Daniel
Kapitel 1
1 Im dritten Jahr der Regierung Jojakims, des Königs von Judäa, kam Nebukadnezar, der König von Babylon, nach Jerusalem und belagerte es.
2 Und der Herr gab es in seine Hände, dazu Jojakim, den König von Judäa, und einen Teil der heiligen Geräte des Herrn; und er brachte sie nach Babylon und stellte sie in seinem Götzentempel auf.
3 Und der König befahl Abiesdri, seinem Oberkämmerer, ihm von den Söhnen der Großen Israels und aus dem königlichen Geschlecht und aus den Auserlesenen
4 junge Männer zu bringen, ohne Makel und von schönem Aussehen und kundig in aller Weisheit, schriftgelehrt, verständig, weise und kräftig, sodass sie im Hause des Königs sein könnten, und sie in Schrift und Sprache der Chaldäer zu unterrichten,
5 und ihnen täglich eine Zuteilung aus dem Hause des Königs zu geben, vom königlichen Tisch und von dem Wein, den der König trinkt, und sie drei Jahre lang zu erziehen und danach vor den König zu stellen.
6 Und es waren unter ihnen aus dem Geschlecht der Söhne Israels aus Judäa: Daniel, Hananja, Misael, Asarja.
7 Und der Oberkämmerer gab ihnen Namen: dem Daniel Beltschazar, dem Hananja Schadrach, dem Misael Meschach und dem Asarja Abed-Nego.
8 Und Daniel nahm sich in seinem Herzen vor, sich nicht durch das Mahl des Königs und den Wein, den er trinkt, zu verunreinigen, und er bat den Oberkämmerer, dass er nicht befleckt werde.
9 Und der Herr gab Daniel Ehre und Gunst vor dem Oberkämmerer.
10 Und der Oberkämmerer sprach zu Daniel: Ich fürchte meinen Herrn, den König, der eure Speise und euren Trank angeordnet hat, dass er eure Gesichter nicht verfallen und schwächer sehe als die der jungen Männer aus den fremden Völkern, die mit euch erzogen werden, und ich meinen eigenen Hals aufs Spiel setze.
11 Und Daniel sprach zu Abiesdri, dem über Daniel, Hananja, Misael und Asarja gesetzten Oberkämmerer:
12 Versuche es doch mit deinen Knechten zehn Tage lang, und man gebe uns von den Hülsenfrüchten des Landes zu essen und Wasser zu trinken.
13 Und wenn unser Aussehen verfallener erscheint als das der anderen jungen Männer, die vom königlichen Mahl essen, so verfahre mit deinen Knechten, wie du willst.
14 Und er verfuhr mit ihnen auf diese Weise und erprobte sie zehn Tage lang.
15 Nach den zehn Tagen aber erschien ihr Aussehen schön und die Beschaffenheit ihres Körpers besser als die der anderen jungen Männer, die das königliche Mahl aßen.
16 Und Abiesdri nahm ihr Mahl und ihren Wein weg und gab ihnen stattdessen von den Hülsenfrüchten.
17 Und den jungen Männern gab der Herr Wissen, Verständnis und Einsicht in aller Schriftkunst; und dem Daniel gab er Verständnis in jedem Wort und Gesicht und in Träumen und in aller Weisheit.
18 Nach diesen Tagen aber befahl der König, sie hereinzuführen, und sie wurden vom Oberkämmerer vor den König Nebukadnezar geführt.
19 Und der König redete mit ihnen, und unter den Weisen fand sich keiner, der Daniel, Hananja, Misael und Asarja gleich war; und sie blieben beim König.
20 Und in jedem Wort, Verständnis und jeder Bildung, worin der König sie befragte, fand er sie zehnmal weiser als die Weisen und Philosophen in seinem ganzen Königreich; und der König ehrte sie und setzte sie als Herrscher ein und erklärte sie für weiser als alle die Seinen in den Angelegenheiten in seinem ganzen Land und in seinem Königreich.
21 Und Daniel blieb bis zum ersten Jahr der Regierung des Kyros, des Königs der Perser.
Kapitel 2
1 Und im zweiten Jahr der Königsherrschaft Nebukadnezars geschah es, dass der König in Gesichte und Träume fiel und in seinem Traum verstört wurde, und sein Schlaf wich von ihm.
2 Und der König befahl, die Beschwörer und die Magier und die Zauberer der Chaldäer hereinzuführen, um dem König seine Träume zu verkünden; und sie kamen und traten vor den König.
3 Und der König sprach zu ihnen: Ich habe einen Traum gesehen, und mein Geist ist erregt worden; ich will nun den Traum erkennen.
4 Und die Chaldäer redeten zum König auf Aramäisch: Herr König, lebe ewig! Verkünde deinen Knechten deinen Traum, und wir werden dir seine Deutung sagen.
5 Der König aber antwortete und sprach zu den Chaldäern: Wenn ihr mir den Traum nicht wahrheitsgemäß verkündet und mir dessen Deutung kundtut, so werdet ihr zum warnenden Exempel gemacht werden, und euer Besitz wird für das Königshaus eingezogen werden;
6 wenn ihr mir aber den Traum klarmacht und dessen Deutung verkündet, so werdet ihr Geschenke aller Art empfangen und von mir geehrt werden. Tut mir den Traum kund und deutet ihn.
7 Sie antworteten aber zum zweiten Mal und sprachen: König, sage das Gesicht, und deine Knechte werden es hierauf deuten.
8 Und der König sprach zu ihnen: Wahrhaftig, ich weiß, dass ihr Zeit erkaufen wollt, weil ihr gesehen habt, dass die Sache mir entfallen ist; wie ich nun befohlen habe, so wird es sein:
9 Wenn ihr mir den Traum nicht wahrheitsgemäß verkündet und dessen Deutung kundtut, so werdet ihr dem Tod verfallen; denn ihr habt euch verabredet, lügnerische Reden vor mir zu führen, bis die Zeit sich ändert. Nun denn, wenn ihr mir das Wort sagt, das ich in der Nacht gesehen habe, so werde ich wissen, dass ihr auch dessen Deutung kundtun werdet.
10 Und die Chaldäer antworteten vor dem König: Niemand auf Erden wird dem König sagen können, was er gesehen hat, so wie du es forderst, und kein König und kein Machthaber fragt eine solche Sache von irgendeinem Weisen und Magier und Chaldäer;
11 und das Wort, das du suchst, König, ist schwer und außerordentlich, und es gibt niemanden, der dies dem König kundtun wird, es sei denn ein Engel, dessen Wohnung nicht bei allem Fleisch ist; daher kann es nicht geschehen, wie du meinst.
12 Da wurde der König finster und sehr betrübt und befahl, alle Weisen Babyloniens hinauszuführen;
13 und es wurde beschlossen, sie alle zu töten; es wurde aber auch Daniel gesucht und alle, die mit ihm waren, um mit umgebracht zu werden.
14 Da sprach Daniel Rat und Einsicht, die er hatte, zu Arioch, dem Obersten der Leibwache des Königs, dem er befohlen hatte, die Weisen Babyloniens hinauszuführen,
15 und er erkundigte sich bei ihm und sprach: Weswegen wird vom König so hart beschlossen? Da tat Arioch dem Daniel den Befehl kund.
16 Daniel aber ging eilends zum König hinein und bat, dass ihm vom König Zeit gegeben werde, und er werde alles vor dem König kundtun.
17 Da ging Daniel in sein Haus und zeigte Hananja und Misael und Asarja, seinen Gefährten, alles an;
18 und er ordnete Fasten und Flehen an und Hilfe zu suchen beim Herrn, dem Höchsten, wegen dieses Geheimnisses, damit Daniel und die mit ihm waren nicht dem Verderben ausgeliefert würden zusammen mit den Weisen Babylons.
19 Da wurde dem Daniel in einem Gesicht in derselben Nacht das Geheimnis des Königs deutlich offenbart; da pries Daniel den Herrn, den Höchsten,
20 und rief aus und sprach: Der Name des großen Herrn sei gepriesen in Ewigkeit, denn sein ist die Weisheit und die Majestät;
21 und er verändert Zeiten und Fristen, setzt Könige ab und setzt sie ein, gibt den Weisen Weisheit und Einsicht denen, die Verstand haben;
2 2er enthüllt das Tiefe und Dunkle und kennt, was in der Finsternis und was im Licht ist, und bei ihm ist die Auflösung.
23 Dir, Herr meiner Väter, danke und lobsinge ich, denn Weisheit und Klugheit hast du mir gegeben, und nun hast du mir kundgetan, was ich erbeten habe, um es dem König hierauf zu verkünden.
24 Daniel aber ging hinein zu Arioch, der vom König eingesetzt worden war, alle Weisen Babyloniens zu töten, und sprach zu ihm: Die Weisen Babyloniens verdirb nicht, sondern führe mich zum König hinein, und ich werde dem König alles im Einzelnen kundtun.
25 Da führte Arioch den Daniel eilends zum König hinein und sprach zu ihm: Ich habe einen weisen Mann gefunden aus der Gefangenschaft der Söhne Judäas, der dem König alles im Einzelnen kundtun wird.
26 Der König aber antwortete und sprach zu Daniel, der auf Chaldäisch Beltschazar genannt wurde: Wirst du mir das Gesicht, das ich gesehen habe, und dessen Deutung kundtun können?
27 Daniel aber rief aus vor dem König und sprach: Das Geheimnis, das der König gesehen hat, ist nicht die Kundgabe von Weisen und Zauberern und Beschwörern und Wahrsagern,
28 sondern es gibt einen Gott im Himmel, der Geheimnisse enthüllt, der dem König Nebukadnezar kundgetan hat, was in den letzten Tagen geschehen soll. König, lebe ewig! Der Traum und das Gesicht deines Hauptes auf deinem Lager ist dieses:
29 Du, König, hast, als du auf deinem Lager lagst, alles gesehen, was in den letzten Tagen geschehen soll, und der, der Geheimnisse enthüllt, hat dir kundgetan, was geschehen soll.
30 Auch mir ist dieses Geheimnis nicht durch die Weisheit, die in mir über alle Menschen wäre, offenbart worden, sondern damit es dem König kundgetan werde, ist mir angezeigt worden, was du in deinem Herzen in Erkenntnis erwogen hast.
31 Und du, König, hast geschaut, und siehe, ein Bild; und jenes Bild war überaus groß, und sein Anblick stand überragend vor dir, und der Anblick des Bildes war furchtbar;
32 und sein Haupt war aus feinem Gold, die Brust und die Arme silbern, der Bauch und die Schenkel ehern,
33 die Beine aber eisern, die Füße zum einen Teil aus Eisen, zum anderen Teil aus Ton.
34 Du hast geschaut, bis ein Stein von einem Berg ohne Hände losgehauen wurde und das Bild an die eisernen und tönernen Füße schlug und sie zermalmte.
35 Da wurden zugleich das Eisen und der Ton und das Erz und das Silber und das Gold fein zermalmt und wurden gleichsam feiner als Spreu auf der Tenne, und der Wind fegte sie hinweg, sodass nichts von ihnen übrig blieb; und der Stein, der das Bild geschlagen hatte, wurde ein großer Berg und schlug die ganze Erde.
36 Dies ist das Gesicht; und auch die Deutung werden wir vor dem König sagen.
37 Du, König, König der Könige und dir hat der Herr des Himmels die Herrschaft und das Königtum und die Macht und die Ehre und die Herrlichkeit gegeben;
38 auf der ganzen bewohnten Erde, von Menschen und wilden Tieren und Vögeln des Himmels und den Fischen des Meeres, hat er alles in deine Hände übergeben, dass du über alles herrschst; du bist das goldene Haupt.
39 Und nach dir wird ein Königreich aufstehen, geringer als du, und ein drittes, anderes Königreich, ein ehernes, das über die ganze Erde herrschen wird.
40 Und ein viertes Königreich, stark wie das Eisen, das alles bezwingt und jeden Baum umhaut, und die ganze Erde wird erschüttert werden.
41 Und wie du seine Füße gesehen hast, zum einen Teil aus Töpferton, zum anderen Teil aus Eisen: Ein anderes, zweigeteiltes Königreich wird in ihm sein, so wie du das Eisen mit dem lehmigen Ton vermischt gesehen hast.
