nach der Tochter Jakobs; er war aber der Angesehenste in seinem ganzen Vaterhause.
20 Da kamen Hemor und sein Sohn Sichem zum Tor ihrer Stadt und redeten mit den Männern ihrer Stadt und sprachen:
21 Diese Männer sind friedlich gegen uns; so lasst sie im Lande wohnen und darin handeln; das Land ist ja weit genug für sie. Wir wollen uns ihre Töchter zu Weibern nehmen und ihnen unsere Töchter geben.
22 Nur darin werden die Männer uns gleich werden, dass sie bei uns wohnen und ein Volk mit uns werden, wenn alles Männliche bei uns beschnitten wird, wie sie beschnitten sind.
23 Ihr Vieh und ihre Habe und all ihr Getier, wird das nicht unser sein? Nur darin wollen wir ihnen gleich werden, dass sie bei uns wohnen.
24 Und Hemor und sein Sohn Sichem gehorchten alle, die zum Tor ihrer Stadt aus- und eingingen, und alles Männliche wurde beschnitten, alles, was zur Stadt gehörte.
25 Und am dritten Tage, als sie Schmerzen hatten, da nahmen die beiden Söhne Jakobs, Simeon und Levi, die Brüder Dinas, ein jeder sein Schwert, und drangen in die Stadt ein, ohne dass man es merkte, und erschlugen alles Männliche.
26 Auch Hemor und seinen Sohn Sichem erschlugen sie mit der Schärfe des Schwertes und nahmen Dina aus dem Hause Sichems und zogen davon.
27 Die Söhne Jakobs aber kamen über die Erschlagenen und plünderten die Stadt, weil man ihre Schwester entehrt hatte.
28 Ihre Schafe, Rinder und Esel, was in der Stadt und was auf dem Felde war, nahmen sie.
29 Und all ihre Habe, all ihre Kinder und ihre Weiber führten sie gefangen weg, und plünderten alles, was in den Häusern war.
30 Da sprach Jakob zu Simeon und Levi: Ihr habt mich ins Unglück gebracht, dass ich stinke vor den Bewohnern des Landes, den Kanaanitern und Perisitern; und ich bin gering an Zahl; wenn sie sich gegen mich versammeln, werden sie mich schlagen, und ich werde vertilgt werden samt meinem Hause.
31 Sie aber sprachen: Sollte man mit unserer Schwester wie mit einer Hure umgehen?
Genesis 35
1 Und Gott sprach zu Jakob: Mache dich auf, zieh hinauf nach Bethel und wohne dort und mache dort einen Altar dem Gott, der dir erschienen ist, als du vor deinem Bruder Esau flohest.
2 Da sprach Jakob zu seinem Hause und zu allen, die bei ihm waren: Tut die fremden Götter, die unter euch sind, von euch weg und reinigt euch und wechselt eure Kleider,
3 und lasset uns aufbrechen und hinaufziehen nach Bethel, dass ich dort einen Altar mache dem Gott, der mich erhört hat am Tage meiner Bedrängnis und der mit mir gewesen ist auf dem Wege, den ich gezogen bin.
4 Und sie gaben Jakob alle fremden Götter, die in ihren Händen waren, und die Ringe, die in ihren Ohren waren; und Jakob vergrub sie unter der Terebinthe, die bei Sichem steht, und verlor sie bis auf diesen Tag.
5 Und Israel zog aus von Sichem; und es kam ein Schrecken Gottes über die Städte, die rings um sie her lagen, dass sie den Söhnen Israels nicht nachjagten.
6 Und Jakob kam nach Lus, das im Lande Kanaan liegt, das ist Bethel, er und alles Volk, das bei ihm war.
7 Und er baute dort einen Altar und nannte den Ort Bethel; denn dort war ihm Gott offenbart worden, als er vor seinem Bruder Esau floh. 8 Da starb Debora, die Amme der Rebekka, unterhalb Bethel unter der Eiche; und Jakob nannte sie „Eiche der Trauer“.
9 Und Gott erschien Jakob abermals, als er aus Mesopotamien in Syrien kam, und segnete ihn.
10 Und Gott sprach zu ihm: Dein Name ist Jakob; du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel soll dein Name sein.
11 Und Gott sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott; sei fruchtbar und mehre dich; Völker und Völkerschaften sollen von dir kommen, und Könige sollen aus deinen Lenden hervorgehen.
12 Und das Land, das ich Abraham und Isaak gegeben habe, das gebe ich dir; und deinem Samen nach dir will ich dieses Land geben.
13 Und Gott fuhr auf von ihm an dem Ort, wo er mit ihm geredet hatte.
14 Und Jakob richtete einen Steinmal auf an dem Ort, wo er mit ihm geredet hatte, einen steinernen Malstein, und goss ein Trankopfer darauf und goss Öl darauf.
15 Und Jakob nannte den Ort, wo Gott mit ihm geredet hatte, Bethel.
16 Und Jakob zog aus von Bethel und schlug sein Zelt auf jenseits des Turmes von Gader. Es geschah aber, als er nach Ephratha kam, gebar Rahel und hatte eine schwere Geburt.
17 Und es geschah, als sie so schwer gebar, sprach die Hebamme zu ihr: Fürchte dich nicht, denn auch dieser ist dir ein Sohn.
18 Es geschah aber, als sie den Geist aufgab – denn sie starb –, da nannte sie ihn „Sohn meines Schmerzes“; sein Vater aber nannte ihn Benjamin.
19 Und Rahel starb und wurde begraben am Wege nach Ephratha, das ist Bethlehem.
20 Und Jakob richtete einen Steinmal auf über ihrem Grabe; das ist das Grabmal Rahels bis auf diesen Tag.
*und es erschien böse vor ihm*
22 Es geschah aber, als Israel in jenem Lande wohnte, ging Ruben hin und schlief bei Bilha, der Nebenfrau seines Vaters; und Israel erfuhr es, und es war übel in seinen Augen. Es waren aber der Söhne Jakobs zwölf.
23 Die Söhne Leas: der Erstgeborene Jakobs, Ruben, Simeon, Levi, Juda, Issachar, Sebulon.
24 Die Söhne Rahels: Joseph und Benjamin.
25 Die Söhne Bilhas, der Magd Rahels: Dan und Naftali.
26 Die Söhne Silpas, der Magd Leas: Gad und Ascher. Das sind die Söhne Jakobs, die ihm in Mesopotamien in Syrien geboren wurden.
27 Und Jakob kam zu seinem Vater Isaak nach Mamre, zur Stadt des Feldes, das ist Hebron, im Lande Kanaan, wo Abraham und Isaak als Fremdlinge gewohnt hatten.
28 Und es waren die Tage Isaaks, die er lebte, hundertachtzig Jahre.
29 Und er verschied und starb und wurde versammelt zu seinem Volke, alt und lebenssatt; und seine Söhne Esau und Jakob begruben ihn.
Genesis 36
1 Dies sind die Geschlechter Esaus (er ist Edom).
2 Esau nahm sich Frauen von den Töchtern der Kanaaniter: Ada, die Tochter Elons, des Hethiters, und Oholibama, die Tochter Anas, des Sohnes Zibeons, des Hiwiters,
3 und Basmath, die Tochter Ismaels, die Schwester Nebajoths.
4 Und Ada gebar dem Esau den Eliphas; Basmath gebar den Reguel;
5 und Oholibama gebar den Jehus, den Jeglam und den Korah. Das sind die Söhne Esaus, die ihm im Lande Kanaan geboren wurden.
6 Und Esau nahm seine Frauen, seine Söhne und seine Töchter und alle Seelen seines Hauses, und alle seine Habe und alles Vieh und allen Besitz, den er im Lande Kanaan erworben hatte, und zog aus dem Lande Kanaan weg vor seinem Bruder Jakob her.
7 Denn ihre Habe war zu groß, um beieinander zu wohnen, und das Land ihrer Fremdlingschaft konnte sie nicht ertragen wegen der Menge ihrer Habe.
8 So wohnte Esau auf dem Gebirge Seir. (Esau ist Edom.)
9 Dies sind die Geschlechter Esaus, des Vaters von Edom, auf dem Gebirge Seir.
10 Und dies sind die Namen der Söhne Esaus: Eliphas, der Sohn Adas, der Frau Esaus; Reguel, der Sohn Basmaths, der Frau Esaus.
11 Die Söhne Eliphas' aber waren: Teman, Omar, Zepho, Gatam und Kenas.
12 Und Timna war eine Nebenfrau Eliphas', des Sohnes Esaus; sie gebar dem Eliphas den Amalek. Das sind die Söhne Adas, der Frau Esaus.
13 Und dies sind die Söhne Reguels: Nahath, Serah, Schamma und Misa. Das waren die Söhne Basmaths, der Frau Esaus.
14 Und dies waren die Söhne Oholibamas, der Tochter Anas, des Sohnes Zibeons, der Frau Esaus: sie gebar dem Esau den Jehus, den Jeglam und den Korah.
15 Dies sind die Fürsten der Söhne Esaus: Die Söhne Eliphas', des Erstgeborenen Esaus: Fürst Teman, Fürst Omar, Fürst Zepho, Fürst Kenas,
16 Fürst Korah, Fürst Gatam, Fürst Amalek. Das sind die Fürsten von Eliphas im Lande Edom; das sind die Söhne Adas.
17 Und dies sind die Söhne Reguels, des Sohnes Esaus: Fürst Nahath, Fürst Serah, Fürst Schamma, Fürst Misa. Das sind die Fürsten von Reguel im Lande Edom; das sind die Söhne Basmaths, der Frau Esaus.
18 Und dies sind die Söhne Oholibamas, der Frau Esaus: Fürst Jehus, Fürst Jeglam, Fürst Korah. Das sind die Fürsten Oholibamas. —
19 Das sind die Söhne Esaus, und das sind ihre Fürsten. Das sind die Söhne Edoms.
20 Dies sind die Söhne Seirs, des Horiters, die das Land bewohnten: Lotan, Schobal, Zibeon, Ana,
21 und Dison und Ezer und Disan. Das sind die Fürsten der Horiter, der Söhne Seirs, im Lande Edom.
22 Die Söhne Lotans aber waren: Hori und Hemam; und die Schwester Lotans war Timna.
23 Und dies sind die Söhne Schobals: Alwan, Manahath, Ebal, Schepho und Onam.
24 Und dies sind die Söhne Zibeons: Aja und Ana. Das ist der Ana, der die warmen Quellen in der Wüste fand, als er die Esel seines Vaters Zibeon weidete.
25 Und dies sind die Söhne Anas: Dison; und Oholibama, die Tochter Anas.
26 Und dies sind die Söhne Disons: Hemdan, Eschban, Jitran und Keran.
27 Dies sind die Söhne Ezers: Bilhan, Saawan und Akan.
28 Dies sind die Söhne Disans: Uz und Aran.
29 Dies sind die Fürsten der Horiter: Fürst Lotan, Fürst Schobal, Fürst Zibeon, Fürst Ana,
30 Fürst Dison, Fürst Ezer, Fürst Disan. Das sind die Fürsten der Horiter nach ihren Fürstentümern im Lande Edom.
31 Und dies sind die Könige, die im Lande Edom regiert haben, bevor ein König über die Israeliten regierte:
32 Es regierte in Edom Bela, der Sohn Beors, und seine Stadt hieß Dinhaba.
33 Und Bela starb, und es regierte an seiner Stelle Jobab, der Sohn Serahs, aus Bozra.
34 Und Jobab starb, und es regierte an seiner Stelle Huscham aus dem Lande der Temaniter.
35 Und Huscham starb, und es regierte an seiner Stelle Hadad, der Sohn Bedads, der die Midianiter schlug auf dem Felde Moabs; und seine Stadt hieß Awith.