42 Und dass die Zehen der Füße teils aus Eisen, teils aus Ton waren: ein Teil des Königreiches wird stark sein und ein Teil wird zerbrochen sein.
43 Und dass du das Eisen mit dem tönernen Scherben vermischt gesehen hast: sie werden sich durch Menschensamen vermischen, aber sie werden weder einträchtig sein noch einander wohlgesinnt, so wie sich auch das Eisen nicht mit dem Ton verbinden lässt.
44 Und in den Zeiten dieser Könige wird der Gott des Himmels ein anderes Königreich aufrichten, das in Ewigkeit bestehen und nicht zugrunde gehen wird; und dieses Königreich wird kein anderes Volk übrig lassen, sondern es wird diese Königreiche zerschlagen und vernichten, und es selbst wird in Ewigkeit bestehen,
45 so wie du gesehen hast, dass von einem Berg ein Stein ohne Hände losgehauen wurde und den Ton, das Eisen, das Erz, das Silber und das Gold zermalmte. Der große Gott hat dem König kundgetan, was am Ende der Tage geschehen wird; und die Vision ist genau, und ihre Deutung ist zuverlässig.
46 Da fiel der König Nebukadnezar auf sein Angesicht zur Erde, huldigte dem Daniel und befahl, ihm Opfer und Trankopfer darzubringen.
47 Und der König rief Daniel zu und sprach: Wahrhaftig, euer Gott ist der Gott der Götter und der Herr der Könige, der allein verborgene Geheimnisse offenbart, denn du vermochtest dieses Geheimnis kundzutun.
48 Da erhob der König Nebukadnezar den Daniel, gab ihm große und viele Geschenke, setzte ihn über die Angelegenheiten Babyloniens und machte ihn zum Obersten und Anführer aller Weisen Babyloniens.
49 Und Daniel erbat vom König, dass Schadrach, Meschach und Abed-Nego über die Angelegenheiten Babyloniens gesetzt würden; Daniel aber war am königlichen Hof.
Kapitel 3
1 Im achtzehnten Jahr ließ der König Nabuchodonosor, der Städte und Länder und alle Bewohner der Erde von Indien bis Äthiopien verwaltete, ein goldenes Bild anfertigen; seine Höhe betrug sechzig Ellen und seine Breite sechs Ellen, und er stellte es auf in der Ebene des Bezirks im Lande Babylonien.
2 Und Nabuchodonosor, der König der Könige und Herrscher über die ganze bewohnte Erde, sandte aus, um alle Völker, Stämme und Sprachen zu versammeln, Satrapen, Feldherren, Statthalter und Konsuln, Verwalter und die Machthaber in jedem Lande und alle auf der bewohnten Erde, damit sie zur Einweihung des goldenen Bildes kämen, das der König Nabuchodonosor aufgestellt hatte.
3 Und die zuvor Genannten stellten sich vor dem Bilde auf.
4 Und der Herold rief den Scharen zu: Euch wird befohlen, ihr Völker und Länder, ihr Nationen und Sprachen:
5 Sobald ihr den Klang der Trompete, der Flöte und der Zither, der Sambuke und der Harfe, des Zusammenklangs und jeder Art von Musik hört, sollt ihr niederfallen und das goldene Bild anbeten, das der König Nabuchodonosor aufgestellt hat;
6 und jeden, der nicht niederfällt und anbetet, wird man in den brennenden Feuerofen werfen.
7 Und zu jener Zeit, als alle Völker den Klang der Trompete und jeden Schall von Musik hörten, fielen alle Völker, Stämme und Sprachen nieder und beteten das goldene Bild an, das Nabuchodonosor aufgestellt hatte, ihm gegenüber.
8 Zu jener Zeit traten chaldäische Männer herzu und verklagten die Juden
9 und hoben an und sprachen: Herr König, lebe in Ewigkeit!
10 Du, o König, hast befohlen und verordnet, dass jeder Mensch, der den Klang der Trompete und jeden Schall von Musik hört, niederfallen und das goldene Bild anbeten soll,
11 und wer nicht niederfällt und anbetet, in den brennenden Feuerofen geworfen werden soll.
12 Nun sind da einige jüdische Männer, die du über das Land Babylonien gesetzt hast, Sedrach, Misach, Abdenago; jene Menschen haben dein Gebot nicht gefürchtet und deinem Götzenbild nicht gedient und dein goldenes Bild, das du aufgestellt hast, nicht angebetet.
13 Da befahl Nabuchodonosor, von Zorn ergrimmt, Sedrach, Misach und Abdenago herbeizuführen; da wurden die Männer vor den König geführt.
14 Als der König Nabuchodonosor sie sah, sprach er zu ihnen: Warum, Sedrach, Misach, Abdenago, dient ihr meinen Göttern nicht und betet das goldene Bild nicht an, das ich aufgestellt habe?
15 Nun denn: Wenn ihr bereit seid, sobald ihr die Trompete und jeden Schall von Musik hört, niederzufallen und das goldene Bild anzubeten, das ich aufgestellt habe — gut; wenn aber nicht, so wisset, dass ihr, wenn ihr nicht anbetet, augenblicklich in den brennenden Feuerofen geworfen werdet; und welcher Gott wird euch aus meinen Händen erretten?
16 Da antworteten Sedrach, Misach und Abdenago und sprachen zum König Nabuchodonosor: O König, wir haben nicht nötig, dir auf diesen Befehl zu antworten;
17 denn es ist ein Gott im Himmel, unser einziger Herr, den wir fürchten, der mächtig ist, uns aus dem Feuerofen zu erretten, und aus deinen Händen, o König, wird er uns erretten;
18 und dann wird dir offenbar sein, dass wir weder deinem Götzenbild dienen noch dein goldenes Bild anbeten, das du aufgestellt hast.
19 Da wurde Nabuchodonosor von Grimm erfüllt, und die Gestalt seines Angesichts veränderte sich, und er befahl, den Ofen siebenfach stärker zu heizen, als man ihn zu heizen pflegte;
20 und er befahl den stärksten Männern seines Heeres, Sedrach, Misach und Abdenago zu fesseln und in den brennenden Feuerofen zu werfen.
21 Da wurden jene Männer gefesselt, mit ihren Schuhen und ihren Tiaren auf ihren Häuptern samt ihrer Kleidung, und in den Ofen geworfen.
22 Da der Befehl des Königs drängte und der Ofen siebenfach stärker als zuvor geheizt war, fesselten die dazu bestellten Männer sie, führten sie zum Ofen und warfen sie hinein.
23 Die Männer nun, die die Gefährten des Azarias gefesselt hatten, verbrannte und tötete die aus dem Ofen herausschlagende Flamme; sie selbst aber wurden bewahrt.
24 So beteten nun Ananias, Azarias und Misael und lobsangen dem Herrn, als der König befohlen hatte, sie in den Ofen zu werfen.
25 Azarias aber trat hin, betete so und tat seinen Mund auf und pries den Herrn zusammen mit seinen Gefährten mitten im Feuer, während der Ofen von den Chaldäern gewaltig geheizt wurde, und sie sprachen:
26 Gepriesen bist du, Herr, Gott unserer Väter, und lobenswert und verherrlicht ist dein Name in Ewigkeit;
27 denn du bist gerecht in allem, was du uns getan hast, und alle deine Werke sind wahrhaftig, und deine Wege sind gerade, und alle deine Gerichte sind wahrhaftig,
28 und Urteile der Wahrheit hast du gefällt in allem, was du über uns und über deine heilige Stadt unserer Väter, Jerusalem, gebracht hast; denn in Wahrheit und Gericht hast du dies alles getan um unserer Sünden willen.
29 Denn wir haben in allem gesündigt und gefrevelt, indem wir von dir abfielen, und haben uns in allem verfehlt und den Geboten deines Gesetzes nicht gehorcht
30 und sie nicht gehalten noch getan, wie du uns geboten hast, damit es uns wohlgehe.
31 Und nun: Alles, was du über uns gebracht hast, und alles, was du uns getan hast, hast du in wahrhaftigem Gericht getan,
32 und du hast uns in die Hände unserer gesetzlosen Feinde ausgeliefert, verhasster Abtrünniger, und einem ungerechten König, dem bösesten auf der ganzen Erde.
33 Und nun dürfen wir den Mund nicht auftun; Schande und Schmach ist deinen Knechten widerfahren und denen, die dich verehren.
34 Gib uns nicht gänzlich preis um deines Namens willen und löse deinen Bund nicht auf
35 und wende dein Erbarmen nicht von uns ab, um Abrahams willen, den du liebst, und um Isaaks willen, deines Knechtes, und Israels, deines Heiligen,
36 wie du zu ihnen gesprochen und gesagt hast, du wollest ihren Samen mehren wie die Sterne des Himmels und wie den Sand am Ufer des Meeres.
37 Denn, Gebieter, wir sind geringer geworden als alle Völker und sind heute erniedrigt auf der ganzen Erde um unserer Sünden willen,
38 und es gibt in dieser Zeit weder Fürst noch Propheten noch Anführer, weder Brandopfer noch Schlachtopfer noch Darbringung noch Räucherwerk noch einen Ort, um vor dir zu opfern und Erbarmen zu finden.
39 Doch mit zerknirschter Seele und gedemütigtem Geiste mögen wir angenommen werden, wie bei Brandopfern von Widdern und Stieren und wie bei Zehntausenden fetter Lämmer;
40 so werde heute unser Opfer vor dir, und vollziehe die Sühne vor dir; denn keine Schande trifft die, die auf dich vertrauen; und vollende es vor dir.
41 Und nun folgen wir dir von ganzem Herzen und fürchten dich und suchen dein Angesicht; lass uns nicht zuschanden werden,
42 sondern handle mit uns nach deiner Milde und nach der Fülle deines Erbarmens
43 und errette uns nach deinen Wundertaten und gib deinem Namen Ehre, Herr.
44 Und beschämt sollen werden alle, die deinen Knechten Böses antun, und zuschanden werden an aller Macht, und ihre Stärke soll zerbrochen werden;
45 sie sollen erkennen, dass du allein der Herr, der Gott, bist und herrlich über die ganze bewohnte Erde.
46 Und die Diener des Königs, die sie hineingeworfen hatten, ließen nicht ab, den Ofen zu heizen. Und als sie die drei auf einmal in den Ofen geworfen hatten, und der Ofen war siebenfach glühend in seiner Hitze, und als sie sie hineinwarfen, standen die, die sie hineinwarfen, über ihnen, andere aber heizten von unten her mit Naphtha, Werg, Pech und Reisig.
47 Und die Flamme ergoss sich über den Ofen hinaus bis auf neunundvierzig Ellen
48 und griff um sich und verbrannte diejenigen von den Chaldäern, die sie um den Ofen fand.
49 Ein Engel des Herrn aber stieg zugleich mit den Gefährten des Asarja in den Ofen hinab und schlug die Flamme des Feuers aus dem Ofen hinaus
50 und machte das Innere des Ofens, als wehte darin ein taufrischer, säuselnder Wind; und das Feuer berührte sie überhaupt nicht und tat ihnen kein Leid und belästigte sie nicht.
51 Da stimmten die drei wie aus einem Munde an, sangen, priesen, lobten und erhoben Gott im Ofen und sprachen:
52 Gelobt bist du, Herr, Gott unserer Väter, und gepriesen und hocherhaben in Ewigkeit; und gelobt ist der heilige Name deiner Herrlichkeit, hochgepriesen und hocherhaben in alle Ewigkeit.
53 Gelobt bist du im Tempel deiner heiligen Herrlichkeit, hochbesungen und hochverherrlicht in Ewigkeit.
54 Gelobt bist du auf dem Thron deines Königtums, besungen und hocherhaben in Ewigkeit.
55 Gelobt bist du, der du die Abgründe schaust, der du über den Cherubim thronst, gepriesen und verherrlicht in Ewigkeit.
56 Gelobt bist du am Firmament, besungen und verherrlicht in Ewigkeit.
57 Lobet, alle Werke des Herrn, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
58 Lobet, ihr Engel des Herrn, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
59 Lobet, ihr Himmel, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
60 Lobet, alle Wasser über dem Himmel, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
61 Lobet, alle Mächte des Herrn, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
62 Lobet, Sonne und Mond, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
63 Lobet, ihr Sterne des Himmels, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
64 Lobet, aller Regen und Tau, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
65 Lobet, alle Winde, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
66 Lobet, Feuer und Glut, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
67 Lobet, Frost und Kälte, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
68 Lobet, Tau und Schneegestöber, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
69 Lobet, Eis und Kälte, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
70 Lobet, Reif und Schnee, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
71 Lobet, Nächte und Tage, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
72 Lobet, Licht und Finsternis, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
73 Lobet, Blitze und Wolken, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
74 Es lobe die Erde den Herrn; sie singe ihm und erhebe ihn hoch in Ewigkeit.
75 Lobet, Berge und Hügel, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
76 Lobet, alles, was auf der Erde wächst, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
77 Lobet, ihr Quellen, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
78 Lobet, Meere und Flüsse, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
79 Lobet, ihr Seeungeheuer und alles, was sich in den Wassern regt, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
80 Lobet, alle Vögel des Himmels, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
81 Lobet, Vierfüßler und wilde Tiere der Erde, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
82 Lobet, ihr Menschenkinder, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
83 Lobe, Israel, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
84 Lobet, ihr Priester, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
85 Lobet, ihr Knechte, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
86 Lobet, ihr Geister und Seelen der Gerechten, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
87 Lobet, ihr Frommen und Demütigen von Herzen, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit.
88 Lobet, Hananja, Asarja, Misael, den Herrn; singt ihm und erhebt ihn hoch in Ewigkeit, denn er hat uns aus dem Hades gerissen und aus der Hand des Todes gerettet und uns aus der Mitte der brennenden Flamme errettet und aus dem Feuer erlöst.
89 Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Barmherzigkeit währt ewig.
90 Lobet, alle, die ihr den Gott der Götter verehrt; singt und danket, denn seine Barmherzigkeit währt ewig und in alle Ewigkeit.
91 Und es geschah, als der König hörte, wie sie sangen, und dastand und sie lebend sah, da staunte Nebukadnezar der König, stand eilends auf und sprach zu seinen Freunden:
92 Siehe, ich sehe vier Männer, losgebunden, im Feuer umhergehen, und kein Verderben ist an ihnen geschehen, und die Gestalt des vierten gleicht einem Engel Gottes.
93 Und der König trat an die Tür des mit Feuer brennenden Ofens und rief sie mit Namen: Schadrach, Meschach, Abed-Nego, ihr Knechte des Gottes der Götter, des Höchsten, kommt heraus aus dem Feuer! So kamen die Männer aus der Mitte des Feuers heraus.
94 Und es versammelten sich die Statthalter, die Landvögte, die Stammesobersten und die Freunde des Königs und betrachteten jene Männer: dass das Feuer ihren Leib nicht berührt hatte, ihre Haare nicht versengt und ihre Beinkleider nicht verändert waren, und kein Brandgeruch an ihnen war.
95 Da hob Nebukadnezar der König an und sprach: Gelobt sei der Herr, der Gott des Schadrach, Meschach, Abed-Nego, der seinen Engel gesandt und seine Knechte gerettet hat, die auf ihn hofften; denn sie haben den Befehl des Königs missachtet und ihre Leiber dem Feuer preisgegeben, um keinem anderen Gott zu dienen noch ihn anzubeten als allein ihrem Gott.
96 Und nun verordne ich: Jedes Volk und alle Stämme und alle Sprachen – wer den Herrn, den Gott des Schadrach, Meschach, Abed-Nego, lästert, soll in Stücke gehauen und sein Haus eingezogen werden; denn es gibt keinen anderen Gott, der so zu erretten vermag.
97 So gab denn der König dem Schadrach, Meschach, Abed-Nego Vollmacht über das ganze Land und setzte sie zu Herrschern ein.
Kapitel 4
4 Im achtzehnten Jahr der Herrschaft Nebukadnezars sprach er: Ich lebte in Frieden in meinem Hause und blühte auf meinem Thron.
5 Ich sah einen Traum und erschrak, und Furcht fiel auf mich.
10 Ich schlief, und siehe, ein hoher Baum wuchs auf der Erde; sein Anblick war groß, und es gab keinen anderen, der ihm glich.
11 Und sein Anblick war groß; sein Wipfel reichte bis an den Himmel und seine Krone bis an die Wolken und erfüllte, was unter dem Himmel ist; die Sonne und der Mond wohnten in ihm und erleuchteten die ganze Erde.
12 Seine Zweige waren an Länge etwa dreißig Stadien, und unter ihm suchten alle Tiere der Erde Schatten, und in ihm nisteten die Vögel des Himmels; seine Frucht war reichlich und gut und gab allen Lebewesen Nahrung.
13 Ich schaute in meinem Schlaf, und siehe, ein Engel wurde in Kraft vom Himmel gesandt,
14 und er rief und sprach zu ihm: Haut ihn um und vernichtet ihn; denn es ist vom Höchsten befohlen, ihn zu entwurzeln und unbrauchbar zu machen.
15 Und so sprach er: Lasst eine seiner Wurzeln in der Erde, damit er mit den Tieren der Erde in den Bergen Gras weide wie ein Rind;
16 und vom Tau des Himmels soll sein Leib verwandelt werden, und sieben Jahre soll er mit ihnen weiden,
17 bis er erkennt, dass der Herr des Himmels Macht hat über alles, was im Himmel und auf der Erde ist, und was er will, das tut er an ihnen.
17a Vor meinen Augen wurde er an einem Tag umgehauen, und seine Vernichtung geschah in einer Stunde des Tages, und seine Zweige wurden in alle Winde gegeben, und er wurde fortgeschleppt und hingeworfen; und er fraß das Gras der Erde mit den Tieren der Erde und wurde in Gewahrsam gegeben und mit Fesseln und ehernen Handfesseln von ihnen gebunden. Ich wunderte mich sehr über all dies, und mein Schlaf wich von meinen Augen.
18 Und am Morgen stand ich von meinem Lager auf und rief Daniel, den Obersten der Weisen und den Anführer der Traumdeuter, und erzählte ihm den Traum, und er zeigte mir seine ganze Deutung.
19 Daniel aber wunderte sich sehr, und Ahnung bedrängte ihn, und da ihn Furcht und Zittern ergriff und sein Aussehen sich veränderte, schüttelte er den Kopf, staunte eine Stunde lang und antwortete mir mit sanfter Stimme: König, dieser Traum möge über die kommen, die dich hassen, und seine Deutung über deine Feinde.
20 Der Baum, der in der Erde gepflanzt ist, dessen Anblick groß ist – das bist du, König.
21 Und alle Vögel des Himmels, die in ihm nisten: die Macht der Erde und der Völker und aller Sprachen bis an die Enden der Erde – und alle Länder dienen dir.
22 Dass aber jener Baum hoch erhoben wurde und dem Himmel nahekam und seine Krone die Wolken berührte: Du, König, bist erhöht worden über alle Menschen, die auf dem Angesicht der ganzen Erde sind; dein Herz erhob sich in Hochmut und Macht gegen den Heiligen und seine Engel; deine Werke wurden gesehen, wie du das Haus des lebendigen Gottes verwüstet hast wegen der Sünden des geheiligten Volkes.
23 Und das Gesicht, das du sahst, dass ein Engel in Kraft vom Herrn gesandt wurde und dass er befahl, den Baum wegzunehmen und umzuhauen: Das Gericht des großen Gottes wird über dich kommen,
24 und der Höchste und seine Engel stürmen gegen dich an;
25 in Gewahrsam werden sie dich führen und an einen öden Ort dich senden.
26 Und die Wurzel des Baumes, die gelassen wurde, weil er nicht entwurzelt wurde: Der Platz deines Thrones wird dir bewahrt werden auf Zeit und Stunde. Siehe, gegen dich rüsten sie sich, und sie werden dich geißeln und das über dich Beschlossene über dich bringen.
27 Der Herr lebt im Himmel, und seine Macht ist über die ganze Erde; bitte ihn wegen deiner Sünden und löse alle deine Ungerechtigkeiten durch Barmherzigkeit, damit dir Milde gewährt werde und du viele Tage auf dem Thron deines Königtums bleibest und er dich nicht vernichte. Liebe diese Worte; denn genau ist mein Wort, und erfüllt ist deine Zeit.
28 Und am Ende der Worte, als Nebukadnezar die Deutung des Gesichts hörte, bewahrte er die Worte im Herzen.
29 Und nach zwölf Monaten ging der König auf den Mauern der Stadt in all seiner Herrlichkeit umher und schritt auf ihren Türmen einher,
30 und er hob an und sprach: Das ist das große Babylon, das ich gebaut habe, und das Haus meines Königtums soll durch die Kraft meiner Macht zur Ehre meiner Herrlichkeit genannt werden.
31 Und am Ende seiner Rede hörte er eine Stimme vom Himmel: Dir wird gesagt, König Nebukadnezar: Das Königtum Babylons ist dir genommen und wird einem anderen gegeben, einem verachteten Menschen in deinem Hause; siehe, ich setze ihn über dein Königtum, und deine Macht und deine Herrlichkeit und deine Üppigkeit wird er übernehmen, damit du erkennst, dass der Gott des Himmels Macht hat im Königtum der Menschen, und wem er will, dem wird er es geben; bis zum Aufgang der Sonne aber wird ein anderer König sich in deinem Hause freuen und deine Herrlichkeit und deine Kraft und deine Macht ergreifen.
32 Und die Engel werden dich sieben Jahre lang verfolgen, und du wirst nicht gesehen werden und mit keinem Menschen reden; Gras wie einem Rind werden sie dir zu essen geben, und vom Grün der Erde wird deine Weide sein; siehe, statt deiner Herrlichkeit werden sie dich binden, und das Haus deiner Üppigkeit und dein Königtum wird ein anderer besitzen.
33 Bis zum Morgen aber wird alles an dir vollzogen werden, Nebukadnezar, König von Babylon, und nichts von alledem wird ausbleiben.
33a Ich, Nebukadnezar, König von Babylon, war sieben Jahre gebunden; Gras wie einem Rind gaben sie mir zu essen, und vom Grün der Erde aß ich. Und nach sieben Jahren gab ich meine Seele dem Flehen hin und bat wegen meiner Sünden vor dem Angesicht des Herrn, des Gottes des Himmels, und wegen meiner Verirrungen flehte ich zum großen Gott der Götter.
33b Und meine Haare wurden wie Adlerflügel, meine Nägel wie die eines Löwen; verwandelt wurden mein Fleisch und mein Herz, nackt ging ich mit den Tieren der Erde umher. Einen Traum sah ich, und Ahnungen ergriffen mich, und nach einer Zeit befiel mich tiefer Schlaf und Schlummer fiel auf mich.
34 Und am Ende der sieben Jahre kam die Zeit meiner Erlösung, und meine Sünden und meine Verirrungen wurden vor dem Gott des Himmels erfüllt; und ich flehte wegen meiner Verirrungen zum großen Gott der Götter, und siehe, ein Engel rief mich vom Himmel und sprach: Nebukadnezar, diene dem heiligen Gott des Himmels und gib dem Höchsten die Ehre; das Königtum deines Volkes wird dir zurückgegeben.
36 Zu jener Zeit wurde mir mein Königtum wiederhergestellt, und meine Herrlichkeit wurde mir zurückgegeben.
37 Dem Höchsten bekenne ich und lobe den, der den Himmel und die Erde und die Meere und die Flüsse und alles, was in ihnen ist, geschaffen hat; ich bekenne und lobe, dass er der Gott der Götter und der Herr der Herren und der König der Könige ist, dass er Zeichen und Wunder tut und Zeiten und Fristen verändert, indem er das Königtum von Königen wegnimmt und andere an ihrer Stelle einsetzt.