36 Und Hadad starb, und es regierte an seiner Stelle Samla aus Masreka.
37 Und Samla starb, und es regierte an seiner Stelle Saul aus Rehoboth am Strom.
38 Und Saul starb, und es regierte an seiner Stelle Baal-Hanan, der Sohn Achbors.
39 Und Baal-Hanan, der Sohn Achbors, starb, und es regierte an seiner Stelle Hadar; und seine Stadt hieß Pau; und seine Frau hieß Mehetabel, die Tochter Matreds, der Tochter Me-Sahabs.
40 Dies sind die Namen der Fürsten Esaus nach ihren Geschlechtern, nach ihren Orten, mit ihren Namen: Fürst Timna, Fürst Alwa, Fürst Jetet,
41 Fürst Oholibama, Fürst Ela, Fürst Pinon,
42 Fürst Kenas, Fürst Teman, Fürst Mibzar,
43 Fürst Magdiel, Fürst Iram. Das sind die Fürsten Edoms nach ihren Wohnsitzen im Lande ihres Besitzes. Das ist Esau, der Vater von Edom.
Genesis 37
1 Jakob aber wohnte im Lande, worin sein Vater als Fremdling geweilt hatte, im Lande Kanaan.
2 Dies ist die Geschichte Jakobs: Joseph war siebzehn Jahre alt und hütete die Schafe mit seinen Brüdern, da er noch ein Jüngling war, mit den Söhnen Bilhas und mit den Söhnen Silpas, der Frauen seines Vaters. Und Joseph brachte eine böse Nachrede über sie vor ihren Vater Israel.
3 Israel aber hatte Joseph lieber als alle seine Söhne, weil er ihm ein Sohn des Alters war; und er machte ihm einen bunten Rock.
4 Als aber seine Brüder sahen, dass ihr Vater ihn vor allen seinen Söhnen lieb hatte, hassten sie ihn und konnten nicht freundlich mit ihm reden.
5 Joseph aber hatte einen Traum und sagte ihn seinen Brüdern;
6 und er sprach zu ihnen: Höret doch diesen Traum, den ich geträumt habe:
7 Wir banden Garben auf dem Felde, und meine Garbe richtete sich auf und blieb stehen; eure Garben aber umringten sie und warfen sich vor meiner Garbe nieder.
8 Da sprachen seine Brüder zu ihm: Willst du etwa König über uns werden oder über uns herrschen? Und sie hassten ihn noch mehr um seiner Träume und um seiner Worte willen.
9 Und er hatte noch einen anderen Traum, den erzählte er seinem Vater und seinen Brüdern und sprach: Siehe, ich habe noch einen Traum gehabt: Die Sonne und der Mond und elf Sterne warfen sich vor mir nieder.
10 Und sein Vater schalt ihn und sprach zu ihm: Was ist das für ein Traum, den du geträumt hast? Sollen etwa ich und deine Mutter und deine Brüder kommen und uns vor dir niederwerfen?
11 Und seine Brüder beneideten ihn; aber sein Vater behielt die Sache im Gedächtnis.
12 Als nun seine Brüder hingegangen waren, um die Schafe ihres Vaters zu hüten in Sichem,
13 sprach Israel zu Joseph: Hüten nicht deine Brüder in Sichem? Komm, ich will dich zu ihnen senden. Er aber sprach: Hier bin ich.
14 Und er sprach zu ihm: Geh hin und sieh, ob es deinen Brüdern und den Schafen wohl geht, und sage mir Bescheid. Und er sandte ihn aus dem Tal Hebron, und er kam nach Sichem.
15 Und ein Mann fand ihn, wie er auf dem Felde umherirrte; der fragte ihn und sprach: Was suchst du?
16 Er aber sprach: Ich suche meine Brüder; sage mir doch, wo sie hüten.
17 Der Mann sprach: Sie sind von hier weggezogen; denn ich hörte sie sagen: Lasst uns nach Dothan gehen. Da ging Joseph seinen Brüdern nach und fand sie in Dothan.
18 Als sie ihn aber von ferne sahen, ehe er nahe zu ihnen kam, machten sie einen Anschlag, ihn zu töten.
19 Und sprachen einer zum anderen: Siehe, der Träumer kommt daher!
20 So kommt nun und lasst uns ihn töten und in eine Grube werfen und sagen: Ein böses Tier hat ihn gefressen; dann wird man sehen, was seine Träume sind!
21 Als das Ruben hörte, wollte er ihn aus ihren Händen erretten und sprach: Lasst uns ihn nicht ums Leben bringen!
22 Und Ruben sprach zu ihnen: Vergießet nicht Blut, sondern werft ihn in diese Grube hier in der Wüste, aber legt die Hand nicht an ihn; er wollte ihn aber aus ihrer Hand erretten und ihn seinem Vater wiederbringen.
23 Als nun Joseph zu seinen Brüdern kam, zogen sie ihm seinen Rock, den bunten Rock, den er anhatte, aus,
24 nahmen ihn und warfen ihn in die Grube; die Grube aber war leer und hatte kein Wasser.
25 Und sie setzten sich nieder, um Brot zu essen. Da hoben sie ihre Augen auf und sahen, und siehe, eine Karawane von Ismaelitern kam von Gilead her; ihre Kamele trugen Gewürze, Balsam und Myrrhe und zogen hinab nach Ägypten.
26 Da sprach Juda zu seinen Brüdern: Was gewinnen wir damit, dass wir unseren Bruder töten und sein Blut verbergen?
27 Kommt, lasst uns ihn diesen Ismaelitern verkaufen, aber unsere Hände sollen nicht an ihm sein; denn er ist unser Bruder, unser Fleisch und Blut. Und seine Brüder gehorchten ihm.
28 Als nun die midianitischen Kaufleute vorbeikamen, zogen sie Joseph aus der Grube herauf und verkauften Joseph für zwanzig Silberstücke an die Ismaeliter; die brachten Joseph nach Ägypten.
29 Als nun Ruben wieder zur Grube kam und Joseph nicht darin fand, zerriss er seine Kleider
30 und kehrte zu seinen Brüdern zurück und sprach: Der Knabe ist nicht da! Wo soll ich hin?
31 Da nahmen sie Josephs Rock, schlachteten einen Ziegenbock und tauchten den Rock ins Blut.
32 Und sie schickten den bunten Rock hin und ließen ihn ihrem Vater bringen und sagen: Dies haben wir gefunden; sieh, ob es der Rock deines Sohnes ist oder nicht.
33 Und er erkannte ihn und sprach: Es ist meines Sohnes Rock; ein böses Tier hat ihn gefressen, ein wildes Tier hat Joseph zerrissen!
34 Und Jakob zerriss seine Kleider und legte einen Sack um seine Lenden und trug Leid um seinen Sohn viele Tage.
35 Und alle seine Söhne und Töchter kamen, um ihn zu trösten; aber er wollte sich nicht trösten lassen und sprach: Ich werde mit Trauer hinunterfahren zu meinem Sohn in die Unterwelt! Und sein Vater beweinte ihn.
36 Aber die Midianiter verkauften Joseph in Ägypten an Potiphar, den Kämmerer des Pharao, den Obersten der Leibwache.
Genesis 38
1 Es begab sich aber zu jener Zeit, dass Juda von seinen Brüdern hinabzog und sich zu einem Mann von Adullam begab, namens Hira.
2 Und Juda sah dort die Tochter eines kanaanäischen Mannes, namens Schua; und er nahm sie und ging zu ihr ein.
3 Und sie ward schwanger und gebar einen Sohn, und er nannte ihn Er.
4 Und sie ward wieder schwanger und gebar einen Sohn, und sie nannte ihn Onan.
5 Und sie gebar noch einen Sohn und nannte ihn Schela; sie war aber in Kesib, als sie diese gebar.
6 Und Juda nahm für seinen Erstgeborenen Er eine Frau, namens Tamar.
7 Aber Er, der Erstgeborene Judas, war böse vor dem HERRN; und der HERR tötete ihn.
8 Da sprach Juda zu Onan: Geh ein zur Frau deines Bruders und nimm sie zur Schwägerin, um deinem Bruder Nachkommen zu erwecken.
9 Als aber Onan wusste, dass die Nachkommenschaft nicht ihm gehören würde, ließ er, sooft er zur Frau seines Bruders einging, es auf die Erde fallen, um seinem Bruder keine Nachkommen zu geben.
10 Und es war böse in den Augen des HERRN, was er tat; und er tötete auch ihn.
11 Da sprach Juda zu seiner Schwiegertochter Tamar: Bleibe als Witwe im Haus deines Vaters, bis mein Sohn Schela groß geworden ist. Denn er dachte: Vielleicht stirbt auch er wie seine Brüder. So ging Tamar hin und blieb im Haus ihres Vaters.
12 Als aber viele Tage vergangen waren, starb die Tochter Schuas, die Frau Judas. Und als Juda getröstet war, ging er hinauf zu den Schafscherern, er und sein Freund Hira, der Adullamiter, nach Timna.
13 Und es wurde Tamar, seiner Schwiegertochter, berichtet: Siehe, dein Schwiegervater geht hinauf nach Timna, um seine Schafe zu scheren.
14 Da legte sie die Witwenkleider von sich ab, hüllte sich in einen Schleier, verhüllte sich und setzte sich an den Eingang von Enaim, das am Wege nach Timna liegt; denn sie sah, dass Schela groß geworden war, sie aber ihm nicht zur Frau gegeben wurde.
15 Als Juda sie sah, hielt er sie für eine Hure; denn sie hatte ihr Gesicht verhüllt, und er erkannte sie nicht.
16 Da bog er zu ihr ab und sprach: Lass mich zu dir kommen! Denn er wusste nicht, dass sie seine Schwiegertochter war. Sie aber sprach: Was gibst du mir, wenn du zu mir kommst?
17 Er sprach: Ich will dir ein Ziegenböckchen von der Herde senden. Sie sprach: Wenn du ein Pfand gibst, bis du es sendest.
18 Er sprach: Was für ein Pfand soll ich dir geben? Sie sprach: Deinen Siegelring, deine Schnur und deinen Stab, den du in der Hand hast. Da gab er es ihr und ging zu ihr ein; und sie ward von ihm schwanger.
19 Und sie stand auf und ging hin, legte ihren Schleier ab und zog ihre Witwenkleider an.
20 Juda aber sandte das Ziegenböckchen durch seinen Freund, den Adullamiter, um das Pfand von der Frau zurückzuerhalten; aber er fand sie nicht.
21 Und er fragte die Leute an jenem Ort: Wo ist die Hure, die in Enaim am Wege saß? Sie sprachen: Hier ist keine Hure gewesen.
22 Und er kehrte zu Juda zurück und sprach: Ich habe sie nicht gefunden; und die Leute des Ortes sagen, dass dort keine Hure gewesen sei.
23 Da sprach Juda: Sie mag es behalten, damit wir nicht zum Gespött werden. Siehe, ich habe dieses Böckchen gesandt, du aber hast sie nicht gefunden.
24 Nach etwa drei Monaten wurde Juda berichtet: Deine Schwiegertochter Tamar hat Hurerei getrieben, und siehe, sie ist von Hurerei schwanger. Juda sprach: Führt sie hinaus, dass sie verbrannt werde!
25 Als sie aber hinausgeführt wurde, sandte sie zu ihrem Schwiegervater und ließ ihm sagen: Von dem Mann, dem diese Dinge gehören, bin ich schwanger. Und sie sprach: Erkenne doch, wem dieser Siegelring, diese Schnur und dieser Stab gehören!
26 Juda erkannte es und sprach: Sie ist gerechter als ich; denn ich habe sie meinem Sohn Schela nicht gegeben. Und er erkannte sie fortan nicht mehr.
27 Als sie aber gebären sollte, siehe, da waren Zwillinge in ihrem Leib.
28 Und es geschah, als sie gebar, da streckte einer die Hand heraus. Da nahm die Hebamme einen roten Faden und band ihn um seine Hand und sprach: Dieser wird zuerst herauskommen.
29 Als er aber seine Hand zurückzog, siehe, da kam sein Bruder heraus. Und sie sprach: Warum hast du einen Riss für dich gerissen? Und man nannte ihn Perez.
30 Danach kam sein Bruder heraus, der den roten Faden an seiner Hand hatte; und man nannte ihn Serach.
Genesis 39
1 Josef aber wurde nach Ägypten hinabgeführt, und Potifar, der Kämmerer des Pharao, der Oberste der Leibwache, ein ägyptischer Mann, erwarb ihn aus der Hand der Ismaeliter, die ihn dorthin hinabgeführt hatten.
2 Und der Herr war mit Josef, und er war ein Mann, dem alles gelang, und er war im Hause bei seinem ägyptischen Herrn.
3 Sein Herr aber wusste, dass der Herr mit ihm war und dass der Herr alles, was er tat, in seinen Händen gelingen ließ.
4 Und Josef fand Gnade vor seinem Herrn und gefiel ihm wohl, und er setzte ihn über sein Haus, und alles, was er hatte, gab er in Josefs Hand.
5 Es geschah aber, nachdem er ihn über sein Haus und über alles, was er hatte, gesetzt hatte, da segnete der Herr das Haus des Ägypters um Josefs willen, und der Segen des Herrn war auf allem, was er hatte, im Haus und auf dem Feld.
6 Und er überließ alles, was er hatte, den Händen Josefs und kümmerte sich um nichts von dem, was ihn betraf, außer um das Brot, das er selbst aß. Josef aber war schön von Gestalt und sehr schön von Angesicht.
7 Und es geschah nach diesen Dingen, da warf die Frau seines Herrn ihre Augen auf Josef und sprach: Lege dich zu mir!
8 Er aber wollte nicht und sprach zur Frau seines Herrn: Siehe, mein Herr kümmert sich um nichts in seinem Haus, weil ich da bin, und alles, was er hat, hat er in meine Hände gegeben,
9 und niemand in diesem Hause ist größer als ich, und nichts ist mir vorenthalten außer dir, weil du seine Frau bist. Wie sollte ich denn diese böse Tat begehen und gegen Gott sündigen?
10 Als sie aber Tag für Tag zu Josef redete, hörte er nicht auf sie, bei ihr zu schlafen und ihr beizuwohnen.
11 Es geschah aber an einem solchen Tag, dass Josef in das Haus ging, um seine Arbeit zu tun, und keiner von den Hausleuten war drinnen,
12 da ergriff sie ihn bei seinen Kleidern und sprach: Lege dich zu mir! Er aber ließ seine Kleider in ihren Händen, floh und lief hinaus.
13 Und es geschah, als sie sah, dass er seine Kleider in ihren Händen gelassen hatte und geflohen und hinausgelaufen war,
14 da rief sie die Hausleute und sprach zu ihnen: Seht, er hat uns einen hebräischen Knecht hereingebracht, um mit uns seinen Mutwillen zu treiben. Er kam zu mir herein und sprach: Lege dich zu mir! Da schrie ich mit lauter Stimme.
15 Als er aber hörte, dass ich meine Stimme erhob und schrie, ließ er seine Kleider bei mir, floh und lief hinaus.
16 Und sie behielt die Kleider bei sich, bis der Herr in sein Haus kam.
17 Und sie redete zu ihm mit diesen Worten und sprach: Der hebräische Knecht, den du zu uns gebracht hast, kam zu mir herein, um seinen Mutwillen mit mir zu treiben, und sprach zu mir: Ich will bei dir liegen.
18 Als er aber hörte, dass ich meine Stimme erhob und schrie, ließ er seine Kleider bei mir, floh und lief hinaus.
19 Es geschah aber, als sein Herr die Worte seiner Frau hörte, die sie zu ihm redete und sprach: So hat dein Knecht mir getan, da entbrannte er in Zorn.
20 Und der Herr nahm Josef und warf ihn ins Gefängnis, an den Ort, wo die Gefangenen des Königs verwahrt werden, dort im Gefängnis.
21 Aber der Herr war mit Josef und goss Barmherzigkeit über ihn aus und gab ihm Gnade vor dem Obersten des Gefängnisses.
22 Und der Oberste des Gefängnisses übergab das Gefängnis in Josefs Hand samt allen Gefangenen, die im Gefängnis waren, und alles, was dort geschah.
23 Der Oberste des Gefängnisses kümmerte sich um nichts, weil er da war; denn alles war in Josefs Hand, weil der Herr mit ihm war, und was er tat, das ließ der Herr in seinen Händen gelingen.
Genesis 40
1 Es begab sich aber nach diesen Begebenheiten, dass der oberste Mundschenk des Königs von Ägypten und der oberste Bäcker sich an ihrem Herrn, dem König von Ägypten, versündigten.
2 Und der Pharao zürnte über seine beiden Kämmerer, über den obersten Mundschenk und über den obersten Bäcker,
3 und setzte sie in Gewahrsam beim Kerkermeister, in das Gefängnis, an den Ort, wohin Joseph gebracht worden war.
4 Und der Oberste der Gefangenen stellte sie dem Joseph zu, und er stand ihnen bei; und sie waren eine Zeitlang im Gefängnis.
5 Und beide sahen einen Traum, jeder seinen Traum, in einer Nacht, ein jeder die Erscheinung seines Traumes, der oberste Mundschenk und der oberste Bäcker, die dem König von Ägypten dienten, die im Gefängnis waren.
6 Und Joseph kam am Morgen zu ihnen und sah sie an, und sie waren verstört.
7 Und er fragte die Kämmerer des Pharao, die bei ihm im Gefängnis waren im Hause seines Herrn, und sprach: Warum sind eure Gesichter heute so traurig?
8 Sie aber sprachen zu ihm: Wir haben einen Traum gesehen, und es ist keiner da, der ihn deute. Joseph aber sprach zu ihnen: Ist nicht bei Gott die Deutung? Erzählt mir doch. —
9 Und der oberste Mundschenk erzählte seinen Traum dem Joseph und sprach: In meinem Traum war ein Weinstock vor mir;
10 an dem Weinstock aber waren drei Ranken, und er blühte und trieb Schösslinge; reif waren die Trauben der Beeren.
11 Und der Becher des Pharao war in meiner Hand; und ich nahm die Traube und presste sie in den Becher und gab den Becher in die Hände des Pharao.
12 Und Joseph sprach zu ihm: Dies ist seine Deutung: Die drei Ranken sind drei Tage;
13 noch drei Tage, so wird der Pharao deines Amtes gedenken und wird dich wieder in dein Amt als oberster Mundschenk einsetzen, und du wirst den Becher des Pharao in seine Hand geben nach deiner früheren Weise, wie du Mundschenk warst.
14 Aber gedenke meiner bei dir selbst, wenn es dir wohl ergeht, und tue Barmherzigkeit an mir und gedenke meiner beim Pharao und führe mich aus diesem Kerker heraus;
15 denn ich bin aus dem Land der Hebräer gestohlen worden, und auch hier habe ich nichts getan, dass man mich in diese Grube geworfen hätte.
16 Und der oberste Bäcker sah, dass er richtig gedeutet hatte, und sprach zu Joseph: Auch ich sah einen Traum, und mir war, als trüge ich drei Körbe mit Feinbrot auf meinem Kopf;
17 und in dem obersten Korb war von allerlei Speise, die der König Pharao isst, ein Werk des Bäckers, und die Vögel des Himmels fraßen sie aus dem Korb auf meinem Kopf.
18 Joseph antwortete und sprach zu ihm: Dies ist seine Deutung: Die drei Körbe sind drei Tage;
19 in drei Tagen wird der Pharao dein Haupt von dir nehmen und wird dich an ein Holz hängen, und die Vögel des Himmels werden dein Fleisch von dir fressen.
20 Und es begab sich am dritten Tage, da war der Geburtstag des Pharao, und er machte ein Gastmahl für alle seine Diener. Und er gedachte des Amtes des obersten Mundschenken und des Amtes des obersten Bäckers inmitten seiner Diener
21 und setzte den obersten Mundschenk wieder in sein Amt, und er gab den Becher in die Hand des Pharao;
22 den obersten Bäcker aber ließ er hängen, wie Joseph ihnen gedeutet hatte.
23 Der oberste Mundschenk aber gedachte nicht an Joseph, sondern vergaß ihn.
Genesis 41
1 Es geschah aber nach zwei vollen Jahren, dass der Pharao einen Traum hatte. Er meinte, am Nil zu stehen,
2 und siehe, aus dem Nil stiegen sieben Kühe herauf, schön von Gestalt und wohlgenährt, und sie weideten im Riedgras.
3 Und siehe, sieben andere Kühe stiegen nach ihnen aus dem Nil herauf, hässlich von Gestalt und mager, und sie stellten sich neben die Kühe am Ufer des Nils.
4 Und die hässlichen und mageren Kühe fraßen die sieben schönen und wohlgenährten Kühe auf. Da erwachte der Pharao.
5 Und er träumte zum zweiten Mal: Siehe, sieben Ähren wuchsen auf einem einzigen Halm, voll und schön.
6 Und siehe, sieben andere Ähren, dünn und vom Ostwind versengt, sprossen nach ihnen.
7 Und die dünnen und vom Ostwind versengten Ähren verschlangen die sieben vollen und schönen Ähren. Da erwachte der Pharao, und siehe, es war ein Traum.
8 Es geschah aber am Morgen, da war seine Seele erschüttert, und er sandte aus und rief alle Traumdeuter Ägyptens und alle seine Weisen, und der Pharao erzählte ihnen den Traum, aber es war keiner da, der ihn dem Pharao deutete.
9Da redete der oberste Mundschenk zum Pharao und sprach: Ich erinnere heute an meine Verfehlung.
10 Der Pharao war zornig auf seine Diener und setzte mich im Haus des Obersten der Leibwache gefangen, mich und den Oberbäcker.
11 Und wir sahen einen Traum in einer Nacht, ich und er, jeder sah seinen eigenen Traum.
12 Es war aber dort bei uns ein junger hebräischer Knecht des Obersten der Leibwache, dem erzählten wir sie, und er deutete sie uns.