37aVon nun an will ich ihm dienen, und aus Furcht vor ihm hat mich Zittern ergriffen, und alle seine Heiligen lobe ich. Denn die Götter der Völker haben nicht in sich die Kraft, das Königtum eines Königs einem anderen König zuzuwenden und zu töten und lebendig zu machen und Zeichen und große und furchtbare Wunder zu tun und übergroße Dinge zu verändern, wie der Gott des Himmels an mir getan und an mir große Dinge verändert hat. Ich werde alle Tage meines Königtums für meine Seele dem Höchsten Opfer darbringen zum Wohlgeruch für den Herrn, und ich werde tun, was vor ihm wohlgefällig ist, ich und mein Volk, meine Nation und meine Länder, die in meiner Gewalt sind. Und alle, die gegen den Gott des Himmels geredet haben, und alle, die dabei ertappt werden, etwas zu reden, die werde ich zum Tode verurteilen.
37b Der König Nebukadnezar aber schrieb einen Rundbrief an alle Völker an jedem Ort und an alle Länder und Sprachen, die in allen Ländern wohnen, von Geschlecht zu Geschlecht: Lobet den Herrn, den Gott des Himmels, und bringt ihm Opfer und Gabe dar in Ehren! Ich, der König der Könige, bekenne ihm in Ehren, dass er so an mir getan hat: An eben jenem Tag setzte er mich auf meinen Thron, und ich erlangte meine Macht und mein Königtum über mein Volk, und meine Größe wurde mir wiederhergestellt.
37 Nebukadnezar, der König, an alle Völker und alle Länder und alle, die in ihnen wohnen: Friede sei euch reichlich zu jeder Zeit! Und nun will ich euch die Taten kundtun, die der große Gott an mir getan hat; es schien mir aber gut, euch und euren Weisen zu zeigen, dass es einen Gott gibt, und dass seine Wunder groß sind, sein Reich ein Reich in Ewigkeit, seine Herrschaft von Geschlecht zu Geschlecht. Und er sandte Briefe über alles, was ihm in seinem Königreich widerfahren war, an alle Völker, die unter seiner Königsherrschaft standen.
Kapitel 5
Der König Baltasar veranstaltete ein großes Gastmahl am Tage der Einweihung seines Palastes und lud von seinen Großen zweitausend Männer ein. An jenem Tage pries Baltasar, vom Wein erhoben und prahlend, alle gegossenen und geschnitzten Götter der Völker an seinem Ort, dem höchsten Gott aber gab er kein Lob. In derselben Nacht kamen Finger wie die eines Menschen hervor und schrieben an die Wand seines Hauses auf den Verputz, dem Leuchter gegenüber: Mane, Phares, Thekel. Ihre Deutung aber ist: Mane, es ist gezählt; Phares, es ist weggenommen; Thekel – es ist festgestellt.
1 Der König Baltasar veranstaltete ein großes Festmahl für seine Gefährten und trank Wein.
2 Und sein Herz erhob sich, und er befahl, die goldenen und silbernen Gefäße des Hauses Gottes herbeizubringen, die Nabuchodonosor, sein Vater, aus Jerusalem gebracht hatte, und daraus seinen Gefährten Wein einzuschenken.
3 Und sie wurden gebracht, und sie tranken daraus 4und priesen ihre handgemachten Götzenbilder; den Gott der Ewigkeit aber, der die Macht über ihren Geist hat, priesen sie nicht.
5In eben jener Stunde kamen Finger wie die einer Menschenhand hervor und schrieben an die Wand seines Hauses auf den Verputz, dem Licht gegenüber, vor dem König Baltasar, und er sah eine schreibende Hand.
6 Und sein Aussehen veränderte sich, und Ängste und Argwohn bedrängten ihn. Da eilte der König, stand auf und betrachtete jene Schrift, und seine Gefährten rings um ihn prahlten.
7 Und der König rief mit lauter Stimme, man solle die Beschwörer und Zauberer und Chaldäer und Sterndeuter herbeirufen, um die Deutung der Schrift kundzutun. Und sie kamen herein, um die Schrift zu betrachten, aber die Deutung der Schrift konnten sie dem König nicht deuten. Da erließ der König einen Befehl und sprach: Jeden Mann, der die Deutung der Schrift aufzeigt, wird man in Purpur kleiden und ihm eine goldene Halskette umlegen, und ihm wird die Macht über den dritten Teil des Königreiches gegeben werden.
8 Und es kamen die Beschwörer und Zauberer und Sterndeuter herein, aber keiner konnte die Deutung der Schrift kundtun.
9 Da rief der König die Königin wegen des Zeichens und zeigte ihr, wie groß es sei und dass kein Mensch dem König die Deutung der Schrift kundtun könne.
10 Da erinnerte ihn die Königin an Daniel, der aus der Gefangenschaft Judäas stammte,
11 und sprach zum König: Der Mann war kundig und weise und übertraf alle Weisen Babylons,
12 und ein heiliger Geist ist in ihm, und in den Tagen deines Vaters, des Königs, hat er Nabuchodonosor, deinem Vater, gewaltige Deutungen aufgezeigt.
13 Da wurde Daniel zum König geführt, und der König antwortete und sprach zu ihm:
16 O Daniel, kannst du mir die Deutung der Schrift aufzeigen? Dann werde ich dich in Purpur kleiden und dir eine goldene Halskette umlegen, und du wirst Macht über den dritten Teil meines Königreiches haben.
17 Da trat Daniel vor die Schrift, las sie und antwortete dem König so: Dies ist die Schrift: Es ist gezählt, es ist berechnet, es ist weggenommen. Und die Hand, die geschrieben hatte, hielt inne. Und dies ist ihre Deutung.
23 König, du hast deinen Freunden ein Festmahl bereitet und Wein getrunken, und die Gefäße des Hauses des lebendigen Gottes wurden dir gebracht, und ihr trankt daraus, du und deine Großen, und ihr priest alle handgemachten Götzenbilder der Menschen; den lebendigen Gott aber priest ihr nicht, und dein Geist ist in seiner Hand, und dein Königtum hat er selbst dir gegeben, und du hast ihn nicht gepriesen noch ihn gelobt.
26-28 Dies ist die Deutung der Schrift: Gezählt ist die Zeit deines Königtums, dein Königtum geht zu Ende, abgeschnitten und vollendet ist dein Königtum, den Medern und Persern wird es gegeben.
29 Da kleidete der König Baltasar den Daniel in Purpur, legte ihm eine goldene Halskette um und gab ihm Macht über den dritten Teil seines Königreiches.
30 Und die Deutung kam über den König Baltasar, und das Königtum wurde von den Chaldäern genommen und den Medern und Persern gegeben.
Kapitel 6
1 Und Artaxerxes, der König der Meder, übernahm die Königsherrschaft. Und Darius war voll der Tage und angesehen im Alter;
2 und er setzte hundertsiebenundzwanzig Satrapen über sein ganzes Königreich ein
3 und über sie drei Männer, die ihnen vorstanden, und Daniel war einer der drei Männer,
4 der über alle Vollmacht im Königreich hatte. Und Daniel war in Purpur gekleidet und groß und angesehen vor Darius, dem König, weil er angesehen und kundig und verständig war, und ein heiliger Geist war in ihm, und er hatte Gelingen in den Geschäften des Königs, die er ausführte. Da beschloss der König, Daniel über sein ganzes Königreich einzusetzen, samt den zwei Männern, die er mit ihm eingesetzt hatte, und den hundertsiebenundzwanzig Satrapen.
5 Als aber der König beschloss, Daniel über sein ganzes Königreich einzusetzen, da fassten die zwei jungen Männer untereinander Rat und Plan und sprachen zueinander – denn sie fanden keine Verfehlung noch Nachlässigkeit an Daniel, deretwegen sie ihn vor dem König anklagen könnten –
6 und sie sprachen: Kommt, lasst uns eine Verordnung gegen uns selbst aufstellen, dass kein Mensch ein Anliegen vorbringen noch ein Gebet an irgendeinen Gott richten darf bis auf dreißig Tage, außer an Darius, den König; wenn aber doch, so soll er sterben, damit sie Daniel vor dem König zu Fall brächten und er in die Löwengrube geworfen würde. Denn sie wussten, dass Daniel dreimal am Tag betet und den Herrn, seinen Gott, anfleht.
7 Da traten jene Menschen herzu und sprachen vor dem König:
8 Wir haben eine Verordnung und Satzung aufgestellt, dass jeder Mensch, der ein Gebet richtet oder ein Anliegen vorbringt an irgendeinen Gott bis auf dreißig Tage, außer an Darius, den König, in die Löwengrube geworfen werden soll.
9 Und sie baten den König, dass er die Verordnung festsetze und sie nicht ändere, weil sie wussten, dass Daniel dreimal am Tag betet und fleht, damit er durch den König zu Fall gebracht und in die Löwengrube geworfen würde.
10 Und so setzte der König Darius sie fest und bestätigte sie.
11 Als aber Daniel die Verordnung erfuhr, die man gegen ihn aufgestellt hatte, öffnete er die Fenster in seinem Obergemach gegenüber Jerusalem und fiel dreimal am Tag auf sein Angesicht, wie er es zuvor getan hatte, und flehte.
12 Und sie belauerten Daniel und ertappten ihn, wie er dreimal am Tag, jeden Tag, betete.
13 Da traten diese Menschen vor den König und sprachen: Darius, König, hast du nicht eine Verordnung erlassen, dass kein Mensch ein Gebet richten noch ein Anliegen vorbringen darf an irgendeinen Gott bis auf dreißig Tage, außer an dich, König; wenn aber doch, so soll er in die Löwengrube geworfen werden? Der König antwortete und sprach zu ihnen: Das Wort ist genau, und die Verordnung soll bestehen.
13a Und sie sprachen zu ihm: Wir beschwören dich bei den Gesetzen der Meder und Perser, dass du den Erlass nicht änderst und kein Ansehen der Person übst und nichts von dem Gesagten minderst, sondern den Menschen strafst, der bei dieser Verordnung nicht geblieben ist. Und er sprach: So will ich tun, wie ihr sagt, und dies steht für mich fest.
14 Und sie sprachen: Siehe, wir haben Daniel, deinen Freund, gefunden, wie er dreimal am Tag betet und das Angesicht seines Gottes anfleht.
15 Und betrübt befahl der König, Daniel in die Löwengrube zu werfen gemäß der Verordnung, die er gegen ihn aufgestellt hatte. Da wurde der König sehr betrübt um Daniel und bemühte sich, ihn bis zum Sonnenuntergang aus den Händen der Satrapen zu retten,
16 und er konnte ihn nicht aus ihnen retten.
17 Da rief Darius, der König, aus und sprach zu Daniel: Dein Gott, dem du beständig dreimal am Tag dienst, er wird dich aus der Hand der Löwen erretten; sei getrost bis zum Morgen.
18 Da wurde Daniel in die Löwengrube geworfen, und ein Stein wurde gebracht und auf die Öffnung der Grube gelegt, und der König versiegelte sie mit seinem Ring und mit den Ringen seiner Großen, damit Daniel nicht von ihnen herausgeholt würde oder der König ihn aus der Grube heraufzöge.
19 Da kehrte der König in seinen Palast zurück und verbrachte die Nacht fastend und war betrübt um Daniel. Da verschloss der Gott Daniels, der für ihn Vorsorge traf, die Mäuler der Löwen, und sie taten Daniel nichts zuleide.
20 Und der König Darius stand frühmorgens auf und nahm die Satrapen mit sich und ging und trat an die Öffnung der Löwengrube.
21 Da rief der König Daniel mit lauter Stimme unter Weinen und sprach: O Daniel, lebst du noch, und hat dein Gott, dem du beständig dienst, dich vor den Löwen gerettet, und haben sie dir nichts angetan?
22 Da antwortete Daniel mit lauter Stimme und sprach: König, ich lebe noch,
23 und Gott hat mich vor den Löwen gerettet, weil Gerechtigkeit an mir vor ihm gefunden wurde; und auch vor dir, König, wurde weder Nachlässigkeit noch Verfehlung an mir gefunden; du aber hast auf Menschen gehört, die Könige irreführen, und hast mich in die Löwengrube zum Verderben geworfen.
24 Da versammelten sich alle Heerscharen und sahen Daniel, dass die Löwen ihm nichts zuleide getan hatten.
25 Da wurden jene zwei Menschen, die gegen Daniel gezeugt hatten, sie und ihre Frauen und ihre Kinder, den Löwen vorgeworfen, und die Löwen töteten sie und zermalmten ihre Knochen.
26 Da schrieb Darius an alle Völker und Länder und Sprachen, die in seinem ganzen Land wohnten, und sprach:
27 Alle Menschen, die in meinem Königreich sind, sollen den Gott Daniels anbeten und ihm dienen; denn er ist ein Gott, der bleibt und lebt von Geschlecht zu Geschlecht bis in Ewigkeit.
28 Ich, Darius, will ihn anbeten und ihm dienen alle meine Tage; denn die von Händen gemachten Götzenbilder können nicht retten, wie der Gott Daniels den Daniel erlöst hat.
29 Und der König Darius wurde zu seinem Geschlecht versammelt, und Daniel wurde über das Königreich des Darius eingesetzt; und Kyros, der Perser, übernahm seine Königsherrschaft.
Kapitel 7
1 Im ersten Jahr der Regierung Baltasars über das Land Babylonien sah Daniel ein Gesicht zu Häupten auf seinem Lager; da schrieb Daniel das Gesicht, das er gesehen hatte, in Hauptstücken der Rede nieder.
2 Auf meinem Lager schaute ich im Schlaf der Nacht, und siehe, die vier Winde des Himmels fielen auf das große Meer.
3 Und vier Tiere stiegen aus dem Meer herauf, eines verschieden vom anderen.
4 Das erste war wie eine Löwin und hatte Flügel wie ein Adler; ich schaute, bis ihre Flügel ausgerissen wurden, und es wurde von der Erde aufgehoben und auf Menschenfüße gestellt, und ein menschliches Herz wurde ihm gegeben.
5 Und siehe, nach ihm ein anderes Tier, das die Gestalt eines Bären hatte; und es stand auf der einen Seite, und drei Rippen waren in seinem Maul, und so sprach es: Steh auf, friss viel Fleisch!
6 Und danach schaute ich ein anderes Tier wie einen Panther, und vier Flügel breiteten sich über ihm aus, und vier Köpfe hatte das Tier, und eine Zunge wurde ihm gegeben.
7 Danach aber schaute ich im Nachtgesicht ein viertes Tier, furchtbar, und die Furcht vor ihm überragte an Kraft; es hatte große eiserne Zähne, fraß und zermalmte, zertrat ringsum mit den Füßen und verhielt sich anders als alle Tiere vor ihm; es hatte aber zehn Hörner,
8 und viele Anschläge waren in seinen Hörnern. Und siehe, ein anderes, kleines Horn wuchs mitten unter ihnen auf, unter seinen Hörnern, und drei von den ersten Hörnern verdorrten durch es; und siehe, Augen wie Menschenaugen waren an diesem Horn und ein Mund, der große Dinge redete, und es führte Krieg gegen die Heiligen.
9 Ich schaute, bis Throne aufgestellt wurden, und ein Alter an Tagen setzte sich, der ein Gewand hatte wie Schnee, und das Haar seines Hauptes war wie reine weiße Wolle, der Thron wie eine Feuerflamme,
10 und vor seinem Angesicht ging ein Feuerstrom aus; tausendmal Tausende dienten ihm, und zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm; und das Gericht setzte sich, und Bücher wurden aufgetan.
11 Ich schaute damals auf die Stimme der großen Worte, die das Horn redete, und das Tier wurde erschlagen, und sein Leib ging zugrunde und wurde dem Brand des Feuers übergeben.
12 Und die um es her entsetzte er ihrer Macht, und eine Lebenszeit wurde ihnen gegeben bis auf Zeit und Frist.
13 Ich schaute im Nachtgesicht, und siehe, auf den Wolken des Himmels kam einer wie ein Menschensohn, und wie ein Alter an Tagen war er zugegen, und die Umstehenden waren bei ihm.
14 Und ihm wurde Macht gegeben, und alle Völker der Erde nach ihren Geschlechtern und alle Herrlichkeit diente ihm; und seine Macht ist eine ewige Macht, die niemals weggenommen wird, und sein Königtum, das niemals vergehen wird.
15 Und ich, Daniel, war darüber bekümmert in dem Nachtgesicht
16 und trat zu einem der Dastehenden und suchte von ihm Gewissheit über all dies. Er antwortete und sprach zu mir und tat mir die Deutung der Worte kund:
17 Diese großen Tiere sind vier Königreiche, die von der Erde vergehen werden;
18 und die Heiligen des Höchsten werden das Königtum empfangen und das Königtum innehaben bis in Ewigkeit und bis in die Ewigkeit der Ewigkeiten.
19 Da wollte ich Genaues erfahren über das vierte Tier, das alles verdarb und überaus furchtbar war und siehe, seine Zähne waren eisern und seine Klauen ehern, es fraß alle ringsum und zertrat sie mit den Füßen ,
20 und über seine zehn Hörner auf dem Kopf und über das eine andere, das hervorgewachsen war, und durch das drei ausgefallen waren; und jenes Horn hatte Augen und einen Mund, der große Dinge redete, und sein Ansehen überragte die anderen.
21 Und ich sah, wie jenes Horn Krieg gegen die Heiligen führte und sie in die Flucht schlug,
22 bis der Alte an Tagen kam und das Gericht den Heiligen des Höchsten gab; und die Zeit kam, und die Heiligen nahmen das Königreich in Besitz.
23 Und mir wurde über das vierte Tier gesagt: Ein viertes Königreich wird auf Erden sein, das sich von der ganzen Erde unterscheiden und sie verwüsten und zermalmen wird.
24 Und die zehn Hörner des Königreichs: zehn Könige werden aufstehen, und der andere König wird nach diesen aufstehen, und er wird an Bosheit die ersten übertreffen und drei Könige erniedrigen;
25 und er wird Worte gegen den Höchsten reden und die Heiligen des Höchsten aufreiben und trachten, Zeiten und Gesetz zu ändern, und alles wird in seine Hände gegeben werden bis auf eine Zeit und Zeiten und bis auf eine halbe Zeit.
26 Und das Gericht wird sich setzen, und sie werden ihm die Macht nehmen und beschließen, zu verderben und zu vernichten bis zum Ende.
27 Und das Königreich und die Macht und ihre Herrlichkeit und die Herrschaft über alle Königreiche unter dem Himmel gab er dem heiligen Volk des Höchsten, ein ewiges Königreich zu herrschen, und alle Gewalten werden ihm unterworfen sein und ihm gehorchen.
28 Bis zum Abschluss der Rede war ich, Daniel, von großem Entsetzen ergriffen, und meine Gestalt veränderte sich an mir, und das Wort bewahrte ich fest in meinem Herzen.
Kapitel 8
1 Im dritten Jahr der Regierung Baltasars, ein Gesicht, das ich, Daniel, sah, nachdem ich das erste gesehen hatte.
2 Und ich sah im Gesicht meines Traumes, während ich in der Stadt Susa war, die im Lande Elymaïs liegt; als ich noch am Tore Ailam war,
3 blickte ich auf und sah einen großen Widder gegenüber dem Tore stehen, und er hatte Hörner, und das eine war höher als das andere, und das höhere wuchs empor.
4 Danach aber sah ich den Widder stoßen nach Osten und nach Norden und nach Westen und Süden, und alle Tiere hielten nicht stand vor ihm, und es gab keinen, der aus seinen Händen errettete, und er tat, wie er wollte, und wurde groß.
5 Und ich sann nach, und siehe, ein Ziegenbock kam von Westen her über die Fläche der Erde und berührte die Erde nicht, und der Bock hatte ein Horn zwischen seinen Augen.
6 Und er kam zu dem Widder, der die Hörner hatte, den ich am Tore stehen sah, und lief auf ihn los im Grimm seines Zornes.
7 Und ich sah ihn an den Widder herankommen, und er wurde wütend auf ihn und schlug ihn und zerbrach seine beiden Hörner, und es war keine Kraft mehr in dem Widder, vor dem Bock zu bestehen; und er warf ihn zu Boden und zermalmte ihn, und es gab keinen, der den Widder vor dem Bock errettete.
8 Und der Ziegenbock wurde überaus stark, und als er stark war, zerbrach sein großes Horn, und vier andere Hörner wuchsen hinter ihm empor nach den vier Winden des Himmels.
9 Und aus einem von ihnen wuchs ein starkes Horn hervor und erstarkte und schlug nach Süden und nach Osten und nach Norden;
10 und es erhob sich bis zu den Sternen des Himmels, und es wurde von den Sternen etwas zur Erde geschmettert und von ihnen zertreten,
11 bis der Heerfürst die Gefangenschaft erretten wird; und um seinetwillen wurden die Berge, die von Ewigkeit her sind, niedergeschmettert, und ihre Stätte und das Opfer wurden weggenommen, und er warf es bis auf den Boden zur Erde, und es gelang ihm und geschah, und das Heiligtum wird verwüstet werden.
12 Und die Sünden kamen über das Opfer, und die Gerechtigkeit wurde zu Boden geworfen, und er handelte und hatte Gelingen.
13 Und ich hörte einen anderen Heiligen reden, und der andere sprach zu dem Phelmuni, der redete: Bis wann wird das Gesicht bestehen und das weggenommene Opfer und die Sünde der Verwüstung, die gegeben ist, und wird das Heiligtum verwüstet werden zur Zertretung?
14 Und er sprach zu ihm: Bis Abend und Morgen, zweitausenddreihundert Tage; dann wird das Heiligtum gereinigt werden.
15 Und es geschah, während ich, Daniel, das Gesicht schaute, suchte ich es zu verstehen, und siehe, es stand mir gegenüber etwas wie die Gestalt eines Menschen.
16 Und ich hörte eine Menschenstimme mitten über dem Ulai, und sie rief und sprach: Gabriel, lass jenen das Gesicht verstehen. Und der Mann rief laut und sprach: Auf jenen Befehl hin ist das Gesicht.
17 Und er kam und trat neben meinen Standort, und als er kam, erschrak ich und fiel auf mein Angesicht, und er sprach zu mir: Verstehe, Menschensohn, denn das Gesicht geht noch auf die Stunde der Endzeit.
18 Und während er mit mir redete, sank ich in Schlaf auf mein Angesicht zu Boden, und er rührte mich an und richtete mich auf an dem Ort
19 und sprach zu mir: Siehe, ich verkünde dir, was am Ende des Zornes den Söhnen deines Volkes geschehen wird; denn es bleibt noch bis auf die Stunden der Zeit des Endes.
20 Der Widder, den du sahst, der die Hörner hatte, ist der König der Meder und Perser.
21 Und der Ziegenbock ist der König der Griechen; und das große Horn zwischen seinen Augen, das ist der erste König selbst.
22 Und die zerbrochenen und die hinter ihm aufgewachsenen vier Hörner: vier Könige seines Volkes werden aufstehen, doch nicht mit seiner Kraft.
23 Und am Ende ihrer Herrschaft, wenn ihre Sünden voll sind, wird ein König aufstehen, frech von Angesicht, der Rätsel ersinnt.
24 Und seine Macht wird gefestigt werden, doch nicht durch seine eigene Kraft, und er wird auf wunderbare Weise verderben und Gelingen haben und handeln und Mächtige und das Volk der Heiligen verderben.
25 Und gegen die Heiligen richtet sich sein Sinnen, und die Lüge wird in seinen Händen gelingen, und sein Herz wird sich erheben, und mit List wird er viele vernichten und zum Verderben von Männern sich erheben und eine Handvoll versammeln und sie preisgeben.
26 Das Gesicht vom Abend und Morgen ist in Wahrheit befunden worden; und nun verschließe das Gesicht, denn es geht noch auf viele Tage.
27 Ich, Daniel, war viele Tage krank; und als ich aufstand, besorgte ich wieder die königlichen Geschäfte. Und ich war erschöpft über dem Gesicht, und keiner war da, der es verstand.
Kapitel 9
1 Im ersten Jahr unter Darius, dem Sohn des Xerxes, aus dem medischen Geschlecht, die über das Königreich der Chaldäer herrschten,
2 im ersten Jahr seiner Königsherrschaft, achtete ich, Daniel, in den Büchern auf die Zahl der Jahre, als der Erlass über das Land an den Propheten Jeremia erging, dass zur Erfüllung der Schmach Jerusalems siebzig Jahre vergehen sollten.