13 Und es geschah, wie er uns deutete, so traf es ein: Mich setzte man wieder in mein Amt ein, jenen aber hängte man.
14 Da sandte der Pharao aus und rief Josef, und sie führten ihn aus dem Kerker, und er ließ sich scheren und wechselte seine Kleider, und er kam zum Pharao.
15 Und der Pharao sprach zu Josef: Ich habe einen Traum gesehen, und es ist keiner da, der ihn deutet. Ich aber habe von dir gehört, dass du einen Traum hörst und ihn deutest.
16 Josef antwortete dem Pharao und sprach: Ohne Gott wird das Heil des Pharao nicht geantwortet werden.
17 Da redete der Pharao zu Josef und sprach: In meinem Schlaf meinte ich, am Ufer des Nils zu stehen,
18 und siehe, aus dem Nil stiegen sieben Kühe herauf, schön von Gestalt und wohlgenährt, und sie weideten im Riedgras.
19 Und siehe, sieben andere Kühe stiegen nach ihnen aus dem Nil herauf, schlecht und hässlich von Gestalt und mager, wie ich noch nie so hässliche gesehen habe im ganzen Land Ägypten.
20 Und die hässlichen und mageren Kühe fraßen die sieben ersten schönen und wohlgenährten Kühe auf.
21 Und sie gingen in ihren Bauch hinein, aber man merkte nicht, dass sie in ihren Bauch hineingegangen waren, und ihr Aussehen war hässlich wie zuvor. Da erwachte ich und schlief wieder ein.
22 Und ich sah wieder in meinem Schlaf: Siehe, sieben Ähren wuchsen auf einem einzigen Halm, voll und schön.
23 Und siehe, sieben andere Ähren, dünn und vom Ostwind versengt, sprossen neben ihnen.
24 Und die dünnen und vom Ostwind versengten Ähren verschlangen die sieben schönen und vollen Ähren. Ich sagte es den Traumdeutern, aber es war keiner da, der es mir deutete.
25 Da sprach Josef zum Pharao: Der Traum des Pharao ist einer. Was Gott tut, hat er dem Pharao gezeigt.
26 Die sieben schönen Kühe sind sieben Jahre, und die sieben schönen Ähren sind sieben Jahre. Der Traum des Pharao ist einer.
27 Und die sieben mageren Kühe, die nach ihnen heraufstiegen, sind sieben Jahre, und die sieben dünnen und vom Ostwind versengten Ähren werden sieben Jahre der Hungersnot sein.
28 Das ist das Wort, das ich zum Pharao gesagt habe: Was Gott tut, hat er dem Pharao gezeigt.
29 Siehe, es kommen sieben Jahre großen Überflusses im ganzen Land Ägypten.
30 Danach aber werden sieben Jahre der Hungersnot kommen, und man wird allen Überfluss vergessen im ganzen Land Ägypten, und die Hungersnot wird das Land verzehren.
31 Und der Überfluss wird im Land nicht mehr erkannt werden wegen der Hungersnot, die danach kommt; denn sie wird sehr stark sein.
32 Dass aber der Traum dem Pharao zweimal wiederholt wurde, bedeutet, dass die Sache von Gott fest beschlossen ist und Gott sie schnell ausführen wird.
33 Nun also sehe sich der Pharao nach einem verständigen und weisen Mann um und setze ihn über das Land Ägypten.
34 Der Pharao handle und setze Aufseher über das Land ein und erhebe den fünften Teil des Ertrags des Landes Ägypten in den sieben Jahren des Überflusses.
35 Und sie sollen alle Nahrungsmittel dieser guten kommenden sieben Jahre sammeln und das Getreide unter die Hand des Pharao bringen, die Nahrungsmittel in den Städten aufbewahren.
36 Und die Nahrungsmittel sollen dem Land als Vorrat dienen für die sieben Jahre der Hungersnot, die im Land Ägypten sein werden, damit das Land in der Hungersnot nicht zugrunde geht.
37 Die Worte gefielen dem Pharao und allen seinen Dienern.
38 Und der Pharao sprach zu allen seinen Dienern: Werden wir einen solchen Mann finden, in dem der Geist Gottes ist?
39 Und der Pharao sprach zu Josef: Da Gott dir dies alles gezeigt hat, ist niemand so verständig und weise wie du.
40 Du sollst über mein Haus sein, und auf deinen Befehl hin soll mein ganzes Volk gehorchen; nur den Thron will ich höher sein als du.
41 Und der Pharao sprach zu Josef: Siehe, ich setze dich heute über das ganze Land Ägypten.
42 Und der Pharao nahm seinen Siegelring von seiner Hand und legte ihn an Josefs Hand und kleidete ihn in Byssusgewänder und legte eine goldene Kette um seinen Hals.
43 Und er ließ ihn auf seinem zweiten Wagen fahren, und ein Herold rief vor ihm aus: So setzte er ihn über das ganze Land Ägypten.
44 Und der Pharao sprach zu Josef: Ich bin der Pharao; ohne dich soll niemand seine Hand im ganzen Land Ägypten erheben.
45 Und der Pharao nannte Josefs Namen Zafenat-Paneach und gab ihm Asenat, die Tochter Potiferas, des Priesters von On, zur Frau.
46 Josef aber war dreißig Jahre alt, als er vor dem Pharao, dem König von Ägypten, stand. Und Josef ging vom Pharao weg und durchzog das ganze Land Ägypten.
47 Und das Land brachte in den sieben Jahren des Überflusses reiche Ernte.
48 Und er sammelte alle Nahrungsmittel der sieben Jahre, in denen der Überfluss im Land Ägypten war, und legte die Nahrungsmittel in den Städten nieder; die Nahrungsmittel der Felder jeder Stadt ringsum legte er in ihr nieder.
49 Und Josef sammelte Getreide wie den Sand des Meeres, sehr viel, bis man aufhörte zu zählen, denn es war ohne Zahl.
50 Dem Josef aber wurden zwei Söhne geboren, bevor die sieben Jahre der Hungersnot kamen, die ihm Asenat, die Tochter Potiferas, des Priesters von On, gebar.
51 Und Josef nannte den Namen des Erstgeborenen Manasse, denn: Gott hat mich allen meinen Mühsal und dem ganzen Haus meines Vaters vergessen lassen.
52 Den Namen des zweiten aber nannte er Ephraim, denn: Gott hat mich fruchtbar gemacht im Land meiner Erniedrigung.
53 Und die sieben Jahre des Überflusses, die im Land Ägypten waren, vergingen.
54 Und die sieben Jahre der Hungersnot begannen zu kommen, wie Josef gesagt hatte. Und es kam eine Hungersnot über alle Länder, aber im ganzen Land Ägypten war Brot.
55 Und das ganze Land Ägypten hungerte, und das Volk schrie zum Pharao um Brot. Der Pharao aber sprach zu allen Ägyptern: Geht zu Josef; was er euch sagt, das tut.
56 Und die Hungersnot war über der ganzen Erde. Josef aber öffnete alle Getreidespeicher und verkaufte allen Ägyptern.
57 Und alle Länder kamen nach Ägypten, um bei Josef Getreide zu kaufen; denn die Hungersnot war stark auf der ganzen Erde.
Genesis 42
1 Als Jakob sah, dass es in Ägypten Getreide zu kaufen gab, sprach er zu seinen Söhnen: Was seid ihr so lässig?
2 Siehe, ich habe gehört, dass es in Ägypten Getreide gibt; zieht hinab und kauft uns dort ein wenig Nahrung, damit wir leben und nicht sterben.
3 Da zogen die zehn Brüder Josephs hinab, um Getreide aus Ägypten zu kaufen.
4 Aber Benjamin, den Bruder Josephs, sandte Jakob nicht mit seinen Brüdern; denn er sprach: Es könnte ihm ein Unglück zustoßen.
5 So kamen die Söhne Israels, um zu kaufen, zusammen mit den anderen, die kamen; denn die Hungersnot herrschte im Lande Kanaan.
6 Joseph aber war der Herrscher über das Land; dieser verkaufte allem Volk des Landes. Als nun die Brüder Josephs kamen, warfen sie sich vor ihm nieder zur Erde.
7 Als Joseph seine Brüder sah, erkannte er sie, stellte sich aber fremd gegen sie und redete hart mit ihnen und sprach zu ihnen: Woher kommt ihr? Sie antworteten: Aus dem Lande Kanaan, um Nahrung zu kaufen.
8 Joseph aber erkannte seine Brüder, sie aber erkannten ihn nicht.
9 Und Joseph gedachte der Träume, die er von ihnen gehabt hatte, und sprach zu ihnen: Ihr seid Kundschafter; ihr seid gekommen, um die Blößen des Landes zu erspähen.
10 Sie aber sprachen: Nein, mein Herr; deine Knechte sind gekommen, um Nahrung zu kaufen.
11 Wir sind alle Söhne eines Mannes; wir sind friedlich, deine Knechte sind keine Kundschafter.
12 Er aber sprach zu ihnen: Nein, sondern ihr seid gekommen, um die Blößen des Landes zu sehen.
13 Sie aber sprachen: Wir, deine Knechte, sind zwölf Brüder im Lande Kanaan, und siehe, der Jüngste ist heute bei unserem Vater, der andere aber ist nicht mehr.
14 Da sprach Joseph zu ihnen: Das ist es, was ich zu euch gesagt habe: Ihr seid Kundschafter!
15 Daran sollt ihr erkannt werden: Beim Leben des Pharao, ihr sollt nicht von hier weggehen, es sei denn, dass euer jüngster Bruder hierherkommt.
16 Sendet einen von euch aus, dass er euren Bruder hole, ihr aber sollt in Haft bleiben, bis eure Worte geprüft sind, ob ihr die Wahrheit sagt oder nicht. Wenn nicht, beim Leben des Pharao, dann seid ihr Kundschafter.
17 Und er legte sie drei Tage lang ins Gefängnis.
18Am dritten Tage aber sprach Joseph zu ihnen: Tut dies, so werdet ihr leben – denn ich fürchte Gott:
19 Wenn ihr friedlich seid, so soll einer von euren Brüdern im Gefängnis gebunden bleiben; ihr aber zieht hin und bringt den Einkauf für euren Getreidebedarf fort
20 und bringt euren jüngsten Bruder zu mir, so werden eure Worte Glauben finden; wenn nicht, so müsst ihr sterben. Und sie taten so.
21 Da sprach einer zum anderen: Ja, wir sind schuldig an unserem Bruder; denn wir haben die Not seiner Seele angesehen, als er uns anflehte, und wir haben ihn nicht erhört; darum ist diese Not über uns gekommen.
22 Ruben aber antwortete ihnen und sprach: Habe ich euch nicht gesagt: Versündigt euch nicht an dem Knaben? Und ihr habt nicht auf mich gehört; und siehe, sein Blut wird gefordert.
23 Sie wussten aber nicht, dass Joseph es verstand; denn der Dolmetscher war zwischen ihnen.
24 Da wandte sich Joseph von ihnen ab und weinte. Und er kam wieder zu ihnen und redete mit ihnen und nahm Simeon von ihnen und band ihn vor ihren Augen.
25 Und Joseph befahl, ihre Säcke mit Getreide zu füllen und einem jeden sein Geld wieder in seinen Sack zu legen und ihnen Zehrung für den Weg zu geben. Und so geschah es ihnen.