3 Und ich richtete mein Angesicht auf den Herrn, den Gott, um Gebet und Erbarmen zu suchen mit Fasten und Sack und Asche.
4 Und ich betete zum Herrn, dem Gott, und bekannte und sprach: Siehe, Herr, du bist der große und starke und furchtbare Gott, der den Bund und das Erbarmen bewahrt denen, die dich lieben und deine Gebote halten.
5 Wir haben gesündigt, Unrecht getan, gefrevelt und sind abgefallen und haben deine Gebote und deine Rechtsordnungen übertreten,
6 und wir haben nicht auf deine Knechte, die Propheten, gehört, was sie in deinem Namen zu unseren Königen und unseren Machthabern und unseren Vätern und zu jedem Volk auf der Erde geredet haben.
7 Dein, Herr, ist die Gerechtigkeit, und unser ist die Scham des Angesichts am heutigen Tag, den Männern Judas und den Bewohnern Jerusalems und dem ganzen Volk Israel, dem nahen und dem fernen, in allen Ländern, in die du sie dorthin zerstreut hast wegen der Verfehlung, mit der sie sich vor dir verfehlt haben.
8 Gebieter, unser ist die Scham des Angesichts und unseren Königen und Machthabern und unseren Vätern, denn wir haben gegen dich gesündigt.
9 Dem Herrn gehört die Gerechtigkeit und das Erbarmen, denn wir sind von dir abgefallen
10 und haben nicht auf die Stimme des Herrn, unseres Gottes, gehört, um deinem Gesetz zu folgen, das du vor Mose und uns durch deine Knechte, die Propheten, gegeben hast.
11 Und ganz Israel hat dein Gesetz verlassen, und sie sind abgefallen, sodass sie nicht auf deine Stimme hörten, und über uns kam der Fluch und der Schwur, der geschrieben steht im Gesetz des Mose, des Knechtes Gottes, denn wir haben gegen ihn gesündigt.
12 Und er hat uns seine Ansagen bestätigt, alles, was er über uns und über unsere Richter geredet hat, alles, was du uns zugesprochen hast: große Übel über uns zu bringen, wie sie unter dem Himmel nicht geschehen sind, so wie sie in Jerusalem geschehen sind.
13 Gemäß dem, was im Bund des Mose geschrieben steht, sind alle diese Übel über uns gekommen, und wir haben das Angesicht des Herrn, unseres Gottes, nicht gesucht, um von unseren Sünden abzulassen und deine Gerechtigkeit zu bedenken, Herr.
14 Und der Herr, der Gott, wachte über das Unheil und brachte es über uns, denn gerecht ist der Herr, unser Gott, in allem, was er tut, und wir haben nicht auf seine Stimme gehört.
15 Und nun, Gebieter, Herr, unser Gott, der du dein Volk aus Ägypten geführt hast mit deinem erhobenen Arm und dir einen Namen gemacht hast bis auf diesen Tag: Wir haben gesündigt, wir haben gefehlt.
16 Gebieter, nach deiner Gerechtigkeit wende sich dein Grimm und dein Zorn ab von deiner Stadt Jerusalem, deinem heiligen Berg; denn wegen unserer Sünden und wegen der Verfehlungen unserer Väter sind Jerusalem und dein Volk, Herr, zur Schmach geworden bei allen rings um uns her.
17 Und nun erhöre, Gebieter, das Gebet deines Knechtes und meine Bitten, und dein Angesicht blicke auf deinen heiligen Berg, der verwüstet ist, um deiner Knechte willen, Gebieter.
18 Neige, Herr, dein Ohr und erhöre mich; öffne deine Augen und sieh unsere Verwüstung und die deiner Stadt, über der dein Name ausgerufen worden ist; denn nicht auf unsere Gerechtigkeiten hin bitten wir in unseren Gebeten vor dir, sondern um deines Erbarmens willen.
19 Herr, sei du gnädig! Herr, erhöre und handle und säume nicht, um deiner selbst willen, Gebieter, denn dein Name ist ausgerufen über deine Stadt Zion und über dein Volk Israel.
20 Und während ich noch redete, betend und meine Sünden und die Sünden meines Volkes Israel bekennend und in meinen Gebeten vor dem Herrn, meinem Gott, flehend, auch für den heiligen Berg unseres Gottes,
21 und während ich noch redete in meinem Gebet, siehe, da nahte sich mir der Mann, den ich am Anfang in meinem Schlaf gesehen hatte, Gabriel, in Eile herbeigetragen, zur Stunde des Abendopfers.
22 Und er trat heran und redete mit mir und sprach: Daniel, soeben bin ich ausgegangen, um dir Einsicht zu zeigen.
23 Am Anfang deines Flehens erging ein Befehl vom Herrn, und ich bin gekommen, dir zu zeigen, dass du begnadet bist; und bedenke den Befehl.
24 Siebzig Wochen sind bestimmt über dein Volk und über die Stadt Zion, dass die Sünde vollendet werde und die Ungerechtigkeiten sich mindern und die Ungerechtigkeiten getilgt werden und das Gesicht verstanden werde und ewige Gerechtigkeit gegeben werde und das Gesicht sich erfülle und das Allerheiligste erfreut werde.
25 Und du wirst erkennen und verstehen und dich freuen und Anordnungen zur Antwort finden, und du wirst Jerusalem als Stadt für den Herrn erbauen.
26 Und nach sieben und siebzig und zweiundsechzig wird die Salbung weggenommen werden und nicht mehr sein, und ein Königreich von Völkern wird die Stadt und das Heiligtum samt dem Gesalbten verderben, und sein Ende wird kommen mit Zorn, und bis zur Zeit des Endes wird von Krieg zu Krieg gekämpft werden.
27 Und der Bund wird über viele mächtig sein, und sie wird sich wieder wenden und wieder aufgebaut werden in Breite und Länge; und am Ende der Zeiten und nach sieben und siebzig Zeiten und zweiundsechzig Jahren bis zur Zeit des Endes des Krieges wird auch die Verwüstung weggenommen werden, wenn der Bund über viele Wochen stark wird; und am Ende der Woche wird das Opfer und das Trankopfer aufgehoben werden, und über dem Heiligtum wird der Gräuel der Verwüstungen sein bis zum Ende, und ein Ende wird über die Verwüstung verhängt werden.
Kapitel 10
1 Im ersten Jahr des Kyros, des Königs der Perser, wurde dem Daniel, der mit Namen Baltasar genannt wurde, eine Weisung offenbart, und wahr ist das Gesicht und die Weisung, und die gewaltige Menge wird die Weisung verstehen, und ich verstand sie in einem Gesicht.
2 In jenen Tagen trauerte ich, Daniel, drei Wochen lang;
3 köstliches Brot aß ich nicht, und Fleisch und Wein kamen nicht in meinen Mund, mit Öl salbte ich mich nicht, bis ich die drei Wochen von Tagen vollendet hatte.
4 Und es geschah am vierundzwanzigsten Tag des ersten Monats, da war ich am Ufer des großen Flusses, das ist der Tigris,
5 und ich erhob meine Augen und sah, und siehe, ein Mann, bekleidet mit Leinen und um die Hüften gegürtet mit Leinen, und aus seiner Mitte kam Licht,
6 und sein Leib war wie Tharsis, und sein Angesicht wie der Anblick eines Blitzes, und seine Augen wie Fackeln von Feuer, und seine Arme und Füße wie blitzendes Erz, und die Stimme seiner Rede wie die Stimme eines Getöses.
7 Und ich, Daniel, sah dieses große Gesicht, und die Männer, die bei mir waren, sahen dieses Gesicht nicht, und eine gewaltige Furcht fiel auf sie, und sie flohen in Eile;
8 und ich blieb allein zurück und sah dieses große Gesicht, und keine Kraft blieb in mir, und siehe, mein Geist wandte sich in mir zum Verderben, und ich behielt keine Stärke.
9 Und ich hörte die Stimme seiner Rede nicht; ich lag auf meinem Angesicht auf der Erde.
10 Und siehe, eine Hand rührte mich an und richtete mich auf auf meine Knie und auf die Sohlen meiner Füße.
11 Und er sprach zu mir: Daniel, du bist ein Mensch, dem Erbarmen gilt; verstehe die Weisungen, die ich zu dir rede, und stelle dich auf deinen Platz, denn jetzt bin ich zu dir gesandt worden. Und während er diese Weisung mit mir redete, stand ich zitternd da.
12 Und er sprach zu mir: Fürchte dich nicht, Daniel; denn von dem ersten Tag an, da du dein Angesicht darauf gerichtet hast, zu verstehen und dich vor dem Herrn, deinem Gott, zu demütigen, wurde dein Wort erhört, und ich bin um deines Wortes willen gekommen.
13 Und der Fürst des Königs der Perser stand mir einundzwanzig Tage lang entgegen, und siehe, Michael, einer der ersten Fürsten, kam, mir zu helfen, und ich ließ ihn dort bei dem Fürsten des Königs der Perser zurück.
14 Und er sprach zu mir: Ich bin gekommen, dir kundzutun, was deinem Volk am Ende der Tage widerfahren wird; denn das Gesicht gilt noch für Tage.
15 Und während er diese Weisungen mit mir redete, richtete ich mein Angesicht zur Erde und schwieg.
16 Und siehe, etwas wie die Gestalt einer Menschenhand berührte meine Lippen; und ich öffnete meinen Mund und redete und sprach zu dem, der vor mir stand: Herr, bei dem Gesicht hat sich mein Inneres in mir gewandt, und keine Kraft war in mir;
17 und wie soll der Knecht mit seinem Herrn reden können? Ich bin schwach geworden, und keine Kraft ist in mir, und kein Odem ist in mir geblieben.
18 Und abermals berührte mich einer, der wie ein Mensch aussah, und stärkte mich
19 und sprach zu mir: Du bist ein Mensch, dem Erbarmen gilt; fürchte dich nicht, sei wohlgemut; sei mannhaft und stark. Und während er mit mir redete, wurde ich stark und sprach: Mein Herr rede, denn er hat mich gestärkt.
20 Und er sprach zu mir: Weißt du, warum ich zu dir gekommen bin? Und nun werde ich zurückkehren, um mit dem Fürsten des Königs der Perser zu kämpfen; und als ich hinausging, siehe, da kam der Fürst der Griechen herein.
21 Doch will ich dir kundtun, was zuerst in der Schrift der Wahrheit verzeichnet ist; und keiner war, der mir gegen diese half, außer Michael, dem Engel.
Kapitel 11
1 Und im ersten Jahr des Königs Kyros sagte er mir, ich solle stark sein und mich mannhaft halten.
2 Und nun bin ich gekommen, dir die Wahrheit kundzutun. Siehe, drei Könige sind in Persien aufgestanden, und der vierte wird großen Reichtum erwerben, mehr als alle; und wenn er in seinem Reichtum erstarkt ist, wird er sich gegen jeden König der Griechen erheben.
3 Und ein mächtiger König wird aufstehen und über eine große Herrschaft gebieten und tun, was er will.
4 Und wenn er aufgestanden ist, wird sein Königreich zerbrochen und in die vier Winde des Himmels geteilt werden, nicht nach seiner Kraft und nicht nach seiner Herrschaft, über die er geboten hat; denn sein Königreich wird weggenommen werden, und er wird andere dieses lehren.
5 Und er wird das Königreich Ägyptens stärken; und einer von den Machthabern wird ihn überwältigen und herrschen; eine große Herrschaft ist seine Herrschaft.
6 Und am Ende von Jahren wird er sie zusammenführen, und der König Ägyptens wird in das Königreich des Nordens kommen, um Verträge zu schließen; und er wird nicht die Oberhand behalten, denn sein Arm wird keine Kraft aufbringen, und sein Arm wird erlahmen, und auch die Arme derer, die mit ihm ziehen, und er wird auf Zeiten bleiben.
7 Und ein Spross aus seiner Wurzel wird sich von selbst erheben, und er wird gegen seine Streitmacht in seiner Kraft kommen, ein König des Nordens, und Verwirrung stiften und die Oberhand gewinnen.