26 Und sie luden das Getreide auf ihre Esel und zogen von dannen.
27 Als aber einer seinen Sack öffnete, um seinen Eseln Futter zu geben in der Herberge, sah er sein Geld, und siehe, es lag oben im Sack.
28 Und er sprach zu seinen Brüdern: Mein Geld ist mir zurückgegeben worden; siehe, es ist in meinem Sack. Da entfiel ihnen der Mut, und sie sprachen erschrocken zueinander: Was hat uns Gott da getan?
29 Als sie zu ihrem Vater Jakob ins Land Kanaan kamen, erzählten sie ihm alles, was ihnen begegnet war, und sprachen:
30 Der Mann, der Herr des Landes, hat hart mit uns geredet und uns ins Gefängnis gesetzt als Kundschafter des Landes.
31 Wir aber sprachen zu ihm: Wir sind friedlich, wir sind keine Kundschafter;
32 wir sind zwölf Brüder, Söhne unseres Vaters; einer ist nicht mehr, der Jüngste aber ist heute bei unserem Vater im Lande Kanaan.
33 Da sprach der Mann, der Herr des Landes, zu uns: Daran will ich erkennen, dass ihr friedlich seid: Lasst einen Bruder hier bei mir, nehmt den Einkauf für euren Hausbedarf und zieht hin
34 und bringt euren jüngsten Bruder zu mir, so werde ich erkennen, dass ihr nicht Kundschafter seid, sondern friedlich; dann will ich euch euren Bruder wiedergeben, und ihr könnt im Lande Handel treiben.
35 Als sie aber ihre Säcke leerten, fand ein jeder sein Geldbündel in seinem Sack; und als sie die Geldbündel sahen, erschraken sie, sie und ihr Vater.
36 Da sprach ihr Vater Jakob zu ihnen: Ihr habt mich der Kinder beraubt; Joseph ist nicht mehr, Simeon ist nicht mehr, und Benjamin wollt ihr nehmen; alles das kommt über mich.
37 Ruben aber sprach zu seinem Vater: Meine beiden Söhne magst du töten, wenn ich ihn dir nicht wiederbringe; gib ihn in meine Hand, ich will ihn dir zurückbringen.
38 Er aber sprach: Mein Sohn soll nicht mit euch hinabziehen; denn sein Bruder ist tot, und er ist allein übrig geblieben; wenn ihm ein Unglück auf dem Wege zustößt, den ihr geht, so würdet ihr mein graues Haar mit Kummer in die Unterwelt bringen.
Genesis 43
1 Der Hunger aber wurde stark im Lande.
2 Es geschah aber, als sie aufgezehrt hatten das Getreide, das sie aus Ägypten gebracht hatten, da sprach ihr Vater zu ihnen: Zieht wieder hin und kauft uns ein wenig Speise.
3 Da sprach Juda zu ihm und sagte: Der Mann hat uns eindringlich bezeugt und gesagt: Ihr werdet mein Angesicht nicht sehen, wenn euer jüngster Bruder nicht bei euch ist.
4 Wenn du nun unseren Bruder mit uns sendest, so wollen wir hinabziehen und dir Speise kaufen;
5 wenn du aber unseren Bruder nicht mit uns sendest, so ziehen wir nicht hin; denn der Mann sprach zu uns: Ihr werdet mein Angesicht nicht sehen, wenn euer jüngster Bruder nicht bei euch ist.
6 Da sprach Israel: Warum habt ihr mir das angetan, dass ihr dem Mann ansagtet, ob ihr noch einen Bruder habt?
7 Sie aber sprachen: Der Mann fragte uns genau aus nach uns und unserer Verwandtschaft und sprach: Lebt euer Vater noch? Habt ihr einen Bruder? Da sagten wir es ihm auf diese seine Frage hin. Konnten wir denn wissen, dass er sagen würde: Bringt euren Bruder herab?
8 Da sprach Juda zu Israel, seinem Vater: Sende den Knaben mit mir, so wollen wir uns aufmachen und hinziehen, damit wir leben und nicht sterben, sowohl wir als du und unsere Kinder.
9 Ich will für ihn Bürge sein; von meiner Hand sollst du ihn fordern; wenn ich ihn nicht zu dir bringe und vor dich stelle, so will ich alle Tage vor dir schuldig sein.
10 Denn wenn wir nicht gesäumt hätten, wären wir schon zweimal zurückgekehrt.
11 Da sprach Israel, ihr Vater, zu ihnen: Wenn es denn so ist, so tut dies: Nehmt von den Früchten des Landes in euren Gefäßen und bringt dem Manne Geschenke hinab: etwas Balsam und Honig, Weihrauch und Myrrhe, Pistazien und Mandeln.
12 Und nehmt doppeltes Geld in eure Hände; das Geld, das euch in euren Säcken wieder zugekehrt ist, bringt wieder mit euch; vielleicht ist es ein Versehen.
13 Und nehmt euren Bruder und macht euch auf und zieht wieder hin zu dem Manne.
14 Aber der allmächtige Gott gebe euch Barmherzigkeit vor dem Manne, dass er euch euren anderen Bruder und Benjamin freilasse; ich aber, wie ich kinderlos bin, so bin ich kinderlos.
15 Da nahmen die Männer diese Geschenke und nahmen das doppelte Geld in ihre Hände, dazu Benjamin, und machten sich auf und zogen nach Ägypten und traten vor Joseph.
16 Als aber Joseph sie sah, samt Benjamin, seinem Bruder, dem Sohn seiner Mutter, sprach er zu seinem Haushalter: Führe die Männer ins Haus und schlachte Schlachtvieh und richte zu; denn die Männer sollen zu Mittag mit mir essen.
17 Und der Mann tat, wie Joseph gesagt hatte, und führte die Männer in Josephs Haus.
18 Die Männer aber fürchteten sich, weil sie in Josephs Haus geführt wurden, und sprachen: Um des Geldes willen, das uns in unseren Säcken zuvor wieder zugekehrt ist, werden wir hereingeführt, damit er einen Vorwand gegen uns suche und über uns falle und uns zu Sklaven nehme samt unseren Eseln.
19 Darum traten sie zu dem Haushalter Josephs und redeten mit ihm an der Haustür
20 und sprachen: Ach, Herr, wir sind zuvor herabgekommen, um Speise zu kaufen;
21 und es geschah, als wir in die Herberge kamen und unsere Säcke öffneten, siehe, da war eines jeden Geld oben in seinem Sack, unser Geld nach seinem Gewicht; und wir haben es jetzt wieder mit uns gebracht
22 und haben auch anderes Geld mit uns herabgebracht, um Speise zu kaufen; wir wissen nicht, wer unser Geld in unsere Säcke gelegt hat.
23 Er aber sprach: Geht hin in Frieden, fürchtet euch nicht; euer Gott und der Gott eurer Väter hat euch einen Schatz in eure Säcke gegeben; euer Geld habe ich erhalten. Und er führte Simeon zu ihnen heraus
24 und ließ sie Wasser bringen, ihre Füße zu waschen, und gab ihren Eseln Futter.
25 Sie aber richteten die Geschenke zu, bis Joseph um die Mittagszeit kam; denn sie hatten gehört, dass sie dort das Mittagsbrot essen sollten.
26 Als nun Joseph ins Haus kam, brachten sie ihm die Geschenke, die sie in ihren Händen hatten, ins Haus und fielen vor ihm nieder zur Erde.
27 Er aber fragte sie, wie es ihnen ginge, und sprach: Geht es eurem Vater, dem Alten, von dem ihr sagtet, wohl? Lebt er noch?
28 Sie antworteten: Es geht deinem Knecht, unserem Vater, wohl; er lebt noch. Und sie neigten sich und fielen vor ihm nieder.
29 Und Joseph hob seine Augen auf und sah seinen Bruder Benjamin, den Sohn seiner Mutter, und sprach: Ist das euer jüngster Bruder, von dem ihr mir sagtet? Und er sprach: Gott sei dir gnädig, mein Sohn!
30 Und Joseph eilte, denn sein Herz entbrannte ihm gegen seinen Bruder, und suchte zu weinen; und er ging in die Kammer und weinte dort.
31 Und als er sein Angesicht gewaschen hatte, ging er heraus und hielt sich zurück und sprach: Tragt das Essen auf!
32 Und sie trugen ihm besonders auf und ihnen besonders und den Ägyptern, die mit ihm aßen, auch besonders; denn die Ägypter dürfen nicht mit den Hebräern essen; denn das ist ein Gräuel für die Ägypter.
33 Und sie setzten sich vor ihm, der Erstgeborene nach seiner Erstgeburt und der Jüngste nach seiner Jugend; und die Männer verwunderten sich einer über den anderen.
34 Und er ließ ihnen auftragen von dem, was vor ihm stand; aber Benjamins Anteil war fünfmal so groß wie der Anteil aller anderen. Und sie tranken und wurden fröhlich mit ihm.
Genesis 44
1 Und Joseph befahl dem, der über sein Haus war, und sprach: Füllt die Säcke der Männer mit Speise, so viel sie tragen können, und legt eines jeden Geld oben in seinen Sack.
2 Und meinen silbernen Becher legt in den Sack des Jüngsten, samt dem Geld für sein Getreide. Und es geschah nach dem Wort Josephs, wie er gesagt hatte.
3 Am Morgen, als es hell wurde, wurden die Männer entlassen, sie und ihre Esel.
4 Als sie aber aus der Stadt hinausgezogen waren (noch nicht weit weg), sprach Joseph zu dem, der über sein Haus war: Steh auf, jage den Männern nach, und wenn du sie eingeholt hast, sage zu ihnen: Warum habt ihr Böses mit Gutem vergolten?
5 Warum habt ihr meinen silbernen Becher gestohlen? Ist es nicht der, aus dem mein Herr trinkt? Und er selbst wahrsagt damit. Ihr habt Böses vollbracht, was ihr getan habt.
6 Als er sie aber gefunden hatte, redete er zu ihnen nach diesen Worten.
7 Sie aber sprachen zu ihm: Warum redet mein Herr solche Worte? Fern sei es von deinen Knechten, so etwas zu tun!
8 Siehe, das Geld, das wir in unseren Säcken fanden, haben wir dir aus dem Land Kanaan zurückgebracht. Wie sollten wir da aus dem Haus deines Herrn Silber oder Gold stehlen?
9 Bei wem von deinen Knechten der Becher gefunden wird, der sterbe; und auch wir wollen Knechte meines Herrn sein.
10 Er aber sprach: Auch jetzt soll es sein, wie ihr sagt: Der Mann, bei dem der Becher gefunden wird, der soll mein Knecht sein; ihr aber sollt frei sein.
11 Und sie beeilten sich und legten ein jeder seinen Sack auf die Erde und öffneten ein jeder seinen Sack.
12
Er aber durchsuchte, beim Ältesten anfangend, bis er zum Jüngsten kam; und er fand den Becher im Sack Benjamins.
13 Da zerrissen sie ihre Kleider, und ein jeder lud seinen Sack auf seinen Esel, und sie kehrten in die Stadt zurück.
14 Da gingen Juda und seine Brüder zu Joseph, als er noch dort war, und fielen vor ihm nieder zur Erde.
15 Joseph aber sprach zu ihnen: Was ist das für eine Tat, die ihr getan habt? Wisst ihr nicht, dass ein Mann wie ich wahrsagen kann?