8 Und ihre Götter wird er umstürzen samt ihren Gussbildern, und ihre Scharen samt den Geräten ihrer Kostbarkeiten, das Silber und das Gold, werden sie als Beute nach Ägypten wegführen; und es wird ein Jahr für den König des Nordens sein.
9 Und er wird für Tage in das Königreich Ägyptens einziehen; und er wird in sein Land zurückkehren,
10 und auch sein Sohn. Und er wird gereizt werden und eine Ansammlung einer großen Menge sammeln und gegen sie einziehen, alles niederreißend; er wird durchziehen und zurückkehren und sich sehr erzürnen.
11 Und der König Ägyptens wird zornig werden und mit dem König des Nordens Krieg führen, und die Ansammlung wird in seine Hände gegeben werden;
12 und er wird die Ansammlung nehmen, und sein Herz wird sich erheben, und er wird viele in Verwirrung bringen und sich nicht fürchten.
13 Und der König des Nordens wird zurückkehren und eine Ansammlung einer Stadt sammeln, größer als die erste, am Ende einer Frist von einem Jahr, und wird gegen ihn in sie einziehen mit großer Menge und mit vielen Gütern.
14 Und in jenen Zeiten werden sich Pläne gegen den König Ägyptens erheben; und er wird das Gefallene deines Volkes wieder aufbauen, und er wird sich erheben, um die Weissagung aufzurichten, und sie werden straucheln.
15 Und der König des Nordens wird herankommen und seine Speere wenden und die befestigte Stadt einnehmen, und die Arme des Königs Ägyptens werden mit seinen Machthabern standhalten, und er wird keine Kraft haben, ihm zu widerstehen.
16 Und der, der gegen ihn einzieht, wird nach seinem Willen handeln, und niemand wird vor ihm bestehen; und er wird sich im Lande festsetzen, und alles wird durch seine Hände vollbracht werden.
17 Und er wird sein Angesicht darauf richten, mit Gewalt sein ganzes Werk in Angriff zu nehmen, und Verträge mit ihm schließen; und er wird ihm eine Menschentochter geben, um sie zu verderben, und sie wird sich nicht fügen, und es wird nicht geschehen.
18 Und er wird sein Angesicht auf das Meer richten und viele einnehmen und den Zorn ihrer Schmähung mit einem Schwur zurückwenden nach seiner Schmähung.
19 Er wird sein Angesicht darauf wenden, sein Land zu stärken, und wird straucheln und fallen und nicht gefunden werden.
20 Und aus seiner Wurzel wird ein Spross des Königtums aufstehen, ein Mann, der die Herrlichkeit eines Königs schlägt; und in den letzten Tagen wird er zerbrochen werden, doch nicht im Zorn und nicht im Krieg.
21 Und an seinem Platz wird ein Verachtenswerter aufstehen, und ihm wird nicht die Herrlichkeit eines Königs gegeben werden; und er wird plötzlich kommen, ein König wird durch sein Erbe erstarken.
22 Und die zerbrochenen Arme wird er vor seinem Angesicht zerbrechen;
23 und mit dem Bund und mit dem Volk, das sich mit ihm verbündet hat, wird er Trug üben, und gegen ein starkes Volk mit einem sehr kleinen Volk.
24 Plötzlich wird er eine Stadt verwüsten und tun, was seine Väter nicht getan haben noch die Väter seiner Väter; Raub und Beute und Güter wird er ihnen geben und gegen die starke Stadt Pläne schmieden, und seine Anschläge werden vergeblich sein.
25 Und seine Kraft und sein Herz werden sich gegen den König Ägyptens erheben mit großer Menge, und der König Ägyptens wird zum Krieg gereizt werden mit einer überaus starken Menge; und er wird nicht bestehen, denn man wird gegen ihn Anschläge ersinnen;
26 und seine Sorgen werden ihn verzehren und ihn abwenden, und er wird durchziehen und niederreißen, und viele Erschlagene werden fallen.
27 Und zwei Könige werden allein miteinander speisen und an einem Tisch essen und Lügen reden, und es wird ihnen nicht gelingen; denn das Ende steht noch auf eine Frist aus.
28 Und er wird in sein Land zurückkehren mit vielen Gütern, und sein Herz wird gegen den Bund des Heiligen gerichtet sein; er wird handeln und in sein Land zurückkehren
29 zur bestimmten Zeit. Und er wird nach Ägypten kommen, und es wird nicht sein wie das erste und das letzte Mal.
30 Und Römer werden kommen und ihn vertreiben und ihn hart anfahren; und er wird umkehren und gegen den Bund des Heiligen zornig werden; und er wird handeln und umkehren und gegen sie Pläne schmieden, dafür dass sie den Bund des Heiligen verlassen haben.
31 Und Arme von ihm werden auftreten und das Heiligtum der Furcht entweihen und das Opfer abschaffen und den Gräuel der Verwüstung aufstellen.
32 Und durch Sünden des Bundes werden sie mit einem verstockten Volk entweihen, und das Volk, das dies erkennt, wird stark sein und handeln.
33 Und die Einsichtigen des Volkes werden vielen Verständnis geben; und sie werden durch das Schwert straucheln und durch dieses aufgerieben werden und durch Gefangenschaft und durch Plünderung von Tagen befleckt werden.
34 Und wenn sie zerbrochen werden, werden sie eine kleine Kraft sammeln, und viele werden sich gegen sie versammeln in der Stadt, und viele wie bei einer Erbteilung.
35 Und aus den Verständigen werden manche darauf sinnen, sich zu reinigen und auserwählt zu werden und gereinigt zu werden bis zur Zeit des Endes; denn noch ist eine Frist auf Zeiten.
36 Und der König wird nach seinem Willen handeln und in Zorn geraten und sich über jeden Gott erheben und gegen den Gott der Götter Ungeheuerliches reden, und es wird ihm gelingen, bis der Zorn vollendet ist; denn gegen ihn geschieht das Ende.
37 Und um die Götter seiner Väter wird er sich nicht kümmern und um das Verlangen der Frauen wird er sich nicht kümmern, denn in allem wird er sich erheben, und starke Völker werden ihm unterworfen werden;
38 an seinem Ort wird er sich regen und einen Gott, den seine Väter nicht kannten, ehren mit Gold und Silber und kostbarem Gestein. Und mit Kostbarkeiten
39 wird er an Städten handeln und in eine starke Festung kommen; mit einem fremden Gott, den er anerkennt, wird er die Herrlichkeit mehren und über ihn weithin herrschen und Land als Geschenk verteilen.
40 Und zur Stunde des Endes wird der König Ägyptens mit ihm zusammenstoßen, und der König des Nordens wird gegen ihn erzürnen mit Wagen und mit vielen Rossen und mit vielen Schiffen, und er wird in das Land Ägypten einziehen
41 und in mein Land kommen,
42 und im Land Ägypten wird darin kein Entronnener sein.
43 Und er wird sich des Ortes des Goldes und des Ortes des Silbers und aller Kostbarkeit Ägyptens bemächtigen, und Libyer und Äthiopier werden in seiner Schar sein.
44 Und ein Gerücht wird ihn erschrecken von Osten und Norden, und er wird ausziehen in gewaltigem Grimm und mit dem Schwert, um viele zu vernichten und zu töten.
45 Und er wird dann sein Zelt aufschlagen zwischen den Meeren und dem Berg des Wohlgefallens des Heiligen; und die Stunde seines Endes wird kommen, und niemand wird ihm helfen.
Kapitel 12
1 Und zu jener Stunde wird Michael vorübergehen, der große Engel, der über den Söhnen deines Volkes steht; jener Tag ist ein Tag der Bedrängnis, wie er nicht gewesen ist, seit sie geworden sind, bis zu jenem Tage; und an jenem Tage wird das ganze Volk erhöht werden, das eingeschrieben gefunden wird in dem Buche.
2 Und viele von denen, die in der Weite der Erde schlafen, werden auferstehen, die einen zu ewigem Leben, die anderen zur Schmach, wieder andere zur Zerstreuung und ewigen Schande.
3 Und die Verständigen werden leuchten wie die Lichter des Himmels, und die, welche an meinen Worten festhalten, wie die Sterne des Himmels in alle Ewigkeit.
4 Und du, Daniel, verhülle die Gebote und versiegle das Buch bis zur Zeit der Vollendung, bis die vielen rasend geworden sind und die Erde voll Unrecht ist.
5 Und ich, Daniel, sah, und siehe, zwei andere standen da, einer diesseits des Flusses und einer jenseits.
6 Und ich sprach zu dem einen, der in Byssus gekleidet war, der oben stand: Wann also kommt die Vollendung der wunderbaren Dinge, die du mir gesagt hast, und deren Reinigung?
7 Und ich hörte den in Byssus Gekleideten, der über dem Wasser des Flusses war: Bis zur Zeit der Vollendung. Und er erhob die Rechte und die Linke zum Himmel und schwor bei dem in Ewigkeit lebenden Gott, dass auf eine Zeit und Zeiten und eine halbe Zeit die Vollendung der Loslassung der Hände des heiligen Volkes kommen und all dies vollendet werden wird.
8 Und ich hörte es und verstand es zu jener Zeit nicht und sprach: Herr, was ist die Auflösung dieses Wortes, und wem gelten diese Gleichnisse?
9 Und er sprach zu mir: Geh hin, Daniel, denn verhüllt und versiegelt sind die Gebote, bis
10 viele geprüft und geheiligt werden und die Sünder sündigen; und keinesfalls werden alle Sünder verstehen, aber die Verständigen werden achtgeben.
11 Von der Zeit an, da das beständige Opfer abgeschafft und der Gräuel der Verwüstung bereitet wird gegeben zu werden, sind es tausendzweihundertneunzig Tage.
12 Selig, wer ausharrt und tausenddreihundertfünfunddreißig Tage erreicht.
13 Und du, geh hin und ruhe; denn es sind noch Tage und Stunden bis zur Erfüllung der Vollendung, und du wirst ruhen und auferstehen zu deiner Herrlichkeit am Ende der Tage.
Kapitel 13
6 Und es kamen Rechtsstreitigkeiten aus anderen Städten zu ihnen.
7-8 Als diese eine Frau sahen, die von Gestalt anmutig war, die Frau eines ihrer Brüder aus den Söhnen Israels, mit Namen Susanna, die Tochter des Chelkias, die Frau des Joakim, wie sie am Nachmittag im Garten ihres Mannes umherging, und sie begehrten,
9 da verkehrten sie ihren Sinn und wandten ihre Augen ab, um nicht zum Himmel zu blicken noch der gerechten Gerichte zu gedenken.
10-11 Und beide waren ihretwegen tief getroffen, und der eine gestand dem anderen nicht das Böse ein, das sie ihretwegen erfasst hatte, und auch die Frau erkannte diese Sache nicht.
12 Und sobald es Morgen wurde, kamen sie und schlichen aneinander vorbei in ihrer Eile, wer sich ihr zuerst zeigen und mit ihr sprechen würde.
13-14 Und siehe, sie ging wie gewohnt umher, und der eine der Ältesten war gekommen, und siehe, der andere kam hinzu, und der eine befragte den anderen und sprach: Warum bist du so früh am Morgen hinausgegangen, ohne mich mitzunehmen? Und sie bekannten einander, ein jeder seine Qual.
19 Und der eine sprach zum anderen: Lass uns zu ihr gehen. Und nachdem sie sich verabredet hatten, traten sie zu ihr hin und wollten sie mit Gewalt zwingen.
22 Und die Jüdin sprach zu ihnen: Ich weiß, wenn ich dies tue, ist es mein Tod, und wenn ich es nicht tue, werde ich euren Händen nicht entkommen;
23 besser aber ist es für mich, es nicht zu tun und in eure Hände zu fallen, als vor dem Herrn zu sündigen.
28 Die gesetzlosen Männer aber wandten sich ab, drohten bei sich selbst und stellten ihr nach, um sie zu töten; und sie kamen zur Versammlung der Stadt, in der sie wohnten, und alle Söhne Israels, die dort waren, saßen beisammen.