16 Da sprach Juda: Was sollen wir meinem Herrn erwidern oder was reden oder wie uns rechtfertigen? Gott hat die Schuld deiner Knechte gefunden. Siehe, wir sind Knechte meines Herrn, sowohl wir als auch der, bei dem der Becher gefunden wurde.
17 Joseph aber sprach: Fern sei es von mir, so etwas zu tun! Der Mann, bei dem der Becher gefunden wurde, der soll mein Knecht sein; ihr aber zieht hinauf in Frieden zu eurem Vater.
18 Da trat Juda zu ihm und sprach: Ich bitte dich, mein Herr, lass deinen Knecht ein Wort reden vor deinen Ohren, und zürne nicht deinem Knecht, denn du bist wie der Pharao.
19 Mein Herr fragte seine Knechte und sprach: Habt ihr einen Vater oder einen Bruder?
20 Und wir sprachen zu meinem Herrn: Wir haben einen alten Vater und einen jungen Sohn des Alters; und sein Bruder ist tot, und er ist allein von seiner Mutter übrig geblieben, und sein Vater liebt ihn.
21 Da sprachst du zu deinen Knechten: Bringt ihn herab zu mir, und ich will für ihn sorgen.
22 Wir aber sprachen zu meinem Herrn: Der Knabe kann seinen Vater nicht verlassen; wenn er aber seinen Vater verlässt, wird er sterben.
23 Du aber sprachst zu deinen Knechten: Wenn euer jüngster Bruder nicht mit euch herabkommt, so sollt ihr mein Angesicht nicht mehr sehen.
24 Es geschah aber, als wir zu deinem Knecht, unserem Vater, hinaufzogen, da berichteten wir ihm die Worte meines Herrn.
25 Da sprach unser Vater zu uns: Geht wieder hin, kauft uns ein wenig Speise.
26 Wir aber sprachen: Wir können nicht hinabziehen; wenn aber unser jüngster Bruder mit uns hinabzieht, so wollen wir hinabziehen; denn wir können das Angesicht des Mannes nicht sehen, wenn unser jüngster Bruder nicht bei uns ist.
27 Da sprach dein Knecht, unser Vater, zu uns: Ihr wisst, dass mir meine Frau zwei geboren hat;
28 und der eine ging von mir weg, und ihr sagtet, er sei von wilden Tieren zerrissen worden, und ich habe ihn nicht mehr gesehen bis jetzt.
29 Wenn ihr nun auch diesen von meinem Angesicht nehmt und ihm ein Unglück auf dem Weg begegnet, so werdet ihr mein graues Haar mit Leid in die Unterwelt hinabführen.
30 Nun also, wenn ich zu deinem Knecht, unserem Vater, komme und der Knabe nicht bei uns ist – seine Seele hängt an dessen Seele,
31so wird es geschehen, wenn er sieht, dass der Knabe nicht bei uns ist, wird er sterben; und deine Knechte werden das graue Haar deines Knechtes, unseres Vaters, mit Schmerz in die Unterwelt hinabführen.
32 Denn dein Knecht hat sich für den Knaben verbürgt bei dem Vater und gesagt: Wenn ich ihn nicht zu dir bringe und vor dich stelle, so will ich alle Tage gegen meinen Vater gesündigt haben.
33 Nun also lass deinen Knecht statt des Knaben als Knecht meines Herrn hierbleiben; der Knabe aber soll mit seinen Brüdern hinaufziehen.
34 Denn wie soll ich zu meinem Vater hinaufziehen, wenn der Knabe nicht bei uns ist? Ich will nicht das Unglück sehen, das meinen Vater treffen wird.
Genesis 45
1 Und Joseph konnte sich nicht enthalten vor allen, die um ihn her standen, und sprach: Lasset jedermann von mir hinausgehen. Und es stand niemand bei ihm, da sich Joseph seinen Brüdern zu erkennen gab.
2 Und er weinte laut, dass es die Ägypter hörten, und es kam vor das Haus des Pharao.
3 Und Joseph sprach zu seinen Brüdern: Ich bin Joseph. Lebt mein Vater noch? Und seine Brüder konnten ihm nicht antworten, denn sie erschraken vor ihm.
4 Und Joseph sprach zu seinen Brüdern: Tretet her zu mir. Und sie traten herzu. Und er sprach: Ich bin Joseph, euer Bruder, den ihr nach Ägypten verkauft habt.
5 Und nun bekümmert euch nicht und denkt nicht, dass es euch schwer fällt, dass ihr mich hierher verkauft habt; denn um euch am Leben zu erhalten, hat mich Gott vor euch hergesandt.
6 Denn dies ist das zweite Jahr der Hungersnot auf Erden, und noch fünf Jahre sind, in denen man nicht pflügen noch ernten wird.
7 Aber Gott hat mich vor euch hergesandt, um euch einen Überrest auf Erden zu erhalten und euer Leben zu retten durch eine große Errettung.
8 Und nun, nicht ihr habt mich hierher gesandt, sondern Gott; und er hat mich dem Pharao zum Vater gesetzt und zum Herrn über sein ganzes Haus und zum Herrscher über ganz Ägyptenland.
9 Eilet nun und zieht hinauf zu meinem Vater und sagt zu ihm: So spricht dein Sohn Joseph: Gott hat mich zum Herrn über ganz Ägypten gesetzt; komm herab zu mir, säume nicht!
10 Und du sollst im Lande Goschen wohnen und nahe bei mir sein, du und deine Kinder und deine Kindeskinder, deine Schafe und deine Rinder und alles, was du hast.
11 Und ich will dich dort versorgen; denn noch fünf Jahre wird die Hungersnot währen, damit du nicht verarmst, du und dein Haus und alles, was du hast.
12 Siehe, eure Augen sehen und die Augen meines Bruders Benjamin, dass mein Mund zu euch redet.
13 Verkündet meinem Vater alle meine Herrlichkeit in Ägypten und alles, was ihr gesehen habt, und eilt und bringt meinen Vater herab.
14 Und er fiel seinem Bruder Benjamin um den Hals und weinte über ihm, und Benjamin weinte an seinem Halse.
15 Und er küsste alle seine Brüder und weinte über ihnen; danach redeten seine Brüder mit ihm.
16 Und es kam die Kunde in das Haus des Pharao: Die Brüder Josephs sind gekommen. Und das gefiel dem Pharao und seinen Dienern wohl.
17 Und der Pharao sprach zu Joseph: Sage deinen Brüdern: Tut also: Beladet eure Tiere und zieht hin ins Land Kanaan
18 und nehmt euren Vater und eure Familien und kommt zu mir; ich will euch das Beste von Ägyptenland geben, und ihr sollt das Fett des Landes essen.
19 Und du, gebiete ihnen: Tut also: Nehmt euch aus Ägyptenland Wagen für eure Kinder und eure Frauen und bringt euren Vater und kommt.
20 Und seht eure Habe nicht an; denn das Beste von ganz Ägyptenland soll euer sein.
21 Und die Söhne Israels taten also. Und Joseph gab ihnen Wagen nach dem Befehl des Pharao und gab ihnen Zehrung auf den Weg.
22 Und er gab ihnen allen, einem jeden, ein Feierkleid; aber Benjamin gab er dreihundert Silberlinge und fünf Feierkleider.
23 Und seinem Vater sandte er ebenso: zehn Esel, beladen mit dem Besten von Ägypten, und zehn Eselinnen, beladen mit Getreide und Brot und Speise für seinen Vater auf den Weg.
24 Und er ließ seine Brüder ziehen, und sie gingen. Und er sprach zu ihnen: Zanket nicht auf dem Wege!
25 Und sie zogen hinauf aus Ägypten und kamen ins Land Kanaan zu ihrem Vater Jakob.
26 Und sie verkündeten ihm und sprachen: Joseph lebt noch, und er ist Herrscher über ganz Ägyptenland. Aber sein Herz blieb kalt, denn er glaubte ihnen nicht.
27 Da sagten sie ihm alle Worte Josephs, die er zu ihnen geredet hatte. Und als er die Wagen sah, die Joseph gesandt hatte, um ihn zu holen, da wurde der Geist ihres Vaters Jakob lebendig.
28 Und Israel sprach: Es ist genug; mein Sohn Joseph lebt noch; ich will hinziehen und ihn sehen, ehe ich sterbe.
Genesis 46
1 Nachdem Israel aber aufgebrochen war, er und alles, was sein war, kam er zum Brunnen des Eides und opferte ein Opfer dem Gott seines Vaters Isaak.
2 Gott aber sprach zu Israel in einem Gesicht der Nacht und sagte: Jakob, Jakob. Er aber sprach: Was ist?
3 Er sprach: Ich bin der Gott deiner Väter; fürchte dich nicht, nach Ägypten hinabzuziehen; denn zu einem großen Volk will ich dich dort machen,
4 und ich werde mit dir nach Ägypten hinabziehen, und ich werde dich auch wieder heraufführen, und Joseph wird seine Hand auf deine Augen legen.
5 Da stand Jakob auf von dem Brunnen des Eides, und die Söhne Israels nahmen ihren Vater und die Habe und ihre Frauen auf die Wagen, die Joseph gesandt hatte, um ihn zu holen,
6 und sie nahmen ihren Besitz und allen ihren Erwerb, den sie im Lande Kanaan erworben hatten, und zogen nach Ägypten, Jakob und all seine Nachkommenschaft mit ihm,
7 seine Söhne und die Söhne seiner Söhne mit ihm, seine Töchter und die Töchter seiner Söhne; und all seine Nachkommenschaft führte er nach Ägypten.
8 Dies aber sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten kamen: Jakob und seine Söhne; der Erstgeborene Jakobs: Ruben.
9 Die Söhne Rubens aber: Henoch und Pallu, Hezron und Karmi.
10 Die Söhne Simeons aber: Jemuel und Jamin und Ohad und Jachin und Zohar und Saul, der Sohn der Kanaaniterin.
11 Die Söhne Levis aber: Gerson, Kehat und Merari.
12 Die Söhne Judas aber: Er und Onan und Schela und Perez und Serach; Er und Onan aber starben im Lande Kanaan; es wurden aber die Söhne des Perez: Hezron und Hamul.
13 Die Söhne Issaschars aber: Tola und Puwa und Job und Schimron.
14 Die Söhne Sebulons aber: Sered und Elon und Jahleel.
15 Dies sind die Söhne Leas, die sie dem Jakob in Mesopotamien von Syrien gebar, und Dina, seine Tochter; alle Seelen, Söhne und Töchter, dreiunddreißig.
16 Die Söhne Gads aber: Ziphjon und Haggi und Schuni und Ezbon und Eri und Arodi und Areli.
17 Die Söhne Aschers aber: Jimna und Jischwa und Jischwi und Beria, und Serach, ihre Schwester. Die Söhne Berias aber: Heber und Malkiel.
18 Dies sind die Söhne Silpas, die Laban seiner Tochter Lea gegeben hatte, und sie gebar diese dem Jakob: sechzehn Seelen.