29 Und die beiden Ältesten und Richter standen auf und sprachen: Schickt nach Susanna, der Tochter des Chelkias, die die Frau des Joakim ist. Und sie riefen sie sogleich.
30 Als aber die Frau mit ihrem Vater und ihrer Mutter erschien, kamen auch ihre Knechte und Mägde, an der Zahl fünfhundert, und die vier Kinder Susannas.
31 Die Frau aber war überaus zart.
32 Und die Gesetzlosen befahlen, sie zu entblößen, damit sie sich an der Schönheit ihrer Begierde sättigten.
33 Und es weinten alle, die zu ihr gehörten, und alle, die sie kannten.
34 Die Ältesten und Richter aber standen auf und legten ihre Hände auf ihr Haupt.
35 Ihr Herz aber vertraute auf den Herrn, ihren Gott, und sie blickte auf und weinte bei sich und sprach:
35a Herr, ewiger Gott, der du alles weißt, bevor es entsteht, du weißt, dass ich nicht getan habe, was diese Gesetzlosen mir Böses nachsagen. Und der Herr erhörte ihr Flehen.
36 Die beiden Ältesten aber sprachen: Wir gingen im Garten ihres Mannes umher
37 und sahen, als wir die Rennbahn umrundeten, diese Frau, wie sie mit einem Manne ruhte, und wir blieben stehen und beobachteten sie, wie sie miteinander verkehrten,
38 und sie wussten nicht, dass wir dastanden. Da verabredeten wir uns miteinander und sprachen: Lasst uns erfahren, wer diese sind.
39 Und als wir hinzutraten, erkannten wir sie; der junge Mann aber floh verhüllt,
40 diese aber ergriffen wir und fragten sie: Wer ist der Mann?
41 Und sie sagte uns nicht, wer es war. Dies bezeugen wir. Und die ganze Versammlung glaubte ihnen, da sie Älteste und Richter des Volkes waren.
44-45 Und siehe, ein Engel des Herrn, als jene hinausgeführt wurde, um zu sterben, und der Engel gab, wie ihm befohlen war, dem Daniel, der noch ein junger Mann war, einen Geist der Einsicht.
48 Daniel aber teilte die Menge, stellte sich in ihre Mitte und sprach: Seid ihr so töricht, Söhne Israels? Ohne zu untersuchen und ohne die klare Wahrheit zu erkennen, habt ihr eine Tochter Israels verurteilt?
51 Nun trennt sie mir weit voneinander, damit ich sie verhöre.
52 Als sie aber getrennt worden waren, sprach Daniel zur Versammlung: Seht jetzt nicht darauf, dass diese Älteste sind, und sagt nicht: Sie werden gewiss nicht lügen; sondern ich werde sie nach dem verhören, was mir in den Sinn kommt. Und er rief den einen von ihnen, und sie führten den Älteren zu dem Jüngeren, und Daniel sprach zu ihm: Höre, höre, du in bösen Tagen alt Gewordener; jetzt sind deine Sünden gekommen, die du früher getan hast,
53 als man dir anvertraute, Rechtssachen anzuhören und zu richten, die den Tod nach sich ziehen, und du hast den Unschuldigen verurteilt, die Schuldigen aber freigelassen, obwohl der Herr sagt: Den Unschuldigen und Gerechten sollst du nicht töten.
54 Nun also, unter welchem Baum und an welchem Ort des Gartens hast du sie beieinander gesehen? Und der Gottlose sprach: Unter einem Mastixbaum.
55Da sprach der Jüngere: Treffend hast du gegen deine eigene Seele gelogen; denn der Engel des Herrn wird heute deine Seele spalten.
56 Und er ließ diesen wegführen und befahl, ihm den anderen vorzuführen; und zu diesem sprach er: Warum ist dein Same verkehrt wie der Sidons und nicht wie der Judas? Die Schönheit hat dich betört, die schändliche Begierde.
57 Und so habt ihr es den Töchtern Israels getan, und jene gaben sich euch aus Furcht hin; aber eine Tochter Judas ertrug es nicht, eure Krankheit in Gesetzlosigkeit zu erdulden.
58Nun also sage mir: Unter welchem Baum und an welchem Ort des Gartens hast du sie ertappt, wie sie miteinander verkehrten? Er aber sprach: Unter einer Steineiche.
59 Und Daniel sprach: Du Sünder, jetzt steht der Engel des Herrn mit dem Schwert bereit, bis das Volk euch vertilgt, um dich zu zersägen.
60-62 Und die ganze Versammlung jubelte dem Jüngeren zu, weil er sie beide aus ihrem eigenen Munde als überführte falsche Zeugen hingestellt hatte; und wie das Gesetz vorschreibt, taten sie an ihnen, wie jene Böses gegen die Schwester geplant hatten. Und sie knebelten sie, führten sie hinaus und stürzten sie in eine Schlucht; da warf der Engel des Herrn Feuer mitten unter sie. Und unschuldiges Blut wurde an jenem Tage gerettet.
63 Darum sind die Jüngeren die Geliebten Jakobs in ihrer Lauterkeit. Und lasst auch uns achthaben auf tüchtige junge Söhne; denn die Jüngeren werden fromm sein, und in ihnen wird ein Geist der Erkenntnis und Einsicht sein von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Kapitel 14
1 Aus der Prophetie Habakuks, des Sohnes Jesus, aus dem Stamm Levi.
2 Es war ein Mensch, ein Priester, mit Namen Daniel, Sohn des Abal, ein Vertrauter des Königs von Babylon.
3 Und es gab ein Götzenbild, Bel, das die Babylonier verehrten; für ihn wurden jeden Tag zwölf Artaben Feinmehl, vier Schafe und sechs Metreten Öl verbraucht.
4 Und der König verehrte ihn, und der König ging jeden Tag hin und betete ihn an; Daniel aber betete zum Herrn.
5 Und der König sprach zu Daniel: Warum betest du Bel nicht an? Und Daniel sprach zum König: Ich verehre niemanden außer dem Herrn, dem Gott, der den Himmel und die Erde geschaffen hat und die Herrschaft über alles Fleisch besitzt.
6 Da sprach der König zu ihm: Ist dieser also kein Gott? Siehst du nicht, wie viel jeden Tag für ihn aufgewendet wird?
7 Und Daniel sprach zu ihm: Keineswegs! Niemand täusche dich; denn dieser ist innen aus Ton und außen aus Erz; ich schwöre dir aber beim Herrn, dem Gott der Götter, dass dieser noch niemals etwas gegessen hat.
8 Und der König geriet in Zorn, rief die Vorsteher des Heiligtums und sprach zu ihnen: Zeigt mir den, der das für Bel Zubereitete isst; wenn aber nicht, so werdet ihr sterben – oder Daniel, der behauptet, es werde nicht von ihm gegessen. Sie aber sprachen: Bel selbst ist es, der es verzehrt.
9 Daniel aber sprach zum König: Es geschehe so; wenn ich nicht beweise, dass es nicht Bel ist, der dies verzehrt, so werde ich sterben und alle die Meinen. Bel aber hatte siebzig Priester, ohne Frauen und Kinder.
10 Und sie führten den König in den Götzentempel.
11 Und die Speisen wurden vor dem König und Daniel aufgetragen, und gemischter Wein wurde hereingebracht und Bel vorgesetzt. Und Daniel sprach: Du selbst siehst, dass dies daliegt, o König; du also versiegle die Schlüssel des Tempels, sobald er verschlossen ist.
13 Und das Wort gefiel dem König.
14 Daniel aber befahl seinen Leuten, alle aus dem Tempel hinauszuweisen und den ganzen Tempel mit Asche zu bestreuen, ohne dass jemand von denen draußen es wusste. Und dann befahl er, den Tempel mit dem Ring des Königs und mit den Ringen einiger angesehener Priester zu versiegeln; und so geschah es.
15-1 7Und es geschah am folgenden Tag, dass sie an den Ort kamen; die Priester Bels aber waren durch Geheimtüren hineingegangen, hatten alles, was Bel vorgesetzt war, aufgegessen und den Wein ausgetrunken. Und Daniel sprach: Seht nach euren Siegeln, ob sie unversehrt sind, ihr Priester; und auch du, König, prüfe, ob dir etwas nicht stimmig erscheint. Und sie fanden das Siegel, wie es gewesen war, und entfernten das Siegel.
18 Und als sie die Türen öffneten, sahen sie, dass alles Aufgetragene verzehrt war und die Tische leer waren; und der König freute sich und sprach zu Daniel: Groß ist Bel, und bei ihm ist kein Trug.
19 Und Daniel lachte sehr und sprach zum König: Komm her und sieh den Trug der Priester. Und Daniel sprach: König, wessen Spuren sind dies?
20 Und der König sprach: Von Männern, Frauen und Kindern.
21 Und er ging in das Haus, in dem die Priester wohnten, und fand die Speisen Bels und den Wein; und Daniel zeigte dem König die Geheimtüren, durch die die Priester hineingingen und das verzehrten, was Bel vorgesetzt wurde.
22 Und der König führte sie aus dem Beltempel hinaus und übergab sie Daniel; und den für ihn bestimmten Aufwand gab er Daniel, den Bel aber zerstörte er.
23 Und es war ein Drache an demselben Ort, und die Babylonier verehrten ihn. 24Und der König sprach zu Daniel: Wirst du etwa auch von diesem sagen, er sei aus Erz? Siehe, er lebt, isst und trinkt; bete ihn an.
25 Und Daniel sprach: König, gib mir die Vollmacht, und ich werde den Drachen töten ohne Eisen und Stab.
26 Und der König gewährte es ihm und sprach zu ihm: Es sei dir gegeben.
27 Und Daniel nahm dreißig Minen Pech, Fett und Haare, kochte sie zusammen, machte einen Kuchen und warf ihn in das Maul des Drachen; und als er ihn gefressen hatte, zerbarst er. Und er zeigte ihn dem König und sprach: Verehrt ihr nicht solches, o König?
28 Und alle aus dem Lande versammelten sich gegen Daniel und sprachen: Der König ist ein Jude geworden; den Bel hat er zerstört und den Drachen getötet.
30 Und als der König sah, dass sich die Menge des Landes gegen ihn versammelt hatte, rief er seine Vertrauten und sprach: Ich gebe Daniel dem Verderben preis.
31-32 Es gab aber eine Grube, in der sieben Löwen gehalten wurden, denen die Verschwörer gegen den König übergeben wurden, und es wurden ihnen jeden Tag zwei Leiber von zum Tode Verurteilten geliefert. Und die Volksmengen warfen Daniel in jene Grube, damit er verschlungen werde und nicht einmal ein Begräbnis erhalte. Und Daniel war sechs Tage in der Grube.
33 Und es geschah am sechsten Tag: Habakuk hatte in einer Schüssel Brote, eingebrockt in Gekochtes, und einen Krug gemischten Weins und ging aufs Feld zu den Schnittern.
34 Und der Engel des Herrn redete zu Habakuk und sprach: Dies sagt dir der Herr, Gott: Das Mahl, das du hast, bringe Daniel in die Löwengrube in Babylon.
35 Und Habakuk sprach: Herr, Gott, ich habe Babylon nicht gesehen, und die Grube kenne ich nicht, wo sie ist.
36 Und der Engel des Herrn ergriff Habakuk am Haar seines Hauptes und setzte ihn über die Grube in Babylon.
37 Und Habakuk sprach zu Daniel: Steh auf und iss das Mahl, das dir der Herr, Gott, gesandt hat.
38 Und Daniel sprach: Der Herr, Gott, hat also meiner gedacht, er, der die nicht verlässt, die ihn lieben.
39 Und Daniel aß; der Engel des Herrn aber brachte Habakuk an denselben Tag dorthin zurück, woher er ihn genommen hatte. Der Herr, Gott, aber gedachte Daniels.
40 Danach ging der König hinaus, Daniel betrauernd, und als er sich über die Grube beugte, sah er ihn dasitzen.
41 Und der König rief laut und sprach: Groß ist der Herr, Gott, und außer ihm gibt es keinen anderen.
42 Und der König führte Daniel aus der Grube heraus; die aber, die an seinem Verderben schuld waren, warf er vor Daniels Augen in die Grube, und sie wurden verschlungen.