19 Die Söhne Rahels, der Frau Jakobs: Joseph und Benjamin.
20 Es wurden aber dem Joseph im Lande Ägypten Söhne geboren, die ihm Asenat, die Tochter Potiferas, des Priesters von On, gebar: Manasse und Ephraim. Es wurden aber dem Manasse Söhne geboren, die ihm die syrische Nebenfrau gebar: Machir; Machir aber zeugte Gilead. Die Söhne Ephraims aber, des Bruders des Manasse: Schuthelach und Tachan. Die Söhne Schuthelachs: Eran.
21 Die Söhne Benjamins aber: Bela und Becher und Aschbel. Es wurden aber Söhne Belas: Gera und Naaman und Ehi und Rosch und Muppim und Huppim; Gera aber zeugte Ard.
22 Dies sind die Söhne Rahels, die sie dem Jakob gebar: alle Seelen achtzehn. —
23 Die Söhne Dans aber: Huschim.
24 Und die Söhne Naftalis: Jachzeel und Guni und Jezer und Schillem.
25 Dies sind die Söhne Bilhas, die Laban seiner Tochter Rahel gegeben hatte, und sie gebar diese dem Jakob: alle Seelen sieben.
26 Alle Seelen aber, die mit Jakob nach Ägypten kamen, die aus seinen Lenden hervorgegangen waren, außer den Frauen der Söhne Jakobs, alle Seelen sechsundsechzig.
27 Die Söhne Josephs aber, die ihm in Ägypten geboren wurden, neun Seelen. Alle Seelen des Hauses Jakobs, die nach Ägypten kamen, fünfundsiebzig.
28 Den Juda aber sandte er vor sich her zu Joseph, um ihm entgegenzugehen nach Heroönpolis, ins Land Ramses.
29 Joseph aber spannte seine Wagen an und zog hinauf, Israel, seinem Vater, entgegen nach Heroönpolis, und als er ihn sah, fiel er ihm um den Hals und weinte sehr.
30 Und Israel sprach zu Joseph: Nun will ich sterben, nachdem ich dein Angesicht gesehen habe; denn du lebst noch.
31 Joseph aber sprach zu seinen Brüdern: Ich will hinaufziehen und es dem Pharao melden und zu ihm sagen: Meine Brüder und das Haus meines Vaters, die im Lande Kanaan waren, sind zu mir gekommen;
32 die Männer aber sind Hirten — denn sie waren Viehzüchter — und ihr Vieh und ihre Rinder und alles, was ihr ist, haben sie mitgebracht.
33 Wenn euch nun der Pharao ruft und zu euch sagt: Was ist euer Gewerbe?
34 so sollt ihr sagen: Viehzüchter sind deine Knechte von Jugend an bis jetzt, wir und unsere Väter, damit ihr im Lande Gosen in Arabien wohnen könnt; denn ein Gräuel ist den Ägyptern jeder Schafhirte.
Genesis 47
1 Und Joseph kam und meldete es dem Pharao und sprach: Mein Vater und meine Brüder und ihr Kleinvieh und ihre Rinder und alles, was ihnen gehört, sind aus dem Lande Kanaan gekommen; und siehe, sie sind im Lande Goschen.
2 Und aus der Mitte seiner Brüder nahm er fünf Männer und stellte sie vor den Pharao.
3 Da sprach der Pharao zu den Brüdern Josephs: Was ist euer Gewerbe? Sie aber sprachen zum Pharao: Hirten von Schafen sind deine Knechte, sowohl wir als auch unsere Väter.
4 Und sie sprachen zum Pharao: Um als Fremdlinge zu wohnen in diesem Lande, sind wir gekommen; denn es gibt keine Weide für das Kleinvieh deiner Knechte, denn der Hunger ist stark im Lande Kanaan; und nun lass doch deine Knechte im Lande Goschen wohnen.
5 Da sprach der Pharao zu Joseph: Sie sollen im Lande Goschen wohnen; und wenn du weißt, dass tüchtige Männer unter ihnen sind, so setze sie zu Aufsehern über mein Vieh. Und es kamen nach Ägypten zu Joseph Jakob und seine Söhne; und der Pharao, der König von Ägypten, hörte es. Und der Pharao sprach zu Joseph und sagte: Dein Vater und deine Brüder sind zu dir gekommen;
6 siehe, das Land Ägypten steht dir offen; in dem besten Lande lass deinen Vater und deine Brüder wohnen.
7 Und Joseph führte seinen Vater Jakob hinein und stellte ihn vor den Pharao; und Jakob segnete den Pharao.
8 Da sprach der Pharao zu Jakob: Wie viele sind die Jahre der Tage deines Lebens?
9 Und Jakob sprach zum Pharao: Die Tage der Jahre meines Lebens, die ich als Fremdling verbringe, sind hundertdreißig Jahre; gering und böse waren die Tage der Jahre meines Lebens, und sie reichen nicht an die Tage der Jahre des Lebens meiner Väter, die sie als Fremdlinge verbrachten.
10 Und nachdem Jakob den Pharao gesegnet hatte, ging er von ihm hinaus.
11 Und Joseph ließ seinen Vater und seine Brüder wohnen und gab ihnen Besitz im Lande Ägypten, im besten Lande, im Lande Ramses, wie der Pharao befohlen hatte.
12 Und Joseph versorgte seinen Vater und seine Brüder und das ganze Haus seines Vaters mit Brotgetreide, nach der Zahl der Kinder.
13 Es war aber kein Brotgetreide im ganzen Lande; denn der Hunger war sehr stark; und das Land Ägypten und das Land Kanaan verschmachteten vor Hunger.
14 Und Joseph sammelte alles Geld, das im Lande Ägypten und im Lande Kanaan für das Getreide gefunden wurde, das sie kauften; und Joseph brachte alles Geld in das Haus des Pharao.
15 Und alles Geld ging aus im Lande Ägypten und im Lande Kanaan. Da kamen alle Ägypter zu Joseph und sprachen: Gib uns Brot! Warum sollen wir vor dir sterben? Denn unser Geld ist ausgegangen.
16 Joseph aber sprach zu ihnen: Bringt euer Vieh her, so will ich euch Brot geben für euer Vieh, wenn das Geld ausgegangen ist.
17 Da brachten sie ihr Vieh zu Joseph; und Joseph gab ihnen Brot für die Pferde und für das Kleinvieh und für die Rinder und für die Esel; und er versorgte sie mit Brot in jenem Jahr für all ihr Vieh.
18 Als aber jenes Jahr um war, kamen sie im zweiten Jahr zu ihm und sprachen zu ihm: Wir wollen nicht verborgen sein vor unserem Herrn; denn wenn das Geld und die Habe und das Vieh zu Ende sind bei dir, unserem Herrn, so bleibt uns nichts übrig vor unserem Herrn als unser Leib und unser Ackerland.
19 Warum sollen wir vor deinen Augen sterben, sowohl wir als auch unser Ackerland? Kaufe uns und unser Ackerland um Brot, so wollen wir und unser Ackerland Knechte des Pharao sein; gib uns Samen, damit wir säen und leben und nicht sterben und das Ackerland nicht verwüstet werde.
20 Und Joseph kaufte das ganze Ackerland der Ägypter für den Pharao; denn die Ägypter verkauften ihr Ackerland dem Pharao, weil der Hunger sie überwältigte; und so wurde das Land Eigentum des Pharao.
21 Und das Volk machte er ihm zu Knechten von einem Ende Ägyptens bis zum anderen,
22 ausgenommen allein das Ackerland der Priester; das kaufte Joseph nicht; denn die Priester hatten ein festes Einkommen vom Pharao und aßen von ihrem festen Einkommen, das ihnen der Pharao gab; darum verkauften sie ihr Ackerland nicht.
23 Und Joseph sprach zu dem Volk: Siehe, ich habe heute euch und euer Ackerland für den Pharao gekauft; siehe, hier ist Samen für euch, damit ihr das Land besät.
24 Und von den Früchten sollt ihr den Fünften dem Pharao geben; vier Teile aber sollen euer sein zur Aussaat für das Feld und zur Nahrung für euch und für eure Hausgenossen.
25 Und sie sprachen: Du hast uns am Leben erhalten; lass uns Gnade finden vor den Augen unseres Herrn, so wollen wir Knechte des Pharao sein.
26 Und Joseph machte ihnen dies zu einer Satzung bis auf diesen Tag über das Ackerland Ägyptens, dass man dem Pharao den Fünften gebe; nur das Ackerland der Priester allein wurde nicht Eigentum des Pharao.
27 Und Israel wohnte im Lande Ägypten, im Lande Goschen, und sie ließen sich darin nieder und wurden fruchtbar und mehrten sich sehr.
28 Und Jakob lebte im Lande Ägypten siebzehn Jahre; und die Tage Jakobs, die Jahre seines Lebens, betrugen hundertundsiebenundvierzig Jahre.
29 Als aber die Zeit herankam, dass Israel sterben sollte, rief er seinen Sohn Joseph und sprach zu ihm: Wenn ich Gnade gefunden habe vor deinen Augen, so lege deine Hand unter meine Hüfte und erweise mir Liebe und Treue: Begrabe mich nicht in Ägypten!
30 Sondern ich will bei meinen Vätern ruhen; du sollst mich aus Ägypten wegführen und in ihrem Grab begraben. Er aber sprach: Ich will tun nach deinem Wort.
31
Er aber sprach: Schwöre mir! Und er schwor ihm. Da neigte sich Israel anbetend
über das Haupt seines Stabes.
Genesis 48
1 Es geschah aber nach diesen Worten, dass dem Joseph berichtet wurde: Dein Vater ist krank. Und er nahm seine beiden Söhne, Manasse und Ephraim, und ging zu Jakob.
2 Dem Jakob aber wurde berichtet: Siehe, dein Sohn Joseph kommt zu dir. Und Israel stärkte sich und setzte sich auf das Bett.
3 Und Jakob sprach zu Joseph: Mein Gott erschien mir in Lus im Lande Kanaan und segnete mich
4 und sprach zu mir: Siehe, ich mache dich fruchtbar und mehre dich und mache dich zu einer Schar von Völkern und gebe dir dieses Land und deinem Samen nach dir zum ewigen Besitz.
5 Nun aber sind deine beiden Söhne, die dir in Ägypten geboren wurden, ehe ich zu dir nach Ägypten kam, mein; Ephraim und Manasse sollen mir sein wie Ruben und Simeon.
6 Die Kinder aber, die du nach ihnen zeugst, sollen dein sein; sie sollen nach dem Namen ihrer Brüder genannt werden in deren Erbteil.
7 Als ich aber aus Mesopotamien in Syrien kam, starb Rahel, deine Mutter, im Lande Kanaan, als ich noch ein Stück Weges war, bis nach Ephrata hin; und ich begrub sie dort am Wege nach Ephrata, das ist Bethlehem.
8 Und Israel sah die Söhne Josephs und sprach: Wer sind diese?
9 Joseph sprach zu seinem Vater: Es sind meine Söhne, die mir Gott hier gegeben hat. Und Jakob sprach: Bringe sie her zu mir, dass ich sie segne.
10 Aber die Augen Israels waren schwer vor Alter, und er konnte nicht sehen. Und er brachte sie zu ihm, und er küsste sie und umarmte sie.
11 Und Israel sprach zu Joseph: Siehe, ich habe dein Angesicht nicht entbehrt, und siehe, Gott hat mich auch deinen Samen sehen lassen.
12 Und Joseph nahm sie von seinen Knien weg, und sie warfen sich vor ihm nieder auf ihr Angesicht zur Erde.
13 Und Joseph nahm seine beiden Söhne, Ephraim mit seiner Rechten zur Linken Israels, und Manasse mit seiner Linken zur Rechten Israels, und brachte sie zu ihm.
14 Israel aber streckte seine rechte Hand aus und legte sie auf das Haupt Ephraims, obwohl dieser der jüngere war, und seine linke auf das Haupt Manasses, indem er die Hände kreuzte.
15 Und er segnete sie und sprach: Der Gott, vor dem meine Väter Abraham und Isaak gewandelt haben, der Gott, der mich ernährt hat von meiner Jugend an bis auf diesen Tag,
16 der Engel, der mich erlöst hat von allem Übel, segne diese Knaben, und in ihnen werde mein Name genannt und der Name meiner Väter Abraham und Isaak, und sie sollen wachsen zu einer großen Menge auf Erden.
17 Als aber Joseph sah, dass sein Vater die rechte Hand auf das Haupt Ephraims legte, missfiel ihm das, und er fasste die Hand seines Vaters, um sie vom Haupt Ephraims auf das Haupt Manasses zu wenden.
18 Und Joseph sprach zu seinem Vater: Nicht so, mein Vater; denn dieser ist der Erstgeborene; lege deine Rechte auf sein Haupt.
19 Aber sein Vater weigerte sich und sprach: Ich weiß, mein Sohn, ich weiß; auch er wird zu einem Volk werden, und auch er wird groß sein; aber sein jüngerer Bruder wird größer sein als er, und sein Same wird zu einer Menge von Völkern werden.
20 Und er segnete sie an jenem Tag und sprach: Mit euch wird Israel segnen und sagen: Gott mache dich wie Ephraim und wie Manasse! Und er setzte Ephraim vor Manasse.
21 Und Israel sprach zu Joseph: Siehe, ich sterbe; und Gott wird mit euch sein und wird euch zurückbringen in das Land eurer Väter.
22 Und ich gebe dir einen Anteil Sichem vor deinen Brüdern, den ich mit meinem Schwert und Bogen aus der Hand der Amoriter genommen habe.
Genesis 49
1 Da rief Jakob seine Söhne und sprach: Versammelt euch, damit ich euch verkünde, was euch am Ende der Tage begegnen wird.
2 Versammelt euch und hört, ihr Söhne Jakobs, hört auf Israel, euren Vater.
3 Ruben, mein Erstgeborener bist du, meine Stärke und der Anfang meiner Kinder, ungestüm zu tragen und ungestüm eigenwillig.
4 Du übermütigtest wie Wasser, wallst nicht über; denn du bestiegst das Lager deines Vaters; damals entweihtest du das Bett, auf das du stiegst.
5 Simeon und Levi, Brüder; sie vollendeten Unrecht aus ihrer Willkür.
6 In ihren Rat komme meine Seele nicht, und bei ihrer Versammlung ruhe nicht meine Leber; denn in ihrem Zorn töteten sie Menschen und in ihrer Begierde lähmten sie einen Stier.
7 Verflucht sei ihr Zorn, weil er eigenwillig, und ihr Grimm, weil er verhärtet ist; ich werde sie in Jakob zerstreuen und sie in Israel versprengen.
8 Juda, dich sollen deine Brüder preisen; deine Hände sind auf dem Nacken deiner Feinde; es werden dir huldigen die Söhne deines Vaters.
9 Ein Löwenjunges ist Juda; vom Spross, mein Sohn, bist du aufgestiegen; du hast dich niedergelegt und geschlafen wie ein Löwe und wie ein Junges; wer wird ihn aufwecken?
10 Nicht weicht der Herrscher aus Juda noch der Führer aus seinen Lenden, bis das ihm Bestimmte kommt, und er ist die Erwartung der Völker.
11 Er bindet an den Weinstock sein Füllen und an die Ranke das Füllen seiner Eselin; er wäscht im Wein sein Gewand und im Blut der Traube seine Hülle;
12 Heiter sind seine Augen vom Wein, und weißer seine Zähne als Milch.
13 Sebulon wird an der Küste wohnen, und er am Hafen der Schiffe, und wird sich bis Sidon erstrecken.
14 Issachar begehrte das Gute, ruhend zwischen den Erbteilen;
15 und als er die Ruhe sah, dass sie gut, und das Land, dass es fett, beugte er seine Schulter zur Mühe und wurde ein Ackersmann.
16 Dan wird sein Volk richten wie auch ein Stamm in Israel.
17 Und Dan sei eine Schlange am Weg, lauernd auf dem Pfad, die Ferse des Pferdes beißend, und der Reiter fällt rückwärts.
18 Auf die Rettung des Herrn harre ich.
19 Gad, ein Streifzug wird ihn überfallen, er aber wird ihnen auf den Fersen überfallen.
20 Ascher, fett ist sein Brot, und er wird Fürsten Leckereien geben.
21 Naftali ist ein losgelassener Stamm, der Schönheit hervorbringt in der Frucht.
22 Ein wachsender Sohn ist Josef, ein wachsender Sohn, beneidet, mein jüngster Sohn; kehre zu mir zurück.
23 Auf ihn schmähten sie, indem sie beratschlagten, und die Herren der Pfeile hielten ihm vor;
24 und mit Gewalt wurden ihre Bogen zerbrochen, und die Sehnen der Arme ihrer Hände erschlafften durch die Hand des Starken Jakobs, von dort her, der Israel stark machte;
25 vom Gott deines Vaters, und es half dir der Gott, der meine, und segnete dich mit einem Segen des Himmels von oben und einem Segen der Erde, die alles hat; wegen des Segens der Brüste und des Mutterleibes,
26 des Segens deines Vaters und deiner Mutter; er übertraf an Segnungen der beständigen Berge und an Segnungen der ewigen Hügel; sie werden auf dem Haupt Josefs sein und auf dem Scheitel dessen, der unter den Brüdern hervorragte.
27 Benjamin ist ein reißender Wolf; am Morgen wird er noch fressen und am Abend Beute austeilen.
28 Alle diese sind die zwölf Söhne Jakobs, und dies redete ihr Vater zu ihnen und segnete sie, einen jeden mit seinem Segen segnete er sie.
29 Und er sprach zu ihnen: Ich werde versammelt zu meinem Volk; begrabt mich bei meinen Vätern in der Höhle, die auf dem Feld Efrons, des Hetiters, ist,
30 in der doppelten Höhle gegenüber Mamre im Land Kanaan, die Abraham, die Höhle, von Efron, dem Hetiter, als Grabstätte erwarb;
31 dort begruben sie Abraham und Sara, seine Frau, dort begruben sie Isaak und Rebekka, seine Frau, und dort begrub ich Lea
32 im Erwerb des Feldes und der Höhle, die darin ist, von den Söhnen Hets.
33 Und Jakob hörte auf, seinen Söhnen zu befehlen, und zog seine Füße auf das Bett, verschied und wurde versammelt zu seinem Volk.
Genesis 50
1 Und Joseph fiel auf das Angesicht seines Vaters und weinte über ihn und küsste ihn.
2 Und Joseph gebot seinen Dienern, den Ärzten, seinen Vater einzubalsamieren; und die Ärzte balsamierten Israel ein.
3 Und sie erfüllten ihm vierzig Tage; denn so werden die Tage der Einbalsamierung gezählt. Und Ägypten trauerte um ihn siebzig Tage.
4 Als aber die Tage der Trauer vorüber waren, redete Joseph zu den Hofbeamten des Pharao und sprach: Habe ich Gnade vor euch gefunden, so redet doch vor den Ohren des Pharao für mich und sprecht:
5 Mein Vater hat mich beschworen und gesagt: Siehe, ich sterbe; in meinem Grabe, das ich mir im Lande Kanaan gegraben habe, dort sollst du mich begraben. Und nun, so lass mich hinaufziehen und meinen Vater begraben und wiederkommen.
6 Und der Pharao sprach: Zieh hinauf und begrabe deinen Vater, wie er dich beschworen hat.
7 Und Joseph zog hinauf, seinen Vater zu begraben; und es zogen mit ihm alle Diener des Pharao, die Ältesten seines Hauses und alle Ältesten des Landes Ägypten,
8 und das ganze Haus Josephs und seine Brüder und das ganze Haus seines Vaters; nur ihre Kinder und ihre Schafe und ihre Rinder ließen sie im Lande Gosen.
9 Und es zogen mit ihm auch Wagen und Reiter, und das Lager war sehr groß.
10 Und sie kamen an die Tenne Atad, die jenseits des Jordan liegt, und hielten dort eine sehr große und schwere Totenklage; und er hielt sieben Tage Trauer um seinen Vater.
11 Und die Bewohner des Landes Kanaan sahen die Trauer auf der Tenne Atad und sprachen: Das ist eine große Trauer der Ägypter. Daher nannte man den Ort „Trauer Ägyptens“, der jenseits des Jordan liegt.
12 Und seine Söhne taten ihm, wie er ihnen geboten hatte, und begruben ihn dort.
13 Und seine Söhne brachten ihn in das Land Kanaan und begruben ihn in der Höhle auf dem Feld von Machpela, die Abraham als Erbbegräbnis gekauft hatte von Ephron, dem Hethiter, gegenüber Mamre.
14 Und Joseph kehrte zurück nach Ägypten, er und seine Brüder und alle, die mit ihm hinaufgezogen waren, seinen Vater zu begraben.
15 Als aber die Brüder Josephs sahen, dass ihr Vater tot war, sprachen sie: Joseph könnte uns verfolgen und uns all das Böse vergelten, das wir ihm angetan haben.
16 Und sie ließen Joseph sagen: Dein Vater hat vor seinem Tod geboten und gesprochen:
17 So sollt ihr zu Joseph sagen: Vergib doch deinen Brüdern die Missetat und ihre Sünde, dass sie Böses an dir getan haben. Und nun vergib doch die Missetat den Dienern des Gottes deines Vaters. Und Joseph weinte, als sie zu ihm redeten.
18 Und seine Brüder gingen selbst hin, fielen vor ihm nieder und sprachen: Siehe, wir sind deine Knechte.
19 Und Joseph sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Stehe ich denn an Gottes Stelle?
20 Ihr gedachtet Böses gegen mich, aber Gott gedachte es gut zu machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist, ein großes Volk am Leben zu erhalten.
21 Und er sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Ich will euch und eure Kinder versorgen. Und er tröstete sie und redete ihnen freundlich zu.
22 Und Joseph wohnte in Ägypten, er und seines Vaters Haus; und Joseph lebte hundertzehn Jahre.
23 Und Joseph sah von Ephraim Kinder bis ins dritte Glied; auch die Söhne Machirs, des Sohnes Manasses, wurden auf Josephs Knien geboren.
24 Und Joseph sprach zu seinen Brüdern: Ich sterbe; aber Gott wird euch gewiss heimsuchen und euch aus diesem Lande führen in das Land, das er Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat.
25 Und Joseph nahm einen Eid von den Kindern Israel und sprach: Wenn Gott euch heimsuchen wird, so führt meine Gebeine von hier mit euch hinauf.
26 Und Joseph starb, als er hundertzehn Jahre alt war; und sie balsamierten ihn ein und legten ihn in einen Sarg in Ägypten